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Börse Frankfurt Dax schwächelt nach Rekordhoch

Mit Rückenwind aus Asien und den USA machte sich der Dax am Dienstag zunächst in Richtung 13.000-Punkte-Marke auf. Doch im Tagesverlauf bröckelte das Plus ab. Auch das Pfund fiel zu Beginn der Brexit-Verhandlungen.
Update: 20.06.2017 - 17:51 Uhr 2 Kommentare

Aktienkurse heiß gelaufen – Weiterer Rückgang erwartet

FrankfurtDem Dax ist am Dienstag nach seiner neuen Bestmarke von 12 951 Punkten kurz nach Handelsbeginn der Schwung ausgegangen. Zu Handelsschluss notierte der deutsche Leitindex 0,58 Prozent im Minus bei 12 813,79 Punkten. Die zuletzt starke Wall Street, in deren Schlepptau es für viele andere Märkte bergauf gegangen war, dürfte am Dienstag ihrer Rally ebenfalls Tribut zollen. Als weitere Belastung für den Dax erwiesen sich die Ölpreise, die auf den tiefsten Stand seit sieben Monaten abrutschten.

Auch die noch besser gelaufenen deutschen Nebenwerte-Indizes zeigten zuletzt Ermüdungserscheinungen. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen rettete ein Plus von 0,19 Prozent auf 25 579,75 Punkte in den Abend, während der Technologiewerte-Index TecDax um 0,04 Prozent auf 2296,24 Zähler nachgab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 hielt sich mit 0,02 Prozent im Plus bei 3580,20 Punkten.

„Allein das Ausbleiben schlechter Nachrichten reicht aktuell, um Investoren zum Kaufen zu bewegen“, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Börsianer warnten aber vor weiteren Rückschlägen. „Vor dem wichtigen Widerstand bei 13.000 Punkten könnten viele Anleger den Wunsch nach Gewinnmitnahmen erliegen“, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Berliner Brokerhaus AxiTrader.

Spitzenreiter im Dax war am Dienstag Pro Sieben Sat.1: Die Aktien des Medienkonzerns profitierten mit bis zu plus 2,36 Prozent vom Verkauf des schwedischen Reiseportal-Betreibers Etraveli an den Finanzinvestor CVC für rund eine halbe Milliarde Euro. Das Unternehmen werde dabei mit 508 Millionen Euro bewertet, teilte Pro Sieben Sat.1mit. Der Konzern hatte Etraveli im November 2015 für eine Unternehmensbewertung von 235 Millionen Euro erworben. Das restliche Reisegeschäft, zu dem der Erlebnisanbieter Mydays und das Pauschalreiseportal weg.de gehören, stehe weiterhin auf dem Prüfstand, erklärte Pro Sieben Sat.1. Die Erlöse aus der Veräußerung von Etraveli sollten überwiegend in das weitere Wachstum des Konzerns investiert werden.

Eine Kaufempfehlung der US-Bank Merrill Lynch bescherte Eon einen Kursanstieg von bis zu knapp zwei Prozent. Damit setzten die Anteilsscheine des Versorgers ihre Rally fort – sie hatten schon zuletzt von positiven Analystenkommentaren profitiert.

Anteilseigner des Lichtspezialisten Osram konnten sich über einen Kursgewinn von bis zu 3,8 Prozent und den Spitzenplatz im MDax freuen. Im Technologiewerte-Index TecDax knüpfte SLM Solutions mit zeitweilig plus 1,2 Prozent an den freundlichen Vortag an. Zu Wochenbeginn waren die Aktien des zuletzt schwächelnden 3D-Drucker-Herstellers sichtbar von der Hoffnung auf einen Großauftrag aus Italien angetrieben worden.

