Börse Frankfurt Dax schließt über 10.000 Punkten

Fast schon penibel pendelte der Dax gestern um die 10.000 Punkte. Am Freitag konnte der Leitindex gleich zu Handelsbeginn die Marke knacken und schließt deutlich darüber.
Update: 09.10.2015 - 18:12 Uhr

Dax beendet erfolgreiche Woche

FrankfurtUnter den Anlegern am deutschen Aktienmarkt macht sich aktuell wieder Optimismus breit: „Der Dax hat das „Tal der Tränen“ hinter sich gelassen“, schrieben die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). In der neuen Woche dürfte sich der deutsche Leitindex weiter von seinem Rutsch auf das bisherige Jahrestief von 9325,05 Punkten erholen.

Der Dax eroberte am Freitag die Marke von 10.000 Punkten zurück und gewann 1,04 Prozent auf 10.096,60 Punkte. Damit krönte der Leitindex seine positive Wochenbilanz. Das Plus liegt bei 5,69 Prozent - der größte Wochengewinn seit Dezember 2011.

Gründe für Zuversicht gibt es einige: Die deutsche Wirtschaft erweist sich als recht robust, und falls es am Markt doch noch wieder ruckelig werden sollte, bleibt den Anlegern weiter der Glauben an die schützenden Hände der Notenbanken. Die Analysten der Landesbank Helaba stellten sogar bereits die Frage, ob den Investoren ein „Goldener Oktober“ bevorstehe.

Aus Deutschland zumindest seien jüngst positive Signale gekommen, schrieb Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp. „Seit April konnte das starke Wachstum der deutschen Exporte in die USA sowie nach Großbritannien und Spanien die enttäuschende Entwicklung der deutschen Ausfuhren in die Schwellenländer kompensieren.“ Nach einem schwachen und von Problemen in aufstrebenden Märkten wie China belasteten Quartal könne nun eine Erleichterungsrally beginnen.

Damit können sich die Investoren einigermaßen beruhigt auf die bald beginnende, heiße Phase der Berichtssaison in Deutschland konzentrieren. Die LBBW-Analysten blicken zuversichtlich auf den bevorstehenden Zahlenreigen: Die Erwartungen seien sehr verhalten, so dass sich Chancen auf positive Überraschungen ergäben.

Die VW-Opfer und China-Bezwinger

DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007100000
Börse
L&S

+1,01 +1,79%
+57,35€
Chart von DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Daimler
1 von 23

Die VW-Abgasskandal hat die Autobranche in Aufruhr versetzt. Auch die anderen Autowerte im Dax mussten zahlreiche Aktienverkäufe hinnehmen – obwohl Daimler und BMW jegliche Manipulationsvorwürfe von sich wiesen. „Wir halten uns grundsätzlich an die gesetzlichen Vorgaben und haben keinerlei Manipulationen an unseren Fahrzeugen vorgenommen“, sagte Daimler-Chef Diester Zetsche der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Bei Mercedes-Benz gebe es darüber hinaus keine Funktion, die die Wirksamkeit der Abgasnachbehandlung unzulässig einschränke. Zugleich betonte der Konzernchef auf die Frage, ob alle Autohersteller Betrüger sind: „Klare Antwort: Nein!“. Die Aktien gaben dennoch nach. Daimler verlor über zwölf Prozent, BMW knapp acht Prozent.

Kursentwicklung (ein Monat*): - 12,2 Prozent

*vom 1. bis zum 30. September 2015

ROYAL DUTCH SHELL REG. SHARES CLASS B EO -,07

WKN
ISIN
GB00B03MM408
Börse
L&S

-0,24 -0,83%
+29,09€
Chart von ROYAL DUTCH SHELL REG. SHARES CLASS B EO -,07
Royal Dutch Shell
2 von 23

Am Monatsende die Überraschung. Der Ölkonzern Royal Dutch Shell gibt die Suche nach Öl vor der Küste Alaskas vorerst auf. Als Gründe wurden die zu geringen Öl- und Gas-Mengen sowie hohe Kosten und unwägbare Umweltauflagen genannt. Shell hat bisher rund sieben Milliarden Dollar für Bohrungen in der Arktis investiert. Doch der gesunkene Ölpreis macht es für die Ölkonzerne zunehmend unattraktiver, neue Gebiete zu erschließen. Ölmultis wie Royal Dutch Shell steuern mit Einsparungen gegen. Den Abbau von Arbeitsplätzen oder Investitionskürzungen hatten zuletzt neben Shell auch, BP auch Total  und Chevron angekündigt. Allein Shell will 6500 seiner knapp 100.000 Jobs streichen, im vergangenen Quartal war der Nettogewinn um 37 Prozent eingebrochen.

Kursentwicklung: - 12,6 Prozent

LEONI AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005408884
Börse
L&S

+1,45 +4,02%
+37,27€
Chart von LEONI AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Leoni
3 von 23

Der VW-Skandal hat auch die Zulieferer erfasst. Leoni-Aktien mussten im September Verluste von fast 16 Prozent hinnehmen. Zuletzt hatte der Zulieferer zudem seine Prognose für 2016 gesenkt. Verantwortlich dafür ist der Verkauf seines chinesischen Bordnetz-Werk, das nun nicht mehr in die Bilanz von Leoni einfließt. Der Umsatz werde statt der bisher angekündigten fünf Milliarden Euro lediglich bei rund 4,8 Milliarden Euro liegen. Die Rendite (Ebit-Marge) soll weiter sieben Prozent betragen. Leoni setzt darauf, dass der Deal langfristig für Schub sorgt.

