Börse Frankfurt Dax schließt deutlich im Minus

Der jüngsten Erholungsrally geht endgültig die Luft aus. Auch der deutsche Leitindex verlor am Mittwoch zwischenzeitlich fast 300 Punkte. Manche Experten glauben: Vor einer Trendwende müsse der Markt „richtig günstig“ werden.
Update: 24.02.2016 - 17:58 Uhr 14 Kommentare

Hugo Boss stürzt ein

Weiter fallende Ölpreise haben den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch mit nach unten gezogen. Der Dax knüpfte an seine Vortagesverluste an und schloss 2,64 Prozent im Minus auf 9167 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Werte büßte 2,34 Prozent auf 18.610 Punkte ein und der Technologiewerte-Index TecDax gab um 5,13 Prozent auf 1536 Punkte nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um 2,33 Prozent auf 2820 Punkte.

Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba verwies auf die weiterhin hohe Korrelation des Aktienmarktes mit den Ölpreisen. Deren zwischenzeitliche Erholung hatte zuletzt auch dem Dax Rückenwind verliehen: Das Börsenbarometer war zum Wochenauftakt fast bis auf 9600 Punkte geklettert und hatte sich damit binnen anderthalb Wochen um knapp 900 Punkte erholt. „Der Markt sucht immer noch nach Orientierung und reagiert von Tag zu Tag auf den Ölpreis“, sagte Scott Brown, Chefvolkswirt bei Raymond James. Das sei zwar nicht gut, zeige aber die Nervosität der Investoren.

Mit diesen Aktien wären Sie dem Börsendebakel entkommen

DAX ®

WKN
ISIN
DE0008469008
Börse
Xetra

-26,62 -0,22%
Chart von DAX ®
DAX
1 von 14

Seit Jahresbeginn liegt der Deutsche Aktienindex mehr als 17 Prozent unter dem Schlussstand von Ende Dezember. Es ist ein ungekannt schwacher Start für den wichtigsten Index in ein Börsenjahr. Ähnlich übel sieht es in den Indizes für mittlere, kleinere und Technologie-Werte aus: MDax (minus 14,6 Prozent), SDax (minus 16,7 Prozent), TecDax (minus 18,6 Prozent).

Doch es gibt einzelne Werte die dem Ausverkauf getrotzt haben und deren Besitzer gut lachen haben. Vor allem im Ausland gibt es einige Perlen zu entdecken.

Stand aller Daten: 9. Februar 2016

GEA GROUP AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006602006
Börse
L&S

-0,08 -0,25%
+32,15€
Chart von GEA GROUP AG INHABER-AKTIEN O.N.
GEA Group
2 von 14

Im Dax gibt es derzeit keinen Titel im Plus seit Jahresbeginn und auch im MDax nur einen Titel: Der vor allem für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie produzierende Anlagebauer Gea Group hat 2015 vier Firmen übernommen und seine Umsatz- und Ergebnisziele erreicht. Im laufenden Jahr peilt Chef Jürg Oleas ohne Zukäufe ein moderates Wachstum an und erntet das Vertrauen der Anleger.

Kursveränderung seit 1.1.2016: plus 3,86 Prozent

Software AG

WKN
ISIN
Börse

Chart von Software AG
Software AG
3 von 14

In den großen deutschen Indizes wird man dann noch im TecDax fündig: Mit der Ankündigung einer verbesserten Marge für das Jahr 2016 beeindruckt die Software AG aus Darmstadt. Auch die Ergebnisse für das zurückliegende Jahr hatten die Aktionäre erfreut und so kann sich der Wert völlig von der miserablen Entwicklung des TecDax in diesem Jahr abkoppeln.

Kursveränderung seit 1.1.2016: plus 9,95 Prozent

S&P 500

WKN
ISIN
Börse
ISP

+22,32 +0,79%
+2.800,08
Chart von S&P 500
S&P 500
4 von 14

Der weitgefasste US-amerikanische Index liegt seit Jahresbeginn fast ein Zehntel im Minus. Doch die Entwicklung der einzelnen Titel ist extrem unterschiedlich. Während vor allem Banktitel enorm leiden, gibt es deutlich positive Ausreißer.

Kursveränderung seit 1.1.2016: minus 9,4 Prozent

NEWMONT MINING CORP. REGISTERED SHARES DL 1,60

WKN
ISIN
US6516391066
Börse
L&S

+0,06 +0,22%
+27,95€
Chart von NEWMONT MINING CORP. REGISTERED SHARES DL 1,60
Newmont Mining
5 von 14

Der Goldpreis ist zu einem Krisenindikator geworden und hat seit Jahresbeginn deutlich zugelegt, während des für die großen Aktienindizes bergab geht. Mit dem Goldpreis ziehen auch die Aktien von Minenbetreibern an, die noch im vergangen Jahr zu den großen Verlierern gehörten. Newmont Mining aus Denver ist einer der größten Förderer von Gold weltweit und das gilt bei Anlegern jetzt als begehrenswert.

