Börse Frankfurt Anleger lassen Dax im Stich

An der Frankfurter Börse haben die Aktionäre nur noch eins im Kopf: Die EZB-Ratssitzung. Somit entscheidet Mario Draghi über Wohl und Wehe an den Aktienmärkten. Nur über ihn kann der Dax die 10.000 Punkte knacken.
Update: 03.06.2014 - 17:42 Uhr 10 Kommentare

Dax weiter auf der Zielgeraden zur 10.000

FrankfurtAn der Börse in Frankfurt ließ sich auch am Dienstag kaum ein Anleger blicken. Selbst die Inflationsdaten aus der Euro-Zone, die Rückschlüsse auf die geldpolitische Strategie der EZB zulassen, haben die Märkte nicht in Schwung bringen können. Alle warten nur auf ihn: Mario Draghi.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank hat es in der Hand. Nur über ihn kann der Dax die 10.000 Punkte erreichen. Vermutliche wird der Leitindex also auch morgen um jedem Punkt kämpfen müssen. Wie so ein Kampf aussieht, hat der Dax heute bereits gezeigt. Bei insgesamt noch niedrigeren Umsätzen als gestern schloss der Deutsche Aktienindex 0,3 Prozent im Minus auf 9920 Punkten. Zwischenzeitlich sank er sogar unter 9900 Punkte.

In der zweiten Reihe fielen die Verluste höher aus. Der MDax ging mit einem Minus von 0,8 Prozent auf 16.873 Punkten aus dem Handel. Hier machten vor allem Gewinnmitnahmen dem Index der mittelgroßen Werte das Leben schwer, nachdem dieser gestern erstmals in seiner Geschichte über 17.000 Punkte notierte. Der TecDax verabschiedete sich am Dienstag ebenfalls mit einem Minus von 0,8 Prozent auf 1287 Zählern.

Der EZB-Rat wird am Donnerstag die geldpolitische Lage beraten. Eine Zinssenkung auf vermutlich 0,1 von derzeit 0,25 Prozent gilt als fast sicher. Daneben könnte es ein ganzes Maßnahmenpaket zur Bekämpfung einer drohenden Deflationsspirale aus fallenden Preisen und sinkenden Investitionen geben. Wie akut die Situation ist, haben die heute veröffentlichten Inflationsdaten für die Euro-Zone gezeigt. Im Mai ist diese auf 0,5 Prozent gesunken. Damit flachte die Preissteigerung auf ohnehin sehr niedrigem Niveau gegenüber April weiter ab, als sie 0,7 Prozent betragen hatte, wie das EU-Statistikamt Eurostat am Dienstag in Luxemburg unter Berufung auf erste Schätzungen erklärte. Am stärksten mit 1,1 Prozent zogen die Preise im Mai demnach bei den Dienstleistungen an, bei Industriegütern und Energie lag die Rate bei null.

Die neue Preisstatistik nähre zwar die Furcht vor Deflation. „Aber EZB-Chef Mario Draghi hat ja gesagt, er werde alles tun um eine Deflation zu verhindern“, sagte ein Händler. Damit stehe einer weiteren geldpolitischen Lockerung nichts mehr im Wege.

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10 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Anleger lassen Dax im Stich"

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  • Der Quoten-Grieche beim HB bekommt schon kalte Füsse - hat Angst, dass seine 10500er Reverse-Bonus-Zertifikate zerschossen werden.

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anlagestrategie/musterdepots-viele-investoren-sind-nicht-dabei-gewesen/9981338.html

  • Ich hoffe, Ihr habt alle die günstigen Einstiegskurse genutzt bevor der Meister am Donnerstag den Zauberstab schwingt.

    Die Systeme sind weiterhin auf 10.000+ programmiert.

