Börse Frankfurt Dax auf Zick-Zack-Kurs

Die Dax-Anleger agierten am Mittwoch unruhig. Aufgrund guter Zahlen des Sportartikelherstellers Adidas übersprang der Leitindex erst die 12.000-Punktemarke, sackte später ab. Aus dem Handel ging er praktisch unverändert.
Update: 08.03.2017 - 18:17 Uhr Kommentieren

Dax kommt nicht vom Fleck - Adidas erreicht Bestmarke

FrankfurtDer Dax fand am Mittwoch keine Richtung. Zwar gelang dem deutschen Aktienindex nach einem eher verhaltenen Start am Mittwochmorgen überraschend der Sprung über die Marke von 12.000 Punkten, am späten Vormittag notierte der Index sogar bei 12.012 Punkten. Am Mittwochmittag sank das Börsenbarometer jedoch deutlich: Innerhalb kurzer Zeit nahm der Dax um rund 70 Punkte ab auf die Marke von 11.939 Punkten. Am Nachmittag erholte sich der Kurs wieder und kratzte mit 11.995 Punkten an den psychologisch wichtigen 12.000 Punkten. Der Dax schloss praktisch unverändert (mit einem Plus von 0,01 Prozent) bei 11.967,31 Punkten, der EuroStoxx50 gewann 0,1 Prozent auf 3389,62 Zähler. An der Wall Street kamen Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 ebenfalls kaum vom Fleck.

Mit einem Rekordgewinn und großen Plänen für die Zukunft hatte Adidas am Mittwochmorgen die europäischen Börsen aus ihrer Lethargie gerissen. Größere Käufe scheuten Investoren jedoch. „Wir warten auf die EZB morgen und danach werden wir auf die nächste Woche und die Fed warten“, sagte Anlagestrategin Sonja Marten von der DZ Bank. Dabei sei die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) die interessantere, weil eine Zinserhöhung der US-Notenbank als sicher gelte. EZB-Chef Mario Draghi werde voraussichtlich trotz der anziehenden Inflation an seinem bisherigen Kurs festhalten.

Die Beschäftigtenzahlen der privaten US-Arbeitsagentur ADP untermauerten die Erwartung der Investoren, dass die Fed angesichts der robusten US-Konjunktur die geldpolitischen Zügel anziehen wird. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, baute daraufhin seine Gewinne aus und notierte 0,3 Prozent im Plus. Im Gegenzug verbilligte sich der Euro auf 1,0543 von zuvor 1,0554 Dollar.

ADP zufolge schufen US-Firmen im Februar 298.000 neue Stellen. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Plus von 190.000 gerechnet. „Das ist der stärkste ADP-Arbeitsmarktbericht seit drei Jahren“, urteilte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. „Der Weg für die nächste Zinserhöhung durch die Fed scheint damit endgültig frei zu sein.“

So beliebt sind Luxusgüter bei Investoren
Platz 10: Kunst
1 von 10

Kunst ist kaum gefragt. Die Kapitalanlage sinkt laut Knight Frank Luxury Investment Index um 14 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr. Im Langzeitvergleich über zehn Jahre liegen Kunstwerke mit einem Plus von 139 Prozent noch im soliden Mittelfeld bei den alternativen Geldanlagen. Für die Gewichtung des Indizes werden jeweils Experten oder Branchendienste befragt. Erstellt wird er jährlich von dem Londoner Luxusimmobilienmakler Knight Frank. Der Renditeindex für Luxusgüter wird für die vergangenen zwölf Monate und im Langzeitvergleich über zehn Jahre ausgewertet.

Platz 9: Chinesische Keramik
2 von 10

Die Verkaufserlöse für chinesisches Keramik gingen ebenfalls um 14 Prozent zurück. Das wertvolle Geschirr unterliegt wie andere Sektoren den aktuellen Modetrends und dem Geschmack der Sammler.

Platz 8: Möbel
3 von 10

Auch schicke Luxusmöbel werden nicht mehr so stark nachgefragt, wie noch im vergangenen Jahr. Die Erlöse gingen um fünf Prozent zurück. Das ist kaum überraschend, denn es bestätigt den Negativ-Trend der vergangenen zehn Jahre: um 31 Prozent fiel der Wert seit den Erhebungen des KFLII.