Kursveränderung seit 1.1.2016: plus 37,15 Prozent

SOUTHWESTERN ENERGY CO. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US8454671095
Börse
L&S

+0,15 +3,11%
+4,48€
Chart von SOUTHWESTERN ENERGY CO. REGISTERED SHARES DL -,01
Southwestern Energy
6 von 14

Einige Aktien von Öl- und Gasunternehmen, die sich auf die Fracking-Fördertechnologie spezialisiert haben, waren mit dem fallenden Ölpreis extrem unter Druck geraten. Einige Titel können sich jedoch zwischenzeitlich deutlich erholen, doch auch heftige Rückschläge können die Titel immer wieder erfassen. Ein Beispiel: Southwestern Energy. Vor zwei Jahren notierte die Aktie noch bei über 45 Dollar, erst zum Jahreswechsel setzte eine Trendumkehr bei dem Titel ein.

Kursveränderung seit 1.1.2016: 35,89 Prozent.

EXELON CORP. REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
US30161N1019
Börse
L&S

+0,72 +1,97%
+38,84€
Chart von EXELON CORP. REGISTERED SHARES O.N.
Exelon
7 von 14

Eine klassische Ausweichbewegung in turbulenten Börsenphasen zeigt sich auch am US-Markt. Anleger setzen verstärkt auf Versorger, die als Energielieferanten mit regelmäßigen Mittelzuflüssen rechnen können. Ein Branchenindex für US-Versorger liegt seit Jahresanfang fast sieben Prozent im Plus, die Aktie von Exelon liegt deutlich über dem Schnitt.

Kursentwicklung seit 1.1.2016: plus 15,42 Prozent

Mittlerweile habe die Hoffnung auf eine Begrenzung der hohen Öl-Fördermenge aber einen Dämpfer bekommen, erklärten Händler die fallenden Preise. So will sich das wichtige Förderland Iran offenbar nicht an einer von Russland und Saudi-Arabien angestrebten Begrenzung beteiligen. Und Arabiens Ölminister Ali Al-Naimi hatte gestern einen baldigen Rückgang der Öl-Fördermengen ausgeschlossen. „Wir setzen nicht auf Kürzungen, weil das Vertrauen dafür fehlt“, sagte er.

Laut den Experten von Goldman Sachs müsste der Markt für eine nachhaltige Trendwende ohnehin erst „richtig günstig“ werden. Bis dahin müssten die Anleger mit Schwankungen leben.

Brexit-Sorge belastet zusätzlich
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14 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax schließt deutlich im Minus"

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  • 8848.


    So hoch ist der Mount Everest. Dann 12.387 mit Faktor 10.


    äähhh wären dann 400%.

  • Hat doch der Dax das Mars gefressen und er ist umgefallen. Ami Aktien und Dividenden in Dollar sind angesagt. AT&T und Gas-Tanker sind des Pleitier
    Lieblingsrenten.

  • Der Ölpreis ist nun einmal der Hebel wmit die Big-Boys die Indices hebeln. Hat man gerade zum letzten Freitag / Verfalltermin gesehen. wie üblich, so wollte man die Kurse hoch puschen und was bietet sich da mehr an, als dass man es über den Ölpreis hebelt.

    Nun war der Verfalltermin, die Wirtschaftsdaten sind alle mies und so kann man die Kurse wieder absacken lassen. Und dann das selbe Spiel wieder zum nächsten Verfalltermin, der ein Hexensabbat ist.

  • << Wir brauchen höhere Ölpreise! >> ,meint Stefan Menzel.

    Ich wuerde meinen, dass Stefan Menzel etwas mehr grauer Gehirnmasse nicht schaden wuerde !

  • Turn arround Tuesday war mal wieder ein Signal dafür, dass eine Down Welle von ein paar Tagen ansteht.

    sieht gerade so aus, als wenn Welle-II nach US open ansteht.

  • Hier hat doch immer einer von Maschinen und Gewinnen geschrieben. Sind die Maschinen jetzt nicht mehr auf "Up" oder "Gewinn" programmiert? Bestimmt werden die Kurse nur günstiger gemacht zur Draghi-Rally.

  • Naja, wenn man sich das Chart-Gebirge der letzten 5 Jahre mal so ansieht, gab es im Tal auf Höhe von 5000 hübsche Grünflächen mit Seen für den Genießer --- bis dann die Unruhe durch den inflationsgedopten Gipfelstürmer kam ---- aber Drogen wirken nicht ewig.

  • Scheint ein Geheimtip zu sein?

  • Zum Glück, war die Eurex nicht wieder down (wie am Montag zw. 11:00 bis 12:50) als der Matching-Algorithmus ausfiel, und damit den kompletten Tag versaut hat.

  • Eine Firma für zahlen ohne Geld in den USA, die scheint sich nach oben zu schleichen.

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