Börse Frankfurt China-Spekulationen und USA treiben Dax an

Der deutsche Leitindex profitiert von neuen China-Gerüchten und schließt auf dem höchsten Stand seit vier Wochen. Für Auftrieb sorgen außerdem überraschend positive Daten aus den USA.
Update: 01.03.2016 - 18:18 Uhr

London Stock Exchange: Übernahmeschlacht könnte teuer werden

Frankfurt/DüsseldorfEs war ein guter Tag für den Dax: Zunächst sorgten schwache Industriedaten aus China für Auftrieb, weil sie die Wahrscheinlichkeit neuer Zentralbankhilfen erhöhen. Später kamen überraschend starke US-Daten hinzu. Der Leitindex legte bis zum Ende des Tages 2,3 Prozent zu auf 9717 Punkte. Der Euro Stoxx 50 konnte um 1,7 Prozent wachsen.

Erst am Montag hatte Chinas Notenbank den Banken mehr Spielraum zur Vergabe von Krediten verschafft, um die Konjunktur anzukurbeln. Das sollte helfen die Stimmungslage am Markt in nächster Zeit zu stützen, sagte Barclays-Analyst Jian Chang.

„Die Daten verschlechtern sich eindeutig“, sagte Peter Kinsella, Chef-Analyst für Schwellenländer bei der Commerzbank. Er daher mit weiteren Maßnahmen. In den USA wurde derweil ein Anstieg der US-Bauausgaben veröffentlich, der so steil nicht erwartet wurde. Statt um 0,3 Prozent stiegen die Ausgaben im Februar um ganze 1,5 Prozent. Auch der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe für den Februar überraschte mit einer Zunahme von 48,5 auf 49,5 Punkte.

Für den Euro ging es in der Folge nach unten, da starke US-Konjunkturdaten eher für zeitnahe weitere Zinsschritte der Federal Reserve sprechen. Am Abend wurde die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,0839 Dollar 0,3 Prozent schwächer bewertet. Allerdings dürfte der Trend an den Devisenmärkten weiterhin für den Euro sprechen. Denn da sich wie in China auch das Wachstum in der Euro-Zone abschwächt, hält Kinsella ähnliche Schritte der Europäischen Zentralbank (EZB) für so gut wie sicher. Börsianer rechnen damit, dass die Währungshüter bei ihrer Sitzung in der kommenden Woche ihre Anleihekäufe von derzeit 60 Milliarden Euro monatlich ausweiten. Aus diesem Grund näherte sich der Bund-Future, der auf der zehnjährigen Bundesanleihe basiert, bis auf drei Ticks seinem Rekordhoch von 166,63 Punkten.

Welche Länder am meisten in Aktien investieren
Aktienspekulation
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Die ING Bank hat in einer Studie zusammengetragen, welche Haushalte in der Eurozone am meisten in Aktien investieren. Die Analysten haben dafür aus den 19 Euro-Ländern zwölf Länder ausgewählt. Nicht dabei sind die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie Luxemburg, Irland, Malta und Zypern.

Platz 12: Griechenland (Akropolis in Athen)
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Am wenigsten in Aktien investieren die Griechen: Die Haushalte haben im Jahr 2014 gerade einmal sechs Prozent ihres verfügbaren Einkommens in Wertpapiere investiert. Dafür haben sie ordentlich Geld auf der Bank geparkt: Die Quote beträgt hier 103 Prozent. Wer also im Jahr 10.000 Euro zur Verfügung hat, hat durchschnittlich 10600 Euro auf dem Konto.

Bei der kurzfristigen Verschuldung liegen die Haushalte übrigens mit zwölf Prozent klar an der Spitze – bei der langfristigen befinden sie sich im oberen Mittelfeld.

Platz 11: Slowakei (Bratislava Burg in Bratislava)
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Die slowakischen Haushalte investieren durchschnittlich zwei Prozentpunkte mehr – also acht Prozent – in Aktien als die griechischen. Die Slowaken sind zudem sowohl kurzfristig (4%) als auch langfristig (35%) vergleichsweise wenig verschuldet. Auch die Quote für Geld auf Bankkonten ist niedrig: 60 Prozent ihres verfügbaren Einkommens haben die Haushalte hier geparkt.

Platz 10: Slowenien (Ljubljanica-Fluss in Ljubljana)
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Slowenien weist fast die gleichen Daten auf: Mit elf Prozent ihres verfügbaren Einkommens investieren die Haushalte hier nur drei Prozentpunkte mehr in Aktien als in der Slowakei. Auch bei den Bankkonten (52%) sowie kurzfristigen (3%) und langfristigen Schulden (41%) ähneln sie dem Land mit dem ähnlich klingenden Namen.

Platz 9: Portugal (Torre de Belem in Portugal)
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Portugals Sparer setzen am meisten auf Bankkonten: 114 Prozent ihres verfügbaren Einkommens haben die Haushalte hier im Schnitt angelegt. Bei Aktien sind es hingegen nur 14 Prozent. Während die kurzfristige Verschuldung mit vier Prozent im Mittelfeld des Rankings liegt, weisen die langfristigen Verbindlichkeiten eine Quote von 98 Prozent auf – noch höher liegt diese nur...

Platz 8: Niederlande (Mühlen bei Kinderdijk)
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...bei den Niederländern: Satte 163 Prozent ihres verfügbaren Einkommens betragen hier im Schnitt die langfristigen Verbindlichkeiten; und auch kurzfristig haben sich die Niederländer mit sechs Prozent überdurchschnittlich hoch verschuldet. Bei den Aktieninvestments liegt die Quote bei 21 Prozent, bei den Bankkonten bei 90.

Platz 7: Frankreich (Eiffelturm in Paris)
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Auch in Frankreich wird verhältnismäßig wenig auf Wertpapiere gegeben. Die Haushalte hier haben 28 Prozent ihres verfügbaren Einkommens in Aktien angelegt. Sie sind zudem am wenigsten kurzfristig verschuldet (2%) und liegen mit ihren langfristigen Verbindlichkeiten (67%) im Mittelfeld. Auf den Bankkonten lagern sie mit 73 Prozent mehr als Slowenen und Slowaken, befinden sich aber im unteren Tabellendrittel.

Der sich abzeichnende Bieterwettstreit um die Londoner Börse LSE hat an den europäischen Aktienmärkten für Wirbel gesorgt. Die Titel der LSE schossen am Dienstag um knapp neun Prozent auf ein Rekordhoch von 2914 Pence, die Aktien der Deutschen Börse hielten sich mit 0,5 Prozent knapp im Plus. Die US-Börse ICE erwägt ein Gegenangebot für die LSE vorzulegen, damit droht die geplante Fusion des deutschen und des englischen Marktbetreibers zu wackeln.

„Für die Deutsche Börse sind das sicherlich keine guten Nachrichten, weil es sie im Zweifel dazu zwingen könnte, eine höhere Offerte vorzulegen“, sagte ein Händler. Die Deutsche Börse und LSE hatten vor einer Woche angekündigt, einen „Zusammenschluss unter Gleichen“ anzustreben. Als mit Abstand größter Börsenbetreiber Europas könnten sie den Wettbewerbern aus den USA und Asien dann besser Paroli bieten. Mit dem Deal befasste Personen hatten daher bereits in den vergangenen Tagen vor dem Risiko einer Gegenofferte gewarnt.

BMW und VW legen deutlich zu
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