Börse Frankfurt Dax holt nach jüngstem Kurssprung etwas Luft

Nach einer erfolgreichen Börsenwoche ging dem Dax am Freitag die Puste aus. Der Leitindex blieb auch zum Ende hin in der Verlustzone. Die Titel von Lufthansa und Thyssen-Krupp legten zu, Autoaktien hingegen fielen.
Update: 27.01.2017 - 18:01 Uhr Kommentieren

Dax schnauft durch – Trump doch kein Börsenschreck

FrankfurtNach dem Kurssprung der vergangenen Tage ist dem Dax am Freitag die Puste ausgegangen. Der deutsche Leitindex fiel am Ende um 0,29 Prozent auf 11 814,27 Punkte. Im Laufe der Woche, in der er den frischen Schwung an den US-Börsen mitnahm und so von der Hoffnung auf eine Belebung der US-Wirtschaft unter Donald Trump profitierte, hat er aber um fast 1,6 Prozent zugelegt.

„Die Luft ist dünner geworden. Der Dax scheint bereits einiges an positiven Erwartungen eingepreist zu haben“, sagte LBBW-Investmentanalyst Uwe Streich. In der zu Ende gehenden Woche hatten Spekulationen auf einen weltweiten Wirtschaftsboom die Börsen angetrieben. Der Dax stieg auf den höchsten Stand seit 20 Monaten, der Dow-Jones-Index der Standardwerte in den USA knackte erstmals in seiner Geschichte die Marke von 20.000 Punkten.

Börsenexperte Markus Huber vom Broker City of London Markets rechnet damit, dass die Schwächephase an den Aktienmärkten nicht lange anhält. Viele Investoren könnten die günstigeren Kurse nutzen und auf den Zug aufspringen. „Besonders in den USA setzten Anleger darauf, dass der neue Präsident Donald Trump keine Zeit verliert und neue radikale Maßnahmen auf den Weg bringt, die seiner Ansicht nach die Konjunktur ankurbeln.“ Trump kündigte im Wahlkampf Steuersenkungen und Deregulierungen für Unternehmen sowie umfassende Infrastrukturprogramme an.

Das wurde 2016 aus 100.000 Euro
Platz 27: Aktien Nigeria
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Euro-Investoren, die im vergangenen Jahr an der kleinen nigerianischen Börse investierten, machten ein sehr schlechtes Geschäft. Das lag gar nicht mal an den Aktien selbst, der Leitindex Nigeria All Share verlor zwar „nur“ sieben Prozent. Das lag vor allem daran, dass der bevölkerungsreichste afrikanische Staat stark von den Öleinnahmen ist. Doch am 20. Juni gab die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung Naira an den Dollar auf. Die darauf folgende deutliche Abwertung der Währung Naira zu vielen Währungen macht die Aktien aber zum weltweit größten Verlustbringer. Wer Anfang des Jahres theoretisch 100.000 Euro an der Börse in Nigeria investierte, hat jetzt nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Privatanleger können jedoch kaum in Nigeria direkt investieren, es gibt auch keine Zertifikate oder börsengehandelte Indexfonds auf den Nigeria All Share.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 26: Ghana
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Auch gezielte Investitionen an der Börse in Ghana sind für hiesige Privatanleger kaum möglich. Das ist auch gut so. Denn der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, entwickelte sich sehr schlecht. Die agrarisch strukturierte  Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes,  schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein. Von 100.000 in Ghana investierten Euro blieben bis Jahresende nur 77.840 Euro übrig.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

 

Platz 25: Aktien Ägypten
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Noch dramatischer als in Nigeria schlägt in Ägypten die Währungsentwicklung zu Buche. Dort gab die Zentralbank im November den Wechselkurs des ägyptischen Pfunds frei, das daraufhin abstürzte. Das bescherte Anlegern, die im Januar 100.000 Euro in den Leitindex EGX 30 investierten einen Verlust von 20.430 Euro, so dass nur noch 79570 Euro übrig bleiben. Das fast Tragische dabei: Die Abwertung beflügelten den Aktienmarkt. Der EGX 30 selbst gehört in Lokalwährungen gerechnet mit einem Plus von mehr als 70 Prozent zu den weltweit besten Börsen und stieg auf ein Rekordhoch nach dem anderen.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 24: Aktien China
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Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450 Euro übrig.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 23: Britisches Pfund
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Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell. Auf Jahressicht hat der Leitindex Footsie deshalb in Pfund gerechnet über 14 Prozent zugelegt und stieg Ende Dezember sogar auf ein Allzeithoch. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 22: Mexikanischer Peso
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Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro. Mexikos Leitindex IPC legte aber um zumindest rund sechs Prozent zu.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 21: Sparbuch
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Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

In den vorigen drei Handelstagen hatte der Dax noch um mehr als zweieinhalb Prozent zugelegt und dabei von der guten Stimmung an der Wall Street profitiert, die abermals von der Hoffnung auf eine weitere wirtschaftliche Belebung unter dem neuen US-Präsidenten Donald Trump Auftrieb erhielt.

Zum Wochenschluss lieferten Konjunkturdaten aus den USA nun aber ein durchwachsenes Bild. So verlor das Wirtschaftswachstum im Schlussquartal 2016 deutlich an Tempo. Zudem fielen die Neuaufträge für langlebige Güter im Dezember überraschend, wenngleich dies auch an den stark schwankenden Aufträgen für Transportgüter lag. Analyst Ulrich Wortberg von der Landesbank Helaba sprach aber in einer ersten Reaktion von einem noch immer soliden Wachstum der US-Wirtschaft.

In der zweiten Börsenreihe schlossen die Indizes nur wenig bewegt, aber mit unterschiedlichen Vorzeichen. Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax legte um 0,08 Prozent auf 22 881,12 Zähler zu, während es für die Technologiewerte im TecDax um 0,11 Prozent auf 1857,58 Punkte nach unten ging. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es derweil um rund ein halbes Prozent nach unten auf 3.302,62 Punkte.

Bei den Aktien deutscher Autobauer hinterließen die Sorgen vor Handelsschranken der USA Spuren. Papiere von Daimler und Volkswagen fielen um 1,17 und 1,7 Prozent. Die USA sind ein wichtiger Absatzmarkt für die Hersteller. Daher fürchten die Anleger die Auswirkungen möglicher Einfuhrsteuern unter Trump.

Zu den Favoriten im Dax zählten die Aktien von Thyssenkrupp. Sie gewannen am Tag der Hauptversammlung des Industriekonzerns 1,67 Prozent. Das Unternehmen ist nach den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres auf gutem Weg, die im November gesetzten Ziele zu erreichen. Lufthansa-Aktien verteuerten sich um 1,63 Prozent, nachdem die Analysten der britischen Bank HSBC sich positiver als zuletzt geäußert hatten.

Im MDax knickten die Anteilsscheine der Aareal-Bank um rund dreieinhalb Prozent ein. Hier stimmte ein verhaltener Kommentar der HSBC-Analysten die Anleger vorsichtig. Aktien von Nemetschek fielen nach der Vorlage vorläufiger Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2016 um rund 3,7 Prozent. Der Bausoftware-Hersteller verfehlte seine hochgesteckten Ziele für 2016 trotz Rekordwerten knapp.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,23 Prozent am Vortag auf 0,21 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,07 Prozent auf 141,36 Punkte. Der richtungweisende Euro-Bund-Future gewann 0,06 Prozent auf 161,77 Punkte. Der Euro wurde zuletzt mit 1,0691 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstag auf 1,0700 Dollar festgelegt.

  • dpa
  • rtr
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