Börse Frankfurt Dax gewinnt mehr als 100 Punkte

Das Jahr 2017 hat für Aktienanleger vielversprechend angefangen: Die Börsen in Europa setzten ihre Kursrally am ersten Handelstag des neuen Jahres fort. Doch manche Experten warnen schon vor zu viel Euphorie.
Update: 02.01.2017 - 17:44 Uhr 13 Kommentare

Gute Stimmung in China: Dax kann profitieren

FrankfurtDer deutsche Aktienmarkt ist getrieben von erfreulichen Wirtschaftsdaten mit Aufschlägen in das neue Jahr gestartet. Nach einem leichteren Handelsbeginn stieg der Dax am Montag ins Plus und notierte zum Handelsschluss rund ein Prozent höher bei 11 598 Punkten. Damit überwand der deutsche Leitindex erstmals seit August 2015 wieder die Marke von 11 500 Zählern. Zwischenzeitlich lag er sogar über 11.600 Zählern. Das Jahr 2016 hatte er dank eines Schlussspurts im Dezember mit einem Gewinn von fast sieben Prozent abgeschlossen.

Der MDax, in dem die Aktien mittelgroßer Unternehmen vertreten sind, rückte am Montag ebenfalls um ein Prozent auf 22 405 Punkte vor. Bei 22 476 Zählern hatte er zuvor ein Rekordhoch erreicht. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 1,6 Prozent auf 1840 Punkte.

Da viele Börsen rund um den Globus noch geschlossen waren - wie in Japan, Großbritannien und den USA -, fehlten maßgebliche Impulse. Jens Klatt von JFD Brokers warnte daher auch vor Euphorie: „Die Nachhaltigkeit dieser Bewegung ist in Frage zu stellen. Alles in allem käme es wenig überraschend, würde der Dax in den kommenden Tagen zu einem Rücksetzer in Richtung 11 000 Punkte und darunter ansetzen.“

Mit diesen Aktien machten Anleger 2016 Kasse

COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CBK1001
Börse
L&S

-0,15 -1,86%
+8,12€
Chart von COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.
1 von 30

Platz 30: Commerzbank:

Deutschlands zweitgrößte Privatbank leidet wie andere Institute auch unter den schwierigen Rahmenbedingungen – 24,3 Prozent Anschlag bedeuten den letzten Platz im Dax-Jahresranking. Mit einem Spar- und Schrumpfkurs und radikalen Umbau will der seit Mai amtierende neue Vorstandschef Martin Zielke das Institut auf Kurs bringen.

DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005140008
Börse
L&S

-0,10 -1,06%
+9,79€
Chart von DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.
2 von 30

Platz 29: Deutsche Bank

Investoren sind schlechte Nachrichten von der Deutschen Bank gewöhnt. Zwar stabilisierte sich die Aktie im vierten Quartal, insgesamt war es aber ein Jahr zum Vergessen. Zwischenzeitlich rutschten die Papiere sogar unter die Marke von zehn Euro. Für das Jahr 2016 bleibt ein Minus von 23,4 Prozent. Vorstandschef John Cryan ist jetzt mehr denn je gefordert.

PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000PSM7770
Börse
L&S

+0,14 +0,64%
+22,46€
Chart von PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.
3 von 30

Platz 28: ProSieben Sat 1

Nach dem Dax-Aufstieg im März 2016 war die Luft bei den Papieren des Medienkonzerns raus. Gegen Jahresende gerieten die Aktien nach einer Kapitalerhöhung dann richtig unter Druck. Zur Ehrenrettung ist zu sagen, dass sich die gesamte Branche im Jahr 2016 schlechter als der Gesamtmarkt entwickelte. Unterm Strich bleibt ein Minus von 21,7 Prozent.

CONTINENTAL AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005439004
Börse
L&S

+1,92 +1,06%
+183,00€
Chart von CONTINENTAL AG INHABER-AKTIEN O.N.
4 von 30

Platz 27: Continental

Auch hinter dem Automobilzulieferer liegt ein turbulentes Jahr. Die Aktie notiert noch immer auf einem vergleichsweise hohen Niveau bei 183,70. Auf Jahressicht allerdings verloren die Papiere 17,9 Prozent an Wert.

DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008232125
Börse
L&S

+0,10 +0,42%
+23,12€
Chart von DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
5 von 30

Platz 26: Lufthansa

Der scheinbar nie enden wollende Tarifkonflikt setzt dem Kranich immer mehr zu. Der Imageschaden ist enorm – und auch an der Börse ging es in diesem Jahr bergab. Lufthansa-Papiere notieren nur noch bei 12,27 Euro und damit 15,8 Prozent tiefer als noch zu Jahresbeginn.

E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000ENAG999
Börse
L&S

+0,06 +0,68%
+9,50€
Chart von E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.
6 von 30

Platz 25: Eon

Der Energieriese blickt erneut auf ein tristes Jahr zurück. Die Aufspaltung brachte nicht den gewünschten Auftrieb. Auf Jahressicht hat der Versorger circa 15 Prozent seines Börsenwerts verloren.

