Börse Frankfurt Dax beginnt die Woche im Plus

Der deutsche Aktienindex ist mit leichten Gewinnen in die Woche gestartet. Vor allem die Erholung der Finanzwerte stützte Europas Börsen am Montag. Die 9700 Punkte konnte der Dax dennoch nicht halten.
Update: 11.04.2016 - 17:57 Uhr

Dax legt turbulenten Wochenstart hin

FrankfurtVor Beginn der US-Bilanzsaison haben Europas Anleger am Montag etwas Mut gefasst. Der Dax stieg um 0,6 Prozent auf 9682,99 Punkte, der EuroStoxx50 legte ebenfalls etwa 0,5 Prozent zu. Allerdings empfanden viele Börsianer den Anstieg als wenig nachhaltig. Die Umsätze seien gering, die Anleger vor Beginn der US-Bilanzsaison zwischen Bangen und Hoffen hin- und hergerissen. „Die Vorzeichen könnten nicht schlechter sein“, sagte CMC-Markets-Analyst Andreas Paciorek. Das biete aber zugleich die Chance für positive Überraschungen.

Nach Handelsschluss in New York wurden die Zahlen des Aluminiumkonzerns Alcoa erwartet, der zwar nicht mehr im Dow-Jones-Index vertreten ist, aber weiterhin den Startschuss für den Reigen der Firmenbilanzen gibt. Alcoa legten in New York bis zum Handelsschluss in Europa 3,2 Prozent zu. Ab Mitte der Woche stehen die Bilanzen von US-Großbanken wie JPMorgan (Mittwoch) und Citigroup (Freitag) an.

Auch an der Wall Street überwogen die Plus-Zeichen. Zum europäischen Handelsschluss notierten der Dow-Jones - und der S&P500 -Index 0,2 und 0,1 Prozent höher. Dazu trug vor allem der relativ schwache Dollar bei. Er fiel zum Yen bis auf 107,64 Yen. Das war der niedrigste Stand seit Oktober 2014. Im Verlauf erholte er sich aber etwas.

Doch auch zum Euro ließ der Dollar Federn: Die Gemeinschaftswährung fiel zeitweise zwar auf 1,1374 Dollar, was am europäischen Aktienmarkt für Erleichterung sorgte. Denn ein schwacher Euro kommt vor allem den exportorientierten Firmen zu Gute, deren Waren wechselkursbedingt dadurch günstiger werden. Doch am Nachmittag zog er wieder über 1,14 Dollar an. Das bremste die Aktien in Europa etwas.

Wenn Aktienkurse einbrechen

VTION WIRELESS TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CHEN993
Börse
HAM

0,00 0,00%
0,00€
Chart von VTION WIRELESS TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.
Vtion Wireless Technology
1 von 11

Auf dem ersten Platz landete mit der Vtion Wireless Technology AG ein Neuling. Der Anbieter von Mobilfunk-Datenkarten musste Mitte 2015 einen massiven Umsatzeinbruch vermelden, was den Kurs einbrechen ließ. Das Unternehmen brachte den Eigentümern sowohl auf Fünf-Jahres-Sicht (-91 Prozent), also auch in der dreijährigen (- 78,38 Prozent) und einjährigen Betrachtung ( -70,97 Prozent) wenig Freude.

Singulus Technologies

WKN
ISIN
Börse

Chart von Singulus Technologies
Singulus Technologies
2 von 11

Der zweite Platz auf der Kapitalvernichterliste geht an den Maschinenbauer Singulus Technologies. Die Gesellschaft ist schon ein alter Bekannter in der Watchlist. Nach Platz 32 im Jahr 2014 und Platz 6 im vergangenen Jahr ging es jetzt noch weiter nach oben. Kursverlust in den vergangenen fünf Jahren; 93,39 Prozent.

11 88 0 SOLUTIONS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005118806
Börse
L&S

+0,05 +4,04%
+1,11€
Chart von 11 88 0 SOLUTIONS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Telegate
3 von 11

Die Telegate AG ist nach eigenen Angaben der zweigrößte Anbieter für Telefonauskunft und regionale Werbung. In den vergangenen Jahren lief das Geschäft schlecht: „Wir sind natürlich nicht zufrieden mit dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2015“, sagte Vorstandschef Christian Maar bei der Vorstellung der Bilanz für 2015. Um langfristig am Markt erfolgreich bestehen zu können, habe man im Herbst letzten Jahres den Reset-Knopf drücken müssen. Auf Fünf-Jahres-Sicht hat das Unternehmen mehr als 83 Prozent verloren.

TELES AG INFORMATIONSTECHNOL. INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007454902
Börse
Xetra

0,00 0,00%
0,00€
Chart von TELES AG INFORMATIONSTECHNOL. INHABER-AKTIEN O.N.
Teles
4 von 11

Die Teles AG ist Hersteller von Kommunikationslösungen. 2015 beschloss das Unternehmen eine grundlegende Umstrukturierung. Ein kontinuierlicher Umsatzrückgang mit unbefriedigender Stückzahlen habe tiefe Spuren hinterlassen, hieß es in einer Mitteilung. Kursverlust auf Fünf-Jahres-Sicht: 79,0 Prozent.

