Börse Frankfurt Dax schließt deutlich im Plus

Die EZB-Ankündigung, im März womöglich noch mehr Geld in den Markt zu pumpen, ließ den deutschen Leitindex im Plus schließen. Besonders unter Druck blieb die Aktie der Deutschen Bank.
13 Kommentare

Der Dax fährt Achterbahn

FrankfurtWie erwartet, hält die Europäische Zentralbank (EZB) an ihrem Kurs des extrem billigen Geldes fest. Der Leitzins im Euroraum bleibt auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent. Das beschloss der EZB-Rat nach Angaben der Notenbank am Donnerstag in Frankfurt. Der Strafzins für Geld, das Banken über Nacht bei der Notenbank parken, beträgt weiterhin 0,3 Prozent. Der Deutsche Aktienindex Dax reagierte zunächst nur leicht auf diese Nachricht. Als Draghi anschließend verkündigte, ab März bei Bedarf zusätzlich den Markt zu stützen, ging es für den Dax zum Börsenschluss nach oben. Er schloss mit einem Plus von 1,94 Prozent bei 9574 Punkten.

Unter den Einzelwerten blieb die Deutsche Bank im Fokus. Die Aktien von Deutschlands größtem Geldhaus fielen bis Mittag um knapp sieben Prozent auf 16,53 Euro und notierten damit so niedrig wie zuletzt im März 2009. Zum Börsenschluss waren sie noch mit 3,36 Prozent im Minus. Die erste Jahresbilanz des neuen Chefs John Cryan fällt mit einem Verlust von 6,7 Milliarden Euro tiefrot aus. Schon am Vortag hatten die Papiere im Sog der schlechten Branchenstimmung angesichts von Befürchtungen über eine Pleitewelle im Energiesektor sechs Prozent verloren.

Börsianer befürchten nun, dass die Deutsche Bank eine weitere Kapitalerhöhung benötigt. „Wenn das Umfeld schwierig bleibt, könnten die Sorgen um die Kapitalbasis wieder kommen und sogar zunehmen“, schrieben die Analysten der Bank Exane BNP. Citibank-Experte Andrew Coombs sagte, das Ergebnis der Bank für 2015 sei extrem schwach. „Wir sehen noch mehr Prozessrisiken und erwarten weitere Kosten in Höhe von 3,6 Milliarden Euro in diesem Jahr. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit einer Kapitalerhöhung.“

Tagessieger waren RWE mit 6,08 Prozent und Volkswagen mit 5,54 Prozent. Nur Adidas schloss neben der Deutschen Bank im Minus. Um 1,8 Prozent ging es mit dem Aktienkurs nach unten.

Anders als der Dax gaben in Asien die Börsen am Donnerstag nach: Der Nikkei-Index in Tokio schloss 2,4 Prozent niedriger. Die chinesischen Börsen lagen 1,5 Prozent im Minus. Die Ölpreise notierten deutlich im Plus. Die Nordseesorte Brent lag mit 29,22 Euro 5,66 Prozent über dem Kurs von Mittwoch .

So purzeln 2016 die Kurse an den Weltbörsen
Shanghai Composite
1 von 15

Chinas Wirtschaft wächst zwar, doch sie tut es längst nicht mehr so, wie in früheren Jahren. 2015 ist das Bruttoinlandsprodukt um 6,9 Prozent gewachsen. Das klingt zunächst nach viel, doch in Wahrheit ist es das niedrigste Wachstum seit 25 Jahren. Die Nachfrage nach Industrieprodukten und Rohstoffen nimmt im Reich der Mitte ab. Die Auswirkungen sind am besten an den Börsen abzulesen. Der Shanghai Composite hat allein seit Jahresanfang fast 18 Prozent verloren. Zahlreiche andere Börsen auf der Welt folgten den chinesischen Aktienmärkten seitdem ins Minus.

Kursentwicklung (seit dem 1. Januar 2016): - 17,7 Prozent*

*Stand: 19. Januar 2016

CSI 300
2 von 15

Ähnlich ergeht es dem CSI 300, der 300 der größten festlandchinesischen Aktien beinhaltet. Seit Jahresanfang sackte der Kurs des Index um über 16 Prozent ab. Mittlerweile gehen viele Investoren davon aus, dass die chinesische Regierung weitere Maßnahmen zur Ankurbelung der heimischen Wirtschaft beschließen werde. Die Spekulationen konnten in den vergangenen Tagen die herben Verluste der asiatischen Börsen ein wenig auffangen.

Kursentwicklung: - 16,1 Prozent

Dax
3 von 15

Deutschland pflegt enge wirtschaftliche Beziehungen mit China. Daher verwundert es nicht, dass auch der Dax Federn lassen musste. Vor allem die Automobilwirtschaft ist von China abhängig. Audi, BMW, Mercedes und VW exportieren jährlich hunderttausende Fahrzeuge ins Reich der Mitte. Keine andere Nation exportiert so viele Autos nach China wie Deutschland.

