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Börse Frankfurt Dax schließt auf Sechs-Monatshoch

Am letzten Handelstag der Woche hat der deutsche Leitindex von der wachsenden Hoffnung der Anleger auf eine Rettung Griechenlands profitiert. Obwohl das zweite Rettungspaket noch nicht in trockenen Tüchern ist und die Schulden Griechenlands nicht kleiner geworden sind, feierten die Investoren mit einem kleinen Kursfeuerwerk die kommende Rettung Griechenlands. Dass bei der Schuldenkrise bereits mehrmals Hoffnungen enttäuscht und Entscheidungen verschoben wurden, blendeten die meisten aus.
Update: 17.02.2012 - 17:52 Uhr 27 Kommentare

Börse Frankfurt am Abend

Frankfurt Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums sagte, dass man einem Beschluss über die Freigabe des zweiten Hilfspakets für Griechenland für Montag immer näher komme. Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research geht davon aus, dass ein Ergebnis die Finanzmärkte dann noch mehr in Feierlaune versetzen wird.

„Es sieht ganz danach aus, als würde man mit aller Gewalt versuchen, bis Montag ein Ergebnis zu erzielen“, sagte er. Zusätzlich Auftrieb gab dem Dax Börsianern zufolge am Mittag der kleine Verfall am Terminmarkt. Dagegen hatten die etwas schlechter als erwartet ausgefallenen Daten zu den US-Verbraucherpreisen keine Auswirkungen am europäischen Markt.

Aufgrund der allgemein optimistischen Stimmung an Europas Finanzmärkten schloss der Dax 1,4 Prozent höher bei 6.848 Punkten, ein neues Sechs-Monatshoch. Auf Wochensicht steht ein Plus von mehr als zwei Prozent zu Buche. Am Nachmittag schaffte der Dax mehr als 100 Punkte und ein neues Jahreshoch. Seit Jahresbeginn hat er damit schon mehr als 16 Prozent zugelegt, das sind mehr als 950 Punkte.

Für Optimismus sorgte auch die Meldung am Nachmittag, dass die Notenbanken von Euroländern anders als die EZB einen harten Schuldenschnitt Griechenlands womöglich mittragen werden. Die Chancen, dass die EZB mit einem entsprechenden Beschluss den Weg dafür freimachen wird, stehen halbe-halbe, wie Reuters am Freitag von einem Insider erfuhr. Die Notenbanken der Euro-Zone halten rund 20 Milliarden Euro an griechischen Anleihen in ihren Investmentportfolios.

Am Abend wurde dann bekannt, was vorher nur vermutet wurde: Die EZB ebnete den Weg für den seit Monaten umstrittenen griechischen Schuldenschnitt und tauschte ihre Bestände an griechischen Staatsanleihen gegen neue hellenische Schuldentitel um. Die Devisenexperten der Commerzbank warnten aber: „Warum dieser EZB-Anleihentausch positiv sein sollte, ist wenig klar.“

Die Euro-Finanzminister haben für Montag eine endgültige Entscheidung zum zweiten, 130 Milliarden Euro umfassenden Hilfspaketes für Griechenland angekündigt. Deutsche Regierungskreise arbeiten noch an den Grundlagen für die Beschlüsse am Montag. Darstellungen, es gebe in der Griechenland-Strategie Differenzen zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble, seien falsch. Dies hellte die Stimmung ebenfalls auf.

Von den positiven Nachrichten bezüglich Griechenland profitieren vor allem die Finanzwerte. Zu den größten Gewinnern zählen die Aktien der Commerzbank und der Deutschen Bank, die jeweils um 2,1 beziehungsweise 1,8 Prozent zulegen können.

Die Vorgaben waren heute ebenfalls gut. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte notierte zum Handelsende bei einem Plus von 146 Punkten oder 1,6 Prozent beim Stand von 9384 Punkten.

