Börse Frankfurt Athen drückt den Dax ins Minus

Die Vorzeichen waren gut und man hätte vermuten können, dass es ein guter Handelstag wird. Doch Griechenland bleibt das beherrschende Thema. Lange hing der Dax durch, kurz vor Schluss setzte er dann zum Schlussspurt an.
12 Kommentare

Dax und Dow bleiben unter Druck

Frankfurt, Düsseldorf 

Keine klaren Ergebnisse, keine klaren Gewinne: Solange das Thema Griechenland nicht aus der Welt ist, bleiben die Anleger vorsichtig und nehmen lieber ihre Gewinne von der Jahresanfangsrally mit.

Den heutigen Handelstag beendete der Dax mit 0,04 Prozent im Plus auf 6.422 Punkte. Die zweite Reihe machte lange Zeit eine bessere Figur, verlor aber zum Nachmittag hin an Kraft. Zum Schluss zogen aber auch sie an. Der MDax ging mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 9.825 Punkte aus dem Handel und der TecDax konnte sich mit 0,5 Prozent im Plus behaupten. Kurz vor Handelsschluss zog der Leitindex noch ein wenig an und konnte einen Großteil seiner Verluste wieder wett machen. Sein Tagestief markierte der Dax bei 6.367 Punkten.

Von Unternehmens- und Konjunkturseite waren die Vorzeichen für den Mittwoch gar nicht schlecht. Zuerst glänzte Apple mit einem neuen Absatzrekord - das kalifornische Unternehmen setzte im Weihnachtsquartal 73 Prozent mehr um – danach rundete das Ifo-Institut mit einem guten Ifo-Index das gute Gesamtbild ab. Ifo-Präsident Hans-Werner lobte das Ergebnis: „Die deutsche Wirtschaft startet mit Elan ins neue Jahr“.

Doch die guten Zahlen zeigten nur kurz Wirkung. Knapp zwei Stunden nach Handelsbeginn begann die Abwärtsbewegung im Dax. Grund war wieder einmal Griechenland. Die stockenden Verhandlungen über einen Schuldenschnitt Griechenlands halten weiterhin die Anleger in Atem. Das zeigt, dass politische Themen immer noch die Kurse bewegen und sich die Finanzwelt immer noch nicht vom politischen Tagesgeschehen abkoppeln kann.

Schon gestern legte sich das Drama um Griechenland bleiern auf die Kurse. Besonders stark erwischte es die Finanz- und Solarwerte. „Gewinnmitnahmen sind angesichts der unsicheren Lage und der fulminanten Jahresanfangsrally nicht weiter verwunderlich“, sagte Gregor Kuhn, Analyst bei IG Markets. Heute präsentierten sich die deutschen Bank-Titel zunächst stark. Doch das wiederaufkeimende Misstrauen an den Märkten sorgte für fallende Kurse. Zum Schluss schaffte die Deutsche Bank ein Plus von 0,4 Prozent auf 33,04 Euro und die Commerzbank, gestern größter Verlierer, ging mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 1,90 Euro aus dem Handel.

Börse Frankfurt am Mittag

Börsenexperten sehen angesichts der fast zehnprozentigen Rally zu Jahresbeginn für weitere Kursbewegungen nach oben wenig Raum. „Wir sind bei 6400 Punkten. Wenn man sich anschaut, wie es links und rechts kracht, dann ist das schon beachtlich“, sagte der Händler. „Aber die Banken haben halt das billige Geld der EZB und die Eigenhändler der Banken bringen damit den Markt nach oben. Die langfristig orientierten Investoren müssen dann aufspringen. Aber inzwischen ist ein Niveau erreicht, bei dem die Luft nach oben dünn wird.“

Am Abend könnte sich das Stimmungsbild allerdings wieder ändern. Denn dann wird die US-Notenbank ihre turnusmäßige Sitzung abhalten. Viele hoffen auf ein Festhalten ihrer ultra-lockeren Geldpolitik. Auf eine Besonderheit warten viele Börsianer mit Spannung. Heute wird die Zentralbank erstmals in ihrer Geschichte eine Zinsprognose abgeben. Notenbank-Chef Ben Bernanke will damit mehr Transparenz schaffen.

