Börse Frankfurt Dax schließt mehr als 300 Punkte höher

Die Fed will sich mit der Zinsstraffung Zeit lassen, die EZB schwere Geschütze gegen die Deflation aufstellen. Die Anleger sind entzückt. Der Dax legt mehr als 300 Punkte zu. Der MDax erklimmt sogar ein neues Rekordhoch.
Update: 08.01.2015 - 17:49 Uhr 27 Kommentare

Dax schießt durch die Decke

FrankfurtEin furioser Börsenhandel. Die Aussicht auf eine behutsame Straffung der Geldpolitik in den USA löst in Frankfurt wahre Jubelstürme aus. Die Anleger katapultieren den Dax am Donnerstag satte 3,4 Prozent ins Plus auf 9838 Punkte. Die Verluste vom Wochenbeginn spielen damit keine Rolle mehr.

In der zweiten Reihe konnten die Indizes ebenfalls zulegen. Der MDax notierte bei einem Kurs von 17.248 Punkten auf einem neuen Rekordhoch. Am Ende schloss er 2,2 Prozent fester auf 17.214 Zählern. Der TecDax stieg um 3,2 Prozent auf 1412 Zähler.

Die Börsianer halten es wegen der Krise in Griechenland und der drohenden Deflation in der Euro-Zone umso wahrscheinlicher, dass die Fed ihre Zinsstraffung verschiebt und die EZB schwerere Geschütze gegen die widerspenstige Teuerungsrate aufstellt. Händler Jonathan Sudaria von der London Capital Group in London, erklärte: „Der Schritt in die Deflation in Europa schürt Erwartungen an die EZB, die tatsächlich die schweren Waffen auspacken muss“, sagte er, „und das FOMC-Protokoll signalisiert andererseits, dass die Fed mit ihrer Zinswende eher noch warten wird“.

Die meisten Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses erwarten keine Leitzinserhöhung vor Ende April, wie das am Mittwoch veröffentliche Protokoll zur Sitzung vom 16. und 17. Dezember zeigt. Sorgen vor einem überraschend schnellen Anstieg des Leitzinses hatten die Märkte jüngst unter Druck gesetzt.

Eine Reaktion an den Aktienmärkten sei insgesamt überfällig gewesen, da diese zuletzt deutlich gefallen seien, sagte Analyst Ulrich Wortberg von der Landesbank Helaba. Laut Händler Markus Huber vom Broker Peregrine & Black zeigten sich die Anleger erleichtert, dass die wichtigsten Notenbanken weiterhin das Wirtschaftswachstum stützen und sich gegen den als zu niedrig erachteten Preisauftrieb stemmen.

In den USA sorgen die Fed-Protokolle ebenfalls für gute Stimmung. Nach Frankfurter Börsenschluss lagen alle drei Indizes deutlich im Plus. Der Dow Jones legte 1,6 Prozent auf 17.868 Punkte. Der Nasdaq notierte 1,7 Prozent fester, der S&P-500 stieg um 1,6 Prozent.

Gestützt wurden die Kurse heute zudem von positiven Arbeitsmarktdaten. Eine Stunde vor US-Börseneröffnung wurden in Washington die wöchentlichen Zahlen zu Anträgen auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht. Den Daten zufolge sank die Zahl der Anträge um 4000 auf 294.000. Allerdings hatten die Experten im Vorfeld mit besseren Zahlen gerechnet. Sie hatten mit 290.000 neuen Anträgen gerechnet.

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27 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax schließt mehr als 300 Punkte höher"

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  • Aktien kaufen & Draghi machen lassen.

  • Kaufen Sie Ami Aktien, der Euro fällt.

  • Wer sich den Chart ansieht, sieht ein Doppeltop, das jetzt zu einem Dreifachtop werden könnte. Mehr nicht.
    Ausbruch nach oben 50%. Ausbruch nach unten 50%.
    Was also tun ?

  • Celo Abdi@
    9800 überschritten, was machen die Scheine, war die Arge böse.

  • @Veldung

    Gab es da auch einen Herrn Draghi, der ein umfassendes QE-Programm in die Tat umsetzt?

    Der Dax legt heute quasi grundlos 300 Punkte zu. Was meinen Sie, was los ist, wenn die EZB, das tut, was der Markt von ihr erwartet Ende Januar?

    Jede positiv zu deutende Furz der FED oder der EZB löst im aktuellen Umfeld Jubelarien aus.

  • Ganz nebenbei. Wer nur Eronen in Dollar getauscht hat,
    macht locker 10% bis jetzt. Draghi hat,s ja angekündigt.

  • Man kann in der ersten vollen Woche nichts für den Jahresverlauf ableiten.
    Erinnern wir uns an 2000 .Da ging es am ersten Handelstag erst deutlich hoch-7159,dann drehte er mittags plötzlich nach unten und gegen Mittag des dritten Handelstages hatten wir vom Top des ersten Tages 771 Punkte verloren-6388.Trotzdem startete der DAX von da an seine Rally bis 8136 im März.
    Insofern erinnert der Jahresbeginn 2015 an denn von 2000.

  • Den Hund.

  • Der Euro, die Anleihenmärkte und jetzt langsam auch der Dax preisen bereits ein QE ein. Draghi hat keine andere Wahl als zu liefern sonst bricht der Anleihenbereich ein.

    Nur, wenn er anfängt zu kaufen, dann kauft er Anleihen auf ATHs und würde der EZB heftige Verluste einbringen, wenn er diese dann nicht bis zur Endfälligkeit hält.

    Das das die Probleme der Eurozone löst und die Wirtschaft ankurbelt? Ich bezweifele es. Aber es wird kurzfristig zu Mondpreisen bei Anleihen, Aktien und Immobilien führen.

  • @Delli

    Wen jetzt? Den Schwanz oder den Hund?

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