BAYER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BAY0017
Börse
L&S

+0,04 +0,06%
+79,37€
Chart von BAYER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
7 von 30

Platz 24: Bayer

Die Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto war eines der Kernthemen des vergangenen Jahres. Letztlich zahlen die Leverkusener 128 US-Dollar pro Monsanto-Aktie. Die Aktionäre versetzte das nicht in Jubelstimmung. Der Chemieriese verlor fast 15 Prozent an Börsenwert.

Die Stimmung in den Industrieunternehmen des Euroraums hatte sich im Dezember weiter aufgehellt. Der Einkaufsmanager-Index für das Verarbeitende Gewerbe war den vierten Monat in Folge gestiegen. Er erreichte mit 54,9 Zählern den höchsten Wert seit April 2011. In Spanien und Italien hatte sich die Stimmung unerwartet deutlich verbessert, in Deutschland ebenso.

Die Titel des Energiekonzerns RWE gewannen nach einem Interview des Unternehmenschefs als einer der besten Werte im Dax 2,3 Prozent. Laut Rolf Schmitz steht der Versorger dank des Börsengangs seiner Ökostrom-Tochter Innogy finanziell gut da. Wegen dieser Erlöse könne RWE seinen Beitrag zum Atomfonds von geschätzt 6,8 Milliarden Euro auf einen Schlag leisten und brauche nicht auf die Möglichkeit der Ratenzahlung zurückzugreifen. Ein Händler wertete das als Zeichen der Stärke und damit als leicht positiv für die Aktien.

Der Konkurrent Eon will zahlreiche Arbeitsplätze in der Verwaltung abbauen. „Eon wird dezentraler. Das heißt, dass vor allem in der zentralen Verwaltung Stellen wegfallen“, hatte Konzernchef Johannes Teyssen in einem Zeitungsinterview gesagt. Der Abbau läuft im Rahmen des Programms „Phoenix“, mit dem Eon 400 Millionen Euro einsparen will. Das Ausmaß der geplanten Jobkürzungen werde gerade ermittelt, sagte Teyssen. Eon-Papiere stiegen zuletzt um 1,7 Prozent.

Lanxess-Anteilsscheine waren mit einem Plus von 2,2 Prozent einer der größten Gewinner im MDax. Analyst Martin Rödiger von Kepler Cheuvreux glaubt, dass die Geschäfte der ehemaligen Bayer-Tochter im vierten Quartal 2016 besser gelaufen sind, als der Markt derzeit erwartet.

Aktien von Medigene setzten nach einer Verschnaufpause kurz vor dem Jahreswechsel ihren starken Lauf fort. Die Papiere des Biotech-Unternehmens gewannen zuletzt an der TecDax-Spitze 7,7 Prozent auf 12,90 Euro. Das ist das höchste Niveau seit Juli 2015. Im Jahr 2016 hatten die Anteilsscheine um fast 37 Prozent zugelegt. Aber auch andere Biotech-Werte waren am Montag gefragt. Für Morphosys ging es um 4,3 Prozent nach oben, Evotec-Titel zogen um 3,3 Prozent an.

  • rtr
  • dpa
  • mba
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13 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax gewinnt mehr als 100 Punkte"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wir Investoren finden immer preiswerte Aktien, Herr Löwnsteiner, die Kommentatoren hier aber sehen, keine Bäume, sondern nur den Wald.
    Ha Ha Ha keine Wälder kaufen sonder nur ertragrieche Bäume, das ist das Geheimnis.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Ha Ha Ha, Herr Baron, warum sollte jemand so dumm sein, in einer Konjunkturspitze teure Aktien nachzufragen?
    Wer jetzt noch einsteigt, kauft zu teuer und wird zukünftig mit dem DAX-Fahrstuhl nach unten durchgereicht werden.
    Klar, diejenigen die heute auf ihren Aktien mit der Hoffnung auf weitere Kursanstiege sitzen, möchten natürlich zum Höchstkurs verkaufen und zum Niedrigstkurs dann wieder einkaufen, das perfekte Geschäft.
    Blöd nur, wenn sich nicht genug „dumme“ Neueinsteiger finden lassen.
    Wenn es dann nach unten geht und dies wird es tun, dann alle zu den verschlossenen Notausgängen rennen.
    Zudem sind nur knapp 9% der Gesamtbevölkerung in Aktien investiert.
    Mir ist schon klar, warum man jetzt versucht, mögliche neue Kleinanleger vom Sparbuch in den Aktienmarkt zu treiben. Man möchte seine teuren Aktienpositionen zum Höchstpreis loswerden, damit man bei der kommenden Talfahrt nicht mehr mit dabei ist. Unternehmensanteile in Bargeld umwandeln, um dann in Sachwerte umzuschichten, welche risikoloser und krisensicherer sind, als Unternehmensaktien und vor allem, dem immer stärker inflationierten Papiergeld.
    Deshalb wird medial weiter kräftig an der Werbetrommel gedreht, um Sparbuchsparern die Umschichtung ihres Sparguthabens in die Aktienmärkte schmackhaft zu machen.
    Zudem wird man das Bargeld suggestive abschaffen. Bargeld braucht Tresore, um es zu sichern. Werden die großen Scheine immer weiter abgeschafft, benötigt man immer größere und teurere Tresore um das Bargeld sicher zu bunkern, da ja kleine Scheine (5er, 10er, 20er, 50er) mehr Lagerplatz benötigen, als Große (500er). Nicht weil angeblich Verbrecher den gerne verwenden, sondern weil er eben viel leichter kostengünstiger in großen Mengen in Bar zu lagern ist, als kleinere Scheine.
    Die Schafe sollen zur Schlachtbank geführt werden um auch deren Geld noch abzukassieren.
    Fallt bitte nicht mehr länger auf diese Pharisäer herein, die wollen nur euer Bestes, nämlich an euer erspartes Geld.

