Börse Frankfurt Dax festigt dank Deutscher Bank den Erholungskurs

Der Dax hat am Dienstag an seine Kursgewinne vor dem langen Wochenende angeknüpft. Wie am vergangenen Freitag stehen die Kursbewegungen der Deutschen Bank im Fokus. Am Devisenmarkt ist die Brexit-Angst zurückgekehrt.
Update: 04.10.2016 - 17:56 Uhr 1 Kommentar

Kursplus: Deutsche Bank kann sich weiter erholen

DüsseldorfNach dem langen Wochenende haben sich Anleger an den deutschen Aktienmarkt zurückgetraut. Für Erleichterung sorgte am Dienstag vor allem die Kurserholung bei Deutsche Bank. Der Dax legte um ein Prozent zu auf 10619 Punkte, der Euro Stoxx50 schloss bei 3034 Punkten, sogar 1,2 Prozent höher.

Im Fokus stand auch Großbritannien, nachdem die britische Premierministerin Theresa May am Wochenende den Antrag zum Austritt aus der Europäischen Union (EU) bis spätestens Ende März angekündigt hatte. Sorgen der Anleger vor einem sogenannten „harten“ Brexit mit einem Verzicht auf begünstigten Zugang zum europäischen Binnenmarkt schickten das Pfund Sterling auf den tiefsten Stand seit 31 Jahren. Dem britischen Aktienmarkt hilft das aber, da die Waren dadurch im Ausland günstiger und die Firmen wettbewerbsfähiger werden. Der „Footsie“ kletterte um 1,3 Prozent und notierte zwischenzeitlich auf dem höchsten Stand seit April 2015.

Die Tops und Flops des dritten Quartals

HDAX ® PERFORMANCE-INDEX

WKN
ISIN
DE0008469016
Börse
Xetra

-59,65 -0,85%
Chart von HDAX ® PERFORMANCE-INDEX
HDax
1 von 21

Der HDax fasst die 110 wichtigsten deutschen Aktienwerte zusammen: die Titel des Dax sowie von MDax und TecDax. Damit besitzt er gegenüber dem deutschen Leitindex Dax eine verbreiterte Basis.

Wir zeigen im folgenden die zehn schwächsten und zehn stärksten HDax-Mitglieder im dritten Quartal.

Veränderung HDax im September: -1,26 Prozent

Veränderung HDax im dritten Quartal: +7,61 Prozent

WACKER CHEMIE AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000WCH8881
Börse
L&S

-2,09 -1,75%
+116,35€
Chart von WACKER CHEMIE AG INHABER-AKTIEN O.N.
Wacker Chemie
2 von 21

Die Aktie des Industrieunternehmens Wacker Chemie hat Ende September dem Abschwung der Vorwochen zumindest etwas entgegen setzen können. Dennoch ist die Monats- und Quartalsbilanz des Papiers schwach.

Veränderung im September: -10,8 Prozent

Veränderung im dritten Quartal: -6,3 Prozent

STROEER SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007493991
Börse
L&S

+0,39 +0,75%
+52,45€
Chart von STROEER SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Ströer
3 von 21

Der Werbevermarkter Ströer war Ziel einer Hedgefonds-Attacke und kann trotz starker Wachstumsaussichten und Aussicht auf höhere Dividende der Aktie nur wenig auf die Sprünge helfen.

Veränderung im September: -10,2 Prozent

Veränderung im dritten Quartal: -6,4 Prozent

CARL ZEISS MEDITEC AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005313704
Börse
L&S

-0,47 -0,71%
+65,38€
Chart von CARL ZEISS MEDITEC AG INHABER-AKTIEN O.N.
Carl Zeiss Meditec
4 von 21

Auch eine positive Bilanz im September konnte der Aktie des Medizintechnik-Herstellers nicht zu einer positiven Quartalsbilanz verhelfen. Den eigenen Ergebnisausblick hatte Carl Zeiss Meditec im August aber bestätigt.

Veränderung im September: +3,12 Prozent

Veränderung im dritten Quartal: -7,02 Prozent

DEUTSCHE PFANDBRIEFBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008019001
Börse
L&S

-0,11 -0,82%
+13,32€
Chart von DEUTSCHE PFANDBRIEFBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.
Deutsche Pfandbriefbank
5 von 21

Der schärfere Wettbewerb auf dem Markt für die Finanzierung von Gewerbeimmobilien ist der Deutschen Pfandbriefbank (pbb) nicht ganz geheuer. Sie will den Preiswettbewerb nicht mitgehen und warnte vor überzogenen Erwartungen an die eigene Geschäftsentwicklung.

