Börse Frankfurt Dax schüttelt Krim-Sorgen ab

Der Westen hat seine Gangart gegen Russland verschärft, doch Dax-Anleger zeigten sich von den Sanktionen am Montag unbeeindruckt. Sie griffen bei deutschen Aktien zu. Der Dax schloss mehr als hundert Punkte im Plus.
Update: 17.03.2014 - 17:32 Uhr 10 Kommentare
Die Krise in der Ukraine und die anhaltende Gewalt im Irak bereitete Dax-Anlegern am Mittwoch sorgen. Der Dax schloss im Minus. Quelle: dpa

Die Krise in der Ukraine und die anhaltende Gewalt im Irak bereitete Dax-Anlegern am Mittwoch sorgen. Der Dax schloss im Minus.

(Foto: dpa)

FrankfurtNach dem umstrittenen Referendum auf der ukrainischen Halbinsel Krim zeigte sich der Dax am Montag überaus freundlich. Auch die von der EU und den USA beschlossenen Sanktionen beeindruckten Anleger wenig. Der deutsche Leitindex schloss 1,4 Prozent fester bei 9180 Punkten. „Das Votum für einen Anschluss der ukrainischen Halbinsel Krim an Russland war erwartet worden“, sagte Markus Huber vom Brokerhaus Peregrine & Black. Der Ausverkauf in der vorigen Woche - Dax und EuroStoxx hatten je mehr als drei Prozent verloren - sei nicht nur auf die Krim-Krise, sondern auch auf den starken Anstieg der Kurse zuvor zurückzuführen, erklärte ein Händler.

Der MDax schloss zum Wochenstart 1,8 Prozent fester auf 16.294 Punkten und der TecDax stieg um 2,6 Prozent auf 1244 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone rückte um 1,5 Prozent auf 3050 Punkte vor.

Auch an der Wall Street zogen die Kurse an: Der Dow-Jones-und der S&P-Index stiegen zuletzt um 1,1, beziehungsweise 1,0 Prozent. Auch der Euro zog wieder an und erreichte mit 1,3941 Dollar ein Tageshoch. Die EU-Außenminister beschlossen Sanktionen gegen Russland wie Reisebeschränkungen und Kontensperrungen. In der Volksabstimmung, die der Westen nicht anerkennt, hatten sich nach Angaben der Wahlkommission fast 97 Prozent für den Anschluss an Russland ausgesprochen.

Auf der Konjunkturseite richteten sich die Blicke am frühen Nachmittag unter anderem auf die US-Industrieproduktion aus den USA. Die US-Industrie kommt nach dem witterungsbedingten Einbruch zu Jahresbeginn wieder in Schwung und steigerte ihre Produktion stärker als erwartet.

Die russischen Aktienmärkte, die in den vergangenen Tagen kräftig abgerutscht waren, machten einen Sprung nach vorn. Der auf Dollar lautende RTS-Index notierte zeitweise 4,2 Prozent im Plus, der auf Rubel lautende Micex stieg um vier Prozent. Die Furcht vor einer wirtschaftlichen Schwächung Russlands durch Sanktionen des Westens setzte dagegen dem Rubel stark zu. Ein Dollar stieg um 0,5 Prozent auf ein Rekordhoch von 36,73 Rubel.

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10 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax schüttelt Krim-Sorgen ab"

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  • Nun ja, eher Peanuts im Vergleich zu den russischen Ausleihungen in der Ukraine.

  • Auch ein Grund, warum man sich wohl mit weiteren Sanktionen zurückhält.

    "Deutsche Banken haben in Russland 17 Milliarden Euro im Feuer"

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/krim-krise-deutsche-banken-haben-in-russland-17-milliarden-euro-im-feuer-12850987.html

  • Hallo buy-buy-buy,

    seine Wallstreet Online Kolumne lese ich regelmäßig, Danke für den Hinweis.

  • Das könnte Sie interessieren bevor die Prawda es wieder wegzensiert.

    http://www.wallstreet-online.de/nachricht/6638597-aktienmaerkte-trotz-korrektur-billig-anders

  • Ich gehe mal davon aus, dass Mrs. Yellen die größeren Impulse geben wird diese Woche. Wieder mal alles drin. Die US-Märkte haben sich ja bisher recht wacker gehalten.

  • Am Donnerstag sollen beim großen EU-Treffen erste Wirtschaftssanktionen beschlossen werden."Ziel ist,dass Russland die Krim herausgibt".
    Passiert dann nichts,sollen in der kommenden Woche die "Daumenschrauben" weiter angezogen werden.

  • Immer gerne, Privatanleger. Früher waren die Kontakte beruflich (Telkos, Präsentationen etc.), und ich habe die Fonds häufig empfohlen. Aber heute nicht mehr, bin ja nicht mehr Banker, sondern mein eigener Herr ;)

  • Hallo Delta-1,

    Danke für die Antwort. Hast du auch private Kontakte zu diesen Managern wie Flossbach oder Fischer, weil du die Produkte gut kennst?

  • Hi Privatanleger,
    45% in Cash und Renten, um genau zu sein. Er ist defensiv und wartet. Hat in der letzten Zeit halt Rendite gekostet. Versteht sein Handwerk grundsätzlich, Sharpe Ratio ist gut. Für konservative Anleger mit buy-and-hold eine sinnvolle Ergänzung in meinen Augen.

  • Markttiming ist extrem schwierig. Das funktioniert in drei von hundert Fällen.

    Der einzige Zeitpunkt wann man rausgehen muss, ist wenn eine klare Überbewertung erkennbar ist, wie zu Zeiten der New Economy Blase. Ansonsten berechnet man als Value Investor den inneren Wert einer Aktie und zieht davon einen angemessenen Anteil ab z. B. 40 %, wie es Frank Fischer macht. Daneben sieht man sich auch andere Faktoren an neben der "Margin of Safety", kauft man bevorzugt Inhabergeführte Unternehmen "Business Owner" mit strukturellem Wettbewerbsvorteil "Economic Moat" und beachtet "Mr. Market".

    Delta, was hältst du von Frank Fischer seinem Fond und wie beurteilst du seine hohe Cash Quote von 45 % seit Monaten.

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