Börse Frankfurt Berg- und Talfahrt im Dax

Der deutsche Leitindex hat heute mehrfach sein Vorzeichen gewechselt, ging schließlich aber mit Abschlägen aus dem Handel. Die Deutsche Telekom wirft Drillisch Betrug vor, deren Aktien brechen dramatisch ein.
Update: 07.11.2011 - 20:36 Uhr 48 Kommentare
Blick in den Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt. Zuletzt waren die Vorzeichen wieder rot. Quelle: dpa

Blick in den Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt. Zuletzt waren die Vorzeichen wieder rot.

(Foto: dpa)

FrankfurtDeutsche Aktien haben am Montag im späten Handel ihre Verluste etwas reduziert. Der L-Dax schloss bei 5941,13 Punkten, nachdem der Dax im Hauptgeschäft 0,63 Prozent auf 5928,68 Punkte verloren hatte. Der L-MDax ging bei 9034,63 Punkten aus dem späten Geschäft. Im Xetra-Kernhandel hatte der Index mittelgroßer Werte 0,48 Prozent auf 9032,78 Punkte eingebüßt. Der L-TecDax beendete den Handel mit 690,73 Punkten. Zuvor war es für den Technologiewerte-Index um 2,43 Prozent auf 689,60 Punkte nach unten gegangen. Griechenland und Italien beschäftigten einmal mehr die Anleger und sorgten für eine anhaltend hohe Nervosität. So konnte der Dax über den Handelstag auch keinen klaren Trend entwickeln.

In Griechenland gehen die Sondierungen zur Bildung einer Übergangsregierung mühsam weiter. Griechische Medien gingen davon aus, dass es eine lange Nacht werden könnte. Am Nachmittag sah es vorübergehend so aus, als stünde eine Einigung unmittelbar bevor. Am frühen Abend erfuhr die dpa aus Kreisen der Sozialisten und der Konservativen, es gebe doch noch Probleme mit der Zusammensetzung der Regierung.

Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte zuvor aufgekommene Gerüchte über seinen Rücktritt zurückgewiesen. Derlei Annahmen seien „unbegründet“ und er verstehe nicht, wie solche Gerüchte in Umlauf geraten können, zitierte die Nachrichtenagentur Ansa am Montag Äußerungen des Regierungschefs gegenüber seinem Umfeld. Zuvor hatten sich die Finanzmärkte angesichts der Gerüchte spürbar bewegt.

Da passt es ins Bild, dass die Europäische Zentralbank in der ersten Woche unter ihrem neuen Präsidenten Mario Draghi deutlich mehr Staatsanleihen von Krisenländern gekauft hat. Sie habe Papiere im Wert von 9,5 Milliarden Euro am Sekundärmarkt erworben, teilte die EZB am Montag in Frankfurt mit. In der Woche zuvor waren es rund vier Milliarden Euro gewesen. Seit Mai 2010 hat die Zentralbank damit Bonds im Gesamtwert von 183 Milliarden Euro aufgekauft.

Die Deutsche Telekom hat den Mobilfunk-Dienstleister Drillisch wegen angeblichen Betrugs angezeigt. Es bestehe der schwerwiegende Verdacht auf Provisionsbetrug durch Simply, ein Tochterunternehmen von Drillisch, das Prepaid-Mobilfunkverträge vermarkte, teilte die Telekom am Montag mit. Die Telekom verlange deshalb Provisionszahlungen in einstelliger Millionenhöhe zurück, hieß es. Bei Drillisch war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Die Drillisch-Aktie baute ihre Verluste auf ein Minus von 40 Prozent aus und ging mit 5,00 Euro aus dem Handel.

Es gab aber auch Gewinner: ein positiver Analystenkommentar hat Porsche-Titel angeschoben. Die in keinem der großen Indizes gelisteten Aktien des Sportwagenbauers zogen um 3,4 Prozent auf 43,87 Euro an. Laut Händlern hatten die Analysten von Morgan Stanley ihr Kursziel für die Aktien auf 65 von 62 Euro angehoben und ihre „oveweight“-Empfehlung bekräftigt. Porsche seien für die Anleger eine attraktive Investition, zitierten Händler aus der Studie.

Hatte sich der Wert der Aktien des Solarherstellers Q-Cells in der vergangenen Woche bereits verdoppelt, so konnten sie heute wiederum über zwölf Prozent hinzugewinnen. Das Unternehmen möchte auf dem ehemaligen Gelände des Militärflughafens in Brandenburg-Briest bis zum Jahresende den größten Solarpark Europas bauen. Darüber hinaus werden Solartitel zur Zeit in großem Umfang short gehandelt. Investoren, die so investeiert seien, müssten nun bei steigenden Kursen ihre Positionen glattstellen, meinte ein Händler. Dies gebe der Aktie weiteren Auftrieb.

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48 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Berg- und Talfahrt im Dax"

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  • @OttoChilli: Habe eine Email mit der elevanten Frage an meinen Broker geschickt; sobald die Antwort da ist, informiere ich Dich an dieser Stelle.
    @Inliner: Und schon wieder zwei Folgen "Rom" a.a.O. Was für ein nettes Abendprogramm!

  • @Chilly: bin da eher skeptisch! Wenn die aufhören € zu kaufen müssen die CHF drucken. Das gibt Inflation. Die steht allerdings im Moment bei 0,5%...

  • Die SNB hat unendlich Pulver, das ist nicht der Punkt. Nein, den 1.2150er gefallen wird Dir der Markt nicht alle paar Tage machen :)

  • @Chilly: Frage mich nur, ob die SNB nicht ihr Pulver schneller (zu schnell?) verschießt, wenn die 1,25 statt 1,20 (bzw 1,2150 da war ja Schluss) anstreben....

  • Versetze Dich in die Lage der SNB. Und: Es nützt Dir nichts/wenig, nur jeden 10. "Fahrstuhl" mitzunehmen. Ähnlich wie bei Delta mit den 20 Pkte-Scalps. Kleinvieh macht den Meister, nicht die Big Moves.

  • @chilly: Hmmm, ich denk da mal ne Nacht rüber nach...

  • @Inliner

    Selbstverständlich. (Wieder-)Einsteigen werde ich in den EUR/CHF gedrittelt. Ich glaube nicht, daß es sich auszahlt, mit der kompletten Posi bis 1.2150 zu warten. Das erinnert mich an den Herrn "Realist", der bei 4000 Punkten (oder warens 1500?) ganz billig den Dax abstauben möchte. Der Erwartungswert dieser Strategie dürfte gen Null gehen.

  • @Chilly. Zu so einem Kurs willst Du nachkaufen???? Bitte um Erklärung! Das Ding sollte doch noch mal stärker zurückkommen....

  • So, die letzten Schweizer sind auf der sicheren Almhütte, zu 3.68 EUR. Jetzt mal lauern, kurz unter 1.2300 (alias 2.80 EUR) erste neue Posi. Weiter Verkaufslimit Gold-PowerCall zu 58 EUR.

    @Delta: Info zur Langfrist-EUR/NOK-Kasse per CFD würde mir sehr, sehr weiterhelfen, vielen Dank schon mal - Turbos und auch Retail-Optionen sind bei sowas einfach keine Lösung.

  • @Inliner

    Ja, das kenne ich vom September. Hatte mal - gegen die Intuition - eine Longposi bei 1.2100 aufgelöst. Bis über 1.2300 lief die dann ohne mich. Im EUR/CHF gilt: Immer eine halbe Posi dauerhaft, die nächste SNB-Ansage kommt bestimmt.

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