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Börse Frankfurt Dax geht versöhnlich ins Wochenende

Starke Exportdaten und ein Preisanstieg beim Öl haben am Freitag den Dax nach oben getrieben. Der Index verabschiedet sich mit einem Plus von rund einem Prozent ins Wochenende.
Update: 08.04.2016 - 17:49 Uhr

RWE ist der Sieger des Tages

FrankfurtDer zuletzt schwache Dax scheint die Anleger mit einem positiven Wochenschluss zu versöhnen. Im Tagesverlauf gewann der Index bis zu 1,5 Prozent und schloss rund einen Prozent höher bei 9622 Punkten. Die aktuelle Erholung der Ölpreise begünstige die Risikobereitschaft der Anleger, schrieb Analyst Mike van Dulken vom Broker Accendo Markets. Die Preise für die richtungsweisende Sorten WTI und Brent schossen um bis zu sechs Prozent in die Höhe. Beide Sorten pendeln um die 40-Dollar-Marke.

Gute deutsche Exportdaten hätten den europäischen Indizes ebenfalls auf die Sprünge geholfen, nachdem auch von den asiatischen Börsen kein weiteres Ungemach gekommen sei, erklärte Händler Markus Huber vom Broker City of London Markets die Kurserholung. Er sieht den Fokus der Investoren zwar weiter auf die globalen Wachstumssorgen gerichtet. Die gestiegenen Ölpreise hätten aber für etwas Entspannung gesorgt. Die Preisentwicklung gilt als Indikator für die Konjunktur.

Im Dax führte RWE AG mit 5,1 Prozent Kursgewinn die Gewinnerliste an. Analysten der Commerzbank hatten die Aktie von „Reduzieren” auf „Halten” hochgestuft. Für HeidelbergCement AG ging es nach einem positiven Analystenkommentar von Alphavalue um zwei Prozent aufwärts. Im Trend der Autowerte verteuerten sich die Vorzüge der Volkswagen AG um 1,6 Prozent und Titel der Commerzbank AG zogen mit den Bankaktien 3,1 Prozent an. Sogar um acht Prozent kletterten die Aktie von Axel Springer SE. JPMorgan hatte den Medienkonzern auf „Übergewichten” hochgestuft.

Die Aktien von SLM Solutions gehörten zu den Nebenwerte-Favoriten der Anleger. Die Papiere des Anbieters von 3D-Druckern und TecDax-Neulings stiegen um 9,8 Prozent auf knapp 25 Euro. Die Analysten der Großbank HSBC hatten die Titel als „Kauf” eingestuft und bewerteten die Aktien mit einem Kursziel von 30 Euro.

Wenn Aktienkurse einbrechen

VTION WIRELESS TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CHEN993
Börse
HAM

-0,02 -3,45%
0,00€
Chart von VTION WIRELESS TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.
Vtion Wireless Technology
1 von 11

Auf dem ersten Platz landete mit der Vtion Wireless Technology AG ein Neuling. Der Anbieter von Mobilfunk-Datenkarten musste Mitte 2015 einen massiven Umsatzeinbruch vermelden, was den Kurs einbrechen ließ. Das Unternehmen brachte den Eigentümern sowohl auf Fünf-Jahres-Sicht (-91 Prozent), also auch in der dreijährigen (- 78,38 Prozent) und einjährigen Betrachtung ( -70,97 Prozent) wenig Freude.

Singulus Technologies

WKN
ISIN
Börse

Chart von Singulus Technologies
Singulus Technologies
2 von 11

Der zweite Platz auf der Kapitalvernichterliste geht an den Maschinenbauer Singulus Technologies. Die Gesellschaft ist schon ein alter Bekannter in der Watchlist. Nach Platz 32 im Jahr 2014 und Platz 6 im vergangenen Jahr ging es jetzt noch weiter nach oben. Kursverlust in den vergangenen fünf Jahren; 93,39 Prozent.

11 88 0 SOLUTIONS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005118806
Börse
L&S

-0,01 -1,34%
+0,96€
Chart von 11 88 0 SOLUTIONS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Telegate
3 von 11

Die Telegate AG ist nach eigenen Angaben der zweigrößte Anbieter für Telefonauskunft und regionale Werbung. In den vergangenen Jahren lief das Geschäft schlecht: „Wir sind natürlich nicht zufrieden mit dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2015“, sagte Vorstandschef Christian Maar bei der Vorstellung der Bilanz für 2015. Um langfristig am Markt erfolgreich bestehen zu können, habe man im Herbst letzten Jahres den Reset-Knopf drücken müssen. Auf Fünf-Jahres-Sicht hat das Unternehmen mehr als 83 Prozent verloren.

