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Börse am 17. Juni Sechs Dinge, die für Anleger heute wichtig sind

Die Handelsstreitigkeiten und der wiederaufflammende Iran-Konflikt bleiben für Anleger ein Risiko. Investoren schauen zum Wochenauftakt vor allem auf die Geldpolitik und die Lufthansa.
Update: 17.06.2019 - 06:39 Uhr Kommentieren
Zum Handelsschluss vergangenen Freitag konnte der Dax einen Großteil seiner im Wochenverlauf erzielten Kursgewinne nicht halten. Quelle: AP
Brokerin an der Frankfurter Börse

Zum Handelsschluss vergangenen Freitag konnte der Dax einen Großteil seiner im Wochenverlauf erzielten Kursgewinne nicht halten.

(Foto: AP)

Düsseldorf Von lauen Sommermonaten kann an den Börsen derzeit keine Rede sein. Die geopolitischen Unsicherheiten bleiben nicht nur – sie werden verstärkt. Mit dem Handelsstreit und dem wiederaufflammenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran bleibt das Risiko an den Finanzmärkten bestehen.

Diese Unwägbarkeiten hatten bei vielen Investoren bereits in der vergangenen Woche schlechte Stimmung verbreitet. Das bekam auch der deutsche Leitindex Dax zu spüren. Er ging am Freitag mit 12.096 Punkten aus dem Handel. Damit befindet er sich zwar noch immer knapp über der psychologisch wichtigen Grenze von 12.000 Punkten, doch büßte der Index einen Großteil seiner im Wochenverlauf erzielten Kursgewinne wieder ein.

1 – Vorgabe aus den USA

Die US-Börsen gingen am Freitag mit einem leichten Minus ins Handelswochenende. Der Dow-Jones-Index fiel zum Wochenausklang auf 26.090 Punkte. Auf Wochensicht konnte der Index seinen Kurswert nur leicht steigern. Auch der breiter gefasste S&P 500 gab leicht nach und schloss bei 2887 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor ebenfalls an Wert. Er büßte 0,5 Prozent ein und landete auf 7797 Punkte.

Anleger in den USA blicken in dieser Woche gespannt auf die anstehende Zinssitzung der US-Notenbank mit Jerome Powell. Der Chef der Federal Reserve könnte sich dabei zu einer möglichen Senkung der Leitzinsen äußern. Ein solcher Schritt gilt im Juni allerdings noch nicht als wahrscheinlich. Die Wahrscheinlichkeit, dass es in der Fed-Sitzung im Juli dazu kommt, taxieren Investoren aber auf rund 90 Prozent.

2 – Handel in Asien

Die Anleger an den asiatischen Aktienmärkten sind zu Wochenbeginn weitgehend in Deckung geblieben. Vor den anstehenden Zinsentscheidungen der Notenbanken in den USA am Mittwoch sowie in Großbritannien und Japan am Donnerstag ließen sie Vorsicht walten, sagten Händler am Montag. Auch die verschärften Spannungen zwischen den USA und dem Iran nach den mutmaßlichen Angriffen auf zwei Tanker im Golf von Oman dämpften die Risikolust. In Tokio notierte der japanische Leitindex Nikkei mit 0,1 Prozent knapp im Plus bei 21.140 Punkten.

Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans gab 0,6 Prozent nach. Der Markt in Hongkong legte dagegen rund ein Prozent zu. Für Erleichterung sorgte hier, dass nach erneuten Massenprotesten das umstrittene Gesetz auf Eis gelegt wurde, das eine Auslieferung von Beschuldigten an China ermöglichen sollte.

3 – Entwicklungen im Handelsstreit

Der Handelsstreit bleibt ein bestimmendes Thema an den Börsen. Der Streit um Huawei hat bereits dazu geführt, dass Aktienkurse von Chipherstellern wie Infineon und AMS deutlich nachgegeben haben. China kontert der Zollpolitik Donald Trumps nun mit weitere Gegenmaßnahmen. Wie am Freitag bekannt wurde, hat die Volksrepublik Zölle auf bestimmte Stahlrohre aus der EU und den USA drastisch erhöht.

Die Anti-Dumping-Abgaben für den Import von nahtlosen Röhren und Röhren aus Stahllegierungen lägen nun zwischen knapp 58 und fast 148 Prozent, teilte das Handelsministerium in Peking am Freitag mit. Damit reagiert China auf Forderungen der heimischen Stahlbranche.

Auch aus Indien kommt Protest, nachdem der US-Präsident Anfang Juni bislang geltende Zollvergünstigungen gestrichen hat. Bislang konnte der Subkontinent Waren im Wert von knapp sechs Milliarden Dollar zollfrei in die USA einführen. Am Sonntag folgte die Gegenmaßnahme: Die Regierung in Neu Delhi hat beschlossen, Sonderzölle auf mehr als 25 Gütergruppen zu erheben – unter anderem auf Mandeln, Äpfel und Walnüsse.

