Börse Frankfurt China, USA und EZB machen dem Dax zu schaffen

Wenn der Tiger müde wird, stocken die Börsen. Der Einbruch der chinesischen Exportzahlen hat den Dax gebremst. Außerdem sorgten die US-Bilanzsaison und die anstehende EZB-Ratssitzung für Zurückhaltung.
Update: 13.04.2015 - 17:40 Uhr 38 Kommentare

Machtkampf bei VW verunsichert auch Anleger

Der Dax schaltet einen Gang runter. Schwache chinesische Exportdaten, die anstehende EZB-Ratssitzung und die Bilanzsaison in den USA haben bei den Anlegern für Zurückhaltung gesorgt. Am Ende schloss der Leitindex 0,3 Prozent leichter auf 12.339 Punkten.

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hat im März 15 Prozent weniger Waren ausgefahren. Experten waren von einem Anstieg um zwölf Prozent ausgegangen. Die Exportzahlen schürten die Diskussion um die Konjunkturaussichten der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft, schrieben die Analysten der Essener National-Bank in einem Kommentar. Allerdings könne die chinesische Regierung bei Bedarf der heimischen Wirtschaft jederzeit unter die Arme greifen.

Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus Peregrine & Black machte zudem die anlaufende US-Bilanzsaison für die Vorsicht der Anleger verantwortlich. „Obwohl die Erwartungen in den vergangenen Wochen deutlich heruntergeschraubt wurden, nehmen die Befürchtungen wieder zu, dass ein Großteil der Geschäftszahlen die Prognosen verfehlen wird.“

Diese Aktien lassen Anleger zittern

DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008232125
Börse
Xetra

+0,30 +1,29%
+23,46€
Chart von DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Lufthansa: Aktie erholt sich von Verlusten
1 von 16

Zu den positiven Überraschungen der Woche gehört die Aktie der Lufthansa. Die Papiere erholten sich von ihren jüngsten Kursverlusten und stiegen am Mittwoch mit einem Plus von bis zu 1,8 Prozent an die Dax-Spitze. Seit dem Absturz eines Jets der Billigtochter Germanwings vor rund zwei Wochen hatte der Titel bis zu zwölf Prozent an Wert verloren. „Einige Investoren nutzen das Kursniveau zum Einstieg, zudem hilft der Lufthansa-Aktie der niedrigere Ölpreis“, sagte ein Händler. Allerdings bleiben Belastungsfaktoren erhalten: „Streiks und der Vormarsch von Billigfliegern werden die Gewinne des Konzerns drücken“, sagte Luftfahrt-Experte Julien Richer von der Bank Raymond James.
Kursentwicklung bis Donnerstag: + 0,9 Prozent

DIEBOLD NIXDORF AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0CAYB2
Börse
Xetra

0,00 0,00%
+56,50€
Chart von DIEBOLD NIXDORF AG INHABER-AKTIEN O.N.
Wincor Nixdorf: Spekulation um Investor lässt Kurs explodieren
2 von 16

Ebenfalls eine große Überraschung: Im MDax schossen am Mittwoch die Papiere des Geldautomatenherstellers Wincor Nixdorf zeitweise über 13 Prozent ins Plus. Am Ende schlossen sie immerhin rund acht Prozent höher. Insidern zufolge will der Konzern seinem Geschäft möglicherweise mithilfe eines finanzstarken Investors auf die Sprünge helfen. Der Paderborner Konzern habe Investmentbanken um Unterstützung bei der Suche nach Möglichkeiten gebeten, sein Geschäft voranzutreiben, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.
Kursentwicklung bis Donnerstag: + 6,7 Prozent

STADA ARZNEIMITTEL AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007251803
Börse
Xetra

+0,04 +0,05%
+80,70€
Chart von STADA ARZNEIMITTEL AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Stada: Analysten sorgen für Kurs-Schub
3 von 16

Positiv fiel diese Woche auch die Aktie des Arzneimittelherstellers Stada auf. Ein positiver Analystenkommentar trieb die Papiere am Donnerstag an die MDax-Spitze; sie legten bis zu 5,1 Prozent zu. Die Analysten von JP Morgan hatten das Kursziel für den Titel auf 37,10 von 36,80 Euro erhöht. Zugleich bekräftigten sie ihre „Neutral“-Empfehlung. Die geplante milliardenschwere Übernahme von Perrigo durch den US-Konzern Mylan dürfte das Interesse für das hessische Unternehmen schüren. Unsicherheiten wie die Probleme im wichtigen Russland-Geschäft seien im Kurs bereits enthalten.
Kursentwicklung bis Donnerstag: + 5,8 Prozent

