Börse Frankfurt Dax schließt unter 10.000 Punkten

Das chinesische Kursbeben rüttelt auch die Märkte hierzulande kräftig durch. Der Dax verlor mehr als zwei Prozent und schloss unter 10.000 Punkten. Vor allem die exportlastigen Autowerte litten im Tagesverlauf.
Update: 07.01.2016 - 17:56 Uhr 45 Kommentare

China schockt die Märkte

FrankfurtDer Sog der Aktienkurse in China zieht den deutschen Leitindex in die Tiefe. Der Dax brach am Donnerstag zeitweise bis zu 3,8 Prozent ein. Damit krachte der Dax erstmals seit Oktober 2015 unter die 10.000-Punkte-Marke. Der Index schloss 2,3 Prozent tiefer bei 9980 Punkten. Damit weitete der Index seine Januar-Verluste aus. Diese betrugen knapp fünf Prozent. Allein am Montag verlor der Index 460 Punkte und legte damit den schwächsten Jahresauftakt seit 25 Jahren hin.

Von den Verlusten blieb keiner der 30 Konzerne des Index verschont. Am stärksten erwischt es die Autobauer, deren Aktien bis zu sechs Prozent verloren. China ist für die Konzerne seit Jahren ein wichtiger Absatzmarkt. Volkswagen, Daimler und BMW standen am Ende des Index mit einem Minus von jeweils mehr als 3,5 Prozent.

Auslöser für den neuerlichen Kursrutsch an den internationalen Börsen war die Entscheidung von Chinas Notenbank, seine Währung, den Yuan, erneut abzuwerten – am achten Tag in folge. Die Börsen des Landes brachen in der Folge ein weiteres Mal um rund sieben Prozent ein. Danach hat ein Sicherheitsmechanismus, ein sogenannter Circuit Breaker, den Handel schon zum zweiten Mal in nur vier Tagen ausgesetzt.

Die Turbulenzen an Chinas Finanzmärkten machen indes nicht nur der Frankfurter Börse zu schaffen. Sie wirken sich auch auf die internationalen Finanzmärkte aus. Sowohl der Pariser Leitindex CAC 40 als auch der britische FTSE 100 sackten um 2,7 Prozent ab.

So reagieren die Märkte aufs China-Beben

SSE Composite Index

WKN
ISIN
CNM000000019
Börse
SE

-6,98 -0,25%
Chart von SSE Composite Index
Shanghai Composite Index
1 von 15

Der Aktiencrash des Sommers ist gerade einmal ein halbes Jahr her, nun kracht es wieder an der chinesischen Börse: Nach dem zweiten Kursrutsch in der ersten Januarwoche wurde der Wertpapierhandel am Donnerstag erneut für den Rest des Tages ausgesetzt – gerade einmal eine halbe Stunde nach der Börseneröffnung. Das war damit der kürzeste Handelstag der 25-jährigen Geschichte der chinesischen Börse. Die Aktienmärkte in Shanghai und Shenzhen waren zuvor um mehr als sieben Prozent gefallen.

DAX ®

WKN
ISIN
DE0008469008
Börse
Xetra

+2,54 +0,02%
Chart von DAX ®
Dax
2 von 15

An den Märkten weltweit sorgte die chinesische Börsenschließung für ein Kursbeben, so auch im Dax. Der deutsche Leitindex verlor am Vormittag mehr als drei Prozent.

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
Xetra

-1,32 -0,92%
+142,62€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
Auto-Aktien
3 von 15

Am härtesten traf es die Autowerte im Dax, allen voran Volkswagen. Kein Wunder, schließlich gehört China zu den wichtigsten Exportmärkten des ohnehin schon krisengebeutelten Konzerns. Die VW-Aktie sank um rund sechs Prozent ab und war damit eindeutig der Dax-Kellerwert des Tages. Für BMW ging es ebenfalls tief nach unten. Die Aktie rutschte um 4,5 Prozent. Auch die Daimler-Papiere büßten mehr als vier Prozent ein.

CAC 40

WKN
ISIN
FR0003500008
Börse
PAR

-2,35 -0,04%
Chart von CAC 40
CAC 40 Index
4 von 15

Den Dax trifft der China-Crash naturgemäß besonders hart, schließlich sind die darin gelisteten Unternehmen exportstark und auch die Automobilwerte machen einen nicht unwichtigen Teil des Index aus. Etwas leichter kommen die anderen europäischen Aktienmärkte davon. Der französische Leitindex CAC 40 verlor rund 2,7 Prozent.

FTSE 100

WKN
ISIN
GB0001383545
Börse
n. a.

