Börse Frankfurt Dax schließt nahezu unverändert

Nach dem Zinsentscheidung ist vor dem Zinsentscheidung – da die EZB ihren Kurs am Donnerstag nicht änderte, steht nun wieder die US-Kollegen der Fed im Fokus der Anleger. Bei den Einzelwerten gab es einige Ausreißer.
Update: 02.06.2016 - 18:26 Uhr

EZB-Entscheidung lässt Anleger kalt

Der Dax hat am Donnerstag nach der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) um seinen Vortages-Schlusskurs gependelt und praktisch unverändert geschlossen. Die EZB hatte die Leitzinsen wie erwartet unverändert belassen und die Finanzmärkte auf eine lange Phase extrem niedriger Leitzinsen in der Euro-Zone eingestimmt. Erwartungsgemäß fielen auch die vom Dienstleister ADP bekanntgegebenen Beschäftigtenzahlen für den US-Privatsektor aus. Sie gelten als Hinweis auf den mit Spannung erwarteten Bericht des Arbeitsministeriums am Freitag.

Nach dem Zinsentscheid und ersten Kommentaren von EZB-Präsident Mario Draghi fiel der deutsche Leitindex etwas klarer ins Minus, erholte sich im späten Handel aber wieder. Letztlich gewann der Dax 0,03 Prozent auf 10.208 Punkte. Der MDax stieg um 0,17 Prozent auf 20.703 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 0,15 Prozent auf 1698 Zähler vor.

Die wichtigsten Finanzplätze der Welt
Platz 10: Toronto
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Zweimal im Jahr bestimmt der Global Financial Centres Index, welches die wichtigsten Finanzplätze der Welt sind. Erstellt wird der Index mit Hilfe eines Online-Fragebogens von der Z/Yen Gruppe, einem Londoner Think Tank. Unter den Top 10 dominieren vor allem Finanzplätze aus Nordamerika. Toronto hat sich gegenüber dem vorhergehenden Ranking um zwei Plätze auf Rang 10 verschlechtert.

Platz 9: Boston
2 von 10

Kriterien für die Auswahl der besten Finanzplätze sind das wirtschaftliche Umfeld, die Entwicklung des Finanzsektors in der jeweiligen Stadt, die Infrastruktur, der Faktor Humankapital und generelle Faktoren sowie die Reputation des Standorts in der Branche. Bei Boston haben sich einige dieser Faktoren offenbar verbessert, die Ostküstenstadt landet mit 709 Zählern auf Platz 9.

Platz 8: San Francisco
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Noch besser platziert ist ein Westküsten-Finanzplatz. San Francisco rangiert mit 711 Punkten auf Platz 8.

Platz 7: Washington
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New York als Bankenplatz kennt wohl jeder. Aber auch in Washington findet sich nicht nur das Capitol, auch das Umfeld für Banken ist gut.

Platz 6: Zürich
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Die Schweizer Stadt ist der erste europäische Finanzplatz, der es unter die Top Ten geschafft hat. Um einen Platz haben sich die Schweizer auf Rang 6 verbessert und liegen damit weit vor Frankfurt. Deutschlands wichtigster Finanzplatz hat vier Plätze verloren und liegt nur auf Platz 18. Auf Rang 27 folgt dann München.

Platz 5: Tokio
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Japans Finanzzentrum in Tokio konnte den fünften Platz behaupten. Andere asiatische Geld-Metropolen liegen allerdings weiter vorne.

Platz 4: Hongkong
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Über 70 der weltweit 100 größten Banken sind in Hongkong tätig, der Finanzplatz ist damit deutlich relevanter als der wichtigste chinesische Finanzplatz in Schanghai (Platz 16).

Die Zinsen dürften für längere Zeit auf dem aktuellen oder sogar auf einem niedrigeren Niveau bleiben, wie EZB-Präsident Mario Draghi in Wien bei der Pressekonferenz zum jüngsten Zinsentscheid sagte. Er betonte zudem die Handlungsbereitschaft der Notenbank. Erst im März hatten die Währungshüter ihren Kurs massiv verschärft. Erstmals wurde der Zins, zu dem Banken Zentralbankgeld bekommen, auf Null gesenkt.

Unter den Einzelwerten am deutschen Markt waren Aktien von Munich Re mit minus 2,18 Prozent Schlusslicht im Dax. Sie litten weiterhin unter den laut Analysten kostenintensiven Umbauplänen für die Tochter Ergo. Deren Umstrukturierung soll gut eine Milliarde Euro kosten. In Deutschland werden mehr als 1800 Arbeitsplätze wegfallen, die klassische Lebensversicherung geht in die Abwicklung. Mehrere Analystenhäuser senkten deshalb ihre Kursziele für die Aktie des Rückversicherers.

Im MDax rückten die Papiere des kriselnden Bauunternehmens Bilfinger mit einem Plus von 4,21 Prozent in den Fokus. Damit nahmen sie den Spitzenplatz ein. Bilfinger baut radikal um und will sich von einem seiner Herzstücke trennen: der profitablen Sparte Bau- und Gebäudedienstleistungen. Diese soll für rund 1,2 Milliarden Euro an den Finanzinvestor EQT gehen.

Im SDax sprangen die Titel von Borussia Dortmund um 3,71 Prozent hoch. Der Fußballverein hatte mitgeteilt, dass Spieler Ilkay Gündogan zu Manchester City wechseln wird. Zwar wurde nichts über die Ablösemodalitäten für den Fußball-Nationalspieler bekannt gegeben, zuletzt war allerdings von einer Ablösesumme in Höhe von rund 25 Millionen Euro die Rede gewesen.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,16 Prozent auf 3033,86 Punkte. Der Pariser Cac-40-Index und der Londoner FTSE 100 büßten zwischen 0,1 und 0,2 Prozent ein. Der Dow-Jones-Leitindex in New York stand zum Handelsschluss in Europa 0,10 Prozent tiefer.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,03 Prozent am Vortag auf 0,05 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,09 Prozent auf 142,31 Punkte. Der Bund Future gewann 0,27 Prozent auf 164,52 Punkte. Der bis zum frühen Nachmittag festere Kurs des Euro bröckelte nach den Draghi-Aussagen ab und rutschte ins Minus auf zuletzt 1,1155 Dollar. Zuvor hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,1188 (Mittwoch: 1,1174) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8938 (0,8949) Euro.

  • dpa
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