Neben der Hoffnung auf Griechenland sorgen immer besser werdende Konjunkturdaten aus den USA für positive Stimmung. Der Arbeitsmarkt kommt langsam in Schwung: In der abgelaufenen Woche stellten so wenige Amerikaner einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe wie seit fast vier Jahren nicht mehr. „Das ist ein weiterer Hinweis darauf, dass sich die Wirtschaft langsam aber sicher erholt - wenn auch langsamer als uns lieb ist“ sagte Mike Shea von Direct Access Partners.

Auch auf dem Immobilienmarkt sah es nicht so schlimm aus wie befürchtet, weil im Januar überraschend viele Wohnhäuser gebaut wurden. Zudem fiel der Philly-Fed-Konjunkturindex im Februar überraschend hoch aus.

„Wir rechnen zwar weiterhin damit, dass eine Lösung für Griechenland gefunden wird, doch die Unsicherheit bleibt hoch und könnte den Euro tendenziell belasten“, hieß es in einem Kommentar der HSH Nordbank. „Wird auf Sicht der nächsten Tage tatsächlich ein Gesamtpaket für Griechenland präsentiert, könnte dies für Erleichterung sorgen und den Euro zumindest etwas aufwerten lassen.“ Am Rentenmarkt machten Investoren zum Wochenausklang Kasse und drückten so die Bundesanleihen. Der richtungsweisende Bund-Future gab in der Spitze 49 Ticks auf 138,54 Zähler nach.

Entspannung gab es derweil auf dem Anleihemarkt. Das immer wieder kritisch beäugte Spanien sicherte sich gestern erfolgreich vier Milliarden Euro über drei Anleihen mit Laufzeiten von drei und fünf Jahren. Damit hat Spanien bereits 35 Prozent seines für dieses Jahr nötigen Kapitalbedarfs am Anleihemarkt gedeckt.

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27 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax schließt auf Sechs-Monatshoch"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Gewinne, z.B. der Dax-Unternehmen hochgerechnet,
    ist das für die nächsten 4 Jahre durchaus möglich.

  • Wäre alles sehr schön und glaubwürdig, wenn du nicht den gleichen depressiven Müll schon bei DAX 5000 geschrieben hättest, du kranker Spinner!!!

  • Na hoffentlich tritt es ein. Hab alles verkauft und kaufe seit zwei Wochen ständig Short Zertifikate. Hab noch 80 k Cash - aber dann sollte bitte die Frau Börse krachen. Verdammt.

  • Alles Quatsch, seit wann hat Börse etwas mit Wirtschaft zu tun? Es regieren die Phänomene Massenpsychologie und die Theologie, weil Vieles eine reine Glaubensfrage ist, Beispiel das vielstimmige Geschwätz der Analysten (wobei hier das Augenmerk auf die ersten 4 Buchstaben zu richten ist, in den vergangenen Monaten zu der bevorstehenden Rezession. Wenn man heute den kräftigen Anstieg des DAX im Vergleich zu den schlaffen US-Indizes nimmt, dann gibt es nur eine logische Erklärung: die deutsche Börse feiert den Rücktritt von Wulff.

  • Teil II
    +++ Credit Suisse: EZB muss Banken bis zu 10 Billionen Dollar leihen +++
    Um den Euro zu retten könnte die EZB gezwungen sein, bei ihrer nächsten Kreditvergabe im Februar bis zu 10 Billionen Dollar in den Markt zu pumpen. Es wäre der teuerste Ankauf von Zeit in der Geschichte.

    +++ IWF warnt vor globaler Rezession +++
    http://www.wsws.org/de/2012/jan2012/iwf-j31.shtml
    Der Baltic-Dry-Index, ein Frühindikator für die Weltwirtschaft, ist bereits seit Mitte Dezember im freien Fall. Am 04.02.2012 erreichte er sein Allzeittief von 647 Punkten. 2007 war er mal bei 12000 Punkten. Was sagt uns das?
    http://www.bloomberg.com/apps/quote?ticker=BDIY:IND

