Börse Frankfurt Dax schließt mit Gewinnen

Der Freitagshandel verlief unbeschwert. Für gute Stimmung sorgten solide Bilanzen von US-Großbanken. Auch die Aktien deutscher Geldhäuser stiegen. Am Ende verbuchte der Dax ein Plus von rund 0,9 Prozent.
Update: 13.01.2017 - 18:11 Uhr Kommentieren

Anleger haben die Trump-Enttäuschung verdaut

Frankfurt/DüsseldorfNach den Verlusten am Vortag haben einige Investoren die Chance zum Wiedereinstieg in den Markt genutzt. Nach einem ruhigen Handel zum Tagesbeginn gewann der deutsche Leitindex im Laufe des Tages an Fahrt und schloss 0,9 Prozent fester bei 11.629 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen rückte am Freitag ebenfalls um 0,9 Prozent auf 22.498 Punkte vor. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,6 Prozent auf 1841 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 1,1 Prozent hoch auf 3321 Stellen.

Experten sehen einen positiven Börsentrend: „Das Jahr ist noch jung und dennoch könnte es an den Aktienmärkten zu einer ersten Belastungsprobe kommen“, glaubt Helaba-Analyst Markus Reinwand. Die Frage sei, wie realistisch die mittlerweile in den Aktienkursen enthaltenen, von Trump ausgelösten Hoffnungen seien. Mit seiner Amtseinführung müsse dieser den Ankündigungen jedenfalls erst einmal Taten folgen lassen. Angesichts der hohen Erwartungen könne es durchaus zu einer gewissen Ernüchterung kommen, so Reinwand. Eine Wende des positiven Aktientrends sieht er aber noch nicht. Auch die Experten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sehen vorerst kein Ende des jüngsten Aufwärtstrends. Die immer noch niedrigen Zinsen und die weiter attraktiven Dividendenrenditen sollten zu weiteren Umschichtungen von Anleihen in Aktien führen. Auch der jüngst auf ein 13-Jahres-Tief gesunkene Euro, der vor allem den exportorientierten Unternehmen hilft, dürfte für Rückenwind sorgen.

Vor allem die guten Bankbilanzen verhalfen den Börsen nach oben. JPMorgan und Bank of America profitierten in den vergangenen drei Monaten deutlich von steigenden Aktienkursen und einer Belebung am Anleihemarkt. Die Nummer eins und zwei nach der Bilanzsumme übertrafen die Gewinnprognosen der Experten im vierten Quartal 2016. Für das neue Jahr setzen sie zudem auf steigende Leitzinsen und die Maßnahmen des künftigen Präsidenten zur Ankurbelung der US-Konjunktur. An den Aktienmärkten gewannen die Papiere der beiden Banken zwar kaum. Die Nachricht von Quartalsgewinnen färbte dennoch auch auf den deutschen Aktienmarkt ab. Die Deutsche Bank und die Commerzbank zählten mit einem Plus von rund vier und 2,8 Prozent zu den Favoriten im Dax.

Mit diesen Aktien machten Anleger 2016 Kasse

WKN
ISIN
Börse

Chart von
1 von 30

Platz 30: Commerzbank:

Deutschlands zweitgrößte Privatbank leidet wie andere Institute auch unter den schwierigen Rahmenbedingungen – 24,3 Prozent Anschlag bedeuten den letzten Platz im Dax-Jahresranking. Mit einem Spar- und Schrumpfkurs und radikalen Umbau will der seit Mai amtierende neue Vorstandschef Martin Zielke das Institut auf Kurs bringen.

DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005140008
Börse
L&S

-0,28 -2,77%
+9,83€
Chart von DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.
2 von 30

Platz 29: Deutsche Bank

Investoren sind schlechte Nachrichten von der Deutschen Bank gewöhnt. Zwar stabilisierte sich die Aktie im vierten Quartal, insgesamt war es aber ein Jahr zum Vergessen. Zwischenzeitlich rutschten die Papiere sogar unter die Marke von zehn Euro. Für das Jahr 2016 bleibt ein Minus von 23,4 Prozent. Vorstandschef John Cryan ist jetzt mehr denn je gefordert.

PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000PSM7770
Börse
L&S

-0,27 -1,18%
+22,13€
Chart von PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.
3 von 30

Platz 28: ProSieben Sat 1

Nach dem Dax-Aufstieg im März 2016 war die Luft bei den Papieren des Medienkonzerns raus. Gegen Jahresende gerieten die Aktien nach einer Kapitalerhöhung dann richtig unter Druck. Zur Ehrenrettung ist zu sagen, dass sich die gesamte Branche im Jahr 2016 schlechter als der Gesamtmarkt entwickelte. Unterm Strich bleibt ein Minus von 21,7 Prozent.

CONTINENTAL AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005439004
Börse
L&S

-3,16 -1,69%
+183,14€
Chart von CONTINENTAL AG INHABER-AKTIEN O.N.
4 von 30

Platz 27: Continental

Auch hinter dem Automobilzulieferer liegt ein turbulentes Jahr. Die Aktie notiert noch immer auf einem vergleichsweise hohen Niveau bei 183,70. Auf Jahressicht allerdings verloren die Papiere 17,9 Prozent an Wert.

DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008232125
Börse
L&S

-0,44 -1,91%
+22,69€
Chart von DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
5 von 30

Platz 26: Lufthansa

Der scheinbar nie enden wollende Tarifkonflikt setzt dem Kranich immer mehr zu. Der Imageschaden ist enorm – und auch an der Börse ging es in diesem Jahr bergab. Lufthansa-Papiere notieren nur noch bei 12,27 Euro und damit 15,8 Prozent tiefer als noch zu Jahresbeginn.

E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000ENAG999
Börse
L&S

-0,05 -0,53%
+9,30€
Chart von E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.
6 von 30

Platz 25: Eon

Der Energieriese blickt erneut auf ein tristes Jahr zurück. Die Aufspaltung brachte nicht den gewünschten Auftrieb. Auf Jahressicht hat der Versorger circa 15 Prozent seines Börsenwerts verloren.

BAYER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BAY0017
Börse
L&S

-3,28 -3,90%
+80,80€
Chart von BAYER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
7 von 30

Platz 24: Bayer

Die Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto war eines der Kernthemen des vergangenen Jahres. Letztlich zahlen die Leverkusener 128 US-Dollar pro Monsanto-Aktie. Die Aktionäre versetzte das nicht in Jubelstimmung. Der Chemieriese verlor fast 15 Prozent an Börsenwert.

Zudem gehörte Fresenius Medical Care mit einem Kursplus von 1,2 Prozent zu den bei Anlegern gefragten Papieren. Der Dialysekonzern erwirkte eine einstweilige Verfügung gegen eine Anordnung der Gesundheitsbehörde CMS, der zufolge Wohltätigkeitsorganisationen Dialyse-Patienten keine Behandlungszuschüsse mehr zahlen dürfen. Die Versorger Eon und RWE, am Vortag noch an der Dax-Spitze, bildeten mit leichten Verlusten von jeweils 0,2 Prozent die Schlussreihe der ersten Börsenliga, ebenso Henkel-Papiere, die rund 0,3 Prozent verloren.

Im deutschen Nebenwerteindex MDax waren Anteilsscheine von Fuchs Petrolub Spitzenreiter. Der Schmierstoff-Produzent hob nach einem unerwartet starken Zuwachs im vierten Quartal die Prognose für das Geschäftsjahr 2016 an. Die Aktien gewannen 3,7 Prozent.

In Mailand legten Fiat Chrysler bis zu 7,6 Prozent zu. Am Donnerstag waren die Papiere des Autobauers allerdings um gut 16 Prozent eingebrochen - so viel wie noch nie. Auslöser war die Anschuldigung der US-Umweltbehörde EPA, Fiat habe eine illegale Software zur Manipulation der Abgaswerte eingesetzt. Fiat wies den Vorwurf zurück. Außerdem bekräftigte Firmenchef Sergio Marchionne die Geschäftsziele.

  • rtr
  • dpa
  • leo
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