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Börse Athen Der unglaubliche Aufstieg griechischer Aktien

Die Athener Börse legt die stärkste Rally seit zwei Jahrzehnten hin. Risikofrei sind Aktien des Landes aber nicht, denn im Herbst stehen Wahlen an.
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Der unglaubliche Aufstieg von Aktien aus Griechenland Quelle: AP
Tauben vor dem griechischen Parlament

Vor allem Bankaktien haben zuletzt deutlich zugelegt.

(Foto: AP)

AthenJoseph Oughourlian hat ein Problem: Es gibt gar nicht so viele griechische Aktien, wie er gern kaufen würde. Der Chef des Vermögensverwalters Amber Capital sieht Griechenland mitten in einem atemberaubenden Aufschwung: „Die Wirtschaft hat eine sehr, sehr starke Basis, sie hat unglaublich starke Fundamentaldaten“, sagte Oughourlian jetzt der Agentur Bloomberg.

Lange kannte der Athener Börsenindex Athex Composite nur eine Richtung: bergab. Von seinem Vorkrisenhoch bei 2860 Punkten stürzte er binnen sieben Jahren auf 450 Zähler ab. Die Anleger machten einen großen Bogen um griechische Aktien. Jetzt können sie nicht genug bekommen. „Die Anleger sind in der besten Stimmung seit zwölf Monaten, die Bullen haben in Athen die Oberhand“, kommentieren die Analysten des Brokerhauses Beta Securities.

Am Freitag schloss der Leitindex bei 766 Punkten, einem Neunmonatshoch. Seit Januar legte er schon 26 Prozent zu. Es war der stärkste Jahresstart seit zwei Jahrzehnten. „Die Börse erwacht aus tiefer Lethargie“, freute sich am Wochenende die Finanzzeitung „Kefalaio“.

Nach acht Jahren Rezession kehrte Griechenlands Wirtschaft 2018 zum Wachstum zurück. Die Exporte steigen, der Tourismus boomt. Die Konjunkturbelebung spiegelt sich auch in den Firmenbilanzen: Knapp neun von zehn börsennotierten Unternehmen, die ihre Jahresabschlüsse für 2018 vorlegten, meldeten Gewinne.

Auch bei der Konsolidierung der Staatsfinanzen kommt der einstige Defizitsünder Griechenland „außerordentlich gut voran“, lobte Poul Thomsen, Europa-Abteilungsleiter des Internationalen Währungsfonds.

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Getragen wurde die Rally in den vergangenen Monaten vor allem von Bankaktien. Die Institute hatten in den Krisenjahren bis zu 99 Prozent ihres Börsenwerts verloren und mussten drei Mal rekapitalisiert werden. Jetzt erleben die Finanztitel ihr Comeback.

Die Piraeus Bank legte seit Januar um 120 Prozent zu, die National Bank of Greece notiert 73 Prozent höher. Die Börse honoriert vor allem die Bemühungen um einen schnelleren Abbau der Problemkredite. Die Institute wollen den Bestand notleidender Forderungen von aktuell rund 80 Milliarden Euro bis Ende 2021 auf 26,5 Milliarden drücken.

Nach der starken Performance der vergangenen Wochen seien die Bankaktien aber bereits überkauft, warnen Brokerhäuser. Dafür kommen nun andere Titel in den Fokus wie die Aktien des Windpark- und Kraftwerksbetreibers Terna Energy, des im Energiesektor und Anlagenbau expandierenden Mischkonzerns Mytilineos Holdings sowie der Baukonzerne Ellaktor und Gekterna.

Neben guten Fundamentaldaten beflügelt auch die Aussicht auf einen Politikwechsel nach den spätestens im Oktober fälligen Parlamentswahlen die Fantasie der Anleger. In Umfragen liegt die konservative Opposition rund zehn Prozentpunkte vor dem Linksbündnis Syriza von Ministerpräsident Alexis Tsipras.

Oppositionschef Kyriakos Mitsotakis verspricht eine Steuerreform, eine Modernisierung des verkrusteten öffentlichen Sektors, Privatisierungen und die Beschleunigung jahrelang verschleppter Infrastrukturprojekte.

Die wichtigsten griechischen Aktien werden auch an deutschen Börsen gehandelt. Die Volatilität ist aber wegen des geringen Handelsvolumens groß. Börsennotierte Indexfonds (ETF) sind deshalb für Privatanleger eine interessante und kostengünstige Alternative.

Aber Investitionen in griechische Aktien bleiben nur etwas für risikobereite Anleger. Die Italienkrise könnte wieder aufbrechen und Griechenland beeinträchtigen. Auch die Wahlen sind noch nicht gelaufen. Ein Patt im Parlament würde das Land über Monate politisch lähmen.

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