Börse Frankfurt Dax rettet 5000 Punkte ins Ziel

Schwacher Wochenstart für den Dax: Das griechische Schuldendrama und die drohende Abstufung Frankreichs verbreiteten weltweit Unsicherheit auf den Märkten. Zeitweise fiel der Dax auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren.
Update: 12.09.2011 - 17:59 Uhr 53 Kommentare

Dax taucht kurzzeitig unter 5.000

FrankfurtEine Flut von schlechten Nachrichten machten dem Dax heute das Leben schwer: Andeutungen auf eine Staatspleite Griechenlands durch Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler erzeugten bis zum Nachmittag fluchtartige Verkäufe von geängstigten Anlegern. Der Ausverkauf spiegele die wachsenden Sorgen der Anleger wider, dass Griechenland am Rande der Zahlungsunfähigkeit stehe, was für die ohnehin schwache Weltkonjunktur wieder eine Rückkehr in die Rezession ähnlich wie nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers bedeuten könnte, sagte ein Analyst bei der Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ, Lee Hardman.

Der Dax verlor bis zum Nachmittag deutlich und erreichte knapp eine Stunde vor Eröffnung der US-Börsen sein Tagestief von 4.966 Punkten, womit er über vier Prozent im Minus lag und was der tiefste Stand seit über zwei Jahren war. Nach Handelsstart in Amerika konnte der Dax sich dann ein wenig erholen und kompensierte seine Verluste. Am Ende des heutigen Tages ging er mit einem Minus von 2,3 Prozent auf 5.072 Punkten aus dem Handel. Die Indizes in der zweiten Reihe konnten ebenfalls ihre Defizite reduzieren. Der MDax verlor 2,7 Prozent auf 8.304 Punkte und der TecDax lag mit 2,6 Prozent im Minus bei einem Kurs von 683 Zähler.

Die Wall Street eröffnete wechselhaft. Die Indizes um Dow-Jones und Co eröffneten zunächst schwach, konnten dann aber teilweise ins Plus drehen, hielten aber diesen Trend nicht bis Frankfurter Börsenschluss. Zuletzt notierte der Dow-Jones-Index einen Verlust von 0,7 Prozent auf 10.913 Punkte, der S&P-500 gab 0,5 Prozent nach auf 1.148 Zähler und der Nasdaq-100 gewann 0,2 Prozent auf 2.169 Punkte.

EZB verliert Glaubwürdigkeit

Neben dem Schuldendrama um Griechenland mischte auch der Rückzug von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark die Märkte auf. Der angekündigte Abgang eines der härtesten Inflationsbekämpfer in der Notenbank wirft Fragen nach den Anleihekäufen auf, die den Markt in letzter Zeit gestützt hatten - und gegen die sich Stark gewehrt hatte. Dem Börsenbrief „AB-Daily“ von der Bernecker Verlagsgesellschaft zufolge hat die EZB mit dem Rücktritt von Stark auch ihre Glaubwürdigkeit verloren.

Auch aus dem Nachbarland Frankreich kamen neue Hiobsbotschaften. Die drei größten Banken Frankreichs werden von der Rating-Agentur Moody's unter die Lupe genommen. "Moody's geht davon aus, dass das Trio um BNP Paribas, Société Générale und Crédit Agricole zu stark in Griechenland engagiert ist", schrieben die Analysten der Saxo Bank in einem Kommentar. Die Rating-Agentur zieht in Erwägung die Banken herunterzustufen. Zudem benötigten die Banken Geld, was zusätzliche Unsicherheit bringt. Börsianern zufolge wappnet sich der Sektor sogar auch für eine Kreditwürdigkeitsabstufung Frankreichs.

Dies wirkte sich besonders negativ auf den gesamten europäischen Bankensektor aus. Der Stoxx Europe 600 Banks rutschte um 4,6 Prozent ab. Auf dem deutschen Aktienmarkt traf es die Papiere der Commerzbank am härtesten, die 8,3 Prozent nachgaben. Aktien der Deutschen Bank fielen um 7,3 Prozent. Die im MDax notierte Aareal Bank war mit einem Minus von 5,9 Prozent größter Verlierer. Außerhalb von Deutschland verloren BNP Paribas knapp elf Prozent, Crédit Agricole über acht Prozent und die Société Générale gab neun Prozent nach.

Die Explosion in einem Verbrennungsofen eines als Zwischenlager fungierendes Atomkraftwerk in Frankreich mischte zur Mittagszeit die Energiewerte auf. RWE und Eon fielen zeitweise auf neue Jahrestiefstände. Zu Börsenschluss notierten sie mit Verlusten von vier bzw. 3,7 Prozent schwächer als der Gesamtmarkt.