Kursentwicklung: - 15,9 Prozent

CATERPILLAR INC. REGISTERED SHARES DL 1

WKN
ISIN
US1491231015
Börse
L&S

+1,87 +1,43%
+131,93€
Chart von CATERPILLAR INC. REGISTERED SHARES DL 1
Caterpillar
4 von 23

Caterpillar ist einer der größten Bergbaumaschinenkonzerne der Welt. Dementsprechend hart trifft das Unternehmen auch der Rohstoffpreisverfall. Denn Minenbetreiber fragen aufgrund der gesunkenen Kupfer-, Eisenerz-, Stahl-, Diamanten- und Goldpreise weniger Maschinen nach. Zuletzt musste Caterpillar sogar seine Prognose für 2016 nach unten korrigieren. Im nächsten Jahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzrückgang von fünf Prozent. Caterpillar will dem mit der Streichung von 10.000 Arbeitsplätzen bis 2018 entgegenwirken. Analysten bleiben jedoch skeptisch. JP Morgan senkte das Kursziel von 78 auf 76 Dollar. Citi Research geht noch weiter. Sie senkten ihre Prognose von 85 auf 70 Dollar.

Kursentwicklung: - 16,0 Prozent

HELLA GMBH & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A13SX22
Börse
L&S

+0,85 +1,70%
+51,11€
Chart von HELLA GMBH & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Hella
5 von 23

Der Gewinneinbruch bei Hella kam wegen des VW-Skandals zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Innerhalb eines Tages rauschten die Papiere des Autozulieferers, der erst im November 2014 sein Börsendebüt hinlegte, in der Spitze um 16,2 Prozent ins Minus. Wegen des Ausfalls eines chinesischen Lieferanten fiel der operative Gewinn (Ebit) nach vorläufigen Zahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 27 Prozent auf 69 Millionen Euro.

Kursentwicklung: - 16,5 Prozent

PEUGEOT S.A. ACTIONS PORT. (C.R.) EO 1

WKN
ISIN
FR0000121501
Börse
L&S

+0,14 +0,57%
+25,07€
Chart von PEUGEOT S.A. ACTIONS PORT. (C.R.) EO 1
Peugeot
6 von 23

Der September war ein schlechter Monat für die Autobauer. Neben den Sorgen um Chinas Konjunkturschwäche kam der VW-Abgasskandal erschwerend hinzu. Das japanische Analysehaus Nomura hat das Kursziel für Peugeot deswegen von 17 auf 16 Euro gesenkt und die Einstufung auf „neutral“ belassen. Die rückläufigen Autoverkäufe in China seien in den Branchenwerten inzwischen eingepreist, eventuell aber nicht die sinkenden Margen, schrieb Analyst Raghav Gupta-Chaudhary in einer Studie. Die Ergebnisse des französischen Autobauers Peugeot hingen im Sektorvergleich am stärksten von China ab. Aber auch Renault kam im abgelaufenen Monat unter die Räder. Die Aktien verloren 17,3 Prozent.

Kursentwicklung: - 20,4 Prozent

ELECTRICITE DE FRANCE (E.D.F.) ACTIONS AU PORTEUR EO -,50

WKN
ISIN
FR0010242511
Börse
L&S

+0,30 +2,05%
+15,01€
Chart von ELECTRICITE DE FRANCE (E.D.F.) ACTIONS AU PORTEUR EO -,50
EDF
7 von 23

Der staatliche Energiekonzern EDF plant Investitionen in erneuerbare Energien außerhalb Europas. Bisher beschränken fünf Prozent des Gesamtinvestitionsvolumens auf Länder außerhalb Europas. „Bis 2030 wollen wir unsere Präsenz in drei bis fünf Ländern außerhalb Europas in den Bereichen Solar- und Windenergie ausbauen“, sagte EDF-Chef Jean-Bernard Levy. Die Aktionäre scheinen vor dieser Idee nicht wirklich überzeugt zu sein. Die Aktien gehörten im September zu den schwächsten Werten.

Kursentwicklung: - 21,2 Prozent

Helaba-Analyst Christian Apelt tritt jedoch etwas auf die Euphoriebremse: „Trotz insgesamt positiver Aussichten bei Aktien und an anderen Märkten ist noch eine gewisse Vorsicht angebracht“. Denn in der neuen Woche stehen einige Konjunkturdaten aus den USA an, die von einer leichten Abkühlung der US-Wirtschaft zeugen könnten.

Schwache US-Konjunkturdaten hätten Apelt zufolge demnach auch ihr Gutes. Denn enttäuschende Wirtschaftsnachrichten aus der größten Volkswirtschaft der Welt würden zumindest Erwartungen weiter dämpfen, dass die US-Notenbank noch in diesem Jahr den Leitzins erhöhe. Seit Monaten rätseln Experten, wann denn nun zum ersten Mal seit der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise die Zinsen in den Vereinigten Staaten wieder angehoben werden. Inzwischen rechnet ein Großteil der Anleger nicht mehr mit einer Zinswende in diesem Jahr.

Rätselraten bei VW-Aktie
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