    Anstatt Kredite zu vergeben oder zu investieren, horten die europäische Banken ihr Bargeld. Sie fürchten eine Verschlimmerung der Euro-Krise und eine wirkliche Kreditklemme am Finanzmarkt. Insgesamt müssen die Finanzinstitute in diesem Jahr Schulden in Höhe von 650 Milliarden Euro zurückzahlen. Allein 40% davon werden bis Ende März fällig.
    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/01/36340/

    +++ Nieder mit der Macht der Banken +++
    Mit einem dramatischen Appell gegen die Herrschaft der großen Kreditinstitute tritt Ex-Verfassungsrichter Paul Kirchhof an die Öffentlichkeit. Wenn sich nichts ändere, sei sogar die Demokratie in Gefahr.
    http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/schuldenkrise-nieder-mit-der-macht-der-banken_aid_592459.html
    Noch ist dafür Zeit, sein Vermögen sicher und günstig in Rohstoffe und Edelmetalle umzuschichten. Wer jetzt noch Aktien kauft, der hat in der Schule nicht aufgepasst.
    Erst nach dem großen Crash, dem wir nicht allzu weit entfernt sind, wieder Aktien kaufen, zu einem Bruchteil des heutigen Kurses, von Firmen, die den Crash überlebt, bzw. neu firmiert haben. So wird da ein Schuh daraus.

  • Der meint doch Alkoholquote.

  • „ ... der Anstieg Ende 2010/Anfang 2011“
    ... war ausschließlich liquiditätsgetrieben und hat mit der Entwicklung der Real-, bzw. Weltwirtschaft absolut nichts gemein. Die Börsen haben schon lange ihren eigentlichen Sinn, die Wirtschaft mit Krediten zu versorgen für Investitionen, aus denen dann Gewinne resultieren verloren und sind ausschließlich zum Zockerparadies verkommen, mit unendlichen Steuermilliarden und –billionen der Zentralbanken. Schuld sind nicht nur die Zocker, die die Altersversorgung von Hungertausenden gutgläubiger Rentnern in Luft aufgelöst haben und immer neue Melkkühe anwerben, sondern vor allem die Politiker, die die Junkies der City of London und der Wallstreet hegen und pflegen. Legales Ausplündern der Arbeiter- und Mittelschicht zugunsten der 1%. Wenn diese bereits in Scharen aus Aktien flüchten, dann kauft der dumme Pöbel immer weiter. Selber schuld!
    So, jetzt zu den getürkten Aktienkursen, die jeden ordentlichen Kaufmann erschaudern lassen, dass so viel legaler Betrug überhaupt möglich ist:

    +++ EU-Staaten greifen für krisengeschüttelte Banken tief in die Taschen +++
    Zwischen Oktober 2008 und Oktober 2010 genehmigte die Europäische Kommission nach eigenen Angaben Hilfen der 27 Mitgliedstaaten für den Finanzsektor im Umfang von insgesamt 4589 Milliarden Euro. Und schon wieder sind die ganzen Steuerbillionen im Eigenhandel und an den Börsen verzockt, um einen Aufschwung zu simulieren!!
    http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/EUStaaten-greifen-fuer-krisengeschuettelte-Banken-tief-in-die-Taschen/story/26492176
    Und am 21.12.2011 gab es einen Nachschlag in Höhe von 489,2 Milliarden, weil die Banken schon wieder pleite waren. Ende Februar soll es schon wieder einen Nachschlag geben, man munkelt so zwischen 1000 – 1500 Milliarden €.

  • guckst du das: http://www.youtube.com/watch?v=h_hnY3KHpa0

  • Nicht vergessen:

    Zusätzlich stützte auch der kleine Februar-Verfalltag an den Terminbörsen. Er sorgte für Eindeckungskäufe.

  • Kann nur hoffen, dass es vergeigt und Griechenland endlich in die Pleite entlassen wird, statt dass in den korrupten Strukturen noch mehr Geld verbrannt wird. Und klar tanzt der Dax auf dem Vulkan. Zum daytrading ist das ganz okay, aber jetzt noch langfristig rein ist blöd.

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