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Börse Frankfurt Dax stoppt die jüngste Talfahrt und schließt im Plus

Der Deutsche Aktienindex stabilisiert sich gegen Handelsende schließt in der Gewinnzone. Doch die Nervosität an den Finanzmärkten bleibt spürbar.
Update: 07.08.2019 - 17:49 Uhr Kommentieren
Hohe Volatilitätsindizes gelten als Zeichen für drohende Kursverluste. Quelle: dpa
Handelssaal in Frankfurt

Hohe Volatilitätsindizes gelten als Zeichen für drohende Kursverluste.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der Dax hat am Mittwoch seine jüngste Talfahrt erst einmal gestoppt. Am Markt dominierte letztlich die Erleichterung, dass sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China vorerst nicht weiter verschärft hat. Dieser hatte die Aktienmärkte in den vergangenen Tagen deutlich nach unten gezogen. Damit beendete der deutsche Leitindex den Tag 0,7 Prozent höher bei 11.650 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich minimal ins Minus gerutscht war.

Der chinesische Yuan gab am Mittwochmorgen zunächst erneut nach, nachdem die chinesische Zentralbank (PBoC) den Kurs Dollar/Yen mit 6,9996 nahe an der wichtigen 7er-Marke festlegte. Der Fall unter diese Marke war Anlass für die deutlichen Kursverluste an den Börsen weltweit gewesen.

Mittlerweile hat die PBoC eine Stellungnahme abgegeben, nachdem Washington China als „Währungsmanipulator“ bezeichnet hatte. Die chinesische Zentralbank ließ verlauten, dass die Yuan-Abwertung größtenteils auf eine veränderte Marktlage zurückzuführen wäre und die Vorwürfe der USA gegenstandslos seien.

„Wichtiger aber noch ist, dass das staatliche Fernsehen ungewöhnlich lange über die Stellungnahme der PBoC berichtete“, kommentiert Commerzbank-Devisenanalyst Hao Zhou. Dieses deute darauf hin, dass China in den Verhandlungen eine härtere Gangart einlegt. „Nachdem das Risiko einer erneuten Eskalation nach wie vor erhöht ist, muss der Markt sich gegen weitere Turbulenzen wappnen.“

Der derzeitige Hoffnungsschimmer: Die Verhandlungen zwischen China und den USA sollen im September fortgesetzt werden.

Wie nervös die Märkte sind, zeigt sich auch an den Volatilitätsindizes. Sie messen abgeleitet aus Optionspreisen, welche Schwankungen Investoren an den Märkten in der nächsten Zeit erwarten. Hohe Volatilitätsindizes gelten als Zeichen für drohende Kursverluste.

Und die Zeichen sind deutlich: Der Vix für den US-Leitindex S&P 500 in den USA hat sich in etwa verdoppelt, der VDax new auf den deutschen Leitindex ist in den vergangenen Tagen um bis zu 45 Prozent gestiegen. Diese auch „Angstbarometer“ genannten Indizes notieren auf Niveaus vom Jahresanfang.

Die zunehmenden Schwankungen und andere „markttechnische Faktoren könnten einen Ausverkauf an der Börse beschleunigen“, sagt Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. Fonds mit Grenzen für maximale Schwankungsbreiten hätten bereits vergangene Woche mit dem Verkauf begonnen.

Auch die Flucht in die vermeintlich „sicheren Häfen“ hält weiter an. Eine Feinunze (31,1 Gramm) kostete erstmals seit 2013 wieder mehr als 1500 US-Dollar. Am Abend stieg der Preis für das Edelmetall zeitweise auf bis zu 1505 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Frühjahr 2013.

Auch die deutschen Bundesanleihen sind gefragt, dadurch fällt die Rendite. Sie ist zeitweise auf ein neues Rekordtief von minus 0,59 Prozent gesunken. Dieser Trend könnte sich noch verstärken. Die britische Großbank HSBC hat ihre Prognose für das Jahresende für die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen von minus 0,20 auf minus 0,80 Prozent gesenkt.

Das Pfund Sterling nahm wieder Kurs auf sein Zweieinhalb-Jahres-Tief der vergangenen Woche und verbilligte sich auf 1,2143 Dollar. Großbritannien steuere offenbar weiter auf einen ungeordneten EU-Ausstieg zu, schrieb BayernLB-Volkswirt Stefan Kipar. Schließlich könnte Premierminister Boris Johnson einem Zeitungsbericht zufolge mögliche Neuwahlen bis nach dem Brexit-Termin am 31. Oktober hinauszögern. „Die Botschaft in Richtung EU ist klar: Johnson baut die Drohkulisse des 'No Deal' weiter auf.“

Blick auf die Einzelwerte

Bayer/Lanxess: Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer bei seinem Umbau voran. Der gemeinsam mit der ehemaligen Tochter Lanxess gehaltene Chemiepark-Betreiber Currenta gehe für 3,5 Milliarden Euro inklusive Schulden an Infrastrukturfonds (Mira) der australischen Bank Macquarie, wie Bayer und Lanxess am späten Dienstagabend mitteilten. Die Bayer-Aktien stiegen um rund sechs Prozent, die von Lanxess um vier Prozent. Currenta betreibt den Chempark in Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen und damit eines der größten Chemie-Areale Europas. Im Zuge der Restrukturierung hatte Bayer bereits die US-Fußpflegemarke Dr. Scholl's sowie die Sonnenschutzmarke Coppertone verkauft. Zur Disposition steht nun noch das Geschäft mit Tiergesundheit. Diese Animal-Health-Sparte könnte Bayer bei einem Verkauf mit Abstand am meisten Geld in die Kassen spülen. Spekulationen reichten zuletzt bis zu acht Milliarden Euro.

