Börse Frankfurt Dax stabilisiert sich nur mühsam

Die alten Unsicherheiten dominieren auch die neue Börsenwoche: Der Brexit und die US-Leitzins-Erhöhung. Während von Unternehmen wenig Impulse kommen, hoffen Anleger nun auf Signale von Fed-Chefin Yellen.
Update: 06.06.2016 - 17:43 Uhr

Möglicher Brexit lähmt Dax

FrankfurtDer Dax hat sich nach dem jüngsten Rückschlag am Montag nur mühsam stabilisiert. Ein Börsianer sprach von einem geringen Handelsvolumen. Zum Handelsschluss notierte der deutsche Leitindex 0,18 Prozent höher bei 10 121 Punkte.

Am Freitag hatte der Dax unter schwachen Arbeitsmarktdaten aus den USA gelitten und auf Wochensicht knapp zwei Prozent eingebüßt. Nun stehe die am Abend erwartete Rede von US-Notenbankchefin Janet Yellen im Fokus, sagte Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen gewann 0,53 Prozent auf 20 634 Punkte, wogegen der Technologiewerte-Index TecDax 0,29 Prozent auf 1683 Punkte abgab. Für den Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 ging es um 0,27 Prozent auf 3005 Punkte hoch.

Die besten deutschen „Marathon-Aktien"

GRENKE AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A161N30
Börse
L&S

-2,00 -1,91%
+103,11€
Chart von GRENKE AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 10: Grenkeleasing
1 von 10

Die DZ Bank stellt jährlich eine Liste der besten deutschen Langläufer-Aktien zusammen. Rückblickend auf die vergangenen zehn Jahre betrachten sie die vier Kenngrößen Umsatz, Gewinn, Unternehmens- und Buchwert. Für jede dieser Kategorien gibt es pro Jahr einen Punkt, sofern eine Steigerung erzielt wurde. Insgesamt können so 40 Punkte erzielt werden. Das auf Produkte der Bürokommunikation spezialisierte Unternehmen Grenkeleasing gehört zu den zehn besten „Marathon-Aktien“. Sowohl der Umsatz als auch der Buchwert sind in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gewachsen.

Kursentwicklung (zehn Jahre): + 324,9 Prozent*
Marktkapitalisierung: 2,5 Milliarden Euro
Score: 36 Punkte

*Stand: 23. Mai 2016

MTU AERO ENGINES AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0D9PT0
Börse
L&S

-1,73 -0,90%
+188,88€
Chart von MTU AERO ENGINES AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 9: MTU Aero Engines
2 von 10

Der Triebwerksbauer MTU Aero Engines belegt mit 36 Punkten in dem Ranking den neunten Platz. In den vergangenen zehn Jahren ist der Gewinn nur ein einziges Mal zurückgegangen. Der Erfolg spiegelt sich in der Kursentwicklung der Aktie wider.

Kursentwicklung (zehn Jahre): + 216,3 Prozent*
Marktkapitalisierung: 4,3 Milliarden Euro
Score: 36 Punkte

*Stand: 23. Mai 2016

CTS EVENTIM AG & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005470306
Börse
L&S

-0,36 -0,97%
+36,98€
Chart von CTS EVENTIM AG & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Platz 8: CTS Eventim
3 von 10

Der Ticket-Konzern CTS Eventim baut zusammen mit dem Musiklabel von Sony sein Geschäft in Lateinamerika aus. Diese Art des Expansionskurses ist typisch für deutsche Mittelständler. Statt Akquisitionen zu suchen, bauen Unternehmen wie CTS Eventim auf organisches Wachstum. Bei der Analyse betrachtet die DZ Bank nicht die Kurs- sondern die Wertentwicklung eines Unternehmens. In den vergangenen zehn Jahren ist der Umsatz neun Mal angestiegen, der Gewinn sogar zehn Mal. Auch der Buchwert ist seit 2006 jedes Jahr gestiegen.

Kursentwicklung: + 451,7 Prozent
Marktkapitalisierung: 2,9 Milliarden Euro
Score: 36 Punkte

NEMETSCHEK SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006452907
Börse
L&S

+1,59 +1,28%
+125,56€
Chart von NEMETSCHEK SE INHABER-AKTIEN O.N.
Platz 7: Nemetschek
4 von 10

Nemetschek setzt seinen Wachstumskurs nach dem Rekordjahr 2015 fort. Im ersten Quartal des laufenden Jahres stieg der Umsatz um 16,7 und der Gewinn um 15,6 Prozent. Für den Konzern, der Softwarelösungen für Architekturaufgaben anbietet, ist das nichts neues. In den vergangenen zehn Jahren ist der Umsatz neun Mal gestiegen. Nemetschek gehört außerdem zu der Gruppe, die im Ranking überproportional vertreten ist. Laut der DZ Bank sind es meist Unternehmen, die in kleineren Marktsegmenten agieren (Mid- und Small-Caps), die sogenannten „Hidden Champions“.

