Börse Frankfurt Dax leicht im Minus nach Brexit-Rede

Die Politik bestimmte das Geschehen an der Börse. Die Rede der britischen Premierministerin zu den Details ihrer Strategie für die Brexit-Verhandlungen beruhigte die Anleger etwas. Der Dax notierte dennoch im Minus.
Update: 17.01.2017 - 18:19 Uhr 1 Kommentar

Dax erholt sich von Verlusten

FrankfurtDie britische Premierministerin Theresa May hat die Brexit-Sorgen der Anleger etwas gemindert. Der Dax stand am Dienstag nach Handelsschluss 0,13 Prozent tiefer bei 11 540 Punkten, nachdem er zuvor mehr als 1 Prozent eingebüßt hatte. Beim Leitindex der Eurozone, dem EuroStoxx 50, stand ein Minus von lediglich 0,18 Prozent.

Der MDax, der die Aktien mittelgroßer Unternehmen repräsentiert, sank um 0,23 Prozent auf 22 476,56 Zähler. Der Technologiewerte-Index TecDax büßte 0,73 Prozent auf 1835,90 Punkte ein.

BMW, Daimler und Volkswagen konnten ihre Verluste vom Vormittag wieder etwas eingrenzen. Sie hatten zu Wochenbeginn unter den Verbalattacken des designierten US-Präsidenten Donald Trump gegen deutsche Autobauer gelitten.

Die Aktien von Beiersdorf lagen moderat im Plus. Der Konsumgüterproduzent hatte 2016 von gut laufenden Geschäften mit seinen Marken Nivea oder Eucerin profitiert. Analysten hoben vor allem die überraschend hohen Umsätze der Klebstoffsparte Tesa im vierten Quartal positiv hervor.

An der Dax-Spitze erholten sich die Anteilsscheine der Lufthansa von ihren jüngsten Verlusten und stiegen um rund 4,2 Prozent. Die Fluggesellschaft Etihad aus Abu Dhabi erwägt laut einem Pressebericht im Zuge einer Branchenkonsolidierung eine Beteiligung an dem Kranich-Konzern. Ein Lufthansa-Sprecher wollte auf Anfrage keinen Kommentar dazu abgeben.

Für die Anteilsscheine von Zalando ging es am MDax-Ende um fast 6 Prozent nach unten. Die vorläufigen Geschäftszahlen des Online-Modehändlers hätten zwar alles in allem die hohen Erwartungen erfüllt, sagte ein Händler. Nach dem zuletzt guten Lauf aber seien die Papiere reif für Gewinnmitnahmen.

Beherrschendes Thema an der Börse war die Rede der britischen Premierministerin Theresa May. May kündigte zwar eine klare Trennung Großbritanniens von der Europäischen Union (EU) an. Das Königreich wolle keine Teil-Mitgliedschaft oder assoziierte Mitgliedschaft in der EU „oder irgendetwas, das uns halb drin, halb draußen lässt“, sagte sie. Allerdings werde es beim Brexit Kompromisse geben müssen. Es scheine fast so, als würde der mittlerweile erwartete, harte Brexit doch nicht so hart, schrieb Marktbeobachter Jens Klatt.

Wie sehr die Risikobereitschaft der Anleger inzwischen wieder gestiegen ist, zeigt derweil auch der deutliche Sprung nach oben, den das britische Pfund während der Rede Mays im Vergleich zum US-Dollar hingelegt hatte: Das Pfund notierte zuletzt bei 1,238 US-Dollar und hat damit die Vortagesverluste mehr als wettgemacht. Zu Wochenbeginn war die britische Währung noch aus Sorge vor einem harten Brexit unter Druck geraten.

Im Zusammenhang mit dem EU-Austritt Großbritanniens haben die Anleger auch die Deutsche Börse im Blick, die sich mit der London Stock Exchange zusammenschließen will. Die hessische Landesregierung will mit Top-Managern beider Konzerne über die Fusion diskutieren. Vor Mays Rede hatte der Aktienkurs deutlich nachgegeben, konnte dann aber seine Verluste teilweise wieder wettmachen.

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Für positive Impulse am deutschen Aktienmarkt sorgten die optimistischen Erwartungen deutscher Finanzexperten zu Beginn des Jahres. Der entsprechende Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sei im Januar um 2,8 Punkte auf 16,6 Zähler gestiegen, teilte das Institut am Dienstag in Mannheim mit. Damit erreichte das Konjunkturbarometer den höchsten Stand seit vergangenem Juni. Bankvolkswirte hatten allerdings mit einem stärkeren Anstieg auf 18,4 Punkte gerechnet.
„Die leichte Zunahme der ZEW-Konjunkturerwartungen beruht vor allem auf einer Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der europäischen Volkswirtschaften“, kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach. Seiner Einschätzung nach ist der Anstieg der Erwartungen als Vertrauensvorschuss für das Jahr 2017 zu sehen.
Die Bewertung der aktuellen Lage durch die befragten Finanzprofis verbesserte sich hingegen deutlich und erreichte den besten Wert seit über fünf Jahren. Der entsprechende Indikator stieg um 13,8 Punkte auf 77,3 Zähler. Das ist der höchste Wert seit Juli 2011.

