Börse Frankfurt Dax schließt im Minus

Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag seine Gewinnsträhne zunächst beendet. Anleger haben nach den deutlichen Kursgewinnen der Vorwoche Kasse gemacht. Anlass waren nicht nur die Zahlen von Volkswagen.
Update: 31.05.2016 - 18:02 Uhr

Schlusslicht nach Quartalsergebnis: VW zieht Dax runter

FrankfurtNach fünf Tagen mit Kursgewinnen in Folge haben die Anleger an den europäischen Aktienmärkten am Dienstag eine Verschnaufpause eingelegt. Der Dax schloss am Abend mit einem Minus von 0,7 Prozent und fiel auf 10.262 Punkte. Der europäische Aktienindex Euro Stoxx 50 gab um 0,9 Prozent nach und notierte bei 3063 Zählern.

Vor allem die Unsicherheit vor der nächsten Zinssitzung der US-Notenbank Fed und dem Brexit-Referendum dämpfe die Kauflaune, sagte ein Händler. „Da ist Kassemachen durchaus mal angesagt, vor allem da die Kursgewinne der letzten Tage bei sehr geringen Umsätzen zustande kamen.“ Allerdings könnten auch einige Anleger zum Einstieg gezwungen sein. Derzeit hielten sich Käufer und Verkäufer noch die Waage.

Dax und Euro Stoxx 50 hatten an den vergangenen fünf Handelstagen je rund fünf Prozent zugelegt. Allerdings war die Woche von Feiertagen dies- und jenseits des Atlantiks geprägt.

Die wichtigsten Finanzplätze der Welt
Platz 10: Toronto
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Zweimal im Jahr bestimmt der Global Financial Centres Index, welches die wichtigsten Finanzplätze der Welt sind. Erstellt wird der Index mit Hilfe eines Online-Fragebogens von der Z/Yen Gruppe, einem Londoner Think Tank. Unter den Top 10 dominieren vor allem Finanzplätze aus Nordamerika. Toronto hat sich gegenüber dem vorhergehenden Ranking um zwei Plätze auf Rang 10 verschlechtert.

Platz 9: Boston
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Kriterien für die Auswahl der besten Finanzplätze sind das wirtschaftliche Umfeld, die Entwicklung des Finanzsektors in der jeweiligen Stadt, die Infrastruktur, der Faktor Humankapital und generelle Faktoren sowie die Reputation des Standorts in der Branche. Bei Boston haben sich einige dieser Faktoren offenbar verbessert, die Ostküstenstadt landet mit 709 Zählern auf Platz 9.

Platz 8: San Francisco
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Noch besser platziert ist ein Westküsten-Finanzplatz. San Francisco rangiert mit 711 Punkten auf Platz 8.

Platz 7: Washington
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New York als Bankenplatz kennt wohl jeder. Aber auch in Washington findet sich nicht nur das Capitol, auch das Umfeld für Banken ist gut.

Platz 6: Zürich
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Die Schweizer Stadt ist der erste europäische Finanzplatz, der es unter die Top Ten geschafft hat. Um einen Platz haben sich die Schweizer auf Rang 6 verbessert und liegen damit weit vor Frankfurt. Deutschlands wichtigster Finanzplatz hat vier Plätze verloren und liegt nur auf Platz 18. Auf Rang 27 folgt dann München.

Platz 5: Tokio
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Japans Finanzzentrum in Tokio konnte den fünften Platz behaupten. Andere asiatische Geld-Metropolen liegen allerdings weiter vorne.

Platz 4: Hongkong
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Über 70 der weltweit 100 größten Banken sind in Hongkong tätig, der Finanzplatz ist damit deutlich relevanter als der wichtigste chinesische Finanzplatz in Schanghai (Platz 16).

Größter Verlierer im Dax war die Aktie von Volkswagen mit einem Abschlag von 2,6 Prozent auf 134,35 Euro. Die Wolfsburger waren besser ins Jahr gestartet, als angesichts des Abgasskandals erwartet worden war. Für einige Aktionäre war das ein Signal für Gewinnmitnahmen.

