Börse Frankfurt Dax erleidet nächsten Schwächeanfall

Die Sorge um die Weltkonjunktur treibt die Anleger um. Der Dax verliert und kommt nicht zur Ruhe: Er schließt auf dem niedrigsten Stand seit Oktober 2014.
Update: 09.02.2016 - 17:43 Uhr
Seit Jahresbeginn hat der Dax mehr als 16 Prozent verloren. Im Vergleich zum Allzeithoch im April 2015 sind es schon 27 Prozent. Quelle: ap
Ausverkauf auf Raten

Seit Jahresbeginn hat der Dax mehr als 16 Prozent verloren. Im Vergleich zum Allzeithoch im April 2015 sind es schon 27 Prozent.

(Foto: ap)

Frankfurt am MainDie Sorgen um die globale Konjunkturentwicklung lässt die Anleger nicht los. Der Dax konnte zwar im Plus starten, doch bereits nach wenigen Minuten ging ihm die Luft aus. Am Nachmittag vergrößerten sich dann die Verluste. Zeitweise notierte der Leitindex über zwei Prozent tiefer. Er schloss 1,1 Prozent im Minus bei 8 879 Punkten - der niedrigste Stand seit Oktober 2014. Der Eurostoxx50 schloss 1,5 Prozent tiefer bei 2743 Punkten.

„Die Volatilität am Markt ist extrem hoch, die Angst groß“, kommentierte Daniel Saurenz von Feingold Research. Für eine wachsende Verkaufsdynamik sorgten die am Nachmittag wieder schwächelnden Ölpreise. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent rutschte 1,1 Prozent ins Minus auf 32,54 Dollar. Zuvor stieg der Preis um über ein Prozent. Auch Rohöl der Sorte WTI verbilligte sich. Zuletzt kostete in Barrel mit 29,46 Dollar 0,8 Prozent weniger. Auch der anziehende Euro-Kurs belastet die Stimmung. Am Nachmittag sprang die europäische Gemeinschaftswährung 0,8 Prozent ins Plus auf 1,1288 Dollar.

Bei den Anlegern ist vor allem die Sorge vor Kreditausfällen infolge der abnehmenden Wirtschaftsdynamik groß. Im Fokus liegt hier die Energiebranche; insbesondere US-Fracking-Unternehmen und Hochsee-Explorer. Dort rechnen Experten am ehesten mit Zahlungsausfällen, die auf den europäischen Finanzsektor übergreifen könnten. „Bedenklich stimmen vor allem die hohen Volumina an faulen Krediten, die in den Bilanzen einiger Banken zu schlummern scheinen, ohne dass sie genau zu beziffern wären“, warnten die Analysten der Metzler Bank.

Der Deutschen Bank könnten hierbei diverse Hochzinsanleihen im Energiesektor zum Verhängnis werden. Laut einer Studie des französischen Analysehauses Exane BNP Paribas könnte das größte deutsche Geldhaus große Mengen solcher Anleihen beherbergen, die nicht gut abgesichert sind.

Das sind die besten Dividendenzahler 2016

NESTLE S.A. NAMENS-AKTIEN SF -,10

WKN
ISIN
CH0038863350
Börse
L&S

+0,34 +0,48%
+71,46€
Chart von NESTLE S.A. NAMENS-AKTIEN SF -,10
Platz 15: Neslte
1 von 15

Der größte Nahrungsmittelkonzern der Welt schüttet mit 3,1 Prozent zwar keine berauschende Dividende aus. Allerdings überzeugt Nestle mit Beständigkeit. In den vergangenen zehn Jahren hat der Schweizer Konzern immer eine Dividende an seine Aktionäre vergeben. Außerdem wurde diese auch jedes Jahr erhöht. Laut der DZ-Bank ist es aber nicht nur die Dividende, die Nestle für Anleger attraktiv macht, sondern auch das Kurspotenzial, das sie 2016 auf acht Prozent schätzen.

Erwartete Dividendenrendite für 2015: 3,0 Prozent

Erwartete Dividendenrendite für 2016: 3,1 Prozent

JOHNSON & JOHNSON REGISTERED SHARES DL 1

WKN
ISIN
US4781601046
Börse
L&S

+0,19 +0,16%
+121,13€
Chart von JOHNSON & JOHNSON REGISTERED SHARES DL 1
Platz 14: Johnson & Johnson
2 von 15

Die DZ-Bank hat bei ihrer Analyse der „Dividendenaristokraten“ nicht nur die Dividendenrendite berücksichtigt, sondern auch die Nachhaltigkeit der Dividenden als auch Kennzahlen, die das Risiko von Kursverlusten und Dividendenkürzungen bewerten. Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson belegt dabei fünften Platz unter den US-Unternehmen und den 14. Platz des Gesamtrankings.

