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Börse am 8. Juli Sieben Dinge, die für Anleger heute wichtig sind

Die Deutsche Bank steigt aus dem Investmentbanking aus: Der radikale Umbau kostet 18.000 Stellen. Mit Spannung wird die Reaktion der Anleger erwartet.
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Neben kleineren Konjunkturdaten aus Deutschland und den USA dürften zum Wochenstart außerdem Spekulationen um die Zinspolitik und die Charttechnik überwiegen. Quelle: AP
Trader an der Frankfurter Börse

Neben kleineren Konjunkturdaten aus Deutschland und den USA dürften zum Wochenstart außerdem Spekulationen um die Zinspolitik und die Charttechnik überwiegen.

(Foto: AP)

Düsseldorf Im Fokus der Märkte dürfte an diesem Montag die Deutsche Bank stehen. Deutschlands größtes Geldhaus hat angekündigt, ihre Investmentbank zu verkleinern – und dafür bis 2022 rund 18.000 Stellen zu streichen. Sie will sich unter anderem aus dem weltweiten Aktiengeschäft zurückziehen. Kern des Instituts wird nach dem Umbau die Corporate Bank sein, die das Geschäft mit großen Unternehmenskunden übernimmt. Das Bankinstitut organisiert auch seinen Vorstand neu.

Neben kleineren Konjunkturdaten aus Deutschland und den USA dürften zudem Spekulationen um die US-Zinspolitik überwiegen. Vorbörslichen Indikatoren zufolge tendiert der Dax leicht im Minus bei 12.521 Punkten. Am Freitag hatte der deutsche Leitindex knapp 0,5 Prozent im Minus bei 12.522 Punkten geschlossen.

1 – Vorgaben aus den USA

Starke US-Arbeitsmarktdaten hatten zum Wochenschluss die Hoffnungen der Anleger auf deutlich niedrigere Zinsen gedämpft. Die Regierung in Washington meldete für Juni 224.000 neue Stellen, Experten hatten lediglich mit 160.000 gerechnet. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Freitag in New York 0,16 Prozent niedriger bei 26.922,12 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,18 Prozent auf 2990,41 Punkte nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank 0,1 Prozent auf 8161,79 Zähler.

2 – Handel in Asien

Auch in Asien wurden die Hoffnungen der Anleger auf deutlich niedrigere US-Zinsen gedämpft. Der Nikkei-Index in Japan gab um 0,9 Prozent auf 21.548 Punkte nach, der Topix fiel um 0,7 Prozent auf 1581 Zähler. Beim Kurs des Euro gab es im fernöstlichen Devisenhandel kaum Veränderungen. Er notierte bei 1,1226 Dollar und liegt damit nur ein wenig oberhalb des niedrigsten Stands seit zweieinhalb Wochen, auf den der Euro am Freitag gefallen war.

3 - Umbau der Deutschen Bank: 18.000 Stellen gestrichen

Die Deutsche Bank steigt aus den globalen Wertpapiermärkten aus: Künftig soll das Geschäft mit den Unternehmenskunden im Mittelpunkt stehen. Der Radikalumbau von Chef Christian Sewing kostet bis 2022 18.000 Stellen.

Großaktionäre und Finanzaufseher hatten nach Jahren der Dauerkrise und drei Chefwechseln innerhalb von sieben Jahren auf den Strategiewechsel gedrängt. Spätestens nach der abgeblasenen Fusion mit der Commerzbank und dem Absturz des Aktienkurses auf ein historisches Tief unter sechs Euro war klar, dass es so nicht weitergehen konnte.

4 – Treffen der Euro-Gruppe

Die Finanzminister der Euro-Länder sprechen unter anderem über den dritten erweiterten Überwachungsbericht Griechenlands und die Haushaltslage der Euro-Zone. Auch EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger nimmt an dem Treffen teil.

Thema dürfte allerdings auch der Euro-Rettungsschirm sein. Beim EU-Gipfel vor zwei Wochen hatten die Staats- und Regierungschefs die Euro-Gruppe damit beauftragt, weiter an der ESM-Reform zu arbeiten und bis Dezember eine Einigung zu erzielen.

