Börse Frankfurt Dax schließt wieder im Minus

Die Zahlenflut hat dem Dax nicht helfen können. Auch am Dienstag muss der Leitindex Verluste hinnehmen. Verantwortlich für die Verluste waren die schwachen US-Börsen und einmal mehr die Krise in der Ukraine.
Update: 06.05.2014 - 17:46 Uhr 1 Kommentar

Börse am Abend

FrankfurtDer Dax kann sich auch am Dienstag nicht erholen. Nur zur Handelsbeginn ließ sich der Leitindex im positiven Bereich blicken. Am Ende des Handelstages gab der Dax allerdings 0,7 Prozent nach auf 9467 Punkte. In der zweiten Reihe nahm der Verkaufsdruck ab dem Nachmittag ebenfalls zu. Der MDax konnte seine anfänglichen Gewinne nicht halten und verlor 0,2 Prozent auf 16.001 Punkte. Der TecDax verringerte sein Plus von bis zu 0,7 Prozent auf am Ende 0,2 Prozent bei einem Kurs von 1233 Zählern.

Eigentlich hätten die Börsen heute keinen Grund zum Sinken. Zahlreiche Unternehmen aus der ersten, zweiten und dritten Reihe präsentierten heute ihre Bilanzen und enttäuschten nicht. Allerdings macht die sich zuspitzende Konfliktlage in der Ukraine den Finanzmärkten zu schaffen. Heftige Kämpfe toben rund um die Separatisten-Hochburg Slawjansk und in Odessa am Schwarzen Meer. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier warnte vor der wachsenden Gefahr eines Krieges: „Die blutigen Bilder aus Odessa haben uns gezeigt, dass wir wenige Schritte von einer militärischen Konfrontation entfernt sind“, sagte Steinmeier in einem Interview.

„Die Ukraine macht immer noch Sorgen und wird die Stimmung weiterhin belasten. Die Marktteilnehmer richten ihr Augenmerk aber auch auf die Konjunkturdaten, die von der Erholung der Wirtschaft in den USA und Europa zeugen“, sagte Analyst Alessandro Fezzi von der LGT Bank Schweiz in Zürich.

Das bringt die Zahlenflut den Anlegern
adidas
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Adidas

Kurz vor der Fußball-WM machen Adidas Probleme im Golf-Geschäft und schwache Währungen in Ländern wie Russland und Argentinien unerwartet stark zu schaffen. Der Überschuss brach im ersten Quartal um 34 Prozent auf 204 Millionen Euro ein. Branchenexperten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 217 Millionen Euro gerechnet. Das Betriebsergebnis fiel um 31 Prozent auf 303 Millionen Euro – erwartet worden war im Markt lediglich ein Rückgang auf 318 Millionen Euro. Mit 80 Millionen Euro schlug dabei der Umbau der Golf-Sparte ins Kontor.

Adidas-Chef Herbert Hainer bleibt aber optimistisch. Angesichts der bevorstehenden Fußball-WM erwartet er eine Trendwende. „Das erste Quartal wird der Tiefpunkt unserer Geschäftsentwicklung sein“, sagte Hainer, „Ich erwarte, dass ein starkes zweites Quartal den Weg weisen wird.“

Aktienkurs: 76,83 Euro (- 0,1 Prozent)*

*Stand: 13:35 Uhr

BMW
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BMW

Hohe Ausgaben für Elektroautos, Mehrkosten für Mitarbeiter und der Preiskampf in Europa zehren bei BMW manchen Erfolg wieder auf. Obwohl die Münchner in den ersten drei Monaten des Jahres so viele Fahrzeuge verkauften wie noch nie, stagnierte in der Kernsparte Automobile der Betriebsgewinn bei 1,58 Milliarden Euro. Mit Motorrädern und Finanzgeschäften nahm BMW dagegen mehr ein. Der Gewinn des ganzen Konzerns legte kräftig zu: Das Ergebnis vor Steuern kletterte im Auftaktquartal um acht Prozent auf 2,17 Milliarden Euro.

Aktienkurs: 88,20 Euro (- 0,6 Prozent)

Lufthansa
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Lufthansa

Die Lufthansa hat trotz mehrerer Streiks zum Jahresauftakt den Verlust eingedämmt. Operativ verbuchte der Konzern ein Minus von 245 Millionen Euro nach 359 Millionen Euro Verlust im Vorjahreszeitraum, wie die Lufthansa am Dienstag mitteilte. Der Umsatz habe bei 6,46 Milliarden Euro gelegen. Die niedrigeren Verluste seien auf Fortschritte bei der Konzernsanierung sowie eine längere Abschreibungsdauer für Flugzeuge zurückzuführen – allein dadurch wird der operative Gewinn in diesem Jahr um rund 350 Millionen Euro steigen.

