Börse Frankfurt Dax im Minus - Anleger hoffen auf EZB

Vor der EZB-Sitzung am Donnerstag wagen sich die Anleger nicht aus der Deckung. Über weite Strecken dümpelte der Dax am Dienstag knapp unter 7000 Punkten. Schlechte US-Daten drückten den Index deutlich ins Minus.
Update: 04.09.2012 - 18:12 Uhr 26 Kommentare

Börse Frankfurt am Abend

DüsseldorfSchlechte Daten zur US-Konjunktur haben den Dax am Dienstag Verluste beschert. Nachdem der Leitindex über weite Strecken des Tages leicht unter der 7000-Punkte-Marke gedümpelt hatte, ging das Börsenbarometer mit einem Minus von 1,2 Prozent und 6932 Punkten in den Feierabend. Der MDax rutschte um 1,3 Prozent auf 10.905 Stellen, der TecDax verlor 0,7 Prozent und schloss bei 793 Zählern.

Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA war im August auf 49,6 gefallen. Von Bloomberg News befragte Analysten hatten mit einem Anstieg von 49,8 im Juli auf 50,0 Punkte gerechnet. Darüber hinaus fielen die Bauausgaben in der größten Volkswirtschaft der Welt im Juli um 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat, während Ökonomen einen Anstieg um 0,4 Prozent prognostiziert hatten.

Zuvor stand der Börsentag ganz im Zeichen der am Donnerstag stattfindenden EZB-Sitzung, bei der Mario Draghi voraussichtlich Details zu den geplanten Anleihekäufen der Eurozonen-Peripherieländer vorstellen wird. Entsprechend zurückhaltend agierten die Anleger im Vorfeld.

Bereits am Morgen wurden die Kurse von einer Ansage der Ratingagentur Moody's unter Druck gesetzt. Sie hat die Europäische Union (EU) vor einer Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit gewarnt. Die Ratingagentur senkte in der Nacht zum Dienstag den Ausblick für die Top-Bonitätsbewertung der EU auf negativ. Sie begründete dies mit den negativen Aussichten für die Spitzennote der vier Schwergewichte Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Niederlande, die am meisten zum EU-Haushalt beitragen.

Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi vor EU-Abgeordneten sorgten allerdings für ein Gegengewicht. Den Parlamentariern zufolge hatte Draghi erklärt, der Kauf von Staatsanleihen mit einer Laufzeit von bis zu drei Jahren stelle keine Staatsfinanzierung dar. Dies ist für einen Händler ein Indiz dafür, dass die EZB in der Schuldenkrise nun doch aggressiver vorgehen will. Die Warnung der US-Ratingagentur Moody's, die Kreditwürdigkeit der EU - also inklusive von Nicht-Euro-Staaten wie Großbritannien - zu senken, rücke durch die Hoffnungen auf die EZB in den Hintergrund.

Die Spitzen-Bewertung „AAA“ für die EU behielt Moody's zwar bei. Trotzdem könnte der Warnschuss den Druck auf die EZB erhöhen, bei ihrer Sitzung am Donnerstag einen detaillierten Plan zur Bekämpfung der europäischen Schuldenkrise vorzulegen. Im Juli hatte Moody's die Top-Note für die Bonität Deutschlands, der Niederlande und Luxemburgs bestätigt, nahm aber den Ausblick von „stabil“ auf „negativ“ zurück.

Wenig Auswirkung auf das Börsengeschehen hatten die am Nachmittag ebenfalls bekanntgegebenen Erzeugerpreise der Eurozone. Sie waren im Juli gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent gestiegen. Von Bloomberg News befragte Analysten hatten mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet.

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26 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax im Minus - Anleger hoffen auf EZB"

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  • Nochmal langsam und zum Mitschreiben:

    DIE EU HAT KEINE SCHULDEN.

    NULL - NIX - ZEROTTO.

    DER EU-HAUSHALT WAR IMMER AUSGEGLICHEN - KEIN DEFIZIT.

  • Mich interessiert nicht der DAX Stand, sondern das Unternehmen
    selbst. Es gibt immer unterbewertete Aktien im DAX, MDax u. SDax,
    die zur Altersvorsorge etwas taugen.
    Fundamental muss alles in Ordnung sein, keine Kapitalerhöhung
    anstehen( EKquote mind. 30%), KBV unter1, moderates KGV,
    Schuldenquote muss sich noch im Rahmen bewegen und vieles
    mehr.Die detailierten Ausführungen würden hier den Rahmen
    sprengen. Ich muss nur bereit sein die Gewinne nicht zu realisieren und das über 5Jahre. Danach weitere Anlageentscheidungen treffen. Gewinne und Div. immer wieder
    reinvestieren. Disziplin sehr wichtig und keine Gier entwickeln.
    ( siehe Schuler, Elexis, Init, Infineon). Wer Zeit hat das Commerzbankschnäppchen bei 1,24 Euro)
    MfG
    Walter Schmid

  • @Rechner
    Wenn ich etwas lernen kann in meinem fortgeschrittenen Alter,
    dann überwiegend von Ihnen. Die meisten Bloggler schreiben
    Halbwahrheiten bzw. Vermutungen.Obwohl ich alle Beiträge
    aus Wertschätzung lese, muss ich hàufig die Hànde über dem
    Kopfe zusammenschlagen. Also fundierter schreiben bzw. Visionen( auch Vorschläge) anbieten.
    MfG
    Walter Schmid

  • 'also_wirklich', Sie sind besoffen.