TELES AG INFORMATIONSTECHNOL. INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007454902
Börse
FSE

-0,00 -2,40%
+0,13€
Chart von TELES AG INFORMATIONSTECHNOL. INHABER-AKTIEN O.N.
Teles
4 von 11

Die Teles AG ist Hersteller von Kommunikationslösungen. 2015 beschloss das Unternehmen eine grundlegende Umstrukturierung. Ein kontinuierlicher Umsatzrückgang mit unbefriedigender Stückzahlen habe tiefe Spuren hinterlassen, hieß es in einer Mitteilung. Kursverlust auf Fünf-Jahres-Sicht: 79,0 Prozent.

AIXTRON SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0WMPJ6
Börse
L&S

+0,01 +0,14%
+9,93€
Chart von AIXTRON SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Aixtron
5 von 11

Aixtron ist das einzige Unternehmen aus dem TecDax in den Top 10 der Kapitalvernichter. Die Kursverluste des Maschinenbauers aus Herzogenrath begründeten Börsianer die Kursverluste unter anderem mit der generell schlechten Stimmung im Technologiesektor. In den vergangenen fünf Jahren rutschte der Kurs um 85 Prozent ab. Bei Aixtron wirke außerdem der Wirbel um einen chinesischen Großauftrag im Dezember noch negativ nach, sagte ein Händler. Nach der Reduzierung auf nur noch drei von mehr als 50 Anlagen durch den chinesischen Leuchtdioden-Hersteller Sanan Optoelectronics hatte der Vorstand seine Jahresziele eingedampft. Börsianer hatten von einer Katastrophe für das Unternehmen gesprochen und die Aktien aus ihren Depots geworfen. Im Monat Dezember brachen Aixtron insgesamt um rund 45 Prozent ein.

RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007037129
Börse
L&S

-0,20 -0,89%
+22,35€
Chart von RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.
6. RWE
6 von 11

Der Energieversorger ist der einzige Dax-Wert, den die DSW in den Top Ten der Watchlist über die größten Kapitalvernichter führt. Die 2011 beschlossene Energiewende hat den Essener Konzern gehörig unter Druck gesetzt. Die Aktie verlor auf Fünf-Jahres-Sicht mehr als 76 Prozent an Wert. RWE-Chef Peter Terium hat auf das schwierige Marktumfeld reagiert. Wie sein Konkurrent Eon will er den Konzern aufspalten – in eine Sparte, die das konventionelle Geschäft mit Kraftwerken weiterbetreibt und eine Sparte mit dem Zukunftsgeschäft, den erneuerbaren Energien. Letztere will Terium künftig selbst führen.

YOC AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005932735
Börse
L&S

+0,04 +0,61%
+5,62€
Chart von YOC AG INHABER-AKTIEN O.N.
7. Yoc
7 von 11

Bei Yoc handelt es sich um ein Unternehmen, das sich auf Mobile Advertising spezialisiert hat. Dass das moderne Leben sich immer mehr vor dem Smartphone- oder Tablet-Bildschirm abspielt – und somit der Bedarf an mobiler Werbung steigt – hat dem Kurs des 2000 gegründeten Unternehmens offenbar gar nicht geholfen. Seit Anfang 2011 brach er nahezu völlig in sich zusammen, um 94 Prozent. Immerhin: Seit Anfang des Jahres stieg er um mehr als ein Viertel. Im ersten Quartal 2016 rechnen die Berliner mit einer Umsatzsteigerung von 20 Prozent.

Die Aussicht auf einen staatlichen Rettungsfonds zur Stützung kriselnder Banken hat am Freitag auch italienische Finanzwerte beflügelt. Unicredit, und Monte dei Paschi legten bis zu 9,7 Prozent zu.

Insidern zufolge soll der Fonds bereits am Montag seine Arbeit aufnehmen und den Geldhäusern faule Kredite abkaufen. „Wir sehen aber noch nicht, wie das in der Praxis funktionieren soll“, betonten die Analysten der Berenberg Bank in einem Kommentar. Schließlich sei der italienische Staat bereits hoch verschuldet, habe also wenig Spielraum.

Italiens Geldhäuser sitzen zusammen auf faulen Krediten im Umfang von 360 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Drittel aller europäischen, vom Ausfall bedrohten Darlehen und beläuft sich auf etwa ein Fünftel der Wirtschaftsleistung des Landes.

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