Börse Frankfurt China vermiest Dax den Februar-Auftakt

Die chinesische Industrie ist überraschend stark geschrumpft und zieht neben den asiatischen auch die europäischen Märkte nach unten. Auch der Ölpreis fällt erneut. Der Dax schließt im Minus.
Update: 01.02.2016 - 17:57 Uhr

Von wegen Lichtblick: Neuer Monat, neue Enttäuschungen

Frankfurt am MainSchwache Konjunkturdaten aus China sowie der erneut fallende Ölpreis haben den europäischen Aktienanlegern den Start in den neuen Monat vermiest. Der Dax sackte zeitweise um 1,6 Prozent. Gegen Ende des Tages erholten sich die Kurse zwar etwas. In die Gewinnzone schafft es der deutsche Leitindex aber nicht. Er schließt auf 9758 Punkte um 0,4 Prozent im Minus. Noch etwas mehr verliert der Euro Stoxx 50 der 50 größten börsennotierten Unternehmen der Eurozone. Für den Index geht es um 0,9 Prozent abwärts auf 3018 Zähler.

Für Verunsicherung sorgte, dass die Industrie in der Volksrepublik auch zu Jahresbeginn geschrumpft ist. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für den Sektor sank im Januar überraschend stark und zeigte sich so schwach wie seit etwa dreieinhalb Jahren nicht mehr. „Chinas Industriesektor bleibt im trüben Fahrwasser“, urteilte NordLB-Analyst Frederik Kunze.

„Eine Erholung ist nicht in Sicht, es stehen weiter starke Kursschwankungen bevor“, sagt Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB. Der Dax legte im Januar mit einem Minus von knapp neun Prozent einen der schlechtesten Jahresstarts seiner Geschichte hin.

Die Sorgen um die Perspektiven der chinesischen Wirtschaft dürften nun wieder größer und die Rufe nach zusätzlichen stimulierenden Maßnahmen lauter werden, schrieben die Experten der Essener National-Bank in einer Kurzstudie. „Eine Abwertung der Währung und/oder eine zusätzliche Lockerung der Geldpolitik sollten die Kapitalmärkte also nicht überraschen.“

Die besten Aktien aus der dritten Reihe für 2016

SDAX PERFORMANCE-INDEX

WKN
ISIN
DE0009653386
Börse
Xetra

-39,93 -0,32%
Chart von SDAX PERFORMANCE-INDEX
SDax
1 von 17

Die Berenberg-Bank hat Aktien aus der zweiten und dritten Reihe unter die Lupe genommen und die für das laufende Jahr 16 besten herausgepickt. Unterteilt werden die Papiere in vier Gruppen.

Gruppe 1: Aktien mit dem besten gemittelten Gewinnwachstum pro Jahr

Gruppe 2: Aktien mit den höchsten Dividendenrenditen

Gruppe 3: Aktien mit den besten Kurs-Gewinn-Verhältnissen

Gruppe 4: Aktienempfehlungen der Berenberg-Analysten

SLM SOLUTIONS GROUP AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A111338
Börse
L&S

+0,13 +0,41%
+30,48€
Chart von SLM SOLUTIONS GROUP AG INHABER-AKTIEN O.N.
Gruppe 1: SLM Solutions
2 von 17

Für den deutschen Hersteller von 3D-Metalldruckern, SLM Solutions, spricht das gemittelte jährliche Gewinnwachstum (angepasstes EPS im Zeitraum von 2015 bis 2017; kurz EPS-adj. CARG). Bis 2017 rechnen die Analysten mit einem durchschnittlichen Wachstum von 57,4 Prozent pro Jahr. Da die Aktie seit Jahresanfang deutlich nachgegeben hat, kann sie günstig erworben werden.

Gemitteltes Gewinnwachstum pro Jahr: 57,4 Prozent*
Kursentwicklung (drei Jahre**): - 21,3 Prozent
Kurspotenzial: + 80 Prozent*
*Quelle: Berenberg-Bank

**Stand: 1. Februar 2016; der Betrachtungszeitraum beträgt, wenn möglich, drei Jahre. Da SLM Solution allerdings erst seit Mai 2014 an der Börse gezeichnet wird, beträgt der Betrachtungszeitraum ein Jahr und neun Monate.

1&1 DRILLISCH AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005545503
Börse
L&S

+0,36 +0,72%
+49,95€
Chart von 1&1 DRILLISCH AG INHABER-AKTIEN O.N.
Gruppe 1: Drillisch
3 von 17

Auch nach den erfolgreichen letzten Jahren sehen die Analysten der Berenberg-Bank Potenzial beim Telekommunikationsanbieter Drillisch. Das gemittelte Gewinnwachstum pro Jahr wird auf über 40 Prozent geschätzt. Für zusätzlichen Schwung könnte der Mobilfunkriese Telefonica Deutschland sorgen. Drillisch plant den Anteil der Angebote für das Netz von 20 auf 30 Prozent zu erhöhen.

Gemitteltes Gewinnwachstum pro Jahr: 42,5 Prozent
Kursentwicklung (drei Jahre): + 209,8 Prozent
Kurspotenzial: + 58 Prozent

ZOOPLUS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005111702
Börse
L&S

-3,02 -2,07%
+142,41€
Chart von ZOOPLUS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Gruppe 1: Zooplus
4 von 17

Zooplus verkauft Heimtierprodukte über das Internet. Derzeit gehört der Konzern zu den größten drei der Branche in Europa. Die Berenberg-Bank rechnet damit, dass Zooplus künftig die Branchenspitze erklimmen wird. Sie argumentieren mit dem ausgereiften Businessplan des Internetkonzerns. Sie bieten eine große Produktpalette an, wobei der Schwerpunkt auf Artikel für Hunde und Katzen liegt. Laut der Berenberg-Bank werden Kunden niedrige Preis garantiert und verschiedene Zahlungsmethoden angeboten. Großes Augenmerk legt Zooplus außerdem auf einen guten Kundenservice.

