Börse Frankfurt Dax gibt vor Start der US-Berichtssaison nach

Vor der Präsentation der ersten US-Unternehmenszahlen haben sich die Anleger in Frankfurt am Dienstag mit Zukäufen zurückgehalten. Für einen turbulenten Auftritt sorgte indes erneut die Aktie von Solarworld.
Update: 08.01.2013 - 18:06 Uhr 14 Kommentare
Handelsraum der Frankfurter Börse. Quelle: dpa

Handelsraum der Frankfurter Börse.

(Foto: dpa)

FrankfurtVor dem Start der US-Berichtssaison am Dienstagabend hat der Dax erneut leichte Verluste eingefahren. Nachdem sich der Leitindex über weite Teile des Tages in der Gewinnzone aufhielt, fiel er zum Handelsschluss um 0,5 Prozent auf 7695 Punkte und erreichte den bislang tiefsten Schlusstand im Januar.

Händler begründeten die Abwärtsbewegung am Nachmittag mit sehr vagen Gerüchten, wonach Paris über eine bevorstehende Abstufung der Kreditwürdigkeit französischer Staatsanleihen durch eine Ratingagentur informiert worden sei. Dies wurde von der französischen Regierung jedoch dementiert. Andere Börsianer nannten auch den nachgebenden Euro und die schwächere Wall Street als Belastungsfaktoren. In der zweiten Reihe verlor der MDax 0,1 Prozent auf 12.191 Punkte. Der TecDax kletterte um 0,6 Prozent auf 864 Stellen.

Marktstratege Stan Shamu vom Broker IG sprach von einer Konsolidierung und abwartenden Haltung an den Märkten. Der Risikoappetit sei aktuell ausgeglichen, es werde auf neue Impulse gewartet. Diese dürfte es schon am Abend geben, wenn in den USA der Aluminiumkonzern Alcoa seine Ergebnisse für das vierte Quartal und das Jahr 2012 vorlegt. Außerdem präsentiert der Agrarkonzern Monsanto die Zahlen für das erste Quartal seines Geschäftsjahres 2012/2013.

Viele Analysten erwarten von der Bilanzsaison aber keine großen Impulse. Der über Monate geführte Haushaltsstreit in den USA dürfte bei den Unternehmen Spuren hinterlassen haben, heißt es in viele Kommentaren. Goldman Sachs rechnet damit, dass sich die Gewinne an den europäischen Börsen in den ersten drei Monaten des Jahres in Grenzen halten werden, da der US-Haushaltsstreit und die Euro-Schuldenkrise noch nicht beigelegt sind. Für den europäischen Stoxx 600-Index prognostizieren sie einen Anstieg von einem Prozent. Die Analysten von Cheuvreux gehen sogar von einem Rücksetzer an Europas Börsen aus.

Zu den Gewinnern im Dax gehörten am Abend die Papiere des Nivea-Herstellers Beiersdorf. Sie legten um 2,4 Prozent zu, nachdem Analysten von Nomura das Kursziel für die Aktie von 60 auf 72 Euro erhöht hatten. Ebenfalls oben standen bei Börsenschluss in Frankfurt die Werte von Merck (+2,4 Prozent) und K+S (+1,4 Prozent).

Totgesagte Aktien leben länger

E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000ENAG999
Börse
L&S

-0,05 -0,53%
+9,31€
Chart von E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Eon: Gewinnwarnung führt zu Rekord-Absturz
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Eon: Gewinnwarnung führt zu Rekord-Absturz

Einer der spektakulärsten Kursabstürze im vergangenen Jahr war sicherlich der Einbruch der Eon-Aktie im November. Am 13. des Monats hatte der Chef des Energiekonzerns, Johannes Teyssen, die Prognose für 2013 gekippt und die Dividende in Frage gestellt. An einem einzigen Tag fielen die Titel um elf Prozent. Das war der höchste Einbruch des Kurses der Aktie an einem Tag. Anschließend senkten Analysten ihre Bewertungen, die Titel rauschen weiter abwärts.

Kursentwicklung 1 Jahr: -18 %

Sky Deutschland: Vom Mauerblümchen zum Star

WKN
ISIN
Börse

Chart von Sky Deutschland: Vom Mauerblümchen zum Star
Sky Deutschland: Vom Mauerblümchen zum Star
2 von 15

Sky Deutschland: Vom Mauerblümchen zum Star

Gleich das Gegenteil im Anschluss: Eine der wohl überraschendsten Aktien des vergangenen Jahres ist der Bezahlfernsehsender Sky Deutschland. Die Papiere sind heute doppelt so viel wert wie vor einem Jahr, dabei galt das Papier lange als Sorgenkind der Börse. Doch nachdem sich das Unternehmen die Bundesliga-Rechte gesichert hatte, ging es bergauf. Weitere gute Nachrichten schickten die Aktie immer höher. Mal war von einem neuen Zuschauerboom die Rede, mal hieß es, der Medienunternehmer Rupert Murdoch könnte das Unternehmen bald vollständig übernehmen.

