Börse Frankfurt Dax schließt nach schleppendem Handel im Plus

Mit einem Höhenflug dank Hellas schien der Dax seine Kräfte verbraucht zu haben. Lange schleppte er sich am Dienstag, auch wegen schwacher Konjunkturdaten, durch die Verlustzone. Am Ende gelang ihm dennoch die Wende.
Update: 14.07.2015 - 17:54 Uhr 3 Kommentare

Dax dreht doch ins Plus - Autohersteller und RWE verlieren

FrankfurtDer Dax hat sich nach starken Handelstagen eine Pause gegönnt. Nach der Rally rund um das Wochenende der griechisch-europäischen Einigung - seit Donnerstag hat der Dax über sechs Prozent zugelegt - nutzten die Anleger nun die Gelegenheit, um ihre Gewinne zu realisieren. So schleppte sich ein lahmer Dax zwischen leichten und mittleren Verlusten durch den Dienstagshandel. Ein mäßiger Börsenausblick auf die Konjunktur sowie schwache US-Daten ließen etwaigen Rückenwind abflauen. Im Späthandel bekamen die Märkte mit einer anziehenden Wall Street wieder etwas Schwung, sodass am Ende sogar der Sprung über aus dem Minus gelang. Letztlich schloss der Dax 0,3 Prozent fester bei 11.516 Punkten.

Am Nachmittag hatten Anleger auf US-Zahlen gehofft um Schwung in den lahmen Handel zu kriegen. Von den Einzelhandelsumsätzen im Juni erwarteten sie sich Hinweise auf den Zeitpunkt der kommenden Zinswende. Die Verkäufe fielen überraschenderweise um 0,3 Prozent im Vormonatsvergleich. Die Juli-Entwicklung wurde von einem Plus von 1,2 auf 1,0 Prozent korrigiert. Der private Konsum ist das dickste Standbein der weltgrößten Volkswirtschaft - vom Bruttoinlandsprodukt fallen zwei Drittel auf diesen Sektor. Die schwachen Zahlen ließen einige Anleger wieder auf eine spätere US-Zinswende spekulieren, worin auch das Plus der Wall Street seinen Ursprung fand.

Vorher hatten deutsche Kennzahlen die Stimmung etwas gedrückt. Das ZEW-Barometer für die Konjunkturerwartungen in den nächsten sechs Monaten sank im Juli von 31,5 auf 29,7 Punkte. Die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung abgehaltene Umfrage unter 223 Anlegern und Analysten ging damit zum vierten Mal in Folge zurück. Ökonomen hatten jedoch mit einem noch stärkeren Fall auf 29,0 Zähler gerechnet.

„Der Konjunkturausblick für Deutschland bleibt im Großen und Ganzen positiv“, sagte ZEW-Präsident Clemens Fuest. Weder die Schwierigkeiten im Umgang mit der griechischen Staatsschuldenkrise noch die Turbulenzen an den chinesischen Finanzmärkten hätten die Experten stark beeindruckt. Die Bewertung der konjunkturellen Lage in Deutschland legte sogar leicht zu: Das entsprechende Barometer stieg um 1,0 auf 63,9 Zähler.

Gestern war ein Raunen durch die Handelssäle gegangen. Nach den monatelangen Verhandlungen konnten sich die griechische Regierung unter Ministerpräsident Alexis Tsipras mit den europäischen Partner auf ein Reformpaket einigen. Wie die Anspannung von den Schultern fiel, war den Börsianern deutlich anzusehen. Wenngleich der griechische Schuldenstreit damit noch nicht vollends vom Tisch ist und die Verhandlungsergebnisse - Reformbeschlüsse auf der hellenischen Seite, Kredite auf der resteuropäischen Seite - noch von den jeweiligen Parlamenten verabschiedet werden müssen.

Was spricht für, was gegen Aktien?
Pro: Kursgewinne
1 von 8

Wer zum richtigen Zeitpunkt einsteigt, dessen Einsatz lohnt sich allein dank steigender Kurse. Wer zum Beispiel Anfang 1997 zur Rückkehr des Firmengründers Steve Jobs 1000 Dollar in Papiere des am Boden liegenden Computerbauers Apple steckte, ist heute mehr als 200 000 Dollar reicher. Apple ist inzwischen das wertvollste Unternehmen der Welt.

