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Börse am 4. September Sieben Dinge, die für Anleger heute wichtig sind

Das Brexit-Chaos drückt die Stimmung an den Märkten, und Thyssen-Krupp steigt voraussichtlich in den MDax ab. In Frankfurt startet der Handelsblatt-Bankengipfel.
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Vor allem die Brexit-Sorgen beschäftigen die Märkte. Quelle: dpa
Dax-Kurve

Vor allem die Brexit-Sorgen beschäftigen die Märkte.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Den Märkten steht an diesem Mittwoch ein Ereignisreicher Tag bevor. Die handelspolitische Unsicherheiten bestimmen weiterhin den Handel. Nachdem der britische Premier Boris Johnson seine Parlamentsmehrheit am Abend verloren hat, deuten immer mehr Zeichen auf Neuwahlen. Die Diskussion um einen ungeregelten Brexit hält also weiter an – obwohl das vorgesehene Austrittsdatum immer näher rückt.

Das dämpfte auch die Stimmung an den Märkten: Zum Handelsende notierte der Dax am Dienstag bei 11.910 Punkten und verlor damit etwa 0,4 Prozent. Außerdem wird der Stahlkonzern Thyssen-Krupp wohl aus dem deutschen Leitindex absteigen. Die Deutsche Börse wird im Laufe des Tages ihre endgültige Entscheidung dazuz bekanntgeben. Kurz vor Börsenstart an diesem Mittwoch notiert der deutsche Leitindex außerbörslichen Handelsplattformen zufolge leicht im Minus.

Spannend werden für Anleger im Laufe des Tages außerdem die Diskussionen in der Geldpolitik. In Europa führt die designierte EZB-Chefin Christine Lagarde die Pläne für ihre Amtszeit aus. Hoffnungen auf gravierende Kurskorrekturen sollten Anleger aber nicht haben: Sie wird die aktuelle die Niedrigzinspolitik wohl fortführen. In Frankfurt treffen sich heute die führenden Köpfe der Finanzbranche auf dem Handelsblatt-Bankengipfel, um über die Zukunft der Branche zu diskutieren.

1 – Vorgabe aus den USA

Der Handelskonflikt der USA mit China und enttäuschende US-Daten haben der Wall Street am Dienstag zu schaffen gemacht. Zudem schürten US-Konjunkturdaten Rezessionsängste. Der Einkaufsmanager-Index für die US-Industrie ging überraschend stark auf 49,1 Punkte zurück und unterschritt damit erstmals seit 2016 die Wachstumsschwelle von 50 Zählern. „Der Produktionssektor der größten Volkswirtschaft der Welt kann sich den Handelskonflikten nicht entziehen“, sagte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank.

„Wenn US-Präsident Donald Trump sagt, dass Handelskriege leicht zu gewinnen seien, liegt er falsch.“ Trump kündigte zwar für September weitere Gespräche zur Beilegung des Konflikts mit China an, einem Medienbericht zufolge konnten sich die Parteien aber noch auf kein Datum einigen. Der Leitindex Dow Jones schloss 1,1 Prozent tiefer auf 26.118 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab 1,1 Prozent auf 7874 Punkte nach und der breit gefasste S&P 500 büßte 0,7 Prozent auf 2906 Punkte ein.

2 – Handel in Asien

Der Aktienmarkt in Tokio hat am Mittwoch uneinheitlich tendiert. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag gegen Mittag wenig verändert bei 20.631 Punkten. Der breiter gefasste Topix verlor 0,3 Prozent auf 1506 Zähler. Insgesamt blieb die Stimmung an der Börse wegen zunehmender Furcht vor einer weltweiten Rezession gedrückt. Die US-Industrieproduktion schrumpfte im August erstmals seit drei Jahren, Neuaufträge und Einstellungszahlen brachen angesichts steigender Spannungen im Handelskonflikt zwischen den USA und China ein.

3 – Handelsblatt-Bankengipfel in Frankfurt

In eigener Sache: An diesem Mittwoch Mittwoch sowie am Donnerstag treffen sich die führenden Köpfe der Finanzbranche beim Bankengipfel des Handelsblatts in der Mainmetropole Frankfurt, um über die Zukunftsperspektiven für die Branche zu diskutieren.

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing, der Chef des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock, Larry Fink, der Chef des Dax-Aufsteigers Wirecard, Markus Braun, und andere hochrangige Referenten diskutieren über die Geldpolitik der EZB, die Gefahren für die Weltkonjunktur und die Herausforderungen der Digitalisierung.

4 – Währungsausschuss befragt designierte neue EZB-Chefin Lagarde

Am Vormittag befragt der Ausschuss für Wirtschaft und Währung des Europaparlaments (ECON) die designierte neue EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Im Fokus dürften die Pläne ihrer Amtszeit stehen, die sie im November beginnen wird.

Schon im Vorfeld der Sitzung hatte die ehemalige Direktorin des Internationalen Währungsfonds schriftliche Fragen der Abgeordneten beantwortet. Dabei machte sie unter anderem klar: Die Notenbank hat aus ihrer Sicht noch Spielraum für weitere Zinssenkungen. Im Juni war bekanntgeworden, dass die EZB die Zinswende bis mindestens Mitte 2020 aufschieben und den Leitzins bei einem Rekordtief von null Prozent belassen will.