Gemitteltes Gewinnwachstum pro Jahr: 40,4 Prozent
Kursentwicklung: + 202,6 Prozent
Kurspotenzial: + 35 Prozent

UBISOFT ENTERTAINMENT S.A. ACTIONS PORT. EO 0,0775

WKN
ISIN
FR0000054470
Börse
L&S

-0,92 -0,89%
+102,89€
Chart von UBISOFT ENTERTAINMENT S.A. ACTIONS PORT. EO 0,0775
Gruppe 1: Ubisoft
5 von 17

Videospiele der nächsten Generation für Playstation 4 und Xbox One sorgen beim französischen Spielehersteller Ubisoft für sprudelnde Gewinne. Auch vom Download-Handel profitiert Ubisoft. Das gemittelte Gewinnwachstum wird von der Berenberg-Bank auf knapp 20 Prozent geschätzt. Die Aktien hatten zwar einen schwachen Jahresstart, auf Drei-Jahres-Sicht hat sich der Wert der Aktien jedoch um mehr als 200 Prozent gesteigert.

Gemitteltes Gewinnwachstum pro Jahr: 19,9 Prozent
Kursentwicklung: + 245,4 Prozent
Kurspotenzial: + 24 Prozent

AURELIUS EQUITY OPP.SE&CO.KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0JK2A8
Börse
L&S

-0,35 -0,69%
+50,64€
Chart von AURELIUS EQUITY OPP.SE&CO.KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Gruppe 2: Aurelius
6 von 17

Hinsichtlich der zu erwarteten Dividendenrendite empfiehlt sich ein Investment in den Beratungskonzern Aurelius, der sich auf Unternehmensübernahmen spezialisiert. 2016 können Aktionäre mit einer Dividende von über sieben Prozent rechnen. Die Berenberg-Bank hat darüber hinaus ihr Kursziel für Aurelius von 44 auf 59,50 Euro erhöht. 2016 ergäbe sich damit ein Kurspotenzial von rund 30 Prozent

Dividendenrendite: 7,2 Prozent
Kursentwicklung: + 204,4 Prozent
Kurspotenzial: + 30 Prozent

DEUTSCHE PFANDBRIEFBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008019001
Börse
L&S

-0,11 -0,82%
+13,32€
Chart von DEUTSCHE PFANDBRIEFBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.
Gruppe 2: Deutsche Pfandbriefbank
7 von 17

Seit dem Sommer des vergangenen Jahres ist die aus der Hypo Real Estate hervorgegangene Deutsche Pfandbriefbank (PBB) wieder an die Börse zurückgekehrt. Der Erfolg hält sich bislang in Grenzen. Seit der Emission haben die Papiere fast 15 Prozent verloren. Die Berenberg-Bank empfiehlt die PBB dennoch zum Kauf mit einem Kursziel von 13,10 Euro. Vor allem die hohe Dividendenrendite könnte Aktionäre anlocken.

Dividendenrendite: 6,6 Prozent
Kursentwicklung: - 14,8 Prozent
Kurspotenzial: + 35 Prozent

Die Staatsführung in Peking steht unter Druck, weil sich die Wirtschaft nach einem jahrzehntelangen Boom deutlich abgekühlt hat. Der Leitindex der Börse Shanghai verlor 1,8 Prozent. Kopfschmerzen bereitete die schwächelnde Konjunktur in China auch den Rohstoff-Anlegern. Sie machten daher vor allem um Kupfer und Öl einen Bogen – China zählt hier zu den Top-Konsumenten. Das Nordseeöl Brent verbilligte sich bis zu 3,5 Prozent auf 34,73 Dollar je Fass. Das US-Öl WTI wurde mit 32,03 Dollar je Barrel um 17.50 Uhr 4,7 Prozent niedriger gehandelt.

In der vergangenen Woche konnten die Ölpreise noch rund acht Prozent zulegen. Zeitweise kletterte die führende Nordseesorte Brent wieder an die Marke von 36 Dollar je Fass (159 Liter) heran. Verantwortlich dafür waren Aussagen des russischen Energieministers, wonach Saudi-Arabien eine Kürzung der Fördermengen von fünf Prozent vorgeschlagen hat. Doch die dementierte das Land am Montag. Der Ölpreis schmierte erneut ab.

Der Preis für Kupfer fiel um 1,1 Prozent auf 4513 Dollar je Tonne.

Zu den größten Verlierern am deutschen Aktienmarkt zählten unter anderem konjunkturabhängige Werte wie die Autotitel. BMW (-1,6 Prozent), Daimler (-0,6 Prozent) und Volkswagen (-0,9 Prozent). Am anderen Ende des Spektrums steht die Lufthansa mit mehr 3,0 Prozent Gewinn. Europaweit wurden Flugkonzerne offenbar durch die guten Ergebnisse des Konkurrenten Ryanair beflügelt, der seine Zuwächse nicht zuletzt dem niedrigen Ölpreis verdankt. Entsprechend positiv fallen die Erwartungen der Börsianer an die Branche aus.

Im MDax gehörte der Stahlkonzern Salzgitter mit einem Abschlag von 4,1 Prozent zu den schwächsten Werten. Punkten konnte dagegen der Laborausrüster Sartorius, der nach einem kräftigen Gewinnanstieg im vergangenen Jahr seine mittelfristigen Renditeziele erhöht hat. Die Aktien kletterten um bis zu 6,9 Prozent auf ein Rekordhoch von 253,20 Euro.

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