Aktienkurs: 18,50 Euro (+ 4,9 Prozent)

Continental AG
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Continental

Im ersten Quartal stieg der Konzergewinn des Autozulieferers um ein Drittel auf 588 Millionen Euro. Die bereinigte operative Marge kletterte auf 11,4 Prozent von 10,0 Prozent vor Jahresfrist. Zum Ende des ersten Quartals seien die Netto-Finanzschulden auf 4,2 Milliarden Euro gesunken, fast 1,4 Milliarden weniger als vor Jahresfrist. Conti löste zudem Kredite im Volumen von 4,5 Milliarden Euro durch einen neuen syndizierten Kredit in gleicher Höhe zu besseren Konditionen ab. Die Zinsmarge habe sich dadurch fast halbiert.

Aktienkurs: 168,90 Euro (+ 2,4 Prozent)

Fresenius
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Fresenius

Die Übernahme von zahlreichen Krankenhäusern des Konkurrenten Rhön-Klinikum hat dem Gesundheitskonzern Fresenius Anfang 2014 Rückenwind verliehen. Der Umsatz kletterte im ersten Quartal um sieben Prozent auf 5,2 Milliarden Euro. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn stieg dagegen lediglich um zwei Prozent auf 228 Millionen Euro.

Aktienkurs: 107,20 Euro (- 0,1 Prozent)

Fresenius Medical Care
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Fresenius Medical Care

Stärker Gegenwind für die Dialysetochter FMC. Kürzungen im US-Gesundheitssystem machen ihr zu schaffen. Ihr Gewinn fiel im ersten Quartal um neun Prozent auf 205 Millionen Dollar. Amerika bezahlt seit April 2013 zwei Prozent weniger für die Behandlung von staatlich krankenversicherten Dialysepatienten, die den Großteil der FMC-Kundschaft ausmachen. In den kommenden Jahren wollen die US-Behörden die Erstattung weiter drücken. FMC-Chef Rice Powell hat deshalb ein mehrjähriges Sparprogramm eingeleitet, mit dem er die Kosten 2014 um bis zu 60 Millionen Dollar drücken will.

Aktienkurs: 48,45 Euro (- 1,4 Prozent)

Linde-Gasezentrum
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Linde

Der anhaltend starke Euro hat den weltgrößten Industriegasekonzern Linde zu Jahresbeginn ausgebremst. Das operative Ergebnis sei im ersten Quartal um 2,7 Prozent auf 927 Millionen Euro geschrumpft. Damit verfehlte Linde die Schätzungen von Experten, die 955 Millionen Euro erwartet hatten. Vor allem die Kursverluste des US-Dollar, sowie der Währungen Australiens und Südafrikas zum Euro knabberten am Ergebnis – 51 Millionen Euro Ergebnis brachen weg.

Aktienkurs: 145,30 Euro (- 2,1 Prozent)

In den USA kamen die Börsen ebenfalls auf keinen grünen Ast. Der Dow Jones gab 0,5 Prozent nach auf 16.448 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 und der Nasdaq gaben 0,4 beziehungsweise 0,6 Prozent nach.

Abseits der Geschehnisse in der Ukraine machten heute vor allem die Unternehmen von sich reden. Den Zahlenreigen eröffnete am Morgen Adidas. Schwache Auslandswährungen und Probleme im Golf-Geschäft haben die Gewinne des Sportartikelherstellers zum Jahresauftakt stärker einbrechen lassen als erwartet. Adidas-Chef Herbert Hainer bleibt aber optimistisch. Angesichts der bevorstehenden Fußball-WM erwartet er eine Trendwende. „Das erste Quartal wird der Tiefpunkt unserer Geschäftsentwicklung sein“, sagte Hainer, „Ich erwarte, dass ein starkes zweites Quartal den Weg weisen wird.“ Die Aktie konnte sich heute in keine Richtung beständig entwickeln. Nach mehreren Vorzeichenwechsel schloss die Aktie bei einem Kurs von 76,84 Euro unverändert.

BMW ist mit einem Gewinnsprung ins Jahr gestartet. Das Ergebnis vor Steuern kletterte im ersten Quartal auf 2,166 Milliarden Euro, das sind 8,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten. Der Gewinn im Autogeschäft blieb allerdings hinter den Schätzungen der Fachleute zurück. Die Aktie verlor am Dienstag 0,4 Prozent.

Enttäuschende Geschäftszahlen drückten Fresenius Medical Care (FMC) 2,6 Prozent ins Minus, während das Mutterunternehmen Fresenius lediglich 0,1 Prozent verlor. Unterstützung erhielten die Fresenius-Aktien vom Konkurrenten Rhön-Klinikum, der durch die Übernahme zahlreicher Krankenhäuser den Umsatz von Fresenius nach oben treibt. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um sieben Prozent auf 5,2 Milliarden Euro.

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  • Sell in may and go away!!!

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