  • - Notenbank
    - Investoren (Mächtige)
    - UP
    - Puts
    - Zockerprofis
    - Linde
    - 10.000 ziehen wie ein Magnet( Wunschkurse-Programme)

  • Ziemlich langweilig alles wartet jetzt schon wochenlang auf die EBZ, ich auch. Die letzten großen Sprünge nach oben, wenn dann die Investoren Kasse machen vor der "Sommerpause" will ich natürlich auch billig vorher die Puts noch einlagern. Aber erst nach großen Verfall, vorher passiert nach unten nicht viel zumindest nicht bei Aktien die ich bevorzuge:) Die 10000 im Dax ziehen immer noch wie ein Magnet, die kurzfristig orientieren Anleger. Schauen wir einmal was Linde aus der Meldung
    noch an Potenzial hat.....

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/durch-gas-boom-in-usa-linde-und-basf-setzen-auf-neue-geschaefte-/9985408.html

  • Im Normalfall schon, aber dafür gibt es ja mittlerweile den kreativen Werkzeugkoffer der Notenbanken.

    Wo steht Japans Verschuldung jetzt? Irgendwo bei 250% des BIP, was bei 0% Zinsen (noch) kein Problem darstellt. Warum sollte die Verschuldung dort nicht auf 500% anwachsen? Ich gehe davon aus, dass sogenannte "Perpetuals" (Endlosanleihen) die Regel werden, um das wachsende Schuldenproblem auf die nächsten 4-5 Nachfolgegenerationen überzuwälzen.

  • @Game_Over; Was Sie da schreiben ist, bis auf die Inflation, die Abfolge dessen was passieren wird.
    1) Aufschwung (leicht aber begrenzt durch Geldflutung und neuerlicher, weiter zunehmender Verschuldung), dann folgt, da die Geldflut nicht nur nicht dort ankommt wo sie sollte, sondern auch noch in Form von Krediten verteilt wird und somit den Schuldenberg weiter wachsen lässt 2) zunehmende Deflation (ausgelöst durch zunehmenden Konsumverzicht). Darauf folgt 3) Rezession begleitet von Massenarbeitslosigkeit und Firmenschließungen. Und am Ende 4) Inflation (bzw. Hyperinflation), ausgelöst dadurch dass die Bürger gezwungenermaßen auf ihr Erspartes zurückgreifen müssen um zu konsumieren und zu überleben. In welch einer Zeitspanne dies geschieht weiß aber nur der liebe Gott! Bitte jetzt nicht nur Deutschland sehen sondern die Situation global...

  • Hm,was tun.....Kommentare schreiben wenn nichts los ist, das hilft

  • Daten & Fakten der letzten 10 Jahre interessieren natürlich nur bedingt, denn was zählt, ist ja die Zukunft, aber welche Anlageklasse ist denn aktuell noch "preiswert"?

    - Aktien liegen über 10-Jahresdurchschnitt
    - Anleihen liegen über 10-Jahresdurchschnitt
    - Gold liegt über 10-Jahresdurchschnitt
    - Immobilien liegen über 10-Jahresdurchschnitt
    - Cash ?

    Ganz heuristisch in Relation zu Browne's Kategorien, wann etwas Sinn macht:

    - Aufschwung (Aktien)
    - Deflation (Bonds)
    - Inflation (Gold)
    - Rezession (=Geldverknappung) (Cash)

    Aufschwung haben wir vereinzelt, aber noch nicht wirklich nachhaltig, Deflation wird bekämpft, Inflation ist gewollt und Geldmenge wird vermehrt, bis der Arzt kommt.

    Hm, was tun?!?

  • Die Crash-Warnung von Draghi gabs ja schon vor ein paar Tagen.

    http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/geldpolitik/finanzstabilitaetsbericht-ezb-warnt-vor-scharfer-korrektur-an-den-finanzmaerkten/9962954.html

    Kann sich also keiner hinterher beschweren, dass er nicht gewarnt wurde.

  • Der Dax geht solange zum Brunnen, bis er laut Crash-Warnung von Goldman-Draghi sich erleichtert.

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