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Börse Frankfurt Dax schwenkt wieder auf Erholungskurs ein und schließt im Plus

Der Schlagabtausch im Handelsstreit zwischen den USA und China gewinnt an Schärfe. Doch viele Anleger lassen sich dadurch nicht beeindrucken und kaufen zu.
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Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve

Blick auf die Dax-Kurve im Frankfurter Handelssaal.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Trotz der Unsicherheiten vor dem Beginn der Handelsgespräche zwischen USA und China bauen Anleger Mitte der Woche ihre Positionen weiter aus und kaufen zu. Der deutsche Leitindex Dax schließt ein Prozent höher bei 12.094 Zählern. Am Dienstag war das deutsche Börsenbarometer etwa 1,1 Prozent schwächer bei 11.970 Punkten aus dem Handel gegangen.

Zu den wenigen Verlierern unter den 30 Dax-Werten zählt am Mittwoch die Eon-Aktie. Sie verliert 0,6 Prozent. Die Papiere des Wettbewerbers RWE fallen um 0,3 Prozent.

Kaum ein Tag vergeht, an dem es nicht Verschärfungen im Handelsstreit gibt. Nun hat die US-Regierung wegen der Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren in China Visa-Restriktionen gegen Vertreter der chinesischen Regierung verhängt. Als Konsequenz bleiben die Märkte bleiben mit Blick auf potenzielle Vergeltungsmaßnahmen Chinas in Alarmbereitschaft. Die erste Gegenreaktion: Das Reich der Mitte nimmt offenbar den US-Konzern Apple ins Visier.

Denn eine Kritik in chinesischen Staatsmedien an einer App im Zusammenhang mit den Protesten in Hongkong ließ die Aktien der chinesischen Apple-Zulieferer fallen. Die Papiere von Luxshare Precision und von O-Film Tech verlieren jeweils rund ein Prozent, die Foxconn-Titel fallen um 2,5 Prozent. In der Zeitung der Kommunistischen Partei Chinas wird die Zulassung einer App beanstandet, welche die Bewegung der Polizei in Hongkong verfolgt.

Am deutschen Aktienmarkt sprechen derzeit zwar Saisonalität (das vierte Quartal weist traditionell die höchste Performance auf, Stichwort Jahresendrally) und Charttechnik für tendenziell steigende Aktienkurse. Aber die Anleger sehen zwei große Bedrohungen klar am Horizont: einen chaotischen Brexit und einen weiter die Wirtschaft belastenden Handelskonflikt zwischen den USA und China. „Den Anlegern schwant, dass die Börsen sich an beiden nicht schadlos halten dürften“, meint Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets.

Der Volatilitätsindex VDax, das Angstbarometer der Börse, zeigte zum heutigen Handelsauftakt noch eine steigende Unsicherheit. Der Index stieg anfangs auf einen Wert von knapp 20; Anlageprofis schienen langsam nervös zu werden. Doch im Handelsverlauf fiel der VDax wieder auf einen Wert von 18.

Am Anleihemarkt gaben die Kurse nach, die Rendite der deutschen Papiere stieg im Gegenzug auf minus 0,551 Prozent. Dabei spielten auch Gewinnmitnahmen eine Rolle, sagte Matthew Carins, Stratege bei der Rabobank. EZB-Vizechef Luis De Guindos plädierte dafür, die laxe Geldpolitik auch nach dem Wechsel an der Zentralbank-Spitze im nächsten Monat beizubehalten. „Eine Kehrtwende ist etwas, was ich ablehnen würde. Und es wäre auch nicht gut“, sagte der Spanier der Finanzagentur „Market News“.

Die Aussicht auf eine Lockerung der Geldpolitik in den USA drückte den Dollar. Ein Euro kostete im Gegenzug mit 1,0989 Dollar 0,3 Prozent mehr. Angesichts negativer Folgen des Zollkonflikts und der mauen Weltwirtschaft signalisierte die US-Notenbank Fed die Bereitschaft zu einer weiteren Zinssenkung. Experten rechnen damit, dass die Fed Ende Oktober den dritten geldpolitischen Schritt nach unten in diesem Jahr folgen lassen wird.

Blick auf die Einzelwerte

Commerzbank: Das Geldhaus will in der Privatkundensparte eine vierstellige Anzahl an Stellen streichen. Das geht aus einem Schreiben des Gremiums an Mitarbeiter hervor, das dem Handelsblatt vorliegt. Die Aktie verliert 0,2 Prozent.

LVMH: Der französische Luxusgüterkonzern, zu dem Marken wie Moët & Chandon, Louis Vuitton, Fendi, Donna Karan, Hublot und TAG Heuer gehören, legt an diesem Mittwochabend seine Zahlen für das dritte Quartal vor. Die Aktie hat die Querelen des Handelsstreits recht gut überstanden, das Geschäft mit Luxusgütern wird von der schwachen Konjunktur kaum gebremst. Während Dax und Euro Stoxx 50 in den vergangenen zwölf Monaten insgesamt auf der Stelle treten, konnte das LVMH-Papier rund 20 Prozent zulegen. Das Papier legt am Mittwoch um 1,7 Prozent zu.

Deutz: Der Motorenhersteller baut durch einen Zukauf sein Geschäft mit Elektroantrieben für Bau- und Landmaschinen aus. Deutz übernimmt hierzu den Batteriespezialisten Futavis aus Alsdorf. Deutz will sich im Geschäft mit Komponenten für elektrische Antriebe, die etwa in Bau- und Landmaschinen oder Minibaggern eingesetzt werden, ein weiteres Standbein aufbauen. Der über 150 Jahre alte Konzern setzt darauf, dass auch in diesem Segment klimaschonendere Technologien verstärkt gefragt sein werden. Die Aktie legt am Mittwoch rund ein Prozent zu, hat aber eine mehrmonatige Talfahrt hinter sich.