Kursentwicklung 1 Jahr: +200 %

Gagfah

WKN
ISIN
LU0269583422
Börse
n. a.

Chart von Gagfah
Gagfah: Anleger über Ende eines Rechtsstreits erleichtert
3 von 15

Gagfah: Anleger über Ende eines Rechtsstreits erleichtert

Ins Rampenlicht traten zuletzt auch zwei Immobilienunternehmen. Im vergangenen Frühjahr machte die Immobiliengruppe Gagfah auf sich aufmerksam. Die Tochter des US-Finanzinvestors Fortress beendete einen Rechtsstreit mit der Stadt Dresden. Die Stadt wollte wegen angeblicher Verstöße gegen Mieterschutzklauseln eine Vertragsstrafe von mehr als einer Milliarde Euro eintreiben. Man einigte sich auf einen Vergleich, daraufhin schoss die im MDax notierte Aktie durch die Decke.

Kursentwicklung 1 Jahr: +117 %

PATRIZIA IMMOBILIEN AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000PAT1AG3
Börse
L&S

-0,28 -1,58%
+17,47€
Chart von PATRIZIA IMMOBILIEN AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Patrizia: Geschäftspolitik kommt gut an
4 von 15

Patrizia: Geschäftspolitik kommt gut an

Im SDax fiel das Immobilienunternehmen Patrizia auf. Anlegern gefiel die gute Geschäftsentwicklung. Mit seinen Prognosen überzeugte das Unternehmen zudem die Analysten. Insbesondere der lukrative Verkauf von Immobilien kam gut an. Andererseits will der Konzern neue Zukäufe tätigen, was ebenfalls gewürdigt wurde. So meinte zum Beispiel Analyst Torsten Klingner von Warburg Research nach der kürzlich angekündigten Übernahme der Tamar Capital Group (TCP), mit dem Zukauf stärke die Immobiliengesellschaft das Dienstleistungssegment sowie die europäische Präsenz außerhalb Deutschlands.

Kursentwicklung 1 Jahr: +107 %

Solarworld: Sorgenkind der Börse

WKN
ISIN
Börse

Chart von Solarworld: Sorgenkind der Börse
Solarworld: Sorgenkind der Börse
5 von 15

Solarworld: Sorgenkind der Börse

Ganz anders sieht es in Branchen aus, die eigentlich als Zukunftssegmente gelten: die Erneuerbaren Energien. Solarunternehmen gingen reihenweise pleite, die Überlebenden kämpfen verzweifelt. Zu den Sorgenkindern des Jahres gehört denn auch ein einst gefeierter Star. Solarworld, Deutschlands Primus der Branche, leidet unter den schwierigen Branchenbedingungen – unter Überkapazitäten und einem hohen Preisdruck. Die TecDax-Aktie schrumpft auf ein knappes Drittel ihres Wertes zu Jahresbeginn und reiht sich unter die Pennystocks ein.

Kursentwicklung 1 Jahr: -68 %

SMA SOLAR TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0DJ6J9
Börse
L&S

-1,71 -5,56%
+28,92€
Chart von SMA SOLAR TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.
SMA Solar: Überraschungs-Coup verblüfft Beobachter
6 von 15

SMA Solar: Überraschungs-Coup verblüfft Beobachter

Ein weiteres Beispiel aus der Branche: SMA Solar stellt Wechselrichter für die Solar-Industrie her und gilt hier als Weltmarktführer. Doch auch das hessische Photovoltaikunternehmen litt die ganze Zeit unter dem Preisverfall. Doch nun ist dem Konzern ein Überraschungs-Coup gelungen. Er hat die Mehrheit an dem chineischen Wechselrichter-Hersteller Jiangsu Zeversolar übernommen und damit einen Fuß in einem der wichtigsten Märkte der Welt in der Tür. Allein am Donnerstag legte die Aktie 14 Prozent zu.

