Börse Frankfurt Dax klettert zum Handelsschluss ins Plus

Hinter dem Dax liegt ein nervöser Handelstag. Lange kämpfte der deutsche Leitindex um das Vortagesniveau. In die Gewinnzone verhalfen ihm vor allem Fresenius Medical Care und die Deutsche Börse.
Update: 27.01.2016 - 17:56 Uhr

Ölpreis gibt nach, gute Stimmung verschwindet

Frankfurt am MainDer schwache chinesische Aktienmarkt und die schwankenden Ölpreise haben den Dax am Mittwoch fest im Griff gehabt. Die weitgehend wie erwartet ausgefallenen Daten der GfK zur Verbraucherstimmung in Deutschland lieferten hingegen kaum Impulse.

Zum Handelsschluss liegt der deutsche Leitindex 0,6 Prozent im Plus auf 9881 Punkten. Das Börsenbarometer schwankt zurzeit heftig, nachdem der Jahresstart verpatzt worden war. Hintergrund ist die Ölpreisentwicklung. Der Handel mit dem Rohstoff wird als Indikator für die Weltwirtschaftslage gesehen.

Zunächst sank der Ölpreis am Mittwoch. Doch nach einer Meldung der Energy Information Administration, dass sich die Öllager in der Woche bis zum 22. Januar weniger stark gefüllt hatten, wie erwartet, stieg der Ölpreis – und mit ihm schließlich der Dax. Zuletzt hat ein Barrel (159 Liter) Brent 32,70 Dollar gekostet – und war damit 2,8 Prozent teurer als am Vortag. Ähnlich steil nach oben ging es für die nordamerikanische Sorte WTI. Sie kostete 32,17 Dollar (+2,3 Prozent).

Diese Aktien trotzen den Marktturbulenzen

FRESENIUS MEDICAL CARE KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005785802
Börse
L&S

+0,39 +0,44%
+87,91€
Chart von FRESENIUS MEDICAL CARE KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Fresenius Medical Care
1 von 12

Während stürmischer Marktphasen greifen viele Anleger auf antizyklische Werte wie Fresenius Medical Care zurück. Die Aktien des Medizintechnikkonzerns konnten gegen den Trend seit Jahresanfang 0,6 Prozent zulegen. Eine der häufigsten Fragen zu FMC sei weiter das Kosteneinsparpotenzial durch das Roche-Medikament Mircera zur Behandlung von Blutarmut bei chronischen Nierenerkrankungen, schrieb UBS-Analyst Ian Douglas-Pennant in einer Studie. Seine Analyse dazu zeigt: Wenn Patienten zu dieser kostengünstigeren Alternative wechselten, sollten die Margen des Dialysespezialisten 2016 steigen.

Kursentwicklung (seit dem 1. Januar 2016): + 0,6 Prozent*

*Stand: 25. Januar 2016

E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000ENAG999
Börse
L&S

+0,09 +1,07%
+8,70€
Chart von E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Eon
2 von 12

Das US-Analysehaus Bernstein Research empfiehlt Eon zum Kauf mit einem Kursziel von 12,70 Euro. In der zweiten Jahreshälfte erwarten Analysten die Abspaltung des konventionellen Kraftwerksgeschäftes in die neue Gesellschaft Uniper. Der Unternehmenswert Eons werde dann vor allem von den Bereichen Energieverteilung und -vertrieb sowie den Erneuerbaren Energien bestimmt, schrieb Analystin Deepa Venkateswaran in einer Studie. Aktuell erscheine die Eon-Aktie nicht fair bewertet.

Kursentwicklung: + 1,3 Prozent

ADIDAS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A1EWWW0
Börse
L&S

+0,70 +0,33%
+209,80€
Chart von ADIDAS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Adidas
3 von 12

Der Wechsel des bisherigen Henkel-Chefs Kasper Rorsted zu Adidas hat dem Sportartikel-Hersteller zum größten Kurssprung seit mehr als sieben Jahren verholfen. Die Aktien stiegen nach Bekanntwerden des Wechsels zeitweise um mehr als zwölf Prozent. „Frischer Wind tut Adidas sehr, sehr gut“, sagte Ingo Speich, Fondsmanager bei Union Investment. Adidas hatte zuletzt international den Anschluss an den Branchenführer Nike verloren. Der US-Konzern ist mit einem Jahresumsatz von zuletzt umgerechnet 28 Milliarden Euro fast doppelt so groß wie sein deutscher Konkurrent. 

