Börse Frankfurt Dax schließt unter 12.000 Punkten

Katerstimmung bei den Anlegern: Unter dem Eindruck der Kursverluste bei der Deutschen Bank ist der Dax am Montag wieder unter die Marke von 12 000 Punkten gerutscht. Die Privatbank hatte eine Kapitalerhöhung angekündigt.
Update: 06.03.2017 - 18:06 Uhr 1 Kommentar

Deutsche Bank zapft Kapitalmarkt an.

FrankfurtBis Handelsschluss verlor der Leitindex Dax 0,57 Prozent auf 11 958 Punkte. In der Vorwoche hatte das Barometer mit 12 082 Zählern noch den höchsten Stand seit April 2015 erreicht, zum Wochenende hin aber bereits etwas schwächer tendiert. Ein in diesem Jahr voraussichtlich langsameres Wirtschaftswachstum in China sowie politische Unsicherheiten erwiesen sich dabei als zusätzliche Stimmungsdämpfer. Verwiesen wurde dabei auf neuerliche nordkoreanische Raketentests und die in der kommenden Woche anstehende Parlamentswahl in den Niederlanden. Solange sich aber der Dax über der 11 800er-Marke halten könne, bleibe der kurzfristige Ausblick positiv, hieß es von den Analysten des Brokers AxiTrader.

Die übrigen deutschen Indizes schlugen sich am Montag aber etwas besser als ihr großer Bruder: Der Mittelgroße-Werte-Index MDax gab am Ende moderat um 0,24 Prozent auf 23 381,86 Punkte nach. Die Technologiewerte im TecDax brachte sogar ein Plus von 0,20 Prozent und 1930,57 Punkten über die Ziellinie.

Thema des Tages auf dem Börsenparkett war die Deutsche Bank mit einer Kapitalerhöhung und einem weiteren Konzernumbau. Insgesamt will das Institut rund 8 Milliarden Euro einnehmen. Die neuen Papiere sollen 11,65 Euro kosten – ein kräftiger Abschlag gegenüber dem Xetra-Schluss vom Freitag bei 19,14 Euro und auch gegenüber dem aktuellen Kurs von 17,63 Euro. Dafür fiel der Verlust am Montag mit rund 7,9 Prozent deutlich aus.

Die besten und schlechtesten Aktien im Februar

HDAX ® PERFORMANCE-INDEX

WKN
ISIN
DE0008469016
Börse
Xetra

-12,86 -0,19%
Chart von HDAX ® PERFORMANCE-INDEX
HDax
1 von 15

Im Vergleich zum Vormonat hat der HDax im Februar zugelegt. Die 110 Aktien des HDax, in dem alle Titel aus Dax, MDax und TecDax vertreten sind, kamen auf eine Monatsperformance von 2,97 Prozent. Grund dafür ist unter anderem die Rekordlaune am amerikanischen Aktienmarkt und die Hoffnung auf einen amerikanischen Konjunkturboom durch US-Präsident Donald Trump. Gleichzeitig fürchten Anleger aber auch immer noch politische Unsicherheiten, was die Kurse zeitweise wieder zurück fallen lässt. Trotzdem: insgesamt eine durchaus positive Tendenz. Es folgen die schlechtesten und die besten Aktien im Februar.

LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005470405
Börse
L&S

+0,04 +0,05%
+67,33€
Chart von LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Lanxess AG
2 von 15

Flops – Platz 7

Den Reigen der Flops eröffnet die Lanxess AG. Der Spezialchemiekonzern ist einer der bedeutendsten Chemie- und Polymeranbieter Europas. Etwa ein Jahr lang konnte das Wertpapier von Lanxess seinen Aufwärtstrend aufrechterhalten. Doch im Februar verloren die Aktien insgesamt 4,54 Prozent, wodurch das recht überkaufte Sentiment in eine gesunde Konsolidierung übergehen dürfte. Zum Monatsende hin ist auch schon wieder ein Aufwärtstrend zu beobachten.

Deutsche Börse AG

WKN
ISIN
Börse

Chart von Deutsche Börse AG
Deutsche Börse AG
3 von 15

Flops – Platz 6

Kerngeschäft der Deutsche Börse AG ist die Entwicklung und der Betrieb von Handelsplattformen, Teilnehmernetzwerken und Abwicklungssystemen für Börsen. Der Februar lief nicht gut für die Aktiengesellschaft. Eigentlich war der Zusammenschluss von Deutsche Börse AG und London Stock Exchange (LSE) geplant, doch inzwischen ist das Scheitern der Fusion zum Greifen nah. Denn die LSE hat unerwartet die Reißleine gezogen. Die Monatsperformance der Deutsche Börse AG beläuft sich auf ein Minus von 5,09 Prozent.

WACKER CHEMIE AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000WCH8881
Börse
L&S

-2,74 -2,23%
+120,56€
Chart von WACKER CHEMIE AG INHABER-AKTIEN O.N.
Wacker Chemie AG
4 von 15

Flops – Platz 5

Auch für die Wacker Chemie AG hielt der Februar nicht viel Gutes bereit. Am 13. Februar stuften die Analysten von Berenberg die Aktien von „buy“ auf „hold“ herunter und senkten das Kursziel auf 112 von 115 Euro. Insgesamt verbilligten sich die Papiere im Februar um 5,20 Prozent.