5 – Zustand der deutschen Industrie

Wie gesund ist die deutsche Wirtschaft? Massenentlassungen bei Ford, VW oder BASF lassen nichts Gutes befürchten. Genaue Auskunft gibt das Statistische Bundesamt mit neuen Zahlen zum Produktionsindex für den Mai 2019.

Der misst monatlich die Leistung des produzierenden Gewerbes in Deutschland. Er ist aufgrund seiner schnellen Verfügbarkeit und der tiefen Untergliederung nach Wirtschaftszweigen ein zentraler Indikator für die konjunkturelle Entwicklung und deckt knapp 80 Prozent des Wertes der deutschen Industrieproduktion ab.

6 – Insolvenzen in Deutschland

In Deutschland steigen die Pleiten von Unternehmen. Die Zahlen für den April dieses Jahres dürften zeigen, dass 2019 der positive Trend des vergangenen Jahres bei den Insolvenzen allmählich endet. Bereits im ersten Quartal lag die Zahl der Firmeninsolvenzen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nur noch leicht unter der des vergleichbaren Vorjahreszeitraums.

Berechnungen der Wirtschaftsauskunftei Creditreform zufolge ist sie auch im ersten Halbjahr noch einmal leicht gesunken. Doch haben immerhin bereits mehr als 100.000 Unternehmen in diesem Jahr aufgeben müssen.

Und nach der schwachen Konjunktur des vergangenen Jahres mit einer leichten Schrumpfung der Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent im dritten und einer Stagnation im vierten Quartal scheint sich die Talfahrt in diesem Jahr zu beschleunigen. Daher rechnen Experten mit einer Trendwende und einem Anstieg der Firmenpleiten noch im Laufe dieses Jahres – es wäre der erste seit dem Krisenjahr 2009.

7 – Teuerungsrate im Wohnungsbau

Das Statistische Bundesamt gibt am heutigen Montag die Entwicklung der Baupreise für Wohngebäude im Mai 2019 bekannt. Laut bereits publizierten Daten des Bundesamtes wurden 2018 nur 285.900 neue Wohnungen fertiggestellt – ein mageres Plus von gerade einmal 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wohneigentum bleibt zwar von der Zinsseite erschwinglich, schreiben die Analysten der Deutschen Bank. Doch auch 2019 dürften steigende Hauspreise die Erschwinglichkeit reduzieren.

Der Druck auf die Wohnungsmärkte in den Metropolen lässt bislang nicht nach. Allein im vergangenen Jahr sind die Kaufpreise in Deutschland um acht Prozent gestiegen. Um die Situation zu entlasten, so das einhellige Credo der Experten, müsse mehr neu gebaut werden – zu erschwinglichen Preisen.

Termine Unternehmen am 8. Juli

07:30 Uhr Frankreich: Air France-KLM Verkehrszahlen 06/19

Frankreich: Sodexo Q3 Trading Statement

Spanien: Repsol Q2 Trading Statement

Termine Konjunktur/ Geldpolitik am 8. Juli

01:50 Uhr Japan: BoJ Leistungsbilanz 05/19 (vorab)

01:50 Uhr Japan: Kernmaschinenaufträge 05/19

08:00 Uhr Deutschland: Industrieproduktion 05/19

08:00 Uhr Deutschland: Handelsbilanz 05/19

10:30 Uhr EU: Sentix-Investorvertrauen 07/19

21:00 Uhr USA: Konsumentenkredite 05/19

Sonstige Termine

15:00 Uhr Deutschland: Pressegespräch Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie zum Stand der Branche, Frankfurt

Deutschland/USA: Auftakt Besuch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in den USA. Geplant sind bis Freitag wirtschafts- und handelspolitische Gespräche mit US-Regierungsvertretern in Washington sowie Gespräche mit Unternehmen und Start-ups im Silicon Valley zu digitalpolitischen Themen.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax. Aktuelle Leerverkäufe von Investoren finden Sie in unserer Datenbank zu Leerverkäufen.

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