Kursentwicklung 1 Jahr: -56 %

NORDEX SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0D6554
Börse
L&S

-0,08 -0,94%
+8,51€
Chart von NORDEX SE INHABER-AKTIEN O.N.
Nordex: Ähnliche Probleme wie im Solarmarkt
7 von 15

Nordex: Ähnliche Probleme wie im Solarmarkt

Von solchen Ausnahmen abgesehen läuft es hingegen nicht nur in der Solarbranche schlecht, auch in der Windenergie. Zwar seien die Bedingungen anders als im Solarmarkt, doch auch die Windanlagenbauer litten unter starkem Wettbewerb, der mit Überkapazitäten und einem massiven Preisverfall einher gehe, schrieb Analyst Holger Fechner von der NordLB kürzlich in einer Branchenstudie.

Kursentwicklung 1 Jahr: -23 %

Am unteren Ende des Dax notierten die Papiere von Lanxess mit einem Minus von 3,3 Prozent. Händler führten das auf einen Kommentar des Brokerhauses MainFirst zurück. Die Experten rechnen für den Konzern mit einem schwierigen Start in das erste Quartal, da vor allem in der Auto- und Reifenindustrie die Nachfrage schwächele. Sie stuften die Aktien laut Börsianern auf „Underperform“ zurück.

„Offenbar fühlen sich einige Anleger an die Aussagen des Firmenchefs Axel Heitmann vom Jahresende erinnert und erwarten nichts allzu Gutes“, sagte ein Börsianer. Er hatte kurz vor Weihnachten in einem Zeitungsinterview erklärt, dass die Gewinnsteigerung im zu Ende gehenden Geschäftsjahr „eher am unteren Ende“ der prognostizierten Spanne von fünf bis zehn Prozent liegen und auch der Start ins Jahr 2013 unruhig werde.

Kräftige Kursausschläge bei Solarworld
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14 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax gibt vor Start der US-Berichtssaison nach"

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  • @KlinglBiml
    warum sollten Sie sich unbeliebt machen ?
    Es verfolgt Ihre Posts ja niemand aufmerksam
    und ist so blöd danach zu handeln.

  • also derzeit gehöre ich selbst zu den "anderen".

    Na, wo seit's er alle hin? Wer meine posts aufmerksam verfolgt, muss sich eingestehen, dass ich mit meiner contra-Handeslblatt einstellung ordentlich €€€ gemacht habe.

    Tja, man muss ich auch mal unbeliebt machen und nicht der sesshaften Handelsblatt-Redaktion-und-Leser-Meute hinterher rennen.

    Ich sollte eigentlich auch Analyst werden! Ach ne, so einen besch****en "Job", nein so einen Kaffesatzlesen-Tätigkeit würde ich never ever machen.

  • Short ist Mord... am eigenen Geld.

    Man braucht schon ein extrem gutes Timing, um in der aktuellen Phase mit Short Geld zu machen. Die Notenbanken fluten alles zu - falls nötig. Also sollte doch klar sein, wo das Geld am besten aufgehoben ist.

    Ist aber euer Geld bzw. war.

  • Da waren Sie diesmal etwas zu schnell mit dem Short-gehen.
    Aber prinzipiell stimme ich Ihnen zu.
    Wenn man nicht zu hoch hebelt kann das wieder ein sehr schönes Geschäft werden. Ich warte noch etwas mit dem Einstieg.

  • K+S hat auch keine Substanz meiner Meinug nach,sollte auch weg sein damit der DAX mal steigen kann.magere 0,8% im Plus,aber seit ner stunde nur richtung süden,da wird direkt mal auf den "Gipfelsturm"abverkauft.schön short gehen oder bleiben.

  • jetzt wird im HB, an dieser Stelle, die
    Verschwörung der Medien endlich aufgedeckt:
    für den shorti:
    die Blätter reden die Aktien hoch,
    damit der Dumme kauft,
    in Wahrheit schleicht sich die Baisse
    auf Samtfoten an und die Profis entledigen sich
    ihrer Aktienbestände.

    für den Longi:
    die Medien reden die Aktien hoch,
    damit die Leute denken,
    sie sollen reingelegt werden und verkaufen,
    damit die Profis billig kaufen können.

  • Falls sie mich meinen, muss ich sie leider enttäuschen. Immer schön contra mediales Handelsblatt-aufgebausche traden macht mich noch zum frührentner... :D

  • @Triangel-Bob: Das Geld ist nicht weg. Es hat nur ein anderer.

  • Also die Aktie von Solarworld hat keine wirtschaftliche Substanz mehr! Diese Aktie ist zu einer Zockeraktie verkommen. Da machen momentan einige Abzocker krumme Geschäfte mit Solarworldaktien!!!
    Wirtschaftlich stabil und renditeträchtig ist das Produkt von Solarworld nie gewesen und wird dies auch nie.
    Diese Aktie hätte schon längst vom Markt verschwinden müssen!

  • wer hat gerade gekauft? strohfeuer! tendenz weiter gen süden!

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