Dass Lagarde die expansive Geldpolitik des amtierenden EZB-Chefs Mario Draghi fortführen wird, war erwartet worden. Sie dürfte gleich zu Beginn ihrer Amtszeit auf Kritik stoßen. Denn nicht alle im EZB-Rat, der die geldpolitischen Beschlüsse fasst, halten die derzeitige Niedrigzinspolitik für sinnvoll. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann zum Beispiel sieht den Kauf weiterer Staatsanleihen skeptisch.

Auch international stehen einige Termine an, die die Geldpolitik betreffen. Zum Beispiel gibt die Bank of Canada ihren Zinsbescheid bekannt. Seit Mitte 2017 hat die kanadische Zentralbank den Leitzins in fünf Schritten auf nun 1,75 Prozent angehoben. In den USA halten Neel Kashkari, Präsident der Fed von Minneapolis, und Charles Evans, Fed-Präsident von Chicago, Reden.

5 – Weitere Entwicklungen im Brexit-Chaos

Am gestrigen Dienstag erlitt Premierminister Boris Johnson einen herben Rückschlag. Seine knappe Minderheit von nur einer Stimme hat er nun verloren. Der Konservative Phillip Lee ist zu den europafreundlichen Liberaldemokraten übergelaufen.

Zudem hat der Präsident des britischen Unterhauses, John Bercow, die beantragte Dringlichkeitsdebatte über einen No-Deal-Brexit zugelassen. Sollten die Gegner eines ungeregelten EU-Austritts bei einer Abstimmung am Abend gegen die Regierung gewinnen, könnten sie am Mittwoch einen Gesetzentwurf gegen den No-Deal einbringen. Ziel seiner Gegner ist es – sollte man sich nicht mit Brüssel einigen können– den EU-Austritt per Gesetzesbeschluss nochmals aufzuschieben, auf den 31. Januar 2020.

Damit ist Johnson in eine prekäre Lage geraten. Nur wenige Monate nach seinem Amtseintritt wird es immer wahrscheinlicher, dass es schon bald zu Neuwahlen kommen könnte.

An diesem Mittwoch trifft US-Außenminister Mike Pence zu einem zweitägigen Besuch in Großbritannien ein. Hauptthema der politischen Gespräche mit Vertretern der Regierung wird wohl die bilaterale Beziehung zwischen den USA und Großbritannien nach dem Brexit sein.

Premier Johnson hatte der EU mehrfach gedroht, die Gemeinschaft auch ohne Abkommen Ende Oktober zu verlassen. Für diesen Fall muss Johnson schnell neue Handelsabkommen mit anderen Staaten abschließen – zum Beispiel mit den USA. Pence war davor in Irland, Island sowie Polen. Ein Besuch in Deutschland steht hingegen nicht an.

6 – Porsche präsentiert Elektro-Sportwagen Taycan

An diesem Mittwoch wird der erste vollelektrische Sportwagen von Porsche, der Taycan, seine Weltpremiere feiern. Und das zeitgleich auf drei Kontinenten. In Kürze soll auch die Serienproduktion starten. Deutlich mehr als 20.000 Exemplare des Taycan will Porsche jährlich bauen, wie Porsche-Chef Oliver Blume im Handelsblatt-Interview bereits verriet.

Und die Vorbestellungen stimmen die Porsche-Vorstände hoffnungsfroh: Mehr als 30.000 Menschen aus Nordamerika, Europa und Asien haben mittlerweile ein Fahrzeug vorbestellt und dafür bereits eine Anzahlung von 2500 Euro auf den Fahrzeugpreis geleistet.

Los geht die Preisliste knapp unter 100.000 Euro. Die größte Variante mit 600 PS, mit der Porsche gegen Jahresende als Erstes in den Markt gehen wird, dürfte deutlich darüber liegen. Auf staatliche Förderung müssen Porsche-Fahrer verzichten, die gibt es nur für Elektroautos mit einem Listenpreis von weniger als 60.000 Euro.

7 – Thyssen-Krupp muss den Dax wohl verlassen

Für den Stahlkonzern läuft es schlecht. Die anhaltende Flaute des Ruhrkonzerns könnte nun dazu führen, dass er die Börsen-Oberliga verlassen muss. An diesem Mittwoch wird die Deutsche Börse ihre Entscheidung bekanntgeben, ob Thyssen-Krupp im deutschen Leitindex bleiben darf oder in den MDax absteigt. Maßgeblich für einen Dax-Abstieg ist einerseits die Börsenkapitalisierung des Unternehmens, andererseits das Volumen der gehandelten Aktien. Liegt ein Dax-Unternehmen in einem der beiden Kriterien im Vergleich mit anderen deutschen Börsenkonzernen hinter Platz 40 und erfüllt ein MDax-Konzern gleichzeitig die Aufstiegskriterien, steigt das Unternehmen ab. Schon vor zwei Wochen lag Thyssen-Krupp bei der Börsenkapitalisierung auf Platz 45 – und hat sich seither nicht erholt. Ein Ausstieg aus dem Dax ist damit so gut wie sicher.

