Börse Frankfurt Dax-Anleger gehen in Weihnachtspause

Heute kam der aus Mangel an Impulsen nicht voran. Käufer werden vergeblich gesucht, die meisten haben die Bücher für 2010 offenbar bereits geschlossen. Die Stimmung bleibt am Aktienmarkt dennoch gut. Technologie-Aktien waren gefragt. Enttäuschung über Nike drückte Adidas-Aktien.
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HB FRANKFURT. Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch von der Weihnachtsrally übergangslos in die Weihnachtspause gerutscht. Der Dax trat bei dünnen Handelsumsätzen auf der Stelle und schloss 0,1 Prozent tiefer bei 7067 Punkten. "Die Stimmung ist eigentlich ganz positiv, und vermutlich wird der Dax demnächst auch noch die 7100 Punkte knacken", erklärte ein Händler.

Wie eine Reuters-Umfrage unter führenden Investmenthäusern ergab, setzen Investoren wegen der Schuldenkrise vor dem Jahreswechsel vermehrt auf Aktien. Während Staatsanleihen weniger beliebt sind, wandern wieder mehr Aktien in die Depots.

Die meisten Anleger haben für das Jahr die Bücher allerdings schon geschlossen und sich in die Ferien verabschiedet. Das zeigte sich an den nochmals geschrumpften Handelsumsätzen. Fondsmanager Thorsten Winkler von Veritas Investment Trust sprach von geringen Umsätzen, da viele Börsianer schon im Weihnachtsurlaub seien. Allerdings bleibe die positive Grundtendenz erhalten.

Unerwartet schwache US-Konsumdaten konnten die verbliebenen Marktakteure nicht schrecken. Der Anstieg der US-Konsumausgaben wurde von auf 2,4 von 2,8 Prozent in der vorherigen Schätzung zurückgenommen. Das Bruttoinlandsprodukt in den USA war im dritten Quartal endgültigen Zahlen zufolge zwar um 2,6 Prozent gestiegen, blieb damit jedoch hinter den Markterwartungen zurück. Das trieb die Kurse von Bundesanleihen, ließ den Dax aber kalt. Auch die US-Börsen notierten bis Börsenschluss in Europa wenig verändert.

Ein enttäuschender Ausblick des weltgrößten Sportartikelhersteller Nike führte bei den Aktien von Adidas zu Kursverlusten. Sie gaben 1,6 Prozent auf 50,58 Euro ab. Nike-Aktien fielen in New York um 5,7 Prozent, nachdem der Konzern mit seiner Prognose künftiger Aufträge unter den Analystenschätzungen geblieben war. "Die Anleger fürchten, dass auch bei Adidas der Ausblick enttäuschen könnte", sagte ein Händler. Auch Puma nahmen die Anleger in Sippenhaft: die im MDax notierten Papiere verloren 1,8 Prozent.

Aufwärts ging es hingegen für europäische Technologieaktien. Microsoft arbeitet Medienberichten zufolge an einer neuen Version von Windows insbesondere für Tablet-Computer. Wie das "Wall Street Journal" am Dienstag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtete, soll hierzu das Kern-Betriebssystem für Prozessoren von ARM angepasst werden. ARM-Aktien legten an der Londoner Börse rund neun Prozent auf ein Neun-Jahres-Hoch zu - Anleger setzen darauf, dass ein passendes Windows-Betriebssystem die Geschäfte des Konzerns kräftig ankurbeln wird. Auch die Papiere von Infineon stiegen um 1,6 Prozent, ASML Holdings gewannen 0,9 Prozent und Logica 1,8 Prozent.

Mit der Entspannung an den europäischen Flughäfen nach dem Schneechaos erholten sich die Aktien der Lufthansa weiter und zogen um 0,2 Prozent auf 16,65 Euro an. Gewinnmitnahmen drückten dagegen Siemens um 0,3 Prozent ins Minus.

Mit Erleichterung reagierten die Anleger auf ein Stillhalteabkommen des Holzverarbeiters Pfleiderer mit seinen Gläubigerbanken, das bis zum 31. März 2011 gilt. Die im SDax notierten Aktien stiegen um 7,5 Prozent auf 2,75 Euro. "Auf den ersten Blick ist die Vereinbarung positiv für die Gesellschaft, denn das Risiko einer Insolvenz dürfte damit deutlich reduziert worden sein", fasste DZ-Bank-Analyst Marc Nettelbeck in einem Kommentar zusammen. "Allerdings bedarf es unseres Erachtens noch massiver Kapitalmaßnahmen, um den hohen Schuldenstand der Gesellschaft auf ein akzeptables Maß zu reduzieren." (Reporter: Anika Ross, redigiert von Stefanie Huber) REUTERS

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