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53 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax rettet 5000-Punkte-Marke ins Ziel"

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  • oder in hochzinsländern?island,türkei?wie gesagt,da sind schon einige auf die fresse gefallen.

    hahahahahahahahaha,man muss nur NUR in Bullenmärkten fest anlegen und hat durch die Dividende einen zinseszinseffekt und mehrere hundert Prozent kursgewinn.WOW...
    Man muss nur in Bärenmärkten short gehen,und?cm9y8u,um 4€ gekauft und....?ichschlaf auch gut,vor allem im Urlaub.

    Leg mal jetzt fest an,vielleicht gibts in Zukunft weniger ;-)),achso,abzgl. Inflation=0...naja

  • Eine Reihe schlechter Nachrichten drückt den deutschen Leitindex zeitweise unter 5000 Punkte. Vor allem Bankaktien leiden. Ein Hoffnungsschimmer ist die angebliche Freigabe der nächsten Griechenland-Tranche.

    Hier ein Artikel aus der FTD:
    http://www.ftd.de/finanzen/:maerkte-in-panik-dax-schliesst-auf-tiefstem-stand-seit-juli-2009/60103302.html

  • Falsch man muss nur in Hochzinsphasen(z.b 2000 oder 2008) für mehere Jahre fest anlegen,der Rest macht Zins und Zinseszins.So einfach ist das!Die Durschschnittsrendite beträgt dann 6,5% per anno,das schlägt kein Dax auf lange Sicht und man schläft viel besser!

  • Die Angst der Spekulanten:
    ---------------------
    Das Experiment "Währungsunion" ist gescheidert und sollte beendet werden.
    Aber das trauen sich unsere Politiker nicht.
    Die Suizidrate unter den Spekulaten wird rapide ansteigen. Ich sehe schon die Schlagzeilen .........

    Aber für Jürgen Stark kommt Jörg Asmussen; ein ausgewiesener Banksterlobbyist. Er war ja auch bei Goldmann Sachs.
    Asmussen begleitet außer seinem Ruf als kompetenter Finanzfachmann allerdings auch, dass er als Staatssekretär maßgeblich an der Etablierung von Finanzmarkt- und Kreditprodukten in Deutschland beteiligt war, die später zum Auslöser der Finanzmarktkrise wurden. Und: Asmussen saß im Aufsichtsrat der Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB, die sich mit Immobiliengeschäften in den USA verspekulierte und später mit Milliardengeldern des Staates gerettet werden musste.

    Also ist alles bestens; Ackermann wird's freuen!


  • alle die bashen binden eben ihr "Geld" für 30 Jahre auf Riester,LV's,sonstige rentenscheisse oder Bausparen.

    Das sind doch diejenigen die in Griechenland "anlegen",indirekt natürlich.hauptsache immer dumm rausschwätzen.

    und gierig sind diejenigen die 2,25% im vorraus fix wollen und nehmen.Ich weiss nicht was eine aktienanlage in der Zukunft bringt("mehr" is mir schon klar,aber ich weiss es ja nocht nicht)

    Bin mal gespannt ob das Geld der "Sparer" wirklich so sicher ist wenn das Bankensterben beginnt und was mit den Papierauszuegen passiert.steht irgendwann mal sicher überall "0" dran.
    dumm dass man aus der Bindung nur gegen horrende Gebühren rauskommt.
    Proletariat.....

  • alles ausgesprochen schlaue banalitäten, wie etwa zehn stunden recherche über die letzten jahre.

  • wie kommst du darauf? ich bin frisch "verliebt":

    http://www.ourfarsouth.org/Track-Happy-Feet.aspx

  • @chart: Es gibt Zeiten, da ist derjenige der Gewinner, der von seinem Vermögen real am wenigsten verliert. Solche Zeiten könnten uns bald blühen.

    Bezüglich ihrer Aversion gegenüber Aktien und ihrer Vorliebe für Tagesgelder unterhalten wir uns am besten nach den nächsten Hyperinflation.

    Dann bis bald. :-)

  • Hey daytrader, jetzt haben die Jandaya deine Capucino-Girl mit den vollen Lippen durch einen pseudo-schnautzbärtigen Villagepeoble Cowboy ausgetauscht! :-) Warst wohl zu forsch?

  • Die Amis schnappen sich wieder die deutschen Aktien.die Quote der deutschen Unternehmen in angelsächsischer Hand wird sich noch weiter erhöhen.
    Jajajaja.nehmen wir an der steht auf dem gleichen Level wie annodazumal.dazwischen konnte man immer wieder verkaufen und kaufen.
    und auf meinen ersten BAYER kaufkurs von 15€ in 2001 bekomm ich eine jährliche Dividende von 10% plus 150% kursgewinn.
    auf meinen 2ten kaufkurs von 36 bin ich echt mies dran mit 7% in einer Woche.zeig mir mal das Tagesgeld.
    in Island oder?
    Türkei?viel spass beim Geld zurückholen

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