Ähnlich erging es im Kleinwerte-Index SDax den Titeln der Startup-Schmiede Rocket Internet, die sich um weitere 3,8 Prozent erholten. Beim Börsengang des Essens-Lieferdienstes Delivery Hero (Lieferheld, Pizza.de, Foodora), an dem Rocket Internet mit gut einem Drittel beteiligt ist, zeichnet sich nach Angaben des Managements eine gute Nachfrage nach den Aktien ab. Gut eine Stunde nach dem Beginn der Zeichnungsfrist lagen bereits ausreichend Kaufaufträge vor, um das Orderbuch für die Papiere des Essens-Lieferdienstes einmal zu füllen.

Die größten Anlegerfehler
Privatanleger machen vermeidbare Fehler
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Eine Studie der Wirtschaftsprofessoren Andreas Hackethal und Steffen Meyer für das Magazin „Finanztest“ hat knapp 40.000 Wertpapierdepots von Direktbankkunden im Zeitraum von 2005 bis 2015 ausgewertet.

Das Ergebnis zeigt, dass die Anleger weit hinter den Wertzuwächsen des Gesamtmarktes liegen. Während eine Rendite von jährlich 8,7 Prozent realistisch gewesen wäre, kommen die Anleger nur auf einen Wertzuwachs von 3,1 Prozent. Mangelnde Finanzkenntnisse müssen nicht die Ursache sein. Zu Einbußen führen meist kurzfristiges Denken, Gier und Aktionismus. Die vier gängigsten Fehler sind leicht zu beheben. Wir stellen sie vor – und entsprechende Gegenstrategien.

Das Bild zeigt die Börse von Abu Dhabi. Hier handeln Privatanleger mit größeren Beträgen als in Deutschland.

(Foto: Reuters)
Fehler 1: Mangelnde Streuung
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Befund Sie ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Geldanlage – dennoch vernachlässigen sie viele Anleger: die Risikostreuung. Wie die Studie zeigt, streuen Anleger ihre Wertpapiere zu wenig; die Aktienkonzentration ist höher als noch vor zehn Jahren. Eines der untersuchten Depots beinhaltet heute im Schnitt zwölf Aktien.

In Santiago de Chile bedient ein Mitarbeiter der chilenischen Zentralbank eine Sicherheitstür.

(Foto: Reuters)
Fehler 1: Mangelnde Streuung
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Folgen Zwischen der Streuung und dem Chance-Risiko-Verhältnis besteht laut den Autoren ein klarer Zusammenhang. Selbst die relativ breit aufgefächerten Depots reichen nicht entfernt an das Verhältnis des Weltaktienindexes MSCI World heran.

In manchen Depots befindet sich nur eine einzige Aktie. Wenn diese auch noch ein spekulativer Titel ist, unterliegt das Depot enormen Kursschwankungen.

Am 24. Oktober 1929, dem „Schwarzen Donnerstag“ kommen Menschen vor der New York Stock Exchange zusammen.

(Foto: AP)
Fehler 1: Mangelnde Streuung
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Gegenmittel Es ist leicht, ein breit gestreutes Depot aufzubauen: durch börsengehandelte Indexfonds (ETF). Sie beteiligen Anleger, je nach Art, an 1600 bis 2500 internationalen Aktien. Für Staatsanleihen gibt es ebenfalls ETFs.

Bestehende Depots umzubauen, ist nicht nicht ganz einfach. Anleger sollten sich von Verlustpositionen trennen. Ein Papier erst zu verkaufen, wenn es seinen einstigen Kaufpreis erreicht hat, ist irrational. Es sollten triftige Gründe für eine zu erwartende Wertsteigerung vorliegen.

Ein chinesischer Investor analysiert im August 2015 eine Kurstafel.

(Foto: dpa)
Fehler 2: Aktien-Picken
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Befund Der Fehler erinnert an das Muster von Sportwetten: Unerfreuliche Ergebnisse werden ausgeblendet, Erfolgserlebnisse übermäßig hochgehalten. Anleger sollten aber ausschließlich die langfristige Entwicklung des Gesamtdepots im Blick haben.

