Börse Frankfurt Dax schließt unter 10.000 Punkten

Kurz vor Handelsschluss ging dem Dax die Puste aus. Zwar sorgten Kursgewinne an den Börsen in China und den USA für ein deutliches Plus. Doch die Unsicherheiten rund um die Ölmärkte belasteten letztlich die Stimmung.
Update: 12.01.2016 - 17:46 Uhr

Kein Handelstag für schwache Nerven

FrankfurtDer Dax hat es nicht geschafft. Kurz vor Handelsschluss rutschte unter er die 10.000-Punkte-Marke. Am Ende ging er mit einem Plus von 1,6 Prozent auf 9985 Punkten aus dem Handel. Für eine gute Ausgangslage sorgten die positiven Börsen in China. Später stützten zudem die Kursgewinne der Wall Street den Dax. Angesichts eines deutlich gesunkenen Preisniveaus wagten mutige Anleger offenbar wieder den Einstieg in den Aktienmarkt, schrieb Gregor Kuhn vom Brokerhaus IG Markets. An der Frankfurter Börse konnte der Dax mit dem heutigen Handelstag sein Minus seit Jahresbeginn auf sieben Prozent verkleinern. „Eine Erleichterungs-Rally kann jederzeit kommen“, sagte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets.

Allerdings wurden die Anleger mit einer undurchsichtigen Lage konfrontiert. Vor allem der im Tagesverlauf hin- und herpendelnde Ölpreis sorgt für Skepsis an den Märkten. In den Tag mit großen Verlusten gestartet, zog der Ölpreis am Vormittag bis zu zwei Prozent ins Plus. Am späten Nachmittag ging es dann wieder um über zwei Prozent abwärts. Zuletzt kostete eine Barre der Sorte Brent bei 31,08 Dollar 1,4 Prozent weniger.

Deutsche Aktien größte Verlierer des China-Schocks

EURO STOXX 50®

WKN
ISIN
EU0009658145
Börse
DJSTOXX

-11,61 -0,33%
0,00€
Chart von EURO STOXX 50®
Euro Stoxx 50
1 von 11

Der wichtige europäische Aktienindex Euro Stoxx 50 notiert am Montagnachmittag drei Prozent im Minus bei 3170 Punkten. In ganz Europa hat der chinesische Kurssturz sich fortgesetzt. Vor allem deutsche Aktien gehören zu den größten Verlierer im Euro Stoxx 50.

DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005140008
Börse
Xetra

-0,06 -0,54%
0,00€
Chart von DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Bank
2 von 11

Die Deutsche-Bank-Aktie hat unter den 50 Werten im Euro Stoxx 50 am heftigsten unter den Kursabschlägen in China am Montagmorgen gelitten. Das Papier lag am frühen Nachmittag 5,15 Prozent im Minus.

Das Institut hatte kurz nach Weihnachten den Verkauf seiner Beteiligung an der chinesischen Hua Xia Bank bekannt gegeben – für 3,2 bis 3,7 Milliarden Euro.

E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000ENAG999
Börse
Xetra

-0,09 -0,96%
0,00€
Chart von E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Eon
3 von 11

Auch bei den weiteren größten Verlierern im Euro Stoxx 50 finden sich vor allem deutsche Unternehmen. Auf Rang zwei der größten Verlierer steht der Versorger Eon. Die Aktie hatte seit Mitte Dezember deutlich von 7,82 Euro zugelegt. Zum Jahresauftakt könnten daher Anleger interessiert sein, Gewinne mitzunehmen. Am Nachmittag steht ein Minus von 5,1 Prozent.

FRESENIUS SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005785604
Börse
Xetra

+0,20 +0,29%
0,00€
Chart von FRESENIUS SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Fresenius SE
4 von 11

Auch auf Rang drei der Verlierer ein deutsches Unternehmen: der Gesundheitskonzern Fresenius. Das Minus liegt bei 4,9 Prozent.

BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BASF111
Börse
Xetra

-1,11 -1,32%
0,00€
Chart von BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.
BASF
5 von 11

Der Chemiekonzern BASF hat in den vergangenen Jahren stark vom Wachstum Chinas profitiert. Zweifel an der Wirtschaftskraft rütteln daher an der Aktie. Das Minus um 14.20 Uhr: 4,4 Prozent.

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
Xetra

-1,47 -1,82%
0,00€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN
BASF
6 von 11

Mit einem geringeren Wirtschaftswachstum in China droht auch die Nachfrage gerade nach luxuriösen Autos einzubrechen. Das schadet der BMW-Aktie: minus 4,2 Prozent.

SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007236101
Börse
Xetra

-1,18 -1,00%
0,00€
Chart von SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Siemens
7 von 11

Auch auf Rang sechs der Verliererliste steht ein deutscher Konzern, in diesem Fall Siemens: minus 3,8 Prozent.

Und viele Analysten glauben, dass der Ölpreis noch weiter als ohnehin schon nachgeben wird. Zahlreiche Experten hatten in jüngster Zeit ihre Prognosen für den Rohstoff zum Teil drastisch gesenkt. So hält Standard Chartered sogar einen Rückgang des Preises auf zehn Dollar für möglich. Erst dann würden die Anleger begreifen, dass der Preisverfall zu weit gegangen sei. Knapp über zehn Dollar lag Brent zuletzt Ende der 1990er Jahre. Barclays senkte seine durchschnittliche Preisprognose für 2016 von 60 auf 37 Dollar . „Je schneller der Preis verfällt, desto rascher wird er voraussichtlich die Talsohle erreichen und sich erholen", erklärte Analyst Ric Spooner vom Brokerhaus CMC Markets in Sydney. Noch im Sommer 2014 hatte Brent 115 Dollar gekostet. Doch seither sind die Preise ins Straucheln geraten – vor allem wegen der hohen Förderung. Zum einen belastete der Schieferölboom in den USA, zum anderen verzichtete die Opec zuletzt im Dezember darauf, die Fördermenge zu begrenzen.

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