Börse Frankfurt Dax schließt im Minus

Der Deutsche Aktienindex hat am Dienstag nachgegeben. Die Unsicherheit angesichts der Politik des US-Präsidenten Donald Trump belastete die Märkte. Die Aktie der Deutschen Börse hingegen zog deutlich an.
Update: 31.01.2017 - 17:55 Uhr Kommentieren

Dax stürzt ab — Trump-Rally zu Ende?

Frankfurt/DüsseldorfDie Anleger sind durch die Politik von US-Präsident Donald Trump verunsichert. Sie halten sich zudem vor der Zinssitzung der US-Notenbank am Mittwoch eher zurück. Zwar wird noch nicht mit einer Fortsetzung der Zinswende in den Vereinigten Staaten gerechnet, wohl aber mit Hinweisen zum weiteren geldpolitischen Kurs. Der Deutsche Aktienindex Dax schließt 1,25 Prozent im Minus bei 11.535 Punkten.

Der MDax gab um 0,57 Prozent auf 22.465 Punkte nach. Der Technologie-Index TecDax verlor 0,81 Prozent auf 1830 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 fiel um knapp ein Prozent.

Der deutliche Kurssprung des Euros zog die Blicke auf sich. Verantwortlich sind laut Marktteilnehmern Aussagen eines Beraters von US-Präsident Donald Trump. Handelsberater Peter Navarro warf Deutschland vor, den „stark unterbewerteten“ Euro auszunutzen. Am Morgen hatte zudem der kräftige Inflationsanstieg in Spanien, Frankreich und der gesamten Euro-Zone im Januar überrascht.

Unter den Einzelwerten ragten die Aktien der Deutschen Börse mit einem Plus von rund 1,7 Prozent als Spitzenwert im Dax heraus. Sie profitierten von einem Kommentar der französischen Investmentbank Exane BNP über künftige Börsenumsätze und dem zusätzlich erwarteten Aufwärtspotenzial, falls die Fusion mit der Londoner Börse durchgeht.

Die Papiere der Deutschen Bank fielen um rund ein Prozent. Das angeschlagene Finanzinstitut kann eine weitere juristische Baustelle weitgehend schließen, nachdem im russischen Geldwäsche-Skandal eine Einigung mit der New Yorker Finanzaufsicht erzielt worden war. Allerdings ist auch noch das US-Justizministerium eingeschaltet. Am Donnerstag legt die Bank ihre Jahresbilanz vor.

Das wurde 2016 aus 100.000 Euro
Platz 27: Aktien Nigeria
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Euro-Investoren, die im vergangenen Jahr an der kleinen nigerianischen Börse investierten, machten ein sehr schlechtes Geschäft. Das lag gar nicht mal an den Aktien selbst, der Leitindex Nigeria All Share verlor zwar „nur“ sieben Prozent. Das lag vor allem daran, dass der bevölkerungsreichste afrikanische Staat stark von den Öleinnahmen ist. Doch am 20. Juni gab die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung Naira an den Dollar auf. Die darauf folgende deutliche Abwertung der Währung Naira zu vielen Währungen macht die Aktien aber zum weltweit größten Verlustbringer. Wer Anfang des Jahres theoretisch 100.000 Euro an der Börse in Nigeria investierte, hat jetzt nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Privatanleger können jedoch kaum in Nigeria direkt investieren, es gibt auch keine Zertifikate oder börsengehandelte Indexfonds auf den Nigeria All Share.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 26: Ghana
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Auch gezielte Investitionen an der Börse in Ghana sind für hiesige Privatanleger kaum möglich. Das ist auch gut so. Denn der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, entwickelte sich sehr schlecht. Die agrarisch strukturierte  Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes,  schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein. Von 100.000 in Ghana investierten Euro blieben bis Jahresende nur 77.840 Euro übrig.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

 

Platz 25: Aktien Ägypten
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Noch dramatischer als in Nigeria schlägt in Ägypten die Währungsentwicklung zu Buche. Dort gab die Zentralbank im November den Wechselkurs des ägyptischen Pfunds frei, das daraufhin abstürzte. Das bescherte Anlegern, die im Januar 100.000 Euro in den Leitindex EGX 30 investierten einen Verlust von 20.430 Euro, so dass nur noch 79570 Euro übrig bleiben. Das fast Tragische dabei: Die Abwertung beflügelten den Aktienmarkt. Der EGX 30 selbst gehört in Lokalwährungen gerechnet mit einem Plus von mehr als 70 Prozent zu den weltweit besten Börsen und stieg auf ein Rekordhoch nach dem anderen.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 24: Aktien China
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Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450 Euro übrig.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 23: Britisches Pfund
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Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell. Auf Jahressicht hat der Leitindex Footsie deshalb in Pfund gerechnet über 14 Prozent zugelegt und stieg Ende Dezember sogar auf ein Allzeithoch. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 22: Mexikanischer Peso
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Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro. Mexikos Leitindex IPC legte aber um zumindest rund sechs Prozent zu.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 21: Sparbuch
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Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Im Index der mittelgroßen Unternehmen verhalf eine Kaufempfehlung der Bank of America/Merrill Lynch den RTL-Aktien zunächst zu leichten Gewinnen. Am Abend schloss die Aktie der RTL Group allerdings ganz leicht im Minus.

Die Anteilsscheine von Symrise hingegen fielen um 2,6 Prozent. Die Jahresbilanz des Schweizer Wettbewerbers Givaudan war schlechter als erwartet ausgefallen.

Im TecDax verloren die Aktien des des Pharma- und Laborzulieferers Sartorius rund fünf Prozent und fielen zeitweise auf den tiefsten Stand seit Juli des Vorjahres. Tags zuvor hatte das Unternehmen Bilanz gezogen und dabei vor allem mit dem Ausblick auf 2017 enttäuscht.

Bei den Nebenwerten sorgt der SDax-Wert TLG Immobilien für Schlagzeilen: Der Berliner Immobilienkonzern hat binnen weniger Stunden 115 Millionen Euro frisches Kapital für seine jüngsten und kommenden Zukäufe eingesammelt. Der Ausgabepreis für die 6,7 Millionen neuen Aktien – zehn Prozent des Grundkapitals – sollte auf 17,20 Euro festgelegt werden, wie die Investmentbank JP Morgan den Investoren am Montagabend mitteilte. Sie hatte die Platzierung federführend organisiert. Der Kurs der TLG-Aktie verlor 1,4 Prozent.

Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs des Euro am Montag auf 1,0630 (Freitag: 1,0681) Dollar festgesetzt. Zuletzt war er 1,0750 Dollar wert. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,23 Prozent am Montag auf 0,22 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 141,33 Punkte. Der richtungsweisende Bund Future zeigte sich prozentual unverändert bei 161,88 Punkten.

  • dpa
  • rtr
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