Kursentwicklung: + 848,5 Prozent
Marktkapitalisierung: 1,9 Milliarden Euro
Score: 36 Punkte

NEXUS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005220909
Börse
L&S

+0,12 +0,45%
+26,18€
Chart von NEXUS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Platz 6: Nexus
5 von 10

Die auf klinische Software spezialisierte Nexus AG konnte im ersten Quartal 2016 ihr nachhaltiges Wachstum ebenfalls fortsetzen. Der Umsatz legte knapp 15 Prozent zu. Der langfristige Aktienchart bestätigt den kontinuierlichen Wachstumskurs. Innerhalb von zehn Jahren hat sich der Kurs der Aktie fast vervierfacht. Sowohl der Umsatz als auch der Buchwert der Nexus AG sind in diesem Zeitraum jedes Jahr gestiegen.

Kursentwicklung: + 388,5 Prozent
Marktkapitalisierung: 268 Millionen Euro
Score: 37 Punkte

FIELMANN AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005772206
Börse
L&S

-3,29 -6,05%
+50,90€
Chart von FIELMANN AG INHABER-AKTIEN O.N.
Platz 6: Fielmann
6 von 10

Das frühe Osterfest 2016 hat der Optikerkette Fielmann im ersten Quartal einen Gewinnrückgang eingebrockt. Der Nettogewinn schrumpfte von Januar bis März um gut 14 Prozent auf 38,2 Millionen Euro. Die Bilanz der vergangenen zehn Jahre hingegen liest sich besser. Umsatz, Gewinn und Buchwert des Optikerkonzerns sind in diesem Zeitraum jedes Jahr größer geworden.

Kursentwicklung: + 261,4 Prozent
Marktkapitalisierung: 5,5 Milliarden Euro
Score: 38 Punkte

CANCOM SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005419105
Börse
L&S

-0,41 -1,06%
+38,18€
Chart von CANCOM SE INHABER-AKTIEN O.N.
Platz 4: Cancom
7 von 10

Der IT-Händler Cancom hat dank des anhaltenden Booms im Cloud Computing kräftig zugelegt. 2015 wuchs der Umsatz um 12,5 Prozent auf 932,8 Millionen Euro und damit wie der Betriebsgewinn (Ebitda), der um 22,3 Prozent auf 63,1 Millionen Euro zulegte, zum zehnten Mal in Folge in den vergangenen zehn Jahren. Der Kurs der Aktie ist in dieser Zeit nahezu explodiert und für das laufende Jahr erwartet das im TecDax gelistete Unternehmen weitere Zuwächse.

Kursentwicklung: + 1439 Prozent
Marktkapitalisierung: 769 Millionen Euro
Score: 38 Punkte

Analyst Craig Erlam vom Broker Oanda geht trotz des US-Arbeitsmarktberichts davon aus, dass die amerikanische Notenbank eine Zinsanhebung im Sommer anstrebt. Für die Sitzung im Juni sei ein solcher Schritt - auch angesichts des anstehenden Referendums über einen Austritt Großbritanniens aus der EU - aber wahrscheinlich vom Tisch.

Die Aktien der Lufthansa rutschten um 2,41 Prozent auf 12,14 Euro ab - das bedeutete den letzten Platz im Dax und den tiefsten Kurs seit knapp vier Monaten. Hier belasteten wieder anziehende Ölpreise, welche die Treibstoffkosten verteuern. Zudem sorgt sich die britische Bank Barclays um eine schwache Nachfrage bei den europäischen Fluggesellschaften.

Dagegen verteuerten sich die Stada-Aktien um knapp vier Prozent. Der Generikahersteller verliert seinen langjährigen Vorstandschef Hartmut Retzlaff. Ein Händler meinte, Retzlaff habe in der Wahrnehmung der Börse in der Vergangenheit Übernahmeversuche bei Stada eher gebremst.

Mauer US-Arbeitsmarkt spricht gegen Zinserhöhung

Bei den Technologiewerten gehörten Aixtron mit einem Anstieg um 1,36 Prozent auf 5,74 Euro zu den Favoriten. Händlern zufolge gibt es Gerüchte, dass Europas größter Chipzulieferer ASML Holding ein Gegengebot zur Übernahmeofferte chinesischer Investoren präsentieren könnte, die sechs Euro je Papier bieten.

Mit massiven Verkäufen haben Morphosys -Anleger am Montag auf die Veröffentlichung von Testergebnissen für ein Krebsmittel reagiert. Die Aktien der Biotechfirma brachen binnen Minuten um bis zu zehn Prozent ein.
Offenbar missfalle Investoren, dass bei dem Medikament gegen Knochenmarkkrebs zwei der fünf behandelten Patienten nur geringfügig auf die Arznei angesprochen hätten, sagte ein Börsianer. Er bezweifle aber, ob dies den aktuellen Kurseinbruch rechtfertige.

Am Rentenmarkt rutschte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere erstmals in den negativen Bereich: Sie fiel von plus 0,01 Prozent am Freitag auf minus 0,02 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,09 Prozent auf 142,69 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,12 Prozent auf 165,01 Punkte. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1349 (Freitag: 1,1154) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8811 (0,8965) Euro.

  • dpa
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