Börse Frankfurt Dax tritt auf der Stelle

Auch am Donnerstag sucht der Dax nach Orientierung und schließt letztendlich auf Vortagesniveau Die Aktienrally nach dem Trump-Wahlsieg könnte zu Ende gehen. Auf der Suche nach sicheren Häfen griffen Investoren zu Gold.
Update: 05.01.2017 - 17:46 Uhr 1 Kommentar

Dax unbewegt - Das könnte ihn wieder in Fahrt bringen

FrankfurtAus Verunsicherung über den wirtschaftspolitischen Kurs der USA haben Anleger am Donnerstag Engagements an den Börsen gescheut. Dax und Euro Stoxx 50 schlossen fast unverändert bei 11.584 und 3313 Punkten. „Investoren, die auf hohen Niveaus eingestiegen sind, haben mittlerweile kein gutes Gefühl mehr mit ihren Positionen“, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets.

Sie befürchteten nach der rund zehnprozentigen Rally der vergangenen Wochen einen größeren Rücksetzer. Auch in New York erwarteten Händler Kursverluste. Die Futures auf US-Indizes signalisierten, dass der Dow Jones zu Börsenstart an der Wall Street erneut an der psychologisch wichtigen 20.000er Marke scheitern wird.

Die Stimmung am europäischen Aktienmarkt drückte auch der wieder erstarkende Euro, der nach unerwartet schwach ausgefallenen Jobdaten des US-Arbeitsvermittlers ADP um ein halbes Prozent auf 1,0531 Dollar anzog und mehr als eineinhalb US-Cent über seinem 14-Jahres-Tief vom Montag lag. Ein stärkerer Euro macht Waren aus der Euro-Zone im Welthandel teurer und europäische Firmen weniger wettbewerbsfähig.

Im Dezember schufen US-Firmen laut ADP 153.000 neue Stellen. Das waren etwas weniger als erwartet und deutlich weniger als im Monat zuvor. Von der Entwicklung am Arbeitsmarkt hängt die Zinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ab.

Fed-Chefin Janet Yellen hatte im Dezember erstmals seit einem Jahr die Leitzinsen in den USA angehoben und für 2017 weitere Schritte in Aussicht gestellt. Das hatte dem Dollar einen kräftigen Schub gegeben. Am Donnerstag verlor der Dollar-Index, der den Wert des „Greenback“ im Vergleich zu anderen wichtigen Währungen widerspiegelt, 0,7 Prozent auf 102,02 Punkte.

Über die Konjunkturaussichten der USA herrschen auch in der Fed Unsicherheiten. Laut den am Mittwochabend veröffentlichten Protokollen der vergangenen Fed-Sitzung ist die Notenbank zwar bereit, die Zinsen bei Bedarf rascher anzuheben als bislang signalisiert.

Jedoch betonten die Währungshüter nach Ansicht von Commerzbank-Analystin Esther Reichelt auch, dass der Ausblick für die Konjunktur mit erheblichen Unsicherheiten behaftet ist. „Gleich mehrfach wird auf die negativen Folgen einer weiteren Dollar-Aufwertung hingewiesen.“ Ein stärkerer Dollar könne die Wirtschaftsaktivität dämpfen und die Rückkehr der Inflation zum Zwei-Prozent-Ziel der Fed gefährden.

Auf der Suche nach sicheren Häfen griffen Investoren zu Gold. Das Edelmetall verteuerte sich um ein Prozent auf 1175 Dollar je Feinunze. „Schließlich ist die Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Donald Trump nur noch rund zwei Wochen entfernt und es gibt einige Bedenken wegen seiner politischen Pläne“, sagte Analyst Jeffrey Halley vom Brokerhaus Oanda. Trump will unter anderem ein schuldenfinanziertes Konjunkturprogramm auflegen und Billig-Importe mit Strafzöllen belegen. Dies könnte die Inflation in die Höhe treiben.

Ungeheuerliche Prognosen für das Börsenjahr
Chinas Wirtschaft boomt
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Anfang 2016 rissen Sorgen um Chinas Wirtschaftswachstum die Börsen in die Tiefe. Dieses Jahr könnte eine positive Überraschung dafür sorgen, dass chinesische Aktien gefragt sind und der Shanghai Composite Index um 50 Prozent steigen wird – und die globalen Märkte beflügeln. Jakobsens ungeheuerliche Prognose: Mit acht Prozent Wachstum überflügelt Chinas BIP alle Vorhersagen.