  • Ha Ha Ha da kommentieren die Blinden wieder über die Farben, anstatt Aktien zu kaufen und Geld zu verdienen.

  • Das was hier seit Jahren passiert ist, würde immer auf dem Rücken und zum Schaden der einfachen Bürger ausgetragen.
    Nur damit wenige immer reicher werden, muss die breite Masse immer weitere Einschnitte und Verschlechtereungen hinnehmen.
    Wir sollten uns wehren, vor allem, wenn jetzt immer mehr dieser Schweinereien ans Licht der Öffentlichkeit gelangen. Schauen Sie sich Juncker an, ein Wendehals vor dem Herrn. Luxembourg ein Steuerparadies für Steuervermeider und Briefkastenfirmen, gleichzeitig stellt sich dieser Mann in Brüssel hin und erzählt uns von Steuerbetrug, welchen er unterbinden will.
    Soviel zur Glaubwürdigkeit dieser Damen und Herren.
    Es geht denen nicht um die Rettung Europas, nein denen geht es um die Rettung ihres hochgezahlten Beamtenversorgungswerkes EU.
    Europa ist nicht die EU, Europa und EU sind eben nicht dasselbe.
    Europa wird nicht zerfallen, die EU schon und das zurecht.

  • Sieht man auch schön am 10 Jahres Kursd des Euros hier beim HB.
    Ab Januar 2015 ging es kontinuierlich immer weiter abwärts (unter die 1,20 € Marke).
    Da hat sich nichts mehr stabilsiert.

  • Es blieben die Lohnstückkosten.
    Diese sind bereits in Südeuropa so niedrig, dass kein Handlungsspielraum mehr besteht, zusätzlich vernichtet die Automatisierung zig Arbeitsplätze.

    Laut Sinn müssten die aber in Frankreich, Spanien und Italien weiter massiv sinken, was kein Volk länger mitmachen wird. Bei uns in D müssten hingegen die Lohnstückkosten weiter stark ansteigen, was die Unternehmen hier in D nicht mittragen werden.
    Innrhalb des Euros abzuwerten geht nunmal nur über die Lohnstückkosten oder eben Austritt aus diesem europäischen Fehlversuch. Selbst die Schweiz schaffte es als reichstes europäisches Land nicht, sich dauerhaft mit seinem harten Franken an den Euro anzukoppeln. Der Schweizerischen Nationalbank ist der Euro schlicht und ergreifend zu teuer geworden, schließlich war sie der größte Stützungskäufer des Euros. Man könnte den Schweizer Ausstieg auch so interpretieren:
    „Die SNB glaubt für die Zukunft nicht mehr daran, dass der Euro jemals wieder eine werthaltige und stabile Währung wird.“ Deshalb die Notbremse und die Aufgabe des festen Wechselkurses. Man könnte auch sagen, die Schweiz ist im Januar 2015 indirekt aus dem Euro ausgestiegen.

  • Zudem wieviele der geschönten Bilanzen der ach so erfolgreichen deutschen DAX-Unternehmen sind was die Gerwinnaussichten angeht getürkt?
    Ich tippe auf mind. 30 Unternehmen im DAX, die durch Bilanzierungstricksereien ihre Bilanzen zum Positiven manipulieren und somit ihre Anleger bewusst über die tatsächliche finanzielle Lage des Unternehmens täuschen.
    Was hier im großen Stil stattfindet, halte ich für ein Kapitalverbrechen und für Betrug!
    Und die Zentralbanken mischen dabei kräftig mit.

  • Weil wir das alle schon wissen Joachim !
    Guten Morgen.

    Dieses Jahr wird die Entscheidung bringen !

    Durch den € entfiel das Stabilisierungsmittel der Währungs-Anpassungen in
    Es blieben die Lohnstückkosten.
    Diese sind bereits in Südeuropa so niedrig, dass kein Handlungsspielraum mehr besteht, zusätzlich vernichtet die Automatisierung zig Arbeitsplätze.

    Dies spielte alles keine Rolle so lange Wachstum und Goldgräberstimmung in den Großbetrieben herrschte.

    Aber!
    Es gibt keinen Plan-B für die gegensätzliche Entwicklung, die wir jetzt haben.
    Daher sollte man sich endlich das Scheitern dieses Experiments eingestehen.

    In den USA planen sie mittlerweile eine neue Mars-Mission,
    ich hätte da eine Idee, wer da alles mitfliegen könnte
    :-)

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