Chart von FTSE 100
FTSE 100 Index
5 von 15

Noch weniger gelitten hat der britische FTSE 100 Index, von den Anlegern liebevoll auch „Footsie” genannt. Dieser verlor gerade einmal ein Prozent.

NIKKEI 225 INDEX

WKN
ISIN
JP9010C00002
Börse
TOKIO

+498,65 +2,28%
Chart von NIKKEI 225 INDEX
Nikkei
6 von 15

Für den japanischen Nikkei ging es dagegen prompt auf ein Dreimonatstief auf 17.767 Punkte. Zugleich verbuchte der Index die größte Neujahrspechsträhne seit 1995. Grund dafür ist der durch die China-Turbulenzen erstarkte Yen.

JPY/USD

WKN
ISIN
XC0009652428
Börse
XRATE

-0,00 -0,06%
+0,01€
Chart von JPY/USD
Yen
7 von 15

Die Anleger haben die japanische Währung als sicheren Hafen angesteuert. Diese gewann gegenüber dem US-Dollar.

Zuvor hat der Nikkei in Japan 2,3 Prozent im Minus auf 17.767 Punkten geschlossen. Die japanische Landeswährung Yen verteuerte profitierte indes von der Schwäche des Yuan. Er verteuerte sich. Ein Dollar kostete zuletzt 117,59 Yen. Doch das belastet wiederum exportorientierte Firmen des Landes. In Tokio verlor die Aktie von Panasonic 2,3 Prozent, jene von Toyota 2,6 Prozent. Der MSCI-Index für Schwellenländer fiel um 2,5 Prozent.

Der Zeitpunkt für die Krise ist ungünstig
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45 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax schließt unter 10.000 Punkten "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Herr Bernhard Ramseyer07.01.2016, 13:45 Uhr

    Dann erläutern Sie mir mal ihre realpolitische Alternative? Da bin ich aber mal gespannt.

    Das Gespann Merkel & Schäuble werden Sie nicht toppen können.

  • @Herr Bihari Sharan

    Es hilft, Merkel schneller los zu werden, das ist schon mal ein Zeichen für die Welt und für Leute die schwer von Begriff sind.
    Merkel schadet Deutschland, je länger sie bleibt, desto grösser wird der Schaden.

  • Herr Bernhard Ramseyer07.01.2016, 13:14 Uhr

    "deshalb muss den Ländern Polen, Ungarn, Slowakei, etc. empfohlen werden, ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland"

    Inwieweit trägt dies zu einer Lösung bei und inwieweit wird diese, ihre Empfehlung, deutschen Interessen gerecht? Dies erschließt sich mir nicht.

  • HB, da ist etwas falsch gelaufen. Verfahren Sie damit nach Belieben.

  • @Peter Stein

    - Deutschland hat KEINE europäische Lösung gewählt, sondern im Alleingang sämtliche Wohlstandssuchenden eingeladen. Deutschland hat somit überhaupt kein Recht eine europäische Lösung einzufordern. -

    Genau so ist es, deshalb muss den Ländern Polen, Ungarn, Slowakei, etc. empfohlen werden, ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland einleiten zu lassen.

  • @Peter Stein07.01.2016, 12:51 Uhr

    "Wovor flüchten Männer, Kinder und Frauen wenn sie nach Deutschland kommen. Vor den Österreichern???"

    Zu einer europäischen Lösung gerhört natürlich auch, dass die Flüchtlinge im ihnen zugewiesenen Asylland bleiben. Wer dagegen verstößt, hat sein Asylrecht verwirkt und gehört abgeschoben.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • "Wer eine europäische Lösung nicht unterstützt und die Grenzen dicht macht, wird in Europa nicht nur auf junge Männer, sondern auch auf flüchtende Frauen und Kinder schießen müssen. "
    1. Wovor flüchten Männer, Kinder und Frauen wenn sie nach Deutschland kommen. Vor den Österreichern???
    2. Wer unberechtigt eindringt muss im schlimmsten Fall mit einer Abwehrhaltung mittels Waffen rechnen.
    3. Deutschland hat KEINE europäische Lösung gewählt, sondern im Alleingang sämtliche Wohlstandssuchenden eingeladen. Deutschland hat somit überhaupt kein Recht eine europäische Lösung einzufordern.

  • So alle 7 Jahre werden Übertreibungen korrigiert und diese wiederum sind ebenfalls übertrieben. Was im DAX abläuft kann ich als unbedenklich abhaken. Schlimmer sind die Rohstoffe und manch andere Märkte wie Brasilien dran.
    Von der Rohstoffseite erwarte ich noch ganz dunkle Wolken. Es wird gefördert und geplündert was die Bagger hergeben. Wenn dann einzelne Rohstoffe knapp werden kippt das gesamte Finanzsystem ähnlich dem Lehman-Szenario.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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