AIXTRON SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0WMPJ6
Börse
L&S

-0,59 -4,56%
+12,41€
Chart von AIXTRON SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Aixtron
5 von 11

Aixtron ist das einzige Unternehmen aus dem TecDax in den Top 10 der Kapitalvernichter. Die Kursverluste des Maschinenbauers aus Herzogenrath begründeten Börsianer die Kursverluste unter anderem mit der generell schlechten Stimmung im Technologiesektor. In den vergangenen fünf Jahren rutschte der Kurs um 85 Prozent ab. Bei Aixtron wirke außerdem der Wirbel um einen chinesischen Großauftrag im Dezember noch negativ nach, sagte ein Händler. Nach der Reduzierung auf nur noch drei von mehr als 50 Anlagen durch den chinesischen Leuchtdioden-Hersteller Sanan Optoelectronics hatte der Vorstand seine Jahresziele eingedampft. Börsianer hatten von einer Katastrophe für das Unternehmen gesprochen und die Aktien aus ihren Depots geworfen. Im Monat Dezember brachen Aixtron insgesamt um rund 45 Prozent ein.

RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007037129
Börse
L&S

-0,01 -0,03%
+21,81€
Chart von RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.
6. RWE
6 von 11

Der Energieversorger ist der einzige Dax-Wert, den die DSW in den Top Ten der Watchlist über die größten Kapitalvernichter führt. Die 2011 beschlossene Energiewende hat den Essener Konzern gehörig unter Druck gesetzt. Die Aktie verlor auf Fünf-Jahres-Sicht mehr als 76 Prozent an Wert. RWE-Chef Peter Terium hat auf das schwierige Marktumfeld reagiert. Wie sein Konkurrent Eon will er den Konzern aufspalten – in eine Sparte, die das konventionelle Geschäft mit Kraftwerken weiterbetreibt und eine Sparte mit dem Zukunftsgeschäft, den erneuerbaren Energien. Letztere will Terium künftig selbst führen.

YOC AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005932735
Börse
L&S

-0,04 -0,76%
+5,18€
Chart von YOC AG INHABER-AKTIEN O.N.
7. Yoc
7 von 11

Bei Yoc handelt es sich um ein Unternehmen, das sich auf Mobile Advertising spezialisiert hat. Dass das moderne Leben sich immer mehr vor dem Smartphone- oder Tablet-Bildschirm abspielt – und somit der Bedarf an mobiler Werbung steigt – hat dem Kurs des 2000 gegründeten Unternehmens offenbar gar nicht geholfen. Seit Anfang 2011 brach er nahezu völlig in sich zusammen, um 94 Prozent. Immerhin: Seit Anfang des Jahres stieg er um mehr als ein Viertel. Im ersten Quartal 2016 rechnen die Berliner mit einer Umsatzsteigerung von 20 Prozent.

Unterstützung bekamen die Börsen vom Ölmarkt, wo die Preise deutlich anstiegen: Nordseeöl der Sorte Brent kostete mit 43,06 Dollar je Barrel (159 Liter) 2,7 Prozent mehr als am Freitag und damit so viel wie seit Anfang Dezember nicht mehr. Viele Anleger setzten darauf, dass sich die Ölförderer am nächsten Sonntag auf eine Deckelung der Produktion einigten.

Auffällig war zudem der Anstieg der Krisenwährung Gold. Eine Feinunze verteuerte sich um 1,4 Prozent auf ein Drei-Wochen-Hoch von 1258,70 Dollar. Händler führten dies auf den höheren Dollar zurück, der das in Dollar gehandelte Gold für internationale Anleger attraktiver macht.

Zu den größten Gewinnern im EuroStoxx gehörten einige Bankenwerte. Die italienischen Unicredit und Intesa SanPaolo stiegen je um rund zwei Prozent. Im Schlepptau legten im Dax die Titel der Commerzbank 3,2 Prozent. Deutsche Bank schlossen fast unverändert. Insidern zufolge wollten Vertreter der Banken mit dem Finanzministerium und der Notenbank über einen staatlichen Fonds beraten, der notleidende Kredite der Geldhäuser aufkaufen soll.

Wenig überzeugend fanden die Anleger die Zwischenbilanz von SAP : Europas größter Softwarekonzern hatte im ersten Quartal Betriebsgewinn und Umsatz zwar gesteigert, die Erwartungen aber verfehlt. Die Titel schlossen mit 67,42 Euro 0,1 Prozent im Minus.

In New York zogen Yahoo -Aktien um 1,3 Prozent an. Der Mutterkonzern der britischen Zeitung „Daily Mail“ erwägt nach eigenen Angaben den Kauf des Suchmaschinen- und Email-Geschäfts von Yahoo und spricht darüber mit mehreren potenziellen Partnern.

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