Börse Frankfurt Dax schließt zweiten Tag in Folge im Minus

Die Euro-Krise hält die deutschen Aktienmärkte weiter fest im Griff. Vor der Wahl in Griechenland steigt die Nervosität an den Börsen. Zudem sorgte der große Verfallstag am Freitag bereits für hektische Kursschwankungen.
Update: 14.06.2012 - 17:50 Uhr 31 Kommentare

Börse Frankfurt am Abend

FrankfurtDie Sorgen um Spanien und Italien haben den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag erneut belastet. Nach einer Berg- und Talfahrt schloss der Dax 0,23 Prozent tiefer bei 6139 Punkten. Für den MDax ging es um 0,51 Prozent auf 9931 Punkte abwärts. Der TecDax verlor 1,51 Prozent auf 723 Punkte.

Wie die Handelstage zuvor hätten Unsicherheit und Skepsis den Markt unter Druck gesetzt, schrieb Analyst Gregor Kuhn von IG Markets. Am Mittwochabend hatte die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit Spaniens abgestuft. Für Kursschwankungen sorgte zudem der am Freitag anstehende vierfache Verfall an den Terminbörsen, der sogenannte Hexensabbat, meinten Händler. Nach leicht positiven Vorgaben aus den USA machte der Dax aber zumindest einen Teil der Verluste wett. Börsianer begründeten das mit Spekulationen über eine Lockerung der Geldpolitik in den USA, nachdem Arbeitsmarktdaten schlechter als gedacht ausgefallen waren.

"Bevor um Griechenland und Spanien nicht mehr Ruhe einkehrt, sollte man sich lieber einfach ein wenig zurückhalten und schauen, was passiert", sagte Aktienstratege Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank. Seit Tagen trauen sich die Anleger wegen der Probleme in der Euro-Zone und der bevorstehenden Parlamentswahl in Griechenland nicht, größere Positionen einzugehen.

Bei griechischen Bankaktien überwog allerdings das Prinzip Hoffnung. Anleger setzten darauf, dass die sparwilligen Kräfte bei den Wahlen am Sonntag die Nase vorn haben. Der Athener Bankenindex schoss um über 25 Prozent nach oben. Außerhalb Griechenlands standen Geldinstitute dagegen eher auf den Verkaufslisten der Anleger: Der europäische Bankenindex verlor 1,2 Prozent.

Die Nervosität der Anleger schlug sich auch an den Rentenmärkten nieder. Die Rendite spanischer Anleihen kletterten am zum ersten Mal über sieben Prozent. Diese Zinsniveaus gelten für die hoch verschuldeten Staaten langfristig als untragbar.

Der Euro kletterte leicht auf 1,2560 Dollar, nachdem er zuvor bei 1,2551 Dollar gelegen hatte.

Unter Analysten ist eine Auktion langjähriger italienischer Anleihen am Vormittag positiv aufgenommen worden. "Das Zielvolumen wurde erreicht, das ist ein gutes Ergebnis. Vor allem vor dem Hintergrund der Herunterstufung Spaniens war ein solches Ergebnis nicht unbedingt voraussehbar", sagt Matteo Regesta von BNP Paribas. Insgesamt sammelte Italien 4,5 Milliarden Euro am Kapitalmarkt ein. Die Zinsen stiegen allerdings deutlich: Für Papiere mit einer Laufzeit bis 2015 wurden 5,3 Prozent fällig. Das ist der höchste Wert seit Dezember, zuletzt waren es nur rund 3,9 Prozent. "Um diesen Trend umzukehren, ist es nötig, dass Italien in den nächsten Monaten mal mit positive Wachstumsdaten aufwarten kann", sagte Alessandro Giansanti, Analyst bei ING.

Die EZB konnte derweil für keine Entspannung an den europäischen Aktienmärkten sorgen. In ihrem aktuellen Monatsbericht weist die EZB darauf hin, dass sich die Erwartungen von Wirtschafts- und Finanzmarktakteuren an das Wirtschaftswachstum im Euroraum unter dem Einfluss von Finanzkrise und Rezession in den vergangenen Jahren deutlich verringert haben. Nach Aussage der EZB deuten Konjunkturindikatoren darauf hin, dass die Investitionsdynamik auf kurze Sicht schwach bleiben wird.

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31 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax schließt zweiten Tag in Folge im Minus"

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  • Dow vs. Dax ist ja schon ewig her, eine derart verschobene Intraday performance...
    Normalerweise Hat der DAX doppelt soviel verloren/gewonnen wie der Dow (Zumindest im Vergleich)

  • Und ich habe den Verdacht, dass sie

    1.) dazu gehören
    2.) die Erkenntnis noch nicht gehabt

  • Ich habe den Verdacht, dass hier eine Menge ganz lausiger Anleger am Start sind. Da fehlen meines Erachtens bestimmte Grundlagen zu einer erfolgreichen Geldanlage:

    1. die Fähigkeit, Fehler zu erkennen und daraus zu lernen
    2. die Erkenntnis, dass das eigene Wissen begrenzt ist.

  • wer wollte das jetzt wissen? Ist Ihnen das ganz alleine eingefallen? Sie scheinen neu hier zu sein, weil das was Sie von sich geben kommt ungefähr 2 Monate zu spät.

    Als würde der Zug in den Bahnhof einrollen und Sie schreien die ganze Zeit: vielleicht hält er ja nicht, vielleicht hält er ja nicht. An dem Punkt befinden Sie sich gerade!

  • Rating von Frankreich gerade um 3 Stufen gesenkt

  • Wie oft fällt die Welt denn angeblich noch zusammen? Die Aktienkurse folgen eben nicht den Hirngespinsten der Pessimisten.

    Irrt jetzt der Markt oder die Shorties?

    Zum Spaß wiederhole ich mich: dem Pessimisten ist jeder Kurs zu hoch. Das Stichwort heißt "eingepreist". Irgendwann ist eben jeder Mist, den der Shortie immer wieder von sich gibt, eingepreist.

    Wenn ihr fallende Kurse wollt, dann müsst ihr neuen Mist anbringen. Ihr könnt nicht tausend Mal "Der Euro, der Euro" sagen und glauben, dass deswegen alle Weltbörsen immer weiter und weiter zusammenbrechen.

  • wir erleben dieses Phänomen ziemlich häufig, DOW fällt wegen schlechter Konjunkturdaten (auf die alle jede Woche mit Spannung warten) ein paar Minuten, um dann sofort wie eine Rakete zu steigen. Irgendjemand streut dann sofort immer das Gerücht, dass die FED nun eingreifen wird. Ist schon genial, so hat man immer steigende Kurse, auch wenn die Welt um einen herum zusammen fällt.

  • ↓ Identitätsklau


  • Deutsche Qualitätsaktien bieten allerdings auch keine Garantie, wenn es zu einer vereinheitlichten Schuldenpleite in der Eurozone kommt.

  • So,ich glaube so langsam ist es Zeit für die Wahrheit;
    ich muß ihnen mitteilen,dass es sich beim Rettungsschirm um einen Fallschirm handelt und nicht um einen Regenschirm.Was bedeutet,dass je mehr sich dranhängen....

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