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Bieterwettkampf beendet Nasdaq macht den Weg für Übernahme der Börse Oslo durch Euronext frei

Die Mehrländerbörse gewinnt den Bieterwettkampf mit der Nasdaq um die Osloer Börse. Der US-Börsenbetreiber zieht sich zurück.
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Die Nasdaq hat ihr Angebot für den Börsenbetreiber zurückgezogen. Quelle: mauritius images / Dorling Kindersley ltd / Alamy
Börse Oslo

Die Nasdaq hat ihr Angebot für den Börsenbetreiber zurückgezogen.

(Foto: mauritius images / Dorling Kindersley ltd / Alamy)

Stockholm Der monatelange Kampf um die Osloer Börse ist so gut wie entschieden. Am Montag zog der US-amerikanische Börsenbetreiber Nasdaq sein Übernahmeangebot für die norwegische Handelsplattform zurück und machte damit den Weg frei für den zweiten Bieter, die in Paris beheimatete Mehrländerbörse Euronext.

Das Unternehmen, das bereits Börsen in Amsterdam, Brüssel, Dublin, Lissabon und Paris betreibt, hatte sich zuvor einen Anteil von mehr als 50 Prozent an der Börse in Oslo gesichert.

Ob es tatsächlich zu der vollständigen Übernahme der Börse Oslo durch Euronext kommt, hängt jetzt maßgeblich von der Entscheidung der beiden größten Einzelaktionäre der Osloer Börse, der Bank DnB und des Pensionsversicherers KLP ab.

Die DnB hält 20 Prozent an der Börse, die KLP rund zehn Prozent. „Wir haben noch nicht entschieden, wie wir uns verhalten werden“, erklärte KLP-Chef Sverre Thornes am Montag. „Wir werden das intern diskutieren und vielleicht auch Kontakt mit anderen Aktionären aufnehmen.“

Auch Thomas Midteide, DnB-Sprecher und Mitglied der Konzernleitung, wollte sich noch nicht festlegen, ob sein Unternehmen den 20-prozentigen Anteil behalten wird. „Wir können das nicht ausschließen, aber wir werden uns auf jeden Fall mit Euronext zusammensetzen, um zu hören, was sie vorhaben“, sagte er dem Onlineportal E24.

Die Gespräche, so betonten beide Unternehmen, sollen „zeitnah“ mit Euronext geführt werden. DnB und KLP könnten eine Zwangseinlösung aller Aktien der Osloer Börse gemeinsam verhindern.

Nasdaq und Euronext hatten zuletzt 158 Kronen (16,19 Euro) je Aktie geboten und damit die Osloer Börse mit umgerechnet 690 Millionen Euro bewertet. Die Leitung der Osloer Börse befürwortete zusammen mit DnB und KLP eine Übernahme durch die Nasdaq – auch weil das US-Unternehmen bereits die Börsen in Dänemark, Finnland, Island und Schweden sowie die drei kleinen baltischen Börsen in Estland, Lettland und Litauen betreibt.

Regierung bremst Nasdaq

Mit Oslo wären mit einer Übernahme durch die Nasdaq alle Börsen in Nordeuropa und dem Baltikum in einer Hand. Allerdings wies die norwegische Regierung vor einem knappen Monat den Vorstoß der Nasdaq zurück, dass eine Übernahme nur mit einem Zwei-Drittel-Anteil genehmigt werden dürfe. In diesem Fall hätte die Nasdaq mit ihrem Anteil von rund 35 Prozent die Übernahme durch Euronext blockieren können.

Die Osloer Börse zählt zu den wenigen unabhängigen Börsen in Europa. Deshalb hat sie das Interesse der großen Börsenbetreiber auf sich gezogen. Die Euronext will ihr Angebot seit einiger Zeit erweitern und neben dem Aktienhandel auch den Handel mit Anleihen anbieten. Aus diesem Grund hat sie bereits die Börse in Dublin übernommen, die sich auf den Anleihehandel spezialisiert hat.

Über die Osloer Börse werden dagegen Stromzertifikate gehandelt. Außerdem ist der Handelsplatz auf Unternehmen der Öl- und Gasindustrie spezialisiert. Als Teil der Euronext-Familie werde Oslo nun der Hub für die Ambitionen des paneuropäischen Börsenbetreibers in der Region, versprach Euronext-Chef Stéphane Boujnah.

Nach Angaben von Boujnah hat die Mehrländerbörse weiterhin genügend Mittel für zusätzliche Akquisitionen. Im ersten Quartal dieses Jahres verdiente Euronext allerdings weniger. Das Nettoergebnis des paneuropäischen Börsenbetreibers verringerte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,6 Prozent auf 56,1 Millionen Euro.

Überraschend kam der Rückzug der Nasdaq aus dem Bieterstreit nicht. „Wir hatten damit gerechnet, dass Euronext der neue Eigner werden würde“, erklärte Börsensprecher Per Eikrem gegenüber E24. „Es wird in Zukunft einige Treffen geben. Wir wollen Euronext besser kennen lernen und sie uns auch“, sagte er.

Die Börsenbranche ist seit Langem in Bewegung. Theodor Weimer, Chef der Deutschen Börse, hat erst kürzlich die Übernahme des US-Konzerns Axioma verkündet, um das eigene Indexgeschäft zu stärken.

Zudem verhandelt der hessische Dax-Konzern mit dem Finanzkonzern Refinitiv über einen Zukauf im Devisenhandel, der Milliarden kosten könnte. An der Börse Oslo hatten die Frankfurter dagegen kein Interesse gezeigt, weil die Norweger stark im Aktienhandel aktiv sind. Diesen Bereich will die Deutsche Börse nicht ausbauen, weil ihn Investoren nicht so hoch bewerten wie beispielsweise das Derivategeschäft.

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