K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000KSAG888
Börse
L&S

-0,32 -1,64%
+19,27€
Chart von K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.
K+S AG-REG
5 von 15

Flops – Platz 4

Noch schlechter sah der Februar für die K+S AG aus. Die Baader Bank beließ die Einstufung der Aktien auf „Hold“ mit einem Kursziel von 21 Euro. Das Bergbauunternehmen mit den Schwerpunkten Kali- und Salzförderung fuhr einen Kursverlust von 5,84 Prozent ein.

CECONOMY AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007257503
Börse
L&S

+0,01 +0,16%
+6,41€
Chart von CECONOMY AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.
Metro AG
6 von 15

Flops – Platz 3

Die Metro AG schafft es unter die Top Drei der Verlierer. In weniger als einem halben Jahr soll das Unternehmen aufgespalten werden: in einen Elektrohändler um Media Saturn und in einen Lebensmittelspezialisten um die Real-Supermarkte und das Großhandelsgeschäft. Dann werden die Aktien der beiden künftigen Unternehmen getrennt gehandelt werden. Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat die Aktie der Metro AG im Februar außerdem auf „Underweight“ mit einem Kursziel von 26 Euro belassen. Am Ende des Monats erschien für die Aktien ein Minus von 7,42 Prozent auf den Anzeigetafeln.

COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CBK1001
Börse
L&S

-0,15 -1,86%
+8,11€
Chart von COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.
Commerzbank AG
7 von 15

Flops – Platz 2

Der Aufwärtstrend der Commerzbank-Aktie seit Oktober 2016 geriet im Februar ins Wanken. Die britische Investmentbank Barclays hat die Einstufung für die Commerzbank AG auf „Underweight“ belassen – mit einem Kursziel von sechs Euro. Hinzu kommen eine geringe Kreditnachfrage, anhaltend niedrige Zinsmargen und geringe Gebühren. Am Ende des Monats stand ein dickes Minus von 10,13 Prozent.

„Anleger müssen jetzt erst mal überlegen, ob sie da mitziehen. Ob die Kapitalerhöhung von Erfolg gekrönt ist, muss man sehen“, sagte Aktienhändler Stefan de Schutter vom Brokerhaus Alpha. Analyst Kian Abouhossein von der Bank JPMorgan Cazenove bezeichnete die angekündigten Maßnahmen als Schritt in die richtige Richtung. „Notwendig sind noch weitere Details zu den notwendigen Einsparungen und zur Re-Integration der Postbank, sollte dies zu niedrigeren Refinanzierungskosten für die Gruppe führen.“

Heino Ruland von Ruland Research sagte: „Das ist irritierend, da man bislang davon ausgegangen ist, dass die Deutsche Bank es ohne Kapitalerhöhung schafft. John Cryan hatte vor nicht allzu langer Zeit noch gesagt, dass sie nur im äußersten Notfall neue Aktien ausgeben wollen. Dies scheint nun der äußerste Notfall zu sein.“

Thyssen-Krupp war der zweitschwächste Wert im Dax mit einem Minus von gut 1,9 Prozent. Die Aktionäre fürchten ein Scheitern der Fusion des europäischen Stahlgeschäfts mit der entsprechenden Sparte des indischen Tata-Konzerns.

Als bester MDax-Wert rückten die Aktien von Uniper nach einem Verkauf eines Gasfeld-Anteils in Sibirien um dreieinhalb Prozent vor. Die Veräußerung sei positiv für die Dividendenerwartung, hieß es von RBC-Analyst John Musk. Am MDax-Ende verloren die Papiere des Möbelkonzerns Steinhoff nach einer Abstufung durch Goldman Sachs etwas mehr als eineinhalb Prozent.

An der Tecdax-Spitze legten die Anteile von Morphosys um mehr als 5 Prozent zu. Der Partner Roche plant ein neues Phase-3-Zulassungsstudienprogramm mit dem Mittel Gantenerumab bei Patienten mit bestimmten Alzheimererkrankungen. Der Schritt zeige, dass Roche dem Antikörper viel zutraue, erklärte ein Händler.

In den USA mehren sich unterdessen die Zeichen für eine Leitzinserhöhung noch im März. Janet Yellen, die Vorsitzende der US-Notenbank Fed, hatte diesen Schritt in ihrer Rede am vergangenen Freitag in Aussicht gestellt. An diesem Donnerstag steht aber zunächst der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) an und am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht für Februar.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,05 Prozent am Freitag auf 0,08 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,20 Prozent auf 142,37 Punkte. Der richtungsweisende Bund Future (März-Kontrakt) gewann 0,23 Prozent auf 164,38 Punkte. Der Euro wurde zuletzt mit 1,0602 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,0565 (Donnerstag: 1,0514) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9465 (0,9511) Euro.

  • dpa
  • rtr
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1 Kommentar zu "Börse Frankfurt: Dax schließt unter 12.000 Punkten"

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  • Lana Ebsel 06.03.2017, 11:14 Uhr

    "Die Aktie wurde von 9€ auf 19€ schöngeredet und als genug Geld abgezogen (umverteilt) war, kam erst die Wahrheit."

    Das ist genau der Grund, warum Kleinanleger immer bei DAX-Höchstständen dazu animiert werden, Aktien zu kaufen.

    Ich erinnere an die Kolumne von C. Bruns, der als Aktienfonds-Manager hier im HBO die Werbetrommel für Aktien gerührt hatte - bei DAX 13000 +, als schon absehbar war, daß die Party zuende geht.

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