Das wurde 2016 aus 100.000 Euro
Platz 27: Aktien Nigeria
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Euro-Investoren, die im vergangenen Jahr an der kleinen nigerianischen Börse investierten, machten ein sehr schlechtes Geschäft. Das lag gar nicht mal an den Aktien selbst, der Leitindex Nigeria All Share verlor zwar „nur“ sieben Prozent. Das lag vor allem daran, dass der bevölkerungsreichste afrikanische Staat stark von den Öleinnahmen ist. Doch am 20. Juni gab die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung Naira an den Dollar auf. Die darauf folgende deutliche Abwertung der Währung Naira zu vielen Währungen macht die Aktien aber zum weltweit größten Verlustbringer. Wer Anfang des Jahres theoretisch 100.000 Euro an der Börse in Nigeria investierte, hat jetzt nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Privatanleger können jedoch kaum in Nigeria direkt investieren, es gibt auch keine Zertifikate oder börsengehandelte Indexfonds auf den Nigeria All Share.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 26: Ghana
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Auch gezielte Investitionen an der Börse in Ghana sind für hiesige Privatanleger kaum möglich. Das ist auch gut so. Denn der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, entwickelte sich sehr schlecht. Die agrarisch strukturierte  Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes,  schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein. Von 100.000 in Ghana investierten Euro blieben bis Jahresende nur 77.840 Euro übrig.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

 

Platz 25: Aktien Ägypten
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Noch dramatischer als in Nigeria schlägt in Ägypten die Währungsentwicklung zu Buche. Dort gab die Zentralbank im November den Wechselkurs des ägyptischen Pfunds frei, das daraufhin abstürzte. Das bescherte Anlegern, die im Januar 100.000 Euro in den Leitindex EGX 30 investierten einen Verlust von 20.430 Euro, so dass nur noch 79570 Euro übrig bleiben. Das fast Tragische dabei: Die Abwertung beflügelten den Aktienmarkt. Der EGX 30 selbst gehört in Lokalwährungen gerechnet mit einem Plus von mehr als 70 Prozent zu den weltweit besten Börsen und stieg auf ein Rekordhoch nach dem anderen.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 24: Aktien China
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Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450 Euro übrig.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 23: Britisches Pfund
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Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell. Auf Jahressicht hat der Leitindex Footsie deshalb in Pfund gerechnet über 14 Prozent zugelegt und stieg Ende Dezember sogar auf ein Allzeithoch. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 22: Mexikanischer Peso
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Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro. Mexikos Leitindex IPC legte aber um zumindest rund sechs Prozent zu.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 21: Sparbuch
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Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Der EuroStoxx 50 schloss 0,29 Prozent schwächer bei 3285,04 Punkten. Der Cac 40 in Paris gab ebenfalls nach. Deutlich im Minus ging der Londoner FTSE 100 über die Ziellinie. Die Erholung beim Pfund zusammen mit einem schwächeren US-Dollar hätten Anleger im „Footsie“-Index offenbar veranlasst, Kasse zu machen, sagte Marktanalyst Michael Hewson von CMC Markets UK. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial stand zum europäischen Handelsschluss etwas tiefer.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,08 Prozent am Montag auf 0,04 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,15 Prozent auf 142,59 Punkte. Der richtungweisende Euro-Bund-Future kletterte um 0,09 Prozent auf 163,73 Punkte. Der Eurokurs legte deutlich, zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung mit 1,0696 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,0684 (Montag: 1,0594) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9360 (0,9439) Euro.

  • rtr
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1 Kommentar zu "Börse Frankfurt: Dax leicht im Minus nach Brexit-Rede"

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  • Herr Mark Hoffmann - 17.01.2017, 09:15 Uhr

    "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    "Herr Fritz Porters23.12.2016, 12:25 Uhr
    Liebe komödiantische Kommentatorengemeinde,

    es ist mal wieder ein Fest wie lustig hier kommentiert wird ...was wäre mein Tag ohne diese wunderbaren Geistesblitze, die hier gepostet werden. Herrlich :-)"


    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Eibel, Dirnberger,Trautmann....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

    Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

    das ist unser geliebter

    SPIEGEL

    Danke

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