    Die EU hatte noch nie ein Haushaltsdefizit.

    Und NULL Schulden.

    Daß Barroso gerne mehr hätte hat damit nichts zu tun.

    Und daß einige MITGLIEDER ein bißchen klamm sind, auch nicht.

    Sollte die EU weniger Einnahmen haben, kann sie eben weniger ausgeben.

    Vielleicht sollten Sie sich 'mal ein bißchen mit dem EU-Haushalt beschäftigen, bevor Sie hier großkotzig Ihren Schwachsinn vom Stapel lassen.

  • Wss soll Mario Draghi auch schon machen. Natürlich wird er Staatsanleihen kaufen. Die andere Option, das er es nicht tut, würde die Südländer vmtl. in die Deflation stürzen. Das Argument das die Zinsen auch vor der Euroeinführung weit über 10% lagen kann man nicht mehr als Argument geltend machen da den Staaten die Möglichkeit genommen wurde ihre eigene Währung zu inflationieren. Somit sind heute 10% Zinsen viel mehr als vor der Euro Einführung. Das Grundproblem liegt im verzinstem Schuldgeldsystem. Der Euro kam als i-Tüpfelchen noch dazu. Wenn man also am Geldsystem nichts ändern will, und dafür wird gesorgt, gibt es nur 3 Möglichkeiten um aus der Schuldenproblematik raus zu kommen. Inflation, Schuldenschnitt oder im Extremfall, aber auch nicht selten, Krieg. Eine herbeigeführte Deflation wäre auf jeden Fall die größte Katastrophe. Die Gesschichte lehrt ja das gerade daraus Extremismus und Hass hervorgeht.

    Solange nur herumgedoktort wird um ein Schauspiel für die Öffentlichkeit zu veranstallten, damit diese bereitwillig ihr Vermögen und ihre Freiheit aufgibt, sofern man überhaupt erkennt was läuft, ist kein Licht am Ende des Tunnels.
    [...] +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

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    (http://www.handelsblatt.com/impressum/netiquette/)

  • Ich bin zuversichtlich, dass die gute wirtschaftliche Entwicklung ungebrochen sein könnte. Die Einnahmenseite bietet uns die hervorragende Chance, weiterhin solide Sozialleistungen im Interesse unsere arbeitenden Volkswirtschaft zu leisten. Mit der Bundesbank und Herrn Weidemann sind wir gut aufgestellt, sodass Herr Draghi in gutem Gleichgewicht der europäischen Märkte seine Aufgaben zur Sicherung unserer Zahlungsfähigeit wahrnimmt.

  • Rechner, Sie sind stoned!

    Natürlich hat die EU kein Haushaltsdefizit - oder wie war das nochmal? Van Rompuy und Baroso benötigen doch dringend mehr Geld, weil man mit den Ausgaben nicht hinkommt.

    Dafür haben es die einzelnen Länder und in ihrer Gesamtheit wird es ein finanzielles Desaster geben oder vielleicht hat man es ja schon. Man frage nur einen Griechen oder einen Portugiesen oder einen Iren oder einen Spanier! Abgesehen von Estland etc. die ja auch für den ganzen Unsinn zahlen dürfen.

  • 'Sodener' sagt
    ----------------
    Man kann über die amerikanischen Ratingagenturen denken wie man will, fakt ist das die EU sich jeden Tag mehr auf ein finanzielles Deasaster zu bewegt.
    ----------------

    Die EU hat keinerlei Schulden und kein Haushaltsdefizit.

    Weshalb der "Ausblick" Moodys auschließlich der hohen kriminellen Energie geschuldet ist, die diese kriminelle Vereinigung an der Tag legt.

  • Der DAX ist also wegen Moody von 7014 Punkten auf 7003 Punkte bzw. um 0,1568292 Prozent eingebrochen? Eine solche lächerliche Überschrift hätte ich dem Handelsblatt nicht zugetraut! Das genaue Gegenteil ist doch offensichtlich der Fall: Der Markt interessiert sich nicht (mehr) für die Moodys-Warnungen!

  • Haben Sie schon mal an die Zeit danach gedacht?

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