Innerhalb eines Jahres hat sich der Aktienkurs von Thyssen-Krupp halbiert. Allein am gestrigen Dienstag lagen die Papiere 3,8 Prozent im Minus und führten damit die Dax-Verliererliste an. Kurz zuvor hatte die Bank Credit Suisse in einem Analystenkommentar die Aktie als „underperform“ eingestuft.

Termine Unternehmen

07:00 Deutschland: Delivery Hero, Q2-Zahlen (endgültig)

07:00 Uhr Frankreich: Thales, Halbjahreszahlen

10:00 Uhr Italien: Mediaset, ao Hauptversammlung

10:00 Uhr Deutschland: Fortsetzung im Kapitalanleger-Musterverfahren nach der Übernahmeschlacht zwischen Volkswagen und der Porsche Automobil-Holding 2007/2008, Celle

10:00 Uhr Deutschland: VCI Pk zur Branchenkonjunktur im 2. Quartal, Frankfurt

11:00 Uhr Deutschland: Pk Aktienmarktprognose des Bankenverbandes VÖB, Frankfurt

12:20 Uhr Deutschland: Navistar, Q3-Zahlen

14:00 Uhr Schweiz: Logitech, Hauptversammlung

15:00 Uhr Deutschland: Weltpremiere des Porsche Taycan, Berlin/Neuhardenberg

22:30 Uhr USA: Palo Alto Networks, Q4-Zahlen

22:30 Uhr USA: Slack Technologies, Q2-Zahlen

Termine Unternehmen (ohne Zeitangabe)

Frankreich: Scor, Investor Day

Deutschland: Deutsche Börse überprüft turnusgemäß die Zusammensetzung ihrer Aktienindizes (Dax, MDax, SDax, TecDax), Frankfurt/M.

Deutschland: Handelsblatt-Tagung „Bankengipfel“ (Tag 1 von 2), Frankfurt

USA: Pkw-Absatz 08/19

Termine Konjunktur

02:30 Uhr Japan: Jibun Bank PMI Dienste 08/19 (endgültig)

03:45 Uhr China: Caixin PMI Dienste 08/19

09:00 Uhr Europa: Anhörung es EZB-Bankenaufsichtschefs Andrea Enria vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments

09:00 Uhr Europa:: Die designierte EZB-Präsidentin Christine Lagarde wird im EU-Parlamentsausschuss befragt, Brüssel

09:15 Uhr Spanien:: PMI Dienste 08/19

09:45 Uhr Italien: PMI Dienste 08/19

09:50 Uhr Frankreich: PMI Dienste 08/19 (endgültig)

09:55 Uhr Deutschland: PMI Dienste 08/19 (endgültig)

10:00 Uhr Europa: PMI Dienste 08/19 (endgültig)

10:30 Uhr Großbritannien: PMI Dienste 08/19

11:00 Uhr Europa: Einzelhandelsumsatz 07/19

11:00 Uhr Griechenland: BIP Q2/19 (endgültig)

11:30 Uhr Deutschland: Anleihe / Laufzeit: 5 Jahre / Volumen: 3 Mrd EUR

14:30 Uhr USA: Handelsbilanz 07/19

16:00 Uhr Kanada: BoC Zinsentscheid

16:00 Uhr Europa: Anhörung des EZB-Direktors Yves Mersch als künftiger Vizechef der EZB-Bankenaufsicht vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments

19:00 Uhr USA: Fed-Präsident von Minneapolis, Neel Kashkari, hält eine Rede

20:00 Uhr USA: Fed Beige Book

21:15 Uhr USA: Fed-Präsident von Chicago, Charles Evans, hält eine Rede

Sonstige Termine

09:30 Uhr Deutschland: Auftakt im ersten Cum-Ex-Strafprozess, Bonn

10:30 Uhr Deutschland: 2. Roundtable-Gespräch des Automobilclubs von Deutschland (AvD), Frankfurt

Deutschland: Erster Medientag der Technik-Messe IFA, Berlin

11:00 Uhr Deutschland: Miele / 12:00 h Bosch / 13:00 h Eröffnungs-Pressekonferenz

11:00 Uhr Deutschland: OLG Düsseldorf verhandelt über Edeka-Einsprüche gegen Bußgelder des Bundeskartellamts, Düsseldorf

11:00 Uhr Deutschland: Pk Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zu „Wirtschaftskriminalität: Tabuthema Innentäter“, Berlin

Großbritannien: Der US-Vizepräsident Mike Pence ist zu Besuch in Großbritannien, London

Südafrika: 28. Weltwirtschaftsforum zu Afrika, Kapstadt

Deutschland: Fahrradmesse Eurobike, Friedrichshafen

Irland: Geplante Streikfortsetzung bei Ryanair. Britische Piloten sollen ihre Streiks bei Ryanair fortsetzen. (bis 4.9.2019)

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