Platz 7: Diamanten
4 von 10

Der Oppenheimer Blue ist das teuerste Juwel, das je bei einer Auktion verkauft wurde: Für 57,6 Millionen Dollar ging der Diamant nach einer zwanzig minütigen Versteigerung an seinen neuen Besitzer. Die Verkaufspreise für Diamanten stiegen dennoch nur wenig an – um 0,4 Prozent.

Platz 6: Briefmarken
5 von 10

Briefmarken – ein Luxusgut, dass wohl nie aus der Mode kommen wird. Die Verkaufspreise stiegen in den letzten zwölf Monaten um ein Prozent. Rückblickend ist das eine Erlössteigerung von 133 Prozent in den vergangenen zehn Jahren.

Platz 5: Schmuck
6 von 10

Luxuriöser Schmuck ist weiterhin beliebt: Der Preis stieg um 3 Prozent im vergangenen Jahr. Eine Überraschung war der Verkauf eines 14,13 Karat schweren Rings für 1,4 Million Pfund im Dezember, ursprünglich wurde der Wert auf 800.000 britischen Pfund geschätzt.

Platz 4: Uhren
7 von 10

Eine seltene Armbanduhr des Herstellers Patek Philippe brach den Rekord im vergangenen Jahr, sie ging für 11 Millionen unter den Hammer. Mit vier Prozent stieg der Preis für die Luxus Kapitalanlage.

Ein weiterer Hemmschuh für eine größere Erholung der Aktienmärkte waren die anstehenden Wahlen in Frankreich und den Niederlanden. Dort liegen jeweils europakritische Kandidaten in Umfragen auf den vorderen Plätzen. Aus diesem Grund schichteten Anleger verstärkt Geld aus französischen und niederländischen Anleihen in die als sicher geltenden deutschen Titel um. Dies ermöglichte es dem Bund, am Vormittag neue fünfjährige Papiere im Volumen von gut drei Milliarden Euro mit einer Durchschnittrendite von minus 0,45 Prozent zu verkaufen. Bei der vorangegangenen Auktion hatte sie bei minus 0,28 Prozent gelegen. Damit bezahlen Investoren dafür, dem deutschen Staat Geld leihen zu dürfen. Allerdings hatte der Bund ein Emissionsvolumen von vier Milliarden Euro angestrebt.

Die besten und schlechtesten Aktien im Februar

HDAX ® PERFORMANCE-INDEX

WKN
ISIN
DE0008469016
Börse
Xetra

+11,75 +0,17%
Chart von HDAX ® PERFORMANCE-INDEX
HDax
1 von 15

Im Vergleich zum Vormonat hat der HDax im Februar zugelegt. Die 110 Aktien des HDax, in dem alle Titel aus Dax, MDax und TecDax vertreten sind, kamen auf eine Monatsperformance von 2,97 Prozent. Grund dafür ist unter anderem die Rekordlaune am amerikanischen Aktienmarkt und die Hoffnung auf einen amerikanischen Konjunkturboom durch US-Präsident Donald Trump. Gleichzeitig fürchten Anleger aber auch immer noch politische Unsicherheiten, was die Kurse zeitweise wieder zurück fallen lässt. Trotzdem: insgesamt eine durchaus positive Tendenz. Es folgen die schlechtesten und die besten Aktien im Februar.

LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005470405
Börse
Xetra

+0,38 +0,55%
+69,26€
Chart von LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Lanxess AG
2 von 15

Flops – Platz 7

Den Reigen der Flops eröffnet die Lanxess AG. Der Spezialchemiekonzern ist einer der bedeutendsten Chemie- und Polymeranbieter Europas. Etwa ein Jahr lang konnte das Wertpapier von Lanxess seinen Aufwärtstrend aufrechterhalten. Doch im Februar verloren die Aktien insgesamt 4,54 Prozent, wodurch das recht überkaufte Sentiment in eine gesunde Konsolidierung übergehen dürfte. Zum Monatsende hin ist auch schon wieder ein Aufwärtstrend zu beobachten.

