Börse Frankfurt Dax-Anleger fassen Mut

Donald Trumps mit Spannung erwartete Pressekonferenz wirkte auf die Märkte nur wenig belebend. Dennoch schloss das deutsche Aktienbarometer erstmals seit dem Sommer 2015 wieder über der Marke von 11.600 Punkten.
Update: 11.01.2017 - 18:27 Uhr 2 Kommentare

Freier Handel nur noch innerhalb der USA?

FrankfurtNach Tagen ohne größere Bewegung haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Mittwoch neuen Mut gefasst. Die bevorstehende Amtseinführung von Donald Trump im Fokus, erreichte der Dax bei 11.692 Punkten den bisher höchsten Stand im noch jungen Börsenjahr. Allerdings verlor der Leitindex wieder etwas an Dynamik, als der designierte US-Präsident kurz vor Börsenschluss seine erste Pressekonferenz seit dem Wahlsieg begann. Am Ende legte der Dax noch um 0,54 Prozent auf 11.646 Punkte zu. Nach mehrtägigem Ringen schloss er erstmals seit August 2015 wieder über 11.600 Zählern.
Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gewann 0,72 Prozent auf 22.364 Punkte. Der TecDax rückte um 0,3 Prozent auf 1.847 Zähler vor – zuvor hatte der Technologiewerte-Index bei fast 1.860 Punkten den höchsten Stand seit über einem Jahr erreicht. Die Kleinwerte im SDax verbuchten im Handelsverlauf einen Rekordstand bei 9.738 Zählern.

Mit diesen Aktien machten Anleger 2016 Kasse

COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CBK1001
Börse
L&S

-0,15 -1,86%
+8,12€
Chart von COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.
1 von 30

Platz 30: Commerzbank:

Deutschlands zweitgrößte Privatbank leidet wie andere Institute auch unter den schwierigen Rahmenbedingungen – 24,3 Prozent Anschlag bedeuten den letzten Platz im Dax-Jahresranking. Mit einem Spar- und Schrumpfkurs und radikalen Umbau will der seit Mai amtierende neue Vorstandschef Martin Zielke das Institut auf Kurs bringen.

DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005140008
Börse
L&S

-0,10 -1,06%
+9,79€
Chart von DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.
2 von 30

Platz 29: Deutsche Bank

Investoren sind schlechte Nachrichten von der Deutschen Bank gewöhnt. Zwar stabilisierte sich die Aktie im vierten Quartal, insgesamt war es aber ein Jahr zum Vergessen. Zwischenzeitlich rutschten die Papiere sogar unter die Marke von zehn Euro. Für das Jahr 2016 bleibt ein Minus von 23,4 Prozent. Vorstandschef John Cryan ist jetzt mehr denn je gefordert.

PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000PSM7770
Börse
L&S

+0,14 +0,64%
+22,46€
Chart von PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.
3 von 30

Platz 28: ProSieben Sat 1

Nach dem Dax-Aufstieg im März 2016 war die Luft bei den Papieren des Medienkonzerns raus. Gegen Jahresende gerieten die Aktien nach einer Kapitalerhöhung dann richtig unter Druck. Zur Ehrenrettung ist zu sagen, dass sich die gesamte Branche im Jahr 2016 schlechter als der Gesamtmarkt entwickelte. Unterm Strich bleibt ein Minus von 21,7 Prozent.

CONTINENTAL AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005439004
Börse
L&S

+1,92 +1,06%
+183,00€
Chart von CONTINENTAL AG INHABER-AKTIEN O.N.
4 von 30

Platz 27: Continental

Auch hinter dem Automobilzulieferer liegt ein turbulentes Jahr. Die Aktie notiert noch immer auf einem vergleichsweise hohen Niveau bei 183,70. Auf Jahressicht allerdings verloren die Papiere 17,9 Prozent an Wert.

DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008232125
Börse
L&S

+0,10 +0,42%
+23,12€
Chart von DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
5 von 30

Platz 26: Lufthansa

Der scheinbar nie enden wollende Tarifkonflikt setzt dem Kranich immer mehr zu. Der Imageschaden ist enorm – und auch an der Börse ging es in diesem Jahr bergab. Lufthansa-Papiere notieren nur noch bei 12,27 Euro und damit 15,8 Prozent tiefer als noch zu Jahresbeginn.

E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000ENAG999
Börse
L&S

+0,06 +0,68%
+9,50€
Chart von E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.
6 von 30

Platz 25: Eon

Der Energieriese blickt erneut auf ein tristes Jahr zurück. Die Aufspaltung brachte nicht den gewünschten Auftrieb. Auf Jahressicht hat der Versorger circa 15 Prozent seines Börsenwerts verloren.

BAYER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BAY0017
Börse
L&S

+0,04 +0,06%
+79,37€
Chart von BAYER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
7 von 30

Platz 24: Bayer

Die Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto war eines der Kernthemen des vergangenen Jahres. Letztlich zahlen die Leverkusener 128 US-Dollar pro Monsanto-Aktie. Die Aktionäre versetzte das nicht in Jubelstimmung. Der Chemieriese verlor fast 15 Prozent an Börsenwert.

Auf Unternehmensseite stand Volkswagen im Rampenlicht. Der Autobauer ist in der Affäre um manipulierte Abgaswerte bei den Vergleichsverhandlungen mit den US-Behörden auf die Zielgerade eingebogen. Einem Insider zufolge nickte der VW-Vorstand die Einigung ab, die Bußgelder und Strafen im Volumen von 4,3 Milliarden Dollar umfasse. VW-Aktien stiegen daraufhin um 3,4 Prozent auf 151 Euro. Anleger seien erleichtert, dass dieses Damokles-Schwert entfernt werde, schrieb Analyst Arndt Ellinghorst von der Investmentbank Evercore ISI. Außerdem sei die wirtschaftliche Belastung beherrschbar.

Zu den Top-Favoriten mit einem Plus von zwei Prozent zählten im Dax auch ProSiebenSat.1, die gleich von zwei Kaufempfehlungen profitierten. Auch RWE legten angesichts eines positiven Analystenkommentars gut drei Prozent zu und zählen damit im Dax zu den größten Gewinnern. Eon setzte sich an die Spitze der Dax-Gewinner mit einem Plus von annähernd fünf Prozent.

Donald Trump schickt Märkte auf Zickzackkurs

Die erste Pressekonferenz Donald Trumps seit seiner Wahl hat die Anleger am Mittwoch in Atem gehalten. Die Äußerungen des künftigen US-Präsidenten schafften es allerdings nicht, dem US-Leitindex Dow Jones über die Marke von 20.000 Punkten zu hieven. Das Barometer legte einen Zickzackkurs ein und lag nach Beendigung der Pressekonferenz unter 19.900 Punkten.

Trump hatte zunächst erneut die Pharmaindustrie für überzogene Preise und die Produktion von Medikamenten im Ausland kritisiert. Der US-Branchenindex drehte daraufhin ins Minus und verlor bis zu 1,8 Prozent.

Der Dollar geriet ebenfalls unter Druck. Im Gegenzug verteuerte sich der Euro binnen Minuten um einen guten halben US-Cent auf 1,0526 Dollar. Einige Anleger griffen daraufhin zu den als sicher geltenden Bundesanleihen. Der Bund-Future, der auf der zehnjährigen Papieren basiert, gewann 63 Ticks auf 163,75 Punkte.

Die „Antikrisen-Währung“ Gold, die durch Gewinnmitnahmen unmittelbar vor Trumps Auftritt um bis zu ein Prozent ins Minus gedrückt wurde, erholte sich schnell und notierte am Abend kaum verändert bei 1187,30 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

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2 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax-Anleger fassen Mut"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Es gibt eine Wurst, pro Aktionär, mehr daher steigt die VW-Aktie.

  • Herr Mark Hoffmann11.01.2017, 15:09 Uhr
    Es langt schon, wenn wir mit der Grün-Sozialistischen Merkel wieder in einen grün-linken"Nazi-Deutschland" wieder angekommen sind.

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