4 – Beginn der 53. Luftfahrtausstellung Le Bourget bei Paris – Blick auf Lufthansa

Im Pariser Vorort Le Bourget öffnet am Montag die weltgrößte Flugzeugmesse ihre Pforten. Die Krise um den US-Flugzeugbauer Boeing überschattet die Veranstaltung. Nach zwei Abstürzen von Fliegern der Baureihe 737 Max steht der Hersteller in der Kritik. Zur Eröffnung wird auch Staatschef Emmanuel Macron erwartet.

Anleger schauen vor allem auf den Kurs der Lufthansa. Der Dax-Konzern korrigierte überraschend am Sonntagabend seine Ergebnisprognose für das gesamte Jahr nach unten. Die anhaltend starke Performance auf der Langstrecke gleiche den Preisverfall im Europaverkehr, der durch marktweite Überkapazitäten und aggressiv wachsende Billigkonkurrenten ausgelöst wurde, nur teilweise aus, heißt es in der Mitteilung zur Begründung.

5 – EZB-Konferenz in Sintra beginnt

Am Montagabend eröffnet EZB-Präsident Mario Draghi die jährliche Konferenz der Notenbank im portugiesischen Sintra. In diesem Jahr steht bei dem hochrangigen Treffen auf der Agenda, wie es mit der Währungsunion weitergehen soll. Während Frankreich und Deutschland schon seit Monaten für einen gemeinsamen Haushalt im Euro-Raum sind, sträubt sich eine von den Niederlanden angeführte Staatengruppe dagegen.

Neben dem offiziellen Thema dürfte es am Rande der Konferenz aber auch um die Führungspersonalien in der EZB gehen. Für Draghi ist es sein letzter Auftritt in Sintra in seiner Rolle als EZB-Präsident. Noch ist offen, wer seine Nachfolge annimmt. Für Investoren könnte Draghis Rede interessant werden: Vor zwei Jahren hatte der EZB-Chef mit seinen Äußerungen in Sintra für deutliche Kursbewegungen an den Märkten gesorgt.

6 – Huawei-Gründer Zhengfei gibt Pressekonferenz

Ren Zhengfei, Gründer des chinesischen Telekomriesen Huawei, tritt in Shenzhen vor die Presse. Interessant wird, ob er eine Strategie für den Umgang mit den USA anspricht. US-Präsident Trump hatte Huawei aus Sicherheitsgründen auf eine schwarze Liste gesetzt. Ohne eine spezielle Genehmigung dürfen US-Firmen jetzt keine Geschäftsbeziehungen mehr mit dem zweitgrößten Handyhersteller und führenden Netzwerkausrüster unterhalten. Das Vorgehen setzt den Smartphonehersteller stark unter Druck.

Der chinesische Konzern arbeitet vor dem Hintergrund der Sanktionsmaßnahmen bereits an einem eigenen Betriebssystem, das den Namen „Hongmeng“ trägt. Es könnte binnen weniger Monate an den Start gehen, heißt es von Huawei.

Termine Unternehmen am 17. Juni

  • 08:00 Uhr Schweden: Hennes & Mauritz Q2-Umsatz
  • 09:30 Uhr Niederlande: Qiagen Hauptversammlung, Venlo
  • 12:00 Uhr Dänemark: Novozymes Capital Markets Day
  • 14:00 Uhr Finnland: Nokian Renkaat Business Update Call
  • 22:00 Uhr USA: Versum ao Hauptversammlung

Termine Konjunktur am 17. Juni

  • Europa: Notenbankkonferenz Europäische Zentralbank (EZB) u.a. mit einer Eröffnungsrede von EZB-Präsident Mario Draghi am 18.6./9.00 Uhr (bis 19.6.2019 in Sintra/Portugal)
  • 11:00 Uhr Europa: Arbeitskosten Q1/19
  • 12:00 Uhr Deutschland: Bundesbank Monatsbericht 06/19
  • 14:30 Uhr USA: Empire State Index 06/19
  • 16:00 Uhr USA: NAHB-Index 06/19

Sonstige Termine am 17. Juni

  • 10:00 Deutschland: Jahres-Pressekonferenz des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW mit GdW-Präsident Axel Gedaschko
  • 11:00 Uhr Deutschland: Jahres-Pressekonferenz Deutsche Bauindustrie, Berlin
  • Frankreich: 53. Luftfahrtausstellung in Le Bourget bei Paris (bis 23.6.19)
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