Die US-Börsen zeigten heute in unterschiedliche Richtungen. Der Dow Jones verlor nach Frankfurter Börsenschluss 0,4 Prozent auf 12.620 Punkte und der breiter gefasste S&P-500 sank um 0,2 Prozent auf 1.312 Zähler. Der Nasdaq-100 konnte von den erfreulichen Apple-Daten profitieren und stieg um 0,8 Prozent auf 2.452 Punkte.

Mega-Fusion zwischen Nyse und Deutsche Börse vor dem Aus
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Börse Frankfurt - Dax rettet sich ins Plus

12 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax rettet sich ins Plus"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Gerne. Viel Erfolg!

  • Danke für die Hinweise zum Broker. Cortalconsors habe ich micht kürzlich angemeldet, aber noch keinen Zugang. Sino ist mir unbekannt, werd´s aber mal ansehen
    Gruß, Brumado

  • Cortal bietet 5€ pro Trade, 1 Jahr Depotgebühren frei, Danach je nach Aktivität (Depotgebühren), Orderänderungen (Limits, SL usw) größtenteils kostenlos, gute Iphone App, Umfangreiches Infomaterial... all sowas halt^^

  • SEHR konsequent, Herr Prof. Dr. Stiglitz: Schulden sind die Ursache, Sparen "alleine" aber keine Lösung - Keynes durchdringt sein Denken. Kann sich ja mit Krugman die Hände reiben. Die Liquiditätsfalle und die Befreiung daraus: Notenpresse anwerfen, und die Welt wird wieder heile. Der Glaube soll ja bekanntlich Berge versetzen...

  • Skepsis, wie auch im Kommentar von Friedhelm Busch vorgetragen, ist durchaus angebracht.

    Laut "Financial Times" forderet der IWF von der EZB sich am Schuldenschnitt in Griechenland zu beteiligen. (wie hoch wird dieser sein, wieviel Geld wird da in den Sand gesetzt?)



    Nach Ansicht des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) wird es Griechenland kaum schaffen, seine Staatsschulden in den Griff zu bekommen. Selbst wenn nicht nur die privaten, sondern auch die von öffentlichen Institutionen gehaltenen Schulden einem Haircut von 50% unterzogen würden, bliebe die Schuldenlast in Griechenland untragbar hoch.

    Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) sieht die Situation in Portugal ähnlich kritisch wie in Griechenland. Die Ökonomen gehen davon aus, dass ein Schuldenschnitt um 30-50% unausweichlich ist.

    Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) geht davon aus, dass Irland, Italien und Ungarn der Teilentschuldung nur entgehen können, wenn sie eine hohe gesamtwirtschaftliche Wachstumsrate erzielen. (wie soll DAS gehen mit Sparen und dabei hohes Wachstum erreichen?)

    Top-Ökonom und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz befürchtet, dass sich die Krise 2012 verschärft. Sparen alleine könne die Probleme nicht lösen, schreibt er in einem Gastbeitrag für die FTD. Sparsamkeit werde die Wirtschaft nur noch schneller abkühlen. Bleibt das Wachstum aus, werde sich die Schuldenkrise - und die Euro-Krise - nur verschlimmern.

    "Nach den Worten von Top-Ökonom und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz diskutieren Ökonomen nicht mehr darüber, ob der Euro zerbrechen wird, sondern wie und wann es geschehen wird. Unter Ökonomen wird über den besten Weg diskutiert, wie der Euro enden soll, sagte er dem Asian Financial Forum."



  • Achja, broker-test.de geht auch.

  • @Brumado: CC ist wirklich OK. flatex ist nur billig, aber nicht gut, gleiches gilt für onvista bank. Ordentlich sind auch comdirect und dab. Spezielle Angebote für heavytrader hat sino. Selbst suchen und finden: www.brokervergleich.de

  • Und heute verweist dann auch das HB mal auf die sehr hohe Korrelation zwischen Zinsniveau und Aktienkursniveau ....

    Nichts Neues, sondern Binsenweisheiten!

  • es gibt m.e. nur 1 plattform für profis und heavy trader: sino ! gebühren (eurex, xetra und floor) sind frei verhandelbar ab size.

    happy trading :-)

  • Moin,
    kann mir jemand einen guten, günstigen Broker zum Daytraden (Dax-Werte) empfehlen? Momentan finde Cortalconsors (4,95€ pro Aktion bis 10000€) recht günstig.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%