Börse Frankfurt Dax schließt so hoch wie nie zuvor

Die Börsen bleiben im Rekordfieber. Eine starke Wall Street und Hoffnungen auf eine lockere EZB-Geldpolitik treiben den Dax an. Der konnte zwar kein neues Allzeithoch erklimmen, dafür aber einen neuen Schlussrekord.
Update: 13.05.2014 - 17:48 Uhr 17 Kommentare
Im deutschen Mittelstand wimmelt es von Weltmarktführern, die dringend Verstärkung brauchen. Wer hier Karriere machen will, kann richtig durchstarten. Quelle: Getty Images

Im deutschen Mittelstand wimmelt es von Weltmarktführern, die dringend Verstärkung brauchen. Wer hier Karriere machen will, kann richtig durchstarten.

(Foto: Getty Images)

FrankfurtEin neues Rekordhoch wurde nicht erreicht, ein Rekord wurde aber dennoch gebrochen. Der Dax schloss mit 0,5 Prozent auf 9754 Punkte so hoch wie noch nie zuvor in seiner Geschichte. Die zweite Reihe gab ein geteiltes Bild ab. Während der MDax mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 16.596 Punkten aus dem Handel ging, verlor der TecDax gegen den allgemeinen Markttrend 0,7 Prozent auf 1242 Zählern.

Ausgelöst wurde die Rekordjagd an den Finanzmärkten durch stark notierende US-Börsen. Dort konnten die Indizes nach Höchstständen am Montag weiter zulegen. Der Dow Jones stieg um 0,1 Prozent auf 16.704 Punkte. Der S&P-500 übersprang kurzzeitig sogar erstmals die 1900-Punkte-Marke.

Für Kauflaune sorgte auch die Europäische Zentralbank. Nach Einschätzung von Jens Klatt vom Brokerhaus FXCM treibt vor allem die Hoffnung auf neue Liquiditätsspritzen durch die EZB die Kurse im Dax. EZB-Chef Mario Draghi hatte die Türen für eine weitere Lockerung der Geldpolitik auf der letzten Ratssitzung weit geöffnet. EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny erklärte gestern zudem, dass eine Zinssenkung allein zu wenig wäre, um eine niedrige Inflation zu bekämpfen. Der Euro-Zone drohe eine Deflation, eine Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen. Viele Analysten gehen nun davon aus, dass die Notenbank im Juni aktiv wird.

Ein Grund für die gute Stimmung sind auch die ersten Zeichen einer Entspannung in der Ukraine-Krise. Vor allem die Vermittlungsbemühungen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wecken Hoffnungen. Der russische Präsident Wladimir Putin habe seine Unterstützung der Vermittlungsinitiative in einem Telefonat mit dem OSZE-Vorsitzenden Didier Burkhalter zugesagt, teilte die Organisation am Montag mit. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) brach am Dienstagmorgen von Berlin nach Kiew auf.

Für einen leichten Dämpfer sorgte hingegen der überraschend starke Rückgang des ZEW-Konjunkturerwartungsindex für Deutschland. Das Mannheimer ZEW-Institut hat einen Indexwert von 33,1 Punkten veröffentlicht. Im Vormonat lag er noch bei 43,2 Punkten.

„Der erneute Rückgang ist aufgrund der gestiegenen geopolitischen Risiken in Bezug auf die nach wie vor ungelöste Situation in der Ostukraine nicht überraschend,“ sagte Johanes Jander von der Helaba. „Zudem ist die Lagebeurteilung erneut leicht angestiegen, sodass auch aufgrund des weiterhin sehr hohen Niveaus keine generellen Konjunkturzweifel aufkommen sollten.“

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17 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax schließt so hoch wie nie zuvor"

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  • Alles sehr richtig! In den USA hat QE den breiten Bevölkerungsschichten auch nichts gebracht und das BIP ist sogar eingebrochen... So wird es uns auch gehen, wenn die politisch Verantwortlichen und die EZB nur noch mit Blick auf die Börsenkurse handelt und dabei wesentliche Probleme ignoriert. Außerdem sollte nicht vergessen werden, dass nur ein kleinerer Bruchteil unserer Bevölkerung Aktienbesitzer ist!