Erwartete Dividendenrendite 2015: 3,0 Prozent

Erwartete Dividendenrendite 2016: 3,2 Prozent

COCA-COLA CO., THE REGISTERED SHARES DL -,25

WKN
ISIN
US1912161007
Börse
L&S

-0,06 -0,14%
+39,45€
Chart von COCA-COLA CO., THE REGISTERED SHARES DL -,25
Platz 13: Coca-Cola
3 von 15

Warren Buffett setzt bereits seit Jahrzehnten auf Coca-Cola. Und das nicht nur wegen der Dividenden, die der Getränkehersteller in den vergangenen zehn Jahren ohne Unterbrechung ausgeschüttet und immer wieder erhöht hat, sondern auch wegen des Kurspotenzials. Das beweist Coca-Cola derzeit im schwierigen Marktumfeld. Während der Dow Jones seit Jahresanfang 5,6 Prozent verloren hat, konnten Coca-Cola-Aktien ihr Kursniveau halten.

Erwartete Dividendenrendite 2015: 3,1 Prozent

Erwartete Dividendenrendite 2016: 3,4 Prozent

ROCHE HOLDING AG INHABER-GENUSSSCHEINE O.N.

WKN
ISIN
CH0012032048
Börse
L&S

+2,57 +1,24%
+208,20€
Chart von ROCHE HOLDING AG INHABER-GENUSSSCHEINE O.N.
Platz 12: Roche
4 von 15

Gleiches gilt für den Schweizer Pharmakonzern Roche. Auch er hat in den vergangenen zehn Jahren permanent Dividenden ausgeschüttet und sie auch immer wieder erhöht. Die DZ-Bank empfiehlt darüber hinaus zum Kauf und sieht ein Kurspotenzial von rund 14 Prozent.

Erwartete Dividendenrendite 2015: 3,1 Prozent

Erwartete Dividendenrendite 2016: 3,4 Prozent

PROCTER & GAMBLE CO., THE REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
US7427181091
Börse
L&S

+0,58 +0,80%
+72,60€
Chart von PROCTER & GAMBLE CO., THE REGISTERED SHARES O.N.
Platz 11: Procter & Gamble
5 von 15

Der Pampers-Produzent Procter & Gamble hat zwar wegen des starken Dollars weniger Umsatz eingefahren. So gingen die Erlöse im zweiten Quartal von 18,5 auf 16,9 Milliarden Dollar vor Jahresfrist zurück. Der Gewinn stieg jedoch zugleich um 840 Millionen auf 3,21 Milliarden Dollar. Die Anleger profitieren daher von einer erhöhten Dividende.

Erwartete Dividendenrendite 2015: 3,4 Prozent

Erwartete Dividendenrendite 2016: 3,5 Prozent

DEUTSCHE EUROSHOP AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007480204
Börse
L&S

-0,08 -0,28%
+28,31€
Chart von DEUTSCHE EUROSHOP AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 10: Deutsche Euroshop
6 von 15

Der Boom auf dem deutschen Markt für Einkaufszentren treibt den Wert des Immobilienbestandes der Deutschen Euroshop kräftig nach oben. Das Unternehmen ist zurzeit an 19 Einkaufscentern in Deutschland, Österreich, Polen und Ungarn beteiligt, die zumeist vom Projektentwickler ECE betrieben werden. Euroshop und ECE gehören zum Einflussbereich der Hamburger Versandhändler-Familie Otto.

Erwartete Dividendenrendite 2015: 3,5 Prozent

Erwartete Dividendenrendite 2016: 3,6 Prozent

H & M HENNES & MAURITZ AB NAMN-AKTIER B SK 0,125

WKN
ISIN
SE0000106270
Börse
L&S

+0,19 +1,37%
+13,82€
Chart von H & M HENNES & MAURITZ AB NAMN-AKTIER B SK 0,125
Platz 9: Hennes & Mauritz
7 von 15

Der schwedische Modekonzern Hennes & Mauritz sieht wegen des warmen Winters und des starken Dollars seine Geschäfte unter Druck. Das dürfte auf den Gewinn im laufenden ersten Quartal drücken, teilte die weltweite Nummer zwei nach der Zara-Mutter Inditex mit. Schon im vierten Quartal von September bis November ging der Vorsteuergewinn um neun Prozent auf umgerechnet 772 Millionen Euro zurück. Dennoch zahlt H&M verlässlich seine Dividende. Allerdings wurde die Quote in den vergangenen zehn Jahren nur sechs Mal erhöht.

Erwartete Dividendenrendite 2015: 3,5 Prozent

Erwartete Dividendenrendite 2016: 3,7 Prozent

Die Angst vor möglichen Zahlungsausfällen trieb die Kreditausfallversicherungen der Bank, die sogenannten Credit Default Swaps, merklich nach oben. Swaps auf nachrangige Bonds stiegen um drei auf 441 Basispunkte. Swaps auf vorrangige Bonds der Deutsche Bank legten am Dienstag den achten Tag in Folge zu und stiegen um sechs auf 226 Basispunkte. Beide Kontrakte haben sich innerhalb von etwa drei Wochen verdoppelt. In der Folge verloren die Aktien zu den 9,5 Prozent am Vortag heute weitere 4,5 Prozent.

Europäische Banktitel kommen unter die Räder
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