DWS: Eine Hochstufung stützt die Aktien der Fondsgesellschaft DWS. Sie legen knapp ein Prozent zu. Die Experten von JP Morgan stuften die Papiere auf „overweight“ von „neutral“ hoch.

Qiagen: Die Experten des Finanzdienstleisters Cowen senkten ihr Kursziel für die Aktie des Biotechunternehmens auf 30 Euro von 38 Euro und begründeten das unter anderem mit dem Abgang des Firmenchefs und dem verfehlten Umsatzziel. Die Aktie hat seit Montag mehr als 20 Prozent an Wert verloren. Am Mittwoch dreht das Papier nach anfänglichen Verlusten ins Plus und legt um mehr als zwei Prozent zu.

Was die Charttechnik sagt

Wenn man die technische Situation betrachtet, dann passte der Rückgang in der vergangenen Woche exakt zu dem, was sich jahreszeitlich in den vergangenen zehn Jahren in vielen Fällen ereignet hat. Im Sommer rutschte der Dax ab (in diesem Jahr auf 11.266 Punkte) und startete eine Sommerrally, wobei das Ausbruchsniveau von 11.853 Punkte lag. Diese Marke wurde in der vergangenen Woche mit dem Rutsch auf 11.879 Punkte praktisch getestet, der Ausbruch aus dem Sommer laut Charttechnik also bestätigt. Passend dazu notiert die steigende 200-Tagelinie (aktuell bei 11.810 Punkten), Gradmesser für den längerfristigen Trend, auf einem ähnlichen Niveau.

Sollte der Markt in den kommenden Tagen aber unter diese Marke fallen, würde sich die charttechnische Situation eintrüben und es könnte ähnlich chaotisch wie in der vergangenen Woche zugehen.

Kurzfristig droht dem deutschen Leitindex ein erneuter Test der Marke von 11.879 Zählern, erst Kurse oberhalb von 12.100 Punkten dürfte sich die Lage entspannen.

Mittelfristige bilden auf der Oberseite die Hochs der vergangenen vier Wochen bei knapp 12.500 Punkten im Zusammenspiel mit dem Hoch von Mai (12.436 Punkte) sowie dem ehemals wichtigen Allzeithoch von April 2015 bei 12.391 Punkten die entscheidenden Barrieren auf dem möglichen Weg nach Norden.

Analystencheck: Morgan Stanley empfiehlt die Siemens-Aktie zum Kauf

Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat die Einstufung für Siemens vor den Quartalszahlen der europäischen Investitionsgüterindustrie auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 122 Euro belassen. In den Gewinnschätzungen für 2020 seien schwächere Branchendaten noch nicht berücksichtigt, schrieb Analyst Ben Uglow in einer am Dienstag vorliegenden Branchenstudie. Die kurzfristigen Marktschätzungen für Siemens erschienen indes erreichbar. Dennoch achte er auch hier auf mögliche Abwärtskorrekturen der Schätzungen für 2020.

32 Studien beschäftigen sich im Handelsblatt-Analystencheck mit der Siemens-Aktie. Den 25 Kaufempfehlungen steht sieben Mal der Rat „Halten“ gegenüber. Kein Analyst gibt eine Verkaufsempfehlung.

Hier geht es zum Handelsblatt-Analystencheck

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1 Kommentar zu "Börse Frankfurt: Dax schwenkt wieder auf Erholungskurs ein und schließt im Plus"

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  • Während die Frage "Deal" oder "No Deal" zwischen dem UK und der EU noch nicht entschieden ist, scheint Trump die Chinesen endlich weichgekocht zu haben:
    https://www.zerohedge.com/markets/stocks-rally-beijing-may-be-open-partial-trade-deal
    "Bei einem Handel mit Chinesen gewinnen am Ende immer die Chinesen", heißt es (obwohl das aus ökonomischer Sicht Unfug ist, denn ein freiwilliger Tausch findet ausschließlich dann statt, wenn sich beide Tauschpartner davon einen Gewinn versprechen).
    Nur will der beste lebende amerikanische "Dealmaker" eben seinen Landsleuten eindeutig zeigen, dass sie dieses Mal die eindeutigen Gewinner sind und eben nicht die Chinesen.
    Nicht vergessen: Trump hat zudem den besten ökonomischen "Kalten Krieger" als Berater an seiner Seite: Larry Kudlow, der Ronald Reagan bereits dabei half, die Ex-Sowjetunion wirtschaftlich umzubringen (nämlich indem Reagan sie tot rüstete, und Alan Greenspan das Geld dafür druckte).
    Apropos Geld drucken: Trump hat auch noch den Powell weich gekocht: sieht aus wie QE4, riecht wie QE4, aber Powell darf es natürlich nicht QE4 nennen. Seit den "Kalamitäten" am US-Repo-Markt werden jetzt täglich (!!!) um die 100 Milliarden USD vollkommen aus dem Nichts gedruckt - und das vorläufig "open end". Hier sind wir jetzt also schon im Billlionen-USD-Bereich.
    Um eine Implosion zu verhindern, wird also weiter gebläht, vermutlich auch die Börsen (zumindest in den USA) - bis das große Ko...en kommt.