Kursentwicklung: + 1,7 Prozent

RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007037129
Börse
L&S

+0,13 +0,61%
+21,47€
Chart von RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.
RWE
4 von 12

Der Energiekonzern RWE zeigt sich seit Jahresanfang in überraschend starker Form. Während der Dax 9,1 Prozent verlor, konnten die RWE-Papiere über vier Prozent zulegen. Jüngst hat der Versorger angekündigt, an der Kohlekraft noch über Jahre festhalten zu wollen – das Zukunftsgeschäft mit erneuerbaren Energien soll abgespaltet werden. RWE habe einen ganz klaren Plan, so Vizechef Rolf Martin. 2050 sei mit der Kohlekraft aber Schluss. An der Börse sind die Analysten geteilter Meinung. HSBC-Analyst Adam Dickens rät in einer Studie die Aktien deutscher Versorger angesichts der politischen Risiken weiter zu meiden. Anlageexpertin Nathalie Casali von JP Morgan verwies auf die attraktiven Bargeldzuflüsse – den Free Cashflow – des Versorgers und empfiehlt RWE zum Kauf.

Kursentwicklung: + 4,1 Prozent

OSRAM LICHT AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000LED4000
Börse
L&S

+1,25 +3,28%
+39,31€
Chart von OSRAM LICHT AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Osram
5 von 12

Die Commerzbank hat die Einstufung für Osram nach einem Analystentag auf „buy“ mit einem Kursziel von 50 Euro belassen. Eine Führung am Standort Regensburg habe zumindest einige Bedenken hinsichtlich des LED-Geschäfts zerstreut, schrieb Analyst Sebastian Growe in einer Studie. Es sei klarer geworden, wie komplex der Produktionsablauf und wie hoch entsprechend die Einstiegshürden seien. Doch nicht alle teilen den Optimismus. Der Lichttechnik-Konzern habe seine neue Strategie besser erklärt, schrieb auf der anderen Seite Societe-Generale-Analyst Alok Katre. Die Risiken nähmen deswegen aber nicht ab. Für eine positive Kursentwicklung hat es dennoch gereicht.

Kursentwicklung: + 0,4 Prozent

DIEBOLD NIXDORF AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0CAYB2
Börse
L&S

+0,30 +0,53%
+56,57€
Chart von DIEBOLD NIXDORF AG INHABER-AKTIEN O.N.
Wincor Nixdorf
6 von 12

Der Konzernumbau bei Wincor Nixdorf kommt besser voran als geplant. Die Ostwestfalen rechnen für das Ende September auslaufende Geschäftsjahr deswegen mit einem operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) von 160 bis 190 Millionen Euro. Bisher hatte die Zielmarke bei 150 Millionen Euro gelegen. Das half auch der Aktie, die seit Jahresanfang zu den stärksten Titel im MDax gehört.

Kursentwicklung: + 0,7 Prozent

HELLA GMBH & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A13SX22
Börse
L&S

+0,85 +1,70%
+51,13€
Chart von HELLA GMBH & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Hella
7 von 12

Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat die Einstufung für Hella auf „overweight“ mit einem Kursziel von 41 Euro belassen. Der globale Markt für Fahrerassistenzsysteme dürfte bis 2020 um durchschnittlich 20 Prozent pro Jahr zulegen. Damit dürfte dieser Bereich ein entscheidender Treiber für das Wachstum von Autozulieferern sein, schrieb Analystin Lucile Lerouxin einer Branchenstudie vom Dienstag. Continental und Hella machten sich diesen Trend zunutze.

Kursentwicklung: + 1,5 Prozent

Am Dax hat zudem ein Gewinneinbruch bei BASF, der auch mit dem Ölpreis im Zusammenhang steht, die Anleger verschreckt. Die Papiere des Chemiekonzerns fielen um bis zu 4,9 Prozent auf 59,01 Euro. Damit waren sie zeitweise zweitgrößter Verlierer im Dax. Zuletzt hat sich die Aktie allerdings erholt, verzeichnet dennoch 1,8 Prozent Verlust.

Bei BASF brach der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) 2015 infolge von Wertberichtigungen im Öl- und Gasgeschäft um 18 Prozent ein. „BASF ist ein Opfer der stark gefallenen Öl- und Gaspreise“, sagte NordLB-Analyst Thorsten Strauß. Vor allem das unbereinigte Ebit sei wegen notwendig gewordener Wertberichtigungen stärker als erwartet gesunken. Das Kursziel senkte die NordLB auf 64 von 78 Euro. Das Anlageurteil bleibe aber bei "Halten." BASF habe eine überdurchschnittlich hohe Dividendenrendite, zudem hätten die Titel in den Vorwochen bereits deutlich verloren.

Seit Jahresbeginn sind die Papiere um mehr als zwölf Prozent gefallen. Der Gewinneinbruch komme nicht überraschend, sagten Börsianer. „Es war vollkommen logisch, dass BASF wegen des gefallenen Ölpreises Abschreibungen vornehmen muss“, sagte Marktanalyst Heino Ruland vom Brokerhaus ICF. Daher ging er davon aus, dass sich der Kurs im Tagesverlauf erholt. Tatsächlich verringerten die Papiere am Vormittag ihre Verluste auf ein Minus von zwei Prozent.

Bei den Nebenwerten lagen die Chemiewerte Covestro und Lanxess um bis zu 3,4 Prozent im Minus.

Heftige Schwankungen in China
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