  • @ StanLaureel
    Ja, so läuft das Spiel. ;-)
    Den Zentralbanken ist es mit ihren "QE"-Programmen tatsächlich nur gelungen, die Inflation der Vermögenspreise (Asset-Inflation) zu befeuern respektive die Vermögenspreis-Blasen weiter bzw. wieder aufzupumpen (darunter die Aktienblase).
    In welchen Händen befindet sich nämlich der Großteil des "Geldes" (korrekter: der Weltüberschussliquidität) aus diesen Programmen? In den Händen des Finanzsektors natürlich, während der Anteil bei den Bürgern abnimmt. Die Masse der Bürger ist sowieso flach und kann deshalb auch gar keine weiteren Kredite aufnehmen, und auch Heli-Ben war für sie eben nicht mit dem Hubschrauber gekommen. So kann nur die Asset-Inflation steigen, während die Inflation der Güterpreise abnimmt. In der "Logik" der Zentralbankster muss man jetzt auf Teufel komm raus versuchen, die Geldumlaufgeschwindigkeit zu erhöhen, die Sparer "zwangszuentsparen" und zum Konsumieren zu treiben.
    Dass dieser Irrsinn nicht funktioniert, zeigt zwar gerade das klägliche Scheitern der "Abenomics" in Japan - das spielt für die Zentralbankster aber selbstverständlich keine Rolle:
    "Seit der Bekanntgabe des QE-Programms kam es in Japan zu der folgenden Entwicklung:
    Das BIP-Wachstum legte lediglich zwei Quartale lang zu, bevor es wieder fiel.
    Die Preise stiegen neun Monate in Folge, was dazu führte, dass die japanischen Lebenshaltungskosten auf ein 5-Jahreshoch schossen.
    Die Ausgaben der Privathaushalte brachen im Jahresvergleich real um 2,5% ein.
    Der Yen verlor real atemberaubende 25% seiner Kaufkraft.
    Es gab gleich mehrere neue Rekord-Außenhandelsdefizite. Januar war der schlimmste Januar aller Zeiten. Dasselbe gilt für den Oktober, November und Dezember letzten Jahres...
    Das riesige quantitative Lockerungsprogramm der Bank von Japan hat somit offenbart, dass
    QE nicht in der Lage ist, Wirtschaftswachstum zu generieren..."
    http://www.propagandafront.de/1214370/globales-staatsschuldendebakel-gelddruckorgien-bringen-nichts.html

  • Sehr gut erkannt, es hätte eben jeder bei knapp 9000 im Dax vor 4 Wochen einfach kaufen können. Statt dessen liest man hier täglich nur der Dax fällt unter 5000, wohlgemerkt ohne Begründungen. Da der DOW noch ein Stück laufen muss, wird auch der Dax noch einmal Gas geben müssen, meiner Meinung:)

  • Das sind Banken und Profizocker die an der Börse spekulieren und ihr Geld plazieren. Zum grössten Teil geliehenes Geld von der EZB welches eigentlich zur Kreditvergabe mittelständischer Unternhemen gedacht war.
    Draghi hat anggekündigt im Juni (nach der EU Wahl) die Leitzins auf 0 oder ins Minus zu senken!
    Der deutsche Bürger soll gezwungen werden mit dem Sparen aufzuhören!

  • Goldman Sachs hat ein Kursziel von 1900 für den S&P für dieses Jahr vorgegeben. Das wird erst noch abgearbeitet. Der VIX wird heute auf einen äußerst niedrigen Stand fallen (ca. 11, schätze ich). Dann wird das große Cash gemacht, bis dahin sind auch genug Dumme im Markt und der Abwärtstrend beginnt.

  • Ich werde mit Doppel-r wie Korrektur geschrieben.

    Und was faselt dieser Schwarze Dinosaurier von Satire?

    Wo steht der Dax heute? Da wo er bereits zum Jahresende stand. Und darauf backen sich heute alle ein Ei?

    Ukraine interessiert keine Sau. Auch gut. Ein Crash kündigt sich eh nicht vorher an und zuerst werden alle nochmal angefixt, sich weitere Aktien zu Höchstkursen zu kaufen. Auweia, das wird weh tun, wenn man nicht wie der Schwarze Draghi, äh, Drache den totalen Durchblick hat.

    Eine wahre Berreicherung für dieses Forum.

    X_TRADER? Heute noch keine Erfolge zu vermelden?

  • "Ich träume gerade davon, dass die Notenbanken an der Zinsschraube drehen und gleichzeitig eine friedliche Lösung in der Ukraine gefunden wird."

    Da hast du ja schon wieder einen wichtigen Punkt mit deiner Satire entdeckt: Zinssenkung und Lösung der Ukraine-Krise stehen sich entgegen. Ein Grund für die eingetrübten Inflationserwartungen sind ja eben diese geopolitischen Probleme. Werden diese gelöst, dann ist eine Zinssenkung nicht unbedingt erforderlich.

  • "Und warum war die nicht 100 %?"

    Aus Gründen des Risiko-Managements - also wegen der Restrisiken. Auch wenn man bestimmte Ereignisse als sehr unwahrscheinlich bewertet, muss man dennoch mit ihrem Eintreten rechnen.

    Abgesehen davon ist es nicht so richtig geschickt seine Existenz aufs Spiel zu setzen. Man muss immer noch weiter machen können, auch wenn man sich verschätzt hat.

  • "Dax trennen nur noch wenige Punkte zum Allzeithoch"

    Ich träume gerade davon, dass die Notenbanken an der Zinsschraube drehen und gleichzeitig eine friedliche Lösung in der Ukraine gefunden wird.
    Dann könnte ich sogar an einem Tag nach meinem Plan +200 Punkte ein Short-Dax-ETF dazu kaufen,sogar zweimal tätigen,denn dann ginge es direkt über die 10.000.
    Dann hätte ich eine guten Schnitt für Schaarschmidts 5.000.

  • Frage:
    Wie hoch war denn die Aktienquote im Depot der Mitkommentatoren auf dem Höhepunkt der Bankenkrise so um den Jahreswechsel 2008 auf 2009 .... auch vor dem Hintergrund der Abgeltungssteuer?
    Und warum war die nicht 100 %?

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