Veränderung im September: -5,78 Prozent

Veränderung im dritten Quartal: -7,6 Prozent

KRONES AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006335003
Börse
L&S

-0,19 -0,16%
+114,56€
Chart von KRONES AG INHABER-AKTIEN O.N.
Krones
6 von 21

Der Hersteller von Abfüllanlagen hat im Quartal unter Analysteneinschätzungen gelitten, die der Aktie wenig Potenzial zutrauen – obwohl der Maschinenbauer als „grundsolide“ gilt.

Veränderung im September: -3,35 Prozent

Veränderung im dritten Quartal: -7,7 Prozent

DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005140008
Börse
L&S

-0,00 -0,04%
+10,27€
Chart von DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Bank
7 von 21

Kaum eine Aktie hat mit so starken Schwankungen zu kämpfen wie zuletzt die Deutsche Bank. Dass die Aktie im Quartal bis Ende September nicht schlechter abschnitt, verdankte sie vor allem einer überraschenden Rally am letzten Handelstag im September. Denn da hatten Gerüchte die Runde gemacht, dass eine Strafzahlung in den USA nicht ganz so hoch ausfallen dürfte wie befürchtet.

Veränderung im September: -13,14 Prozent

Veränderung im dritten Quartal: -7,85 Prozent

Die Aktie der Deutschen Bank steht nach wie vor im Rampenlicht. In Frankfurt stiegen die Titel zeitweise um 3,5 Prozent, schlossen dann aber nur 1,5 Prozent stärker bei 11,74 Euro. Einem Medienbericht zufolge kommt das größte deutsche Geldhaus bei seinen Verhandlungen über eine Strafe im Hypothekenstreit mit den US-Behörden voran. Jedoch sei noch kein Vorschlag ausgereift genug, um hochrangigen Entscheidungsträgern vorgelegt werden zu können.

In den vergangenen beiden Wochen war der Kurs des Geldhauses aus Sorge vor einer Mega-Strafe der US-Justizbehörden eingebrochen, am Freitag hatte er mit 9,90 Euro ein Rekordtief erreicht. Nach Ansicht von Analyst Heino Ruland von Ruland Research halfen der Deutschen Bank Aussagen des Chefs der US-Großbank JP Morgan, Jamie Dimon, auf die Sprünge. Dieser sagte dem TV-Sender CNBC, er sehe keinen Grund, weshalb die Deutsche Bank ihre Probleme nicht überstehen könne.

Dimon habe eine Beruhigungspille geliefert, sagte Ruland. Er habe versucht, Ansteckungseffekten auf die gesamte Bankenbranche entgegenzutreten. Die deutschen Exporteure sehen ungeachtet der Krise der Deutschen Bank keine Gefahr für das Finanzsystem. „Ich bin fest davon überzeugt, dass das Finanzsystem sehr stabil ist“, sagte der Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, Anton Börner. Analogien zur Pleite der US-Investmentbank Lehman und der Finanzkrise könnten nicht gezogen werden.

Am Devisenmarkt fiel das Pfund Sterling um bis zu 0,8 Prozent auf 1,2737 Dollar - das war der tiefste Stand seit Juni 1985. Gegenüber dem ebenfalls schwächelnden Euro sackte das Pfund auf ein neues Dreijahrestief. „Für Unsicherheit unter Investoren sorgt vor allem die feste Bekenntnis der britischen Regierung, bei den Austrittsverhandlungen auf eine Beschränkung der Zuwanderung zu bestehen“, schrieben die Experten der Commerzbank in einem Kurzkommentar. Dies werde kaum ohne wirtschaftlichen Folgen bleiben und damit einen Einfluss darauf haben, wie attraktiv Anlagen in das Pfund künftig seien.

Im TecDax ging Morphosys mit einem Zuwachs von mehr als 18 Prozent aus dem Handel. Die Aktien des Biotechkonzerns profitierten von einem Durchbruch in der Medikamentenforschung. Lufthansa-Aktien lagen mit einem Kursminus von zwei Prozent am Dax-Ende, nachdem Analysten der Investmentboutique Raymond James die Aktien zurückgestuft hatten.

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1 Kommentar zu "Börse Frankfurt: Dax festigt dank Deutscher Bank den Erholungskurs"

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  • Typisch Börse, da geht lediglich eine einzige AFP-Meldung zur verminderten Strafzahlung der Deutschen Bank in den USA um und schon geht der Aktienkurs in die Höhe.

    Es gibt bis dato weder einen Beschluss noch sonst irgend etwas Handfestes.

    Soll man jetzt unterstellen, dass es zu einer wie auch irgendwie gearteten "Kurspflege" gekommen ist.

    Oder wollten sich einige Akteure am Markt mittels Gerüchten die Taschen vollstecken?

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