Die Fed friert die Renditen von Staatsanleihen ein
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Ungeheuerlich, aber nicht unmöglich: Die „Testosteron getriebene Fiskalpolitik“ des neuen US-Präsidenten Donald Trump – sprich mächtige Infrastrukturinvestitionen nebst massiver Neuverschuldung, lässt die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen auf drei Prozent steigen. Das löst Panik am Markt aus und die US-Notenbank sieht sich zu einer ungewöhnlichen Reaktion gezwungen: Sie kopiert eine Maßnahme der Bank of Japan und fixiert die Renditen bei 1,5 Prozent. Das stoppt den Ausverkauf an den Anleihe- und Aktienmärkten.

Die Ausfallraten von Schrottanleihen steigen massiv
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Hochzins- oder High-Yield-Anleihen, oft wegen ihres schwachen Ratings auch als Schrottanleihen bezeichnet, sind nichts für schwache Nerven. Die vergleichsweise hohen Zinskupons erkaufen Investoren sich mit einem erhöhten Risiko. Und das könnte 2017 noch weiter steigen. Die Prognose der Saxo Bank: Eine Ausfallrate von mindestens 25 Prozent. Doch warum? Jakobson erwartet, dass die Politik des billigen Geldes der Notenbanken immer weniger wirkt und viele Staaten deshalb zum Ankurbeln ihrer Wirtschaft höhere Schulden aufnehmen. Damit steigen die Renditen und Unternehmen können ihre Schulden schlechter oder eben gar nicht mehr bedienen.

„Bremain“ statt „Brexit“
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Für eine große Überraschung könnten mal wieder die Briten sorgen. Schockierten sie Europa im Juni 2016 mit dem „Ja“ zum Austritt aus der Europäischen Union, könnte nun aus dem „Brexit“ ein „Bremain“ werden.  Denn laut Saxo-Bank ist ein Brexit alles andere als sicher, er könnte ausfallen.

Kupfer bricht ein
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Die Pläne von Donald Trump, kräftig in die Infrastruktur zu investieren, ließen vor allem einen Rohstoff kräftig steigen: Kupfer. Doch was geschieht mit dem Kupferpreis, wenn die Erwartungen der Anleger zu hoch sind? Das nämlich prophezeit die Saxo Bank. Um 50 Prozent könnte der Preis für das Metall demnach einbrechen und damit zu heftigen Verwerfungen an den Rohstoffmärkten führen.

Große Gewinne für den Bitcoin und andere Krypto-Währungen
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Zum Jahresbeginn ist die digitale Währung Bitcoin über die Marke von 1000 Dollar gestiegen. Und das könnte erst der Anfang sein. Steen Jakobsen schließt einen waren Run auf das Onlinegeld nicht aus. Und auch andere Krypto-Währungen könnten dem Bitcoin folgen. Die Saxo Bank sagt voraus, dass sich der Bitcoin-Kurs auf mehr als 2100 US-Dollar mehr als verdoppelt.

Gesundheitsaktien vor dem Absturz
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Zu den Profiteuren der Wahl Donald Trumps zum nächsten US-Präsidenten profitierten auch Gesundheitsaktien. Sie legen kräftig zu. Doch für 2017 erwartet die Saxo Bank einen kräftigen Absturz der Branche, Investoren werden realisieren, dass Trump nicht halten können wird, was er versprach. Der Branchenindex Health Care XLV ETF könnte um 50 Prozent einbrechen, so die Saxo Bank, und damit den spektakulärsten Bullenmarkt für US-Aktien seit Ausbruch der Finanzkrise beenden.

In London legten Persimmon um 6,5 Prozent zu. Dem Brexit-Referendum und der dadurch ausgelösten Verunsicherung zum Trotz steigerte der zweitgrößte britische Eigenheimbauer den Umsatz 2016 um acht Prozent. Im Windschatten von Persimmon gewannen die rivalen Barratt Development und Taylor Wimpey drei und vier Prozent.

  • rtr
  • dpa
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