Börse Frankfurt Dax rettet einen Punkt ins Plus

Europas Anleger bleiben auch zur Wochenmitte auf der Hut. Der deutsche Aktienindex schloss kaum verändert. Die schleppende Regierungsbildung in Berlin sowie die Unsicherheit über den US-Haushalt sorgen für Unmut.
Update: 25.09.2013 - 17:49 Uhr 33 Kommentare

Börse am Abend

FrankfurtAnleger am deutschen Aktienmarkt haben sich am Mittwoch lustlos gezeigt. Der Dax schloss am Mittwoch mit 8665 Punkte und somit einen Punkt höher als am Vorabend. Viele Anleger verfolgen nicht nur die schleppende Regierungsbildung in Berlin mit Argusaugen. Auch die Unsicherheit über den Haushaltsstreit in den USA - der weltweit größten Volkswirtschaft - schlage vielen Anlegern auf den Magen, erklärten Händler.

In der zweiten Liga schloss der MDax zur Wochenmitte mit einem minimalen Anstieg von 0,1 Prozent auf 14.997 Punkte, der TecDax lag zum Handelsschluss bei 1078 Punkten, er stieg um 0,6 Prozent. Der EuroStoxx50 beendete den Tag bei 2925 Punkten.

Sollte sich der Kongress nicht auf eine Anhebung der Schuldenobergrenze einigen, droht den USA Mitte Oktober die Zahlungsunfähigkeit. Angesichts der verhärteten Fronten zwischen Demokraten und Republikaner seien die Sorgen vieler Anleger um eine Einigung auf eine konjunkturverträgliche Refinanzierung der US-Schulden berechtigt, hieß es bei mehreren Banken. "Dass sie den Karren aber so richtig vor die Wand fahren, kann sich niemand hier vorstellen. Da wird es in letzter Minute sicher wieder eine Einigung geben - wie schon früher", fasste ein Börsianer zusammen.

Positiv wurde an der Wall Street der leichte Anstieg der Auftragseingänge für langlebige Güter im August aufgenommen, da Analysten mit einer Stagnation gerechnet hatten.

Wenn die Krisenampel auf Rot springt
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Mit der Krisenampel frühzeitig gewappnet sein

Die Krisenampel ist ein Frühwarnsystem, um negative Auswirkungen auf die Kapitalanlage zu prognostizieren. Entwickelt wurde das Warnsystem von der Quirin Bank und dem Analysehaus Future Value Group. Rot signalisiert dabei eine akute Krise, grün hingegen steht für eine aktuell entspannte Situation. Gelb zeigt eine möglicheerweise drohende Krise an und sollte als Alarm verstanden werden.

EZB
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Realzinskrise

Die Zentralbanken halten die Zinsen immer noch künstlich niedrig. Aktuell besteht keine Gefahr eines plötzlich stark steigenden Realzinses. Die zehnjährigen deutschen Staatsanleihen stehen aktuell bei 1,96 Prozent, das US-Pendant bei 2,92 Prozent. Selbst wenn es sich bewahrheiten sollte, dass die Notenbanken graduell aus dieser Politik aussteigen, würde dies derzeitig nur bei gleichzeitig eher steigenden Inflationsraten geschehen. Der Realzins dürfte also kaum schockartig ansteigen. Die Ampel steht seit dem 31. Mai auf Grün.

Flower market in Bangalore
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Währungskrise

Anders als noch vor wenigen Monaten ist die Sorge um den Euro erst einmal abgeflaut. Dafür stehen jetzt Währungen aus den Bric-Staaten unter Druck. So etwa die indische Rupie, die zwischenzeitlich um fast 30 Prozent gegenüber dem Euro abgewertet hat. Die Währungsschwankungen im Euro-Raum blieben in der Euro-Krise überschaubar und somit besteht aktuell keine Gefahr für diesen Sektor Auf Gelb würde die Ampel erst dann springen, wenn die Bandbreite um die Kaufkraftparität gegenüber dem US-Dollar von plus/minus 20 Prozent verlassen würde.  Aktuell liegt diese Abweichung bei etwa 4,5 Prozent.

Die Ampel steht seit dem 31. Mai auf Grün

Griechenland - Athen
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Staatsschuldenkrise

Die Diskussion um ein neues Griechenland-Rettungspaket befeuert die Angst mancher Anleger. Angesichts der stehenden Ankündigung der EZB, im Fall des Falles unbegrenzt im Staatsanleihemarkt zu intervenieren, blieben die Märkte aber dennoch cool.  Möglicherweise steigt der Nervositätspegel aber noch. Eine erneute Zuspitzung ist deshalb nicht völlig ausgeschlossen. Vor allem die teils noch immer horrenden Schuldenstände in einigen Euro-Mitgliedsländern tragen dazu bei.  So weist etwa Griechenland laut EU-Kommission voraussichtlich 175,2 Prozent Staatschulden gemessen am BIP in 2013 auf. Italien: 131,4 und Irland 123,3 Prozent. Die Ampel steht seit  dem 31. Mai auf Gelb. 

Vier Jahre nach Pleite der US-Investmentbank Lehman
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Vertrauens- und Bonitätskrise im Finanzsystem

Die Liquiditätshilfe an die Banken durch die Europäische Zentralbank ging Ende August zurück auf 790 Milliarden Euro zurück. Mitte 2012 schlugen hier zwischenzeitlich 1,25 Billionen Euro zu Buche. Der Rückgang ist ein positives Signal, da sich der Bankensektor  mehr und mehr selbst refinanzieren kann. Gleichzeitig sind die Bilanzen vieler Geldinstitute im Euro-Raum nach wie vor zu groß und mit unter Umständen nicht werthaltigen Positionen durchsetzt. Das kann auch wieder zu einem Aufflammen dieser Krise führen - aller Beruhigung zum Trotz.