Denn während der Dax im Mai etwa drei Prozent gewann, legten VW um neun Prozent zu. Nach Bekanntwerden des Skandals im Herbst vorigen Jahres waren die Aktien zeitweise unter 100 Euro gefallen. DZ-Bank-Analyst Michael Punzet bekräftigte aber seine Verkaufsempfehlung: „Da wir 2016 weitere Belastungen im Zusammenhang mit Dieselgate erwarten, halten wir an unserer skeptischen Einschätzung fest.“

Sentiment signalisiert steigende Kurse

Zu den größten Gewinnern im Dax zählte die Aktie von Thyssen-Krupp mit einem Plus von 1,1 Prozent. Das Papier profitierte von Analystenempfehlungen für den Konkurrenten Salzgitter, dessen Aktie im MDax mit einem Plus von rund sieben Prozent der größte Gewinner war. Die Analysten der Credit Suisse hatten die Aktie zum Kauf empfohlen. Zugleich stuften die Experten der Rabobank die Aktie des Branchenprimus Arcelor-Mittal von „Reduce“ auf „Hold“ nach oben und begründeten dies mit einer ansteigenden Stahlnachfrage. Die Titel legten zeitweise um vier Prozent zu.

Auf Talfahrt gingen im MDax Zalando, die bis zum Handelsschluss mehr als zwei Prozent einbüßten. Europas größter Online-Modehändler will zunächst weiterhin auf eine Dividende verzichten. Zalando-Aktien sind seit Herbst 2014 an der Börse notiert und im vergangenen Jahr in den MDax aufgestiegen.

Außerhalb der großen Indizes gingen Rocket Internet in die Knie: Die größten Firmen der Startup-Schmiede hatten sich im ersten Quartal schlechter entwickelt. Die Titel verloren mehr als neun Prozent und fielen auf 20,20 Euro. Der Ausgabekurs beim Börsengang 2014 hatte mit 42,50 Euro noch etwa doppelt so hoch gelegen.

Der Autozulieferer Schaeffler hat nach Ansicht von Analysten gute Chancen auf einen Aufstieg in den MDax. Der Konzern löse in diesem Monat aller Voraussicht nach den Geldautomatenhersteller Wincor Nixdorf ab, der vom US-Konzern Diebold übernommen wird, sagte Commerzbank-Expertin Petra von Kerssenbrock. Wincor werde wohl wegen seines geringeren Streubesitzes in den Kleinwerteindex SDax absteigen und seinen Platz mit Schaeffler tauschen. Schaeffler hatte sich bereits bei der Indexumstellung im März Chancen auf einen Aufstieg ausgerechnet. Der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse hatte Wincor damals im MDax gelassen.

LBBW-Indexspezialist Uwe Streich schloss nicht aus, dass Sixt Leasing wieder in den SDax aufsteigen könnte und den Kleinkreditanbieter Ferratum ablöse. Allerdings sei diese Veränderung unwahrscheinlich, da Ferratum noch die Anforderungen der Börse an den Verbleib im Kleinwerteindex erfülle. Für Dax und TecDax erwarten die Analysten keine Änderungen. Der Arbeitskreis Aktienindizes trifft sich am Freitag. Die Index-Veränderungen werden zum 20. Juni wirksam.

Weiter steigende Dax-Kurse signalisiert das Handelsblatt-Sentiment, eine wöchentliche Umfrage unter mehr als 2300 Anlegern. Es gibt noch immer viele Anleger, die noch nicht an die Nachhaltigkeit der Kursgewinne der vergangenen Handelstage glauben. Doch nach Meinung des Börsenexperten Stephan Heibel, der die Umfrage auswertet und interpretiert, ende eine Rally erst, wenn die letzten Zweifler überzeugt wurden, gekauft haben und anschließend keine neuen Käufer mehr vorhanden sind. „So kann die Rally meiner Einschätzung nach noch eine Weile fortlaufen“, meint Heibel.

  • rtr
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