Wirecard: Im ersten Halbjahr hat der Zahlungsdienstleister Wirecard einen Betriebsgewinn von 342 Millionen Euro erzielt – ein Plus von 36 Prozent. Das zweite Halbjahr soll noch besser werden. Doch Anleger hatten bereits im Vorfeld auf eine Anhebung der Prognose spekuliert und nehmen offenbar Gewinne mít. Deswegen fällt die Aktie um mehr als zwei Prozent.

Commerzbank: Die Zinsflaute und die Konjunkturabkühlung haben der Bank im ersten Halbjahr zugesetzt. Der Gewinn ist im ersten Halbjahr um 27 Prozent eingebrochen auf 391 Millionen Euro. Das Papier verliert mehr als sechs Prozent.

Munich Re: Der Rückversicherer Munich Re hat mit 993 Millionen Euro hat im Zeitraum zwischen April und Juni den höchsten Quartalsgewinn seit vier Jahren verbucht. Den Großteil dazu trug das Kerngeschäft Rückversicherung bei. Der Ausblick auf das Ergebnis für das Gesamtjahr bleibt unverändert bei 2,5 Milliarden Euro und bei 2,8 Milliarden Euro für das Jahr 2020. Das Papier legt um 0,7 Prozent zu.

Eon: Im ersten Halbjahr hat der Energiekonzern deutlich weniger verdient als vor einem Jahr, der Gewinn hat sich halbiert. Die Aktie verliert am Mittwoch rund drei Prozent. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank um zwölf Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Die Nettoschulden stiegen um 3,6 Milliarden Euro auf 20,2 Milliarden Euro. Eon bestätigt die Prognose für das Gesamtjahr.

Continental: Der Autozulieferer und Reifenhersteller hat im abgelaufenen zweiten Quartal wegen der Branchenschwäche kräftig Federn lassen müssen. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn sackte um 41 Prozent auf 484,8 Millionen Euro ab. „Für das zweite Halbjahr erwarten wir kein Nachlassen des Gegenwinds“, stellte Finanzchef Wolfgang Schäfer klar. Die Aktie legt um knapp ein Prozent zu. Vermutlich weil der Autozulieferer bei der Verschärfung seines Sparkurses Personalabbau und Produktionsverlagerungen nicht ausschließt. 

Was die Charttechnik sagt

Laut Charttechnik gibt es zwei Nachrichten. Die gute: Das negative Abschlagspotenzial von gut 400 Punkten, das die technischen Analysten der HSBC dem Dax zugebilligt haben, hat der Index innerhalb weniger Handelstage abgearbeitet.

Doch von Entspannung kann keine Rede sein, denn besonders die erneute Kursschwäche zum Ende der gestrigen Handelssitzung sollte Anlegern Sorgen bereiten. Das neue Verlaufstief bei 11.568 Punkte vom gestrigen Dienstag zeigt keinerlei Stabilisierung.

Dabei hat die Frankfurter Benchmarkt Dax in der aktuellen Lage einiges zu verlieren hat. Denn er kämpft mit der mittelfristig entscheidenden 200-Tagelinie, die derzeit bei 11.640 Punkten liegt. Zusammen mit dem Juni-Tief von 11.621 Zählern ist das die entscheidende Schaltstelle.

Um den deutschen Leitindex zu stabilisieren, muss zunächst die Abwärtskurslücke vom vergangenen Montag geschlossen werden. Solche Abwärtskurslücken entstehen, wenn der tiefste Kurs des Vortages höher ist als Tageshoch des anschließenden Handelstages. So lag das Tagestief am vergangenen Freitag bei 11.837 Zählern, das Tageshoch am Montag dieser Woche bei 11.798 Punkten. Diese Lücke gilt nun als Widerstand.

Analystencheck: JP Morgan stuft Beiersdorf hoch

Die US-Bank JP Morgan hat Beiersdorf nach den Halbjahreszahlen von „neutral“ auf „overweight“ hochgestuft und das Kursziel von 97 auf 118 Euro angehoben. Analystin Celine Pannuti glaubt, mehrere Faktoren könnten der Aktie neuen Antrieb geben. Sie verwies dabei auf eine erwartete Beschleunigung im Geschäft mit Haut- und Körperpflegeprodukten sowie die Chance, dass Beiersdorf die gesteckten Margenziele übertrifft.

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