Oft suchen sie ihr Heil in einer Kombination aus Einzelaktien: Im Falle eines Missgriffs ist es eine beliebte Methode, die Position aufzustocken, um den durchschnittlichen Einstandspreis zu senken und von der erwarteten Erholung zu profitieren. Das kann jedoch auch weiteres Unheil anrichten: Das sogenannte Klumpenrisiko, eine Übergewichtung einzelner Anlagen im Depot, steigt. Private Anleger haben gegenüber Profis hier offenbar schlechtere Karten.

Das Foto vom 20. Oktober 1987 zeigt Händler in der Frankfurter Börse. Am 19. Oktober 1987 erlebte die Wall Street einen ihrer schwärzesten Tage.

(Foto: dpa)
Fehler 2: Aktien-Picken
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Folgen Vom Aktien-Picken betroffene Depots bringen nur 3,1 Prozent Rendite. Mit einer Indexmischung, die die durchschnittliche Vermögensaufteilung der Anleger widerspiegelt, hätten sie dagegen 8,7 Prozent erzielt.

Jeder fünfte Deutsche legt sein Geld in Fonds an. Diese werden von Fondsmanagern verwaltet, die das eingesammelte Geld in Aktien, Obligationen, Immobilien und andere Wertpapiere anlegen.

(Foto: dpa)
Fehler 2: Aktien-Picken
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Gegenmittel Aktien- und Renten-ETFs sind auch hier ein probates Mittel. Passionierte Zocker von einer solchen Strategie zu überzeugen, fällt manchmal schwer. Wer unbedingt eigenhändig zusammenstellen will, sollte zwingend auf eine möglichst gleichmäßige Verteilung auf die wichtigsten Branchen achten.

Die USA gelten als Nation der Aktienbesitzer.

(Foto: dpa)

Stahlwerte litten unter der Furcht vor amerikanischen Schutzzöllen. US-Handelsminister Wilbur Ross hatte in einem Interview mit Bloomberg TV angedeutet, Präsident Donald Trump sei geneigt, Schritte zum Schutz der Branche zu unternehmen. Zuvor hatte es Dumping-Vorwürfe der US-Regierung gegen mehrere ausländische Stahlproduzenten gegeben, darunter auch gegen die deutsche Salzgitter AG. Deren Aktien waren mit minus 1,16 Prozent Schlusslicht im MDax. Im Dax sanken die zuletzt gut gelaufenen Thyssenkrupp-Titel um 0,56 Prozent.

Zu den Verlierern gehörte auch Bayer. Der Titel der Leverkusener Pharma- und Pflanzenschutzkonzern sank um 0,6 Prozent, nachdem der Konzern bekanntgegeben hatte, noch in diesem Jahr die 66 Milliarden Dollar teure Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto abzuschließen. Ebenfalls um 0,6 Prozent gaben die Linde-Aktien nach.

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2 Kommentare zu "Börse Frankfurt : Dax schwächelt nach Rekordhoch"

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  • Die Shiller-PE Ratio zeigt ziemlich exakt an, ob ein Aktienindex (oder eine Einzelaktie) überbewertet ist oder nicht. Da Robert Shiller Amerikaner ist, hat er die Ratio für den S&P 500 berechnet (jedoch dürfte es beim DAX ähnliche Ergenisse geben):
    https://www.gurufocus.com/shiller-PE.php
    Einzig und alleine zweimal in der Geschichte war die Shiller-PE Ratio höher als heute (30,3): nämlich 1929 kurz vor dem Schwarzen Freitag (der eigentlich ein Donnerstag war) und 1999 / 2000 kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase.
    Die gegenwärtige Ratio von 30,3 ist dabei um ca. 80% höher als die historische durchschnittliche Ratio von 16,8.
    Das Einzige, was man also definitiv sagen kann: der S&P 500 ist hoffnungslos überbewertet. Was man dagegen nicht sagen kann, ist, wann diese Überbewertung korrigiert wird. Als Anleger deshalb immer daran denken: Der Markt kann länger irrational bleiben als man selbst solvent!

  • Die Bäume wachsen nicht in den Himmel.

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