Börse Frankfurt Dax beendet Börsentag auf Sechs-Monats-Hoch

So gut wie seit August nicht mehr beendet der Dax den heutigen Handelstag. Positive Nachrichten aus Deutschland, Griechenland und den USA hievten den Leitindex über die 6.500-Marke. Im Ausland sorgte Nokia für Aufsehen.
Update: 26.01.2012 - 18:09 Uhr 19 Kommentare
So gut wie seit August 2011 nicht mehr: Der Dax knackt die 6500-Marke Quelle: Reuters

So gut wie seit August 2011 nicht mehr: Der Dax knackt die 6500-Marke

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Frankfurt/DüsseldorfDank neuer Hoffnungen auf eine Einigung in Griechenland und des Zinsentscheids der US-Notenbank Federal Reserve konnten Europas Börsen ihre Gewinne am Donnerstag ausbauen. Auch der Dax profitierte von den positiven Nachrichten und notierte bei Börsenschluss 1,8 Prozent besser bei 6.539 Punkten. Bereits am Vormittag kletterte der Leitindex über die charttechnisch wichtige Marke von 6.500 Zählern und damit so hoch wie seit sechs Monaten nicht mehr. Zeitweise legte der Dax über zwei Prozent zu.

Auch die deutschen Nebenwerte notierten erfreulich. Der Index der mittelgroßen Unternehmenswerte MDax stieg um 1,5 Prozent auf 9.970 Punkte, der Tecdax legte um 0,8 Prozent auf 745 Stellen zu. Auch der Dow Jones nahm seinen Schwung vom Vortag mit und notierte bei Börsenschluss in Frankfurt mit 0,2 Prozent im Plus.

Zuversichtlich stimmte die Anleger, dass sich bei der Entscheidung über einen Schuldenschnitt für Griechenland eine Lösung zwischen Athen und seinen Schuldnern abzeichnet. Laut der griechischen Zeitung „Ethnos“ planen die Gläubigerbanken Griechenland ein neues Umschuldungsangebot vorzulegen. Darin wollen sie dem Krisenstaat das verbliebene Geld zu einem Zinssatz von 3,75 statt wie bisher gefordert für vier Prozent leihen. Die europäischen Finanzminister bestehen allerdings darauf, dass Griechenland maximal einen Zins von 3,5 Prozent akzeptiert.

Allerdings warnte Bill Dinning, Chef-Investmentstratege bei Kames Capital, eine Einigung ändere nichts an den langfristigen Aussichten für die Staaten der Euro-Peripherie. „Die Wettbewerbsfähigkeit Südeuropas verschlechtert sich weiter. Aus Investorensicht ist die große Frage, ob die Politik adäquat reagiert, um das Worst-Case-Szenario hinauszuzögern.“

Angesichts der sich nun fortsetzenden Rallye an den Märkten sollten Anleger laut Gregor Kuhn, Analyst bei IG Market, das latente Rückschlag-Potential berücksichtigen: Nach wie vor schwelt die europäische Schuldenkrise. Aktuell gibt Portugal wieder Anlass zur Sorge: Die Risikoprämien auf einen Kreditausfall klettern derzeit auf neue Höchststände. In diesem Kontext steigt auch die Spannung im Vorfeld des EU Gipfels in Brüssel. Hier stehen neben der Verabschiedung des Fiskalpaktes die Themen Wachstum und Beschäftigung im Mittelpunkt.

Am Vormittag hatte bereits das überraschend aufgehellte Konsumklima in Deutschland die Anleger zu Zukäufen animiert. Trotz Schuldenkrise und Konjunkturflaute geben die Deutschen wieder mehr Geld aus, teilte die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Donnerstag mit. Besser sei die Stimmung zuletzt im März 2011 gewesen.

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19 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax beendet Börsentag auf Sechs-Monats-Hoch"

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  • Der Markt kann nicht Recht geben: das ist auch nicht seine Aufgabe.

    Bedenken wir lediglich, dass das "freie Spiel der Kräfte" Wesensbestandteil der Märkte sein soll.

    Das erklärte Volatilitäten der Gegenwart ebenso, wie jene der Vergangenheit.

    Kein Markt war je "fest" - wir Gegenwärtigen neigen dazu das zu überschätzen.

    Und wer heutzutage noch überrascht ist über "Innovationsgeschwindigkeiten" sollte sich nicht wundern, zu welchen Wundern "Dromologie" (die Lehre von der Geschwindigkeit, glaubt man nicht nur Virilio) in der Lage zu sein scheint.

  • Mal sehen, wer vom Markt Recht bekommt.

  • stimmt, aber vor 10.000 Punkten wird die BlödZeitung keine AktienTipps geben.
    Und zur Zeit wird noch soviel Schwarzgemahlt, dass genügend luft nach oben ist

  • genau die schiene werde ich auch fahren...sobald die BLÖD-zeitung wieder von der "sachwertanlage aktien" schriebt schnell ran ans depot...

  • Das sind dann die nächsten Käufer und Kurstreiber (s. CBK Anfang der Woche).
    Leute, die ihre Shorts irgendwann auch mal wieder eindecken müssen .....

  • Tja, bekomme zwar keinen Performance-Druck, bin aber auch einer von den Deppen, die nicht bei deutlich tieferen Kursen eingestiegen sind. So liegt fast alles, was nicht Trading-Kapital ist, rum. Jedenfalls kaufe ich nicht bei 6500, sondern bin seit 6420 short. Wo das Wissen aufhört, beginnt der Glaube. Ich glaube also weiter und bleibe short, würde auch eher noch auftstocken als auflösen.

  • Ich bin mit allem, was ich zur Verfügung hatte bei 5.300 eingestiegen. Und las überall exakt entgegengesetzte Empfehlungen und Meinungen.

    Sobald nun jeder wieder für Aktien trommelt, bin ich wieder mit engen Stopp Loss Orders dabei...dann wirds wieder heikler.

  • Zitat Bruzens: "...die Krise ist doch gelöst, die Notenpressen laufen..."

    Die Schuldenkrise ist natürlich gar nicht gelöst. Sie ist aber möglicherweise vertagt.

    Allerdings liegt das Finanzsystem in den Händen der Notenbanken. Die Abhängigkeit von den und damit die Macht der Notenbanken ist maximal.

  • Sehe ich genauso, der Run auf 7000 ist eröffnet. Bessere Kurse wird es nicht geben. In 2-3 Jahren wird der Dax das erste Mal 5-Stellig sein. Es ist fast egal welche Aktien man kauft. 50% Rendite sind locker drin.

  • Die Frage muss doch wohl eher lauten: Wer kauft bei 6500 noch ???

    Aber die Antwort ist auch ziemlich banal und leicht: All die (Fonds-)Deppen, die noch nicht bei 6000 (oder tiefer) gekauft haben, und jetzt Performance-Druck der Anleger bekommen, die Reise auf die 7000? nicht zu verpassen.

    Technisch betrachtet, ist zwischen 6500 und 7000 nicht wirklich viel Widerstand. Grundvoraussetzung ist allerdings ein SK signifikant über 6500 heute !!!

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