 Die Ampel steht seit dem 31. Mai auf Gelb.

Ölplattform in der Ostsee
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Rohstoffpreiskrise / Angebotsinflationskrise

Die Angst der Anleger vor einem militärischen Eingreifen in Syrien hat hier zuletzt enorm gewirkt: Der Ölpreis stieg zuletzt heftig an. In der Sorte Brent etwa im Gegensatz zum Zwischentief Ende April/Anfang Mai um mehr als 15 Prozent. Das bringt auch die Inflationsangst zurück. Ein steigender Ölpreis ist einer der wichtigsten Gründe für eine Angebotsinflationskrise, auch wenn aktuell bei vielen anderen Rohstoffen eher eine Entspannung zu beobachten ist.

Deshalb steht die Ampel seit dem 31. Mai auf gelb.

Lebensmittel-Einkauf
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Nachfrageinflationskrise

Im vergangenen Jahr sorgten Inflationserwartungen und damit einhergehende Lohn- und Preisanstiege für einen Preisniveauanstieg. Im Frühjahr hat sich die Lage allerdings wieder entspannt. In Deutschland lag die Verbraucherpreisinflation im April nur noch bei 1,2 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit September 2010. Nach wie vor steht aber aufgrund der extrem lockeren Geldpolitik und der damit möglicherweise einhergehende Vertrauensverlust in die geldpolitische Stabilität unter strenger Beobachtung. Seit dem 31. Mai steht diese Ampel auf Grün. 

Bei den Einzelaktien brachten Spekulationen auf neue Abschreibungen die Commerzbank-Aktien stark unter Druck. In der Spitze verloren die Titel 6,7 Prozent auf 8,72 Euro, womit sie im Dax die rote Laterne hielten. Analysten zufolge hatte Vorstandschef Martin Blessing bei einem Abendessen mit Investoren vor einer Konferenz von BofA/Merrill Lynch gesagt, dass bis zum Jahresende keine weiteren Verkäufe zu erwarten seien, auch nicht im Schiffsbereich.

"Die Bank scheint mit ihren Aufräumarbeiten keine Eile zu haben, oder so sieht es zumindest aus", erklärten die Analysten von JP Morgan. Das sei nicht gerade ermutigend. Die Commerzbank kündigte für den Nachmittag die Veröffentlichung der Präsentation im Internet an, wollte die Spekulationen aber nicht kommentieren. Aussagen der Deutschen Bank, wonach die Einnahmen im Anleihen-Geschäft im dritten Quartal deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen dürften, drückten die Aktien von Frankfurts größtem Geldhaus um bis zu 2,7 Prozent auf 34,51 Euro.

Weit oben auf den Verkaufslisten der Händler standen auch erneut die Aktien von K+S, die zwei Prozent einbüßten. Börsianern zufolge stellten sich Investoren auf sinkende Kali-Preise und damit absehbar schlechtere Geschäfte im Düngemittelbereich ein.

Finanzinvestor steigt bei Thyssen-Krupp ein
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33 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax rettet einen Punkt ins Plus"

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  • Die Allianzcalls waren heute wieder mehrfach der Jackpot. Reich werden ohne "Risiko" dauert zwar etwas länger aber funktioniert einwandfrei. Nach wie vor einfach das Tagesgeschehen ausnutzen, war heute früh auch Minus aber man kann ja ein paar Minuten warten, ist ja nicht Roulette wo man auf ein Spiel setzt. Morgen geht man wieder neu zur Sache

  • Wieder 30 Punkte runter, wer da nicht zukauft, ist selbst schuld. Bisschen Angst machen hier und da und dann gehts gleich wieder auf 8660 und drüber. Es ist so einfach. Wer mag kann den Weg nach unten auch noch mitnehmen, so verdient man gleich doppelt.


  • www. finanznachrichten.de/nachrichten-2013-09/28059367-allianz-aktie-morgan-stanley-senkt-kursziel-124.htm

    Allianz-Aktie: MOrgan Stanley senkt Kursziel

    "Morgan Stanley hat das Kursziel für Allianz von 123 auf 118 gesenkt....Sorgen bereiteten die Auswirkungen..."

    Ist mir doch egal, ich habe mein eigenes System.

  • Die können nicht identisch sein, denn sonst hieße der Programmierer ja rogammierer

  • Der wahre Programmierer ist schon längst registriert,
    allerdings unter
    "Comuterhaendler"

  • Programmierer da hast Du Recht.
    X_Traders Beiträge sind wirklich spitzenmäßig, selbsdarstellend,überheblich,narzistisch aber auch sehr lustig.

  • Du meinst genauso sinnvoll wie die Überschrift?

    "8700-Marke für Dax in Sichtweite"

  • Programmierer du bist einfach nur nervig, provokant
    Ich schätze x Trader gewaltig er nervt nicht und seine Beiträge sind spitzenmässig
    Und man kann von überall auf der Welt hier schreiben
    Jetzt räumen sie unten ab, dann geht das Spiel von vorne los.

  • Gibt's hier eigentlich auch noch sinnvolle Kommentare, wie z.B. alles ist auf UP programmiert?

  • Wollte X_TRADER nicht nach "Singapore"?

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