Pro: Dividenden
2 von 8

Viele Unternehmen beteiligen ihre Anteilseigner am Geschäftserfolg. Bei Europas größtem Versicherer Allianz fällt die Gewinnbeteiligung für das erfolgreiche Geschäftsjahr 2014 besonders üppig aus: Der Münchner Dax-Konzern schüttet 6,85 Euro Dividende je Aktie aus. Viele andere Dax-Konzerne heben ihre Dividende an. K+S hebt sie um 25 auf 90 Cent, Continental will statt 2,50 nun 3,25 Euro je Aktie ausschütten.

Pro: Miteigentümer
3 von 8

Wer Aktien kauft, kauft einen Unternehmensanteil. Mit dem Geld werden neue Geschäftsideen oder der Ausbau des bestehenden Geschäfts finanziert. Das trägt im Idealfall auch dazu bei, dass Arbeitsplätze geschaffen werden oder zumindest erhalten bleiben. Angesichts des schwachen Euros und der damit verbundenen verbesserten Ausgangslage des Exportgeschäfts, kann man als Miteigentümer eines Exportunternehmen Geld verdienen.

Pro: Anlagenotstand
4 von 8

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Zinsen im Euroraum quasi abgeschafft. Davon profitieren zwar Kreditnehmer, andererseits wird die bei vielen Deutschen so beliebte Geldanlage auf Sparbuch, Tagesgeld- oder Festgeldkonten kaum noch belohnt. Dass die Menschen zunehmend selbst fürs Alter vorsorgen müssen, zwingt sie dazu mehr Risiko einzugehen. Für ein annehmbares Risiko bekommen sie auf dem Aktienmarkt akzeptable Renditen.

Kontra: Aufs falsche Pferd setzen
5 von 8

Die „Volksaktie“ Telekom startete im November 1996 bei 28,50 Deutsche Mark (14,57 Euro) und kletterte bis März 2000 auf umgerechnet knapp über 100 Euro. Aktuell ist die T-Aktie noch gut 17 Euro wert. Fachleute raten ohnehin dazu, Geld nicht nur in einen Titel zu stecken, sondern möglichst breit zu investieren und die Aktien mehrerer Unternehmen ins Depot zu nehmen, um Schwankungen ausgleichen zu können. Ein zu breite Streuung ist allerdings ebenfalls nicht erbaulich für das Depot, da sonst Gewinne durch Verluste anderer Titel vernichtet werden können.

Kontra: Zum falschen Zeitpunkt einsteigen
6 von 8

Gerade Kleinanleger lassen sich oft von einem Börsenhype mitreißen und steigen ein, wenn die Kurse schon vergleichsweise hoch sind – etwa, weil dann viel darüber berichtet wird. Profi-Investoren machen dann längst schon wieder Kasse und sorgen durch Verkäufe dafür, dass die Kurse wieder sinken. Daher sollten Kleinanleger sich über die Aktienmärkte nicht erst informieren, wenn viel auf ihnen los ist, sondern bereits vorher.

Kontra: Gebühren
7 von 8

Börsenbetreiber und Banken verdienen beim Kauf und Verkauf von Aktien und Fondsanteilen mit. Verbraucherschützer kritisieren, die Gebührenstruktur sei bisweilen unübersichtlich – zulasten der Kunden.

Zunächst könnte es in der griechischen Volkvertretung turbulent werden. Zwar erreicht Tsipras mit den Stimmen der Opposition wohl eine Mehrheit, doch aus seinem eigenen Parteienverbund Syriza bläst ihm von den Flügeln kräftiger Gegenwind entgegen. Es könnte zur Regierungsumbildung im Kabinett des griechischen Premiers kommen. Spätestens am Mittwoch soll eine Entscheidung gefällt werden.

In der zweiten Frankfurter Reihe drehte die Titel ebenfalls spät ins Plus. Der Nebenwerte-Index MDax notierte am Ende nahezu unverändert bei 20.579 Punkten. Die Technologie-Liste TecDax hingegen legte 0,3 Prozent zu auf 1745 Zähler. Der Leitindex der Eurozone, der Euro-Stoxx-50, gewann 0,4 Prozent auf 3603 Stellen. In New York fuhr der Dow-Jones-Index zum Frankfurter Handelsschluss mit 18.031 ein leichtes Plus von 0,3 Punkten ein.

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3 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax schließt nach schleppendem Handel im Plus"

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  • Allein des Namens sollten diesen User sperren...das passt nicht zu HBO....sie sollten einen gewissen Stil beibehalten und so etwas nicht zulassen....nur Klarnamen

  • Dax schließt nach schleppendem Handel im Plus@

    (...)
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich und achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

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