SMA SOLAR TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0DJ6J9
Börse
Xetra

+0,44 +1,51%
+29,58€
Chart von SMA SOLAR TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.
SMA Solar: Aktienstrategen sehen Licht am Tunnelende
4 von 16

Noch ein Analystenlob, das Aktien auf die Sprünge half. Am Dienstag legten die Titel von SMA Solar um bis zu 6,2 Prozent zu und waren damit einer der größten Gewinner im Technologieindex TecDax. Die Investoren folgten einer Kaufempfehlung für die Papiere. „Da sich nun die Kostenoptimierungen langsam auszahlen, sind sie von der Bewertung her unwiderstehlich“, urteilten die Analysten der Citigroup. Die Solarfirma steckt mitten in einer Restrukturierung und wird 2015 wohl das dritte Verlustjahr in Folge ausweisen. Seit Jahresbeginn hatte die Aktie rund 21 Prozent eingebüßt. Die Citigroup sieht nun Licht am Ende des Tunnels: Das Management habe mit seiner Fokussierung auf das Thema Kosten im momentanen Umfeld genau richtig entschieden. Mit dem neuen Sparprogramm könnten die Fixkosten in den kommenden drei Jahren um bis zu 100 Millionen Euro gesenkt werden. Zudem verfüge SMA über ausreichend Barmittel, um das Sparprogramm in den kommenden Jahren ohne Liquiditätsengpässe durchziehen zu können.
Kursentwicklung bis Donnerstag: + 9,4 Prozent

ZALANDO SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000ZAL1111
Börse
Xetra

-1,15 -3,14%
+35,50€
Chart von ZALANDO SE INHABER-AKTIEN O.N.
Zalando: Online-Händler begeistert Goldman Sachs
5 von 16

Auch Zalando profitierte diese Woche von einer positiven Beurteilung. Die Analysten der US-Bank Goldman Sachs setzten die Anteilsscheine des Online-Modehändlers auf die „Conviction Buy List“. Das Zwei-Jahres-Kursziel bezifferten sie mit 35 Euro. Die Zalando-Aktie habe sich seit Beginn des Jahres schlechter als der Markt und die Titel der Wettbewerber entwickelt, obwohl das Unternehmen unerwartet gute Zahlen vorgelegt habe. Daher biete sich nun angesichts des Wachstums der Firma und der höheren Ertragskraft eine attraktive Gelegenheit zum Einstieg. Die vermeintliche Chance nutzten viele Anleger am Mittwoch; die Aktien zogen um bis zu 2,9 Prozent an und gehörten damit zu den größten Gewinnern im SDax.
Kursentwicklung bis Donnerstag: + 2,5 Prozent

TNT Express N.V.

WKN
ISIN
NL0009739424
Börse
n. a.

Chart von TNT Express N.V.
TNT Express: FedEx-Angebot lässt Kurs explodieren
6 von 16

Auf den internationalen Märkten war das Übernahmeangebot von FedEx für TNT eines der großen Gesprächsthemen der Woche. Die Amerikaner zahlen acht Euro je Aktie in bar, was einem Aufschlag von 33 Prozent auf den TNT-Schlusskurs vom Donnerstag entspricht. Der Preis sei extrem hoch, sagte ein Händler am Dienstag. Entsprechend reagierte die TNT-Aktie; sie schossen in der Spitze um 31,4 Prozent auf 7,89 Euro nach oben und waren damit so teuer wie seit rund zwei Jahren nicht mehr.
Kursentwicklung bis Donnerstag: + 27,5 Prozent

FEDEX CORP. REGISTERED SHARES DL -,10

WKN
ISIN
US31428X1063
Börse
Xetra

-1,50 -0,72%
+207,71€
Chart von FEDEX CORP. REGISTERED SHARES DL -,10
FedEx: Beobachter sehen Synergien
7 von 16