Deutsche Börse AG

WKN
ISIN
Börse

Chart von Deutsche Börse AG
Deutsche Börse AG
3 von 15

Flops – Platz 6

Kerngeschäft der Deutsche Börse AG ist die Entwicklung und der Betrieb von Handelsplattformen, Teilnehmernetzwerken und Abwicklungssystemen für Börsen. Der Februar lief nicht gut für die Aktiengesellschaft. Eigentlich war der Zusammenschluss von Deutsche Börse AG und London Stock Exchange (LSE) geplant, doch inzwischen ist das Scheitern der Fusion zum Greifen nah. Denn die LSE hat unerwartet die Reißleine gezogen. Die Monatsperformance der Deutsche Börse AG beläuft sich auf ein Minus von 5,09 Prozent.

WACKER CHEMIE AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000WCH8881
Börse
L&S

-0,39 -0,32%
+122,16€
Chart von WACKER CHEMIE AG INHABER-AKTIEN O.N.
Wacker Chemie AG
4 von 15

Flops – Platz 5

Auch für die Wacker Chemie AG hielt der Februar nicht viel Gutes bereit. Am 13. Februar stuften die Analysten von Berenberg die Aktien von „buy“ auf „hold“ herunter und senkten das Kursziel auf 112 von 115 Euro. Insgesamt verbilligten sich die Papiere im Februar um 5,20 Prozent.

K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000KSAG888
Börse
Xetra

-0,14 -0,72%
+19,87€
Chart von K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.
K+S AG-REG
5 von 15

Flops – Platz 4

Noch schlechter sah der Februar für die K+S AG aus. Die Baader Bank beließ die Einstufung der Aktien auf „Hold“ mit einem Kursziel von 21 Euro. Das Bergbauunternehmen mit den Schwerpunkten Kali- und Salzförderung fuhr einen Kursverlust von 5,84 Prozent ein.

CECONOMY AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007257503
Börse
L&S

+0,13 +2,03%
+6,53€
Chart von CECONOMY AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.
Metro AG
6 von 15

Flops – Platz 3

Die Metro AG schafft es unter die Top Drei der Verlierer. In weniger als einem halben Jahr soll das Unternehmen aufgespalten werden: in einen Elektrohändler um Media Saturn und in einen Lebensmittelspezialisten um die Real-Supermarkte und das Großhandelsgeschäft. Dann werden die Aktien der beiden künftigen Unternehmen getrennt gehandelt werden. Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat die Aktie der Metro AG im Februar außerdem auf „Underweight“ mit einem Kursziel von 26 Euro belassen. Am Ende des Monats erschien für die Aktien ein Minus von 7,42 Prozent auf den Anzeigetafeln.

COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CBK1001
Börse
L&S

+0,06 +0,69%
+8,41€
Chart von COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.
Commerzbank AG
7 von 15

Flops – Platz 2

Der Aufwärtstrend der Commerzbank-Aktie seit Oktober 2016 geriet im Februar ins Wanken. Die britische Investmentbank Barclays hat die Einstufung für die Commerzbank AG auf „Underweight“ belassen – mit einem Kursziel von sechs Euro. Hinzu kommen eine geringe Kreditnachfrage, anhaltend niedrige Zinsmargen und geringe Gebühren. Am Ende des Monats stand ein dickes Minus von 10,13 Prozent.

Am Aktienmarkt waren Adidas mit 175 Euro zeitweise so teuer wie noch nie und verabschiedeten sich 9,4 Prozent höher bei 174,85 Euro in den Feierabend. Die Geschäftszahlen und der Ausblick lägen zwar über den Erwartungen, betonte Analyst Christian Salis vom Bankhaus Hauck & Aufhäuser. Der wachsende Wettbewerbsdrucks durch Under Armour oder Nike könnte die Margenziele des Sportartikel-Herstellers allerdings gefährden.

Die Titel von EdF stürzten um bis zu 9,6 Prozent ab auf ein Rekordtief von 7,78 Euro. Der französische Staat verkaufte im Rahmen der geplanten vier Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung 231,1 Millionen Vorzugsaktien des Versorgers. Im Sog von EdF gaben die deutschen Stromanbieter E.ON und RWE bis zu 3,6 Prozent nach. Der europäische Branchenindex verlor 0,3 Prozent.

An der Wall Street fielen Urban Outfitters zeitweise sogar um zehn Prozent auf ein 13-Monats-Tief von 22,87 Dollar. Umsatz und Gewinn des Modehändlers blieben mit 1,03 Milliarden Dollar und 0,55 Dollar je Aktie hinter den Markterwartungen zurück. Zahlreiche Analysten schraubten daraufhin ihre Kursziele herunter.

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