Kursentwicklung: - 11,4 Prozent

Dow Jones
4 von 15

Auch in den USA waren die ersten Handelswochen im neuen Jahr zum Weglaufen. Der Dow Jones schreibt seit dem 1. Januar Verluste in Höhe von über acht Prozent. Neben China dürfte auch der Preisverfall an den Rohölmärkten für die Verluste an den US-Aktienmärkten verantwortlich sein. Hinzu kommen Prognosen, die mit einem steigenden Dollar-Kurs rechnen, sollte die Federal Reserve wie angekündigt vier Zinsanhebung im laufenden Jahr anpeilen. Anleger befürchten daher Einschnitte bei den Exporten.

Kursentwicklung: - 8,3 Prozent

EuroStoxx 50
5 von 15

Der europäische Auswahlindex muss ähnliche Verluste wie der Dax hinnehmen. Neben den deutschen Automobilherstellern müssen auch französische und italienische Autokonzerne mit Umsatzeinbußen im Reich der Mitte rechnen. Europäische Rohstoffkonzerne trifft das verlangsamte chinesische Wirtschaftswachstum ebenfalls.

Kursentwicklung: - 10,2 Prozent

Nikkei
6 von 15

Im asiatischen Raum ist die japanische nach der chinesischen Börse die größte des Kontinents. Der Einfluss Chinas ist auch hier zu erkennen. Der Nikkei verlor knapp elf Prozent seit Jahresanfang. Zu den größten Verlieren im japanischen Auswahlindex gehören Mazda mit einem Minus von 16,5 Prozent und Mitsubishi mit Verlusten in Höhe von 14,7 Prozent.

Kursentwicklung: - 10,9 Prozent

ASX 200
7 von 15

China ist Australiens wichtigster Wirtschaftspartner. Vor allem der Export von Eisenerz in das Reich der Mitte hatte in den vergangenen Jahren die australische Wirtschaft angekurbelt. Rund ein Fünftel des gesamten australischen Exportvolumens macht der Rohstoff aus, der zur Herstellung von Stahl verwendet wird. Doch mit dem schwächelnden Wachstum in China nimmt auch die Nachfrage nach Eisenerz ab. Zudem ist der Eisenerzpreis innerhalb der letzten zwölf Monate um fast 25 Prozent gesunken. Diese Entwicklung ging nicht spurlos am australischen Börsenindex ASX 200 vorbei.

Kursentwicklung: - 8,3 Prozent

  • rtr
Startseite

Mehr zu: Börse Frankfurt - Dax schließt deutlich im Plus

13 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax schließt deutlich im Plus"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wie viel Plus hat denn der Dax seit 2015 erreicht?
    Mit solchen Positivnachrichten kann man doch kein Geld verdienen.

  • Wen interessiert der Nikkei?
    Aufpassen, da scheint nicht viel Börsenerfahrung vorhanden zu sein,das ist gefährlich!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Farmer,

    das geht mir auch so, was soll man auch sonst machen. Den ganzen Tag youtube ist auch doof.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Danke HBO,

    dass Sie es doch immer wieder versuchen die Kommentarfunktion zu öffnen.
    Denn das fehlt mir und einigen anderen hier doch sehr.
    Der Tag wird sonst sehr lang.

  • Den langfristigen Anlger interessiert das auf und ab keine Minute.
    Denn wer wie seit über 50 Jahren in die internationalen Prämiumaktien investiert, der hat schon so manches gesehen.
    Bei Schwäche nachkaufen und sich über die Dividende freuen.
    Bei Schieflage nie verkaufen, denn nur wer Verluste realisiert der macht Verluste.

  • Euwax negativ, also gehts ein wenig rauf.

  • Hahaha, einige Börsianer wackeln doch vor lauter Vorfreude auf Draghis Drogen heute nachmittag schon mit dem Schwanz:-)

    Der große Crash kommt...:
    a) Wenn alle ihn erwarten
    b) Wenn keiner damit rechnet

    Wie ist die Stimmung aktuell?

  • was ich erstaunlich finde ist die heutige Nachrichtenlage.... wenn man sucht findet man z.B. auf Handelsblatt, dass die Börse in China heute Nacht wieder 3 % runter ist. Im Großen und Ganzen meiden die Nachrichten die Nachricht aber wie der Teufel das Weihwasser, man schwadroniert über den Nikkei (da waren es nur über 2 %)...

    tja... dann warten wir mal auf Herrn Draghi und seine nächste Runde "Eurorettung durch Zerstörung des Eurowertes".

    Übrigens, habe mir letzten Jahres einen schönen Immobilienkredit geholt, ein Kollege von mir sucht gerade... die Zinsen sind etwas gestiegen, aber was anscheinend signifikant ist, dass die Banken ganz zurückhaltend bei den langen Laufzeiten sind... da scheint sich etwas massiv zu ändern!

    in dem man seine

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%