Die Aktie des übernehmenden Unternehmens FedEx verlor am Dienstag zunächst leicht, um dann doch anzuziehen. Auch Analysten reagierten zunächst positiv. FedEx und TNT Express passten geografisch gut zueinander, schrieb Thomas Wadewitz von der UBS in einer Studie. FedEx sei im heimischen US-Markt sowie in Asien stark, während TNT Express in Europa auf dem Boden einen starken Marktanteil habe und auch in Asien vor allem mit Blick auf den Export nach Europa gut aufgestellt sei. Daher ergänze TNT Express das globale Netzwerk des US-Konzerns gut.
Kursentwicklung bis Donnerstag: + 3,2 Prozent

Die Luft für den deutschen Leitindex werde langsam dünn, sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. So lange die Europäische Zentralbank (EZB) aber an ihrer Geldschwemme festhalte, werde der Dax tendenziell zulegen.

Wie die EZB ihren weiteren geldpolitischen Kurs gestalten wird, werden die Anleger am Mittwoch erfahren. Dann findet in Frankfurt die Ratssitzung der Zentralbank statt. Eine Zinsanhebung gilt als ausgeschlossen. Viel eher könnte es Neuigkeiten zum Anleihenkaufprogramm der EZB geben. Bis dahin dürften sich einige Anleger von den Börsenmärkten fernhalten.

In den letzter Zeit ging es manchem Marktbeobachter etwas zu steil nach oben. „Mit der Rally der vergangenen Wochen sind Euro-Aktien den fundamentalen Gegebenheiten weit enteilt“, erklärt Gertrud Traud, Chefvolkswirtin der hessischen Landesbank in ihrem Marktausblick. „Angesichts der hohen Erwartungshaltung der Anleger hat die Gefahr von Enttäuschungen und damit von Kursrücksetzern deutlich zugenommen“.

Nach der jüngsten Rekordjagd werden die meisten Anleger in der neuen Woche wohl eine Auszeit nehmen. „Die relative hohe Bewertung der Dax-Aktien spricht dafür, dass sich der Leitindex seitwärts bewegen wird“, bewertet Commerzbank-Experte Andreas Hürkamp die derzeitige Marktlage.

VW-Machtpoker setzt Aktien unter Druck
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38 Kommentare zu "Börse Frankfurt: China, USA und EZB machen dem Dax zu schaffen"

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  • Traumkurse im Schattenmarkt. Aber obacht geben, ganz schön zugig. Guts Nächtle.

  • ...vor allem, warum es Leute gibt, die nicht kaufen. Da kommt eine Hausse. Die sieht aus wie eine Hausse, die riecht wie eine Hausse, die knallt wie eine Hausse. Da hält man seinen Mund und geht einfach mit nach oben. Aber....nein, es gibt immer noch Leute die nicht kaufen. ist mir total unverständlich....

  • alex fiftyfour@ Aus Ihnen spricht der nicht Beteiligte. Neid ist ein schlechter Ratgeber.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Diesr Namendiebstahl wurde von mir an das HBO gemeldet.

    Der Abgleich der E-Mailadressen und die damit folgende Sperrung dürfte dann kein Problem mehr sein.

  • "DAX so lange steigen, wie die QE laufen"

    Genau wie der Nikkei. Immer dann, wenn es konjunkturell nicht rund läuft, kommt Papa Notenbank und pämpert den Finanzmarkt. Ein Husten und es wird wie wahnsinnig gelockert. Und weil jeder weiß, dass Draghi und Kuroda die Hosen voll haben, wenn der Crash droht oder gegen Länder spekuliert wird, braucht man auch keine echte Angst zu haben.

    Das Prinzip "Kapitalismus" und "Markt" funktioniert allerdings unter solchen Bedingungen nicht mehr so wie es soll.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • ...vor allem, warum es Leute gibt, die Kaufen. Da kommt eine Korrektur. Die sieht aus wie eine Korrektur, die riecht wie eine Korrektur, die knallt wie eine Korrektur. Da hält man seinen Mund und geht einfach mit nach unten. Aber....nein, es gibt immer noch Leute die kaufen. ist mir total unverständlich....

  • Ja, QE zeigt immer seine Wirkung. Auch wenn man garantiert Störfeuer erwarten muss, aber im nachhaltigen Zeitfernster wird der DAX so lange steigen, wie die QE laufen.

  • Mädels, nicht streiten.

    Der Dax / MDax / TecDax / EuroStoxx / usw. wird nie mehr fallen. Es gibt keine Rücksetzer mehr. Sind abgeschafft, wie Zinsen.

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