Börse Frankfurt Dax kratzt wieder am Rekordhoch

Erst ohne Impulse, kurz vor Handelsschluss der Senkrechtstart: Der Dax startet ruhig in den Freitag, schließt aber nur knapp unter der neuen Rekordmarke. Und doch ist es der TecDax, der dem Leitindex die Show stiehlt.
Update: 12.05.2017 - 18:09 Uhr 1 Kommentar

Dax schafft es in die Gewinnzone

Dax schafft es in die Gewinnzone

FrankfurtLange dümpelte der Dax am Freitag vor sich hin. Auf dem Parkett gab es kaum Bewegung, der Leitindex notierte fast den gesamten Handelstag nahe der Vortagesmarke. Am späten Freitagnachmittag allerdings hievten Anleger den Dax erkennbar in die Gewinnzone – das wichtigste deutsche Börsenbarometer ging letztlich mit einem Plus von 0,47 Prozent bei 12.770 Punkten aus dem Handel. Das am Dienstag erklommene Rekordhoch von 12.783 Punkten war da schon fast wieder Geschichte.

Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp beurteilte die Aussichten für die europäischen Börsen optimistisch. „Denn angesichts der niedrigen Renditen am Geld- und Anleihenmarkt fehlen die Anlagealternativen.“ Der MDax der mittelgroßen deutschen Werte legte 0,16 Prozent auf 24.947 Stellen zu, der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,3 Prozent auf 3634 Punkte.

Diese zehn Aktien laufen auch bei Flaute

DAX ®

WKN
ISIN
DE0008469008
Börse
Xetra

-79,65 -0,62%
Chart von DAX ®
Leitindex DAX
1 von 11

Der bedeutendste deutsche Aktienindex ist der Dax. Er spiegelt die Kursentwicklung der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen wider. Während es lange bergauf ging, herrscht aktuell jedoch Flaute: In dieser Woche hat sich der Dax mit einem Wochenplus von lediglich rund 0,11 Prozent kaum bewegt. Wer jedoch auf die richtigen Unternehmen setzte, konnte ordentlich Kasse machen. Zehn Konzerne legten zu – entgegen der allgemeinen Stagnation – und weisen ein solides Wachstum auf.

BAYER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BAY0017
Börse
L&S

-0,95 -1,02%
+91,93€
Chart von BAYER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Bayer
2 von 11

Das Chemie- und Pharmaunternehmen Bayer ist weltweit tätig und teilt sich in die Sparten Gesundheit, Ernährung und Kunststoffe. Der Konzern ist besonders gut im Bereich Schädlingsbekämpfung und Saatgutentwicklung aufgestellt. Analysten sehen die Übernahme des US-Konzerns Monsanto positiv. Geduldige Anleger wurden bei Bayer belohnt, über die ganze Woche berechnet (unser Kurs in der oberen rechten Ecke bezieht sich nur auf den Freitag) stieg die Aktie um rund 0,91 Prozent an – und schlug den Dümpel-Dax damit locker.

DEUTSCHE BOERSE AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005810055
Börse
L&S

-1,48 -1,23%
+118,59€
Chart von DEUTSCHE BOERSE AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Börse
3 von 11

Die Deutsche Börse ist mit 37 Standorten in 29 Ländern global vertreten. Seit der 2007 vollzogenen Fusion der Terminbörse Eurex mit der US-amerikanischen ISE versteht sich der Konzern weltweit größter Betreiber von transatlantischen Marktplätzen für Derivate. Mit der Frankfurter Wertpapierbörse betreibt das Unternehmen die mit Abstand größte deutsche Börse. Auch wenn die Fusion mit der London Stock Exchange scheiterte, kehren die Anleger zurück: Die Aktie legte über die ganze Woche gerechnet um rund 1,15 Prozent zu und lag damit fast ein Prozent über der Wochenentwicklung des Dax-Index.

CONTINENTAL AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005439004
Börse
L&S

-5,32 -2,61%
+198,21€
Chart von CONTINENTAL AG INHABER-AKTIEN O.N.
Continental
4 von 11

Continental mit Sitz in Hannover gehört weltweit zu den größten Zulieferern der Automobilindustrie, für die er zahlreiche Komponenten und Module entwickelt und fertigt. Laut einer Analyse der Commerzbank von dieser Woche ist der Autozulieferer und Reifenhersteller stark gewachsen und konnte seine Erwartungen beim Umsatz in allen Bereichen übertreffen. Die Anleger honorierten dieses Lob – die Aktie stieg über die gesamte Woche gerechnet um rund 1,23 Prozent.

DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005557508
Börse
L&S

-0,01 -0,04%
+13,72€
Chart von DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Telekom
5 von 11

Die Deutsche Telekom ist im Bereich der Telekommunikation in Europa und auch weltweit einer der größten Spieler. Privatkunden werden mit Festnetz, Mobilfunk, Internet und TV, Konzerne mit Lösungen in der Informations- und Kommunikationstechnologie versorgt. Laut Analysten fällt der Konzern durch einen zwar langsamen, aber steten Fortschritt auf. Mut macht Anlegern der Ausbau des Glasfasernetzes und die möglichen Einsparungen durch eine Fusion der US-Mobilfunktochter T-Mobile US mit dem US-Wettbewerber Sprint. In der aktuellen Woche legte die Aktie ganze 1,44 Prozent zu.

RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007037129
Börse
L&S

+0,04 +0,19%
+22,15€
Chart von RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.
RWE
6 von 11

Der Energiekonzern RWE ist eines der fünf größten Strom- und Gasunternehmen in Europa. RWE fördert Öl, Gas und Braunkohle und erzeugt Strom aus Gas, Kohle, Kernkraft und regenerativen Quellen. Die Deutsche Bank hat das Kursziel für RWE von 13,50 auf 16 Euro angehoben und stuft die Aktie auf „Hold“ ein. An der Börse entwickelten sich die Papiere in dieser Woche 1,46 Prozent nach oben.

INFINEON TECHNOLOGIES AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006231004
Börse
L&S

-0,03 -0,12%
+23,08€
Chart von INFINEON TECHNOLOGIES AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Infineon
7 von 11

Der Tech-Hersteller Infineon entwickelt, fertigt und vermarktet eine breite Palette von Halbleiterprodukten und kompletten Systemlösungen für ausgewählte Anwendungsbereiche. Ein Wachstumsbereich soll das Geschäft mit der Autoindustrie sein, Geschäftsperspektiven gibt es mittelfristig auch für Infineons Siliziumkarbid-Technologie. Die Aktie kletterte diese Woche um satte rund 2,05 Prozent.

Daneben hielten ermutigende Konjunkturdaten Investoren bei Laune. Die deutsche Wirtschaft wuchs im ersten Quartal um 0,6 Prozent – so stark wie seit einem Jahr nicht mehr. „Die Unternehmen kommen in Investitionslaune“, urteilte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. „Die Hoffnung wächst, dass es zu einem sich selbst verstärkenden Aufschwung kommt.“

Wasser in den Wein gossen allerdings die US-Konjunkturdaten. Die dortigen Verbraucher gaben im April 0,4 Prozent mehr aus als im Vormonat. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Plus von 0,6 Prozent gerechnet. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft. Gleichzeitig lag die Inflation bei wie erwartet bei 0,2 Prozent. Dies dämpfte Spekulationen auf rasche Zinserhöhungen der Notenbank Fed und drückte den Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, 0,5 Prozent ins Minus auf 99,174 Punkte. Der Euro verteuerte sich im Gegenzug um mehr als einen halben US-Cent auf 1,0931 Dollar.

Den kräfitgsten Sprung verzeichnete der TecDax: Technologiewerte waren gefragt wie seit langer Zeit nicht mehr und hievten den Index um drei Prozent rauf auf 2210 Punkte – erstmals seit den Zeiten des neuen Marktes über die Marke von 2200. Treiber der starken Entwicklung zum Wochenausklang sind Übernahmepläne: Der Telekom- und Internetkonzern United Internet will das Mobilfunkunternehmen Drillisch schlucken. Die Aktien der beiden Unternehmen legten jeweils im zweistelligen Prozentbereich zu. „Der Deal macht absolut Sinn“, urteilte ein Händler. „Damit entsteht ein neuer großer Spieler am Markt.“

Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge nimmt der US-Mobilfunker Sprint einen neuen Anlauf für einen Zusammenschluss mit T-Mobile US. Deren Muttergesellschaft Deutsche Telekom, die prinzipiell offen für einen solchen Deal ist, wollte sich zu diesem Thema nicht äußern. Die T-Aktie stieg dennoch um 4,9 Prozent auf 17,53 Euro. Das ist der höchste Schlusskurs seit zwei Jahren – und die unangefochtene Dax-Spitze am Freitag. Spring gewannen in den USA 1,6 Prozent, T-Mobile bröckelten dagegen um 0,3 Prozent ab.

Derweil setzte sich die Berichtssaison im Leitindex fort. ThyssenKrupp hat Anleger mit seinen Zahlen und einer höheren Ergebnisprognose nicht überzeugen können. Die Aktien rutschten am Freitag um bis zu 5,5 Prozent auf ein Fünfeinhalb-Monats-Tief von 21,05 Euro ab. „Der Markt ist enttäuscht, er hat mehr erwartet“, sagte ein Händler. Im Tagesverlauf konnte ein Teil der Verluste wettgemacht werden, bei Handelsschluss bleibt aber ein Abstrich von vier Prozent. Der Versicherer Allianz und die Deutsche Wohnen legten stabile Zahlen vor.

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1 Kommentar zu "Börse Frankfurt : Dax kratzt wieder am Rekordhoch"

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  • Ja, halten